Cloud-basiertes Digital Publishing

Stets aktuelle Assets

Digitale, redaktionelle Inhalte effektiv zu verwalten und zu monetarisieren, ist selbst für große Verlagshäuser schwierig. Die Sternwald Group, ein Dienstleister für Digital Publishing, löst dieses Problem mit einem hauseigenen Digital-Asset-Management-System, das auf einer Cloud-Infrastruktur betrieben wird.

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    Digital-Asset-Management, das mehr erlaubt als das Sammeln, Suchen und Bereitstellen von Inhalten.

  • Bastian Metz

    Bastian Metz, Projektleiter und Teamleiter IT bei Sternwald Group: „Ab einem bestimmten Zeitpunkt war uns klar, dass wir eigentlich keine lokale Hardware mehr haben wollen, sondern unsere gesamte Infrastruktur in die Cloud verlagern sollten.“

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    Die digitalen Assets der Sternwald Group werden über ein System in der Cloud verwaltet.

Für die meisten Printmedien war die Demokratisierung des Internets nach der Jahrtausendwende alles andere als ein Segen. Die Druckauflagen befinden sich seitdem genauso im Sinkflug wie die Verkaufszahlen und die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft. Fortan stehen viele Entscheidungsträger in Verlagen und anderen Unternehmen, die redaktionelle Inhalte bereitstellen, vor einer Mammutaufgabe. Um langfristig wieder auf Wachstumskurs zu kommen, gilt es, die Digitalisierung nicht nur zu überleben, sondern sie auch profitabel für sich zu nutzen – aber wie? Auch im Hinblick auf Corporate Publishing stellt sich heute eine ähnliche Frage: Was tun, damit das Mitarbeiter- oder Kundenmagazin gelesen und geschätzt wird?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Digital-Publishing-Dienstleister Sternwald, der 2002 Berlin gegründet wurde. Mittlerweile hat Sternwald fünf Standorte in Deutschland und beschäftigt rund 70 Mitarbeiter – mit steigender Tendenz. In der langen Referenzliste des Unternehmens finden sich einige der größten Verlagshäuser Deutschlands und der Schweiz sowie namhafte große und mittelständische Unternehmen. Bastian Metz, Projekt- und Teamleiter IT bei Sternwald, fasst die Rolle seines Unternehmens so zusammen: „Unser Anspruch ist es, die Kunden im gesamten Prozess des Digital Publishing zu unterstützen. Die persönliche Beratung gehört ebenso dazu wie die Unterstützung beim Design der Medien und die Bereitstellung von spezialisierten Tools und Services wie das Digital-Asset-Management-System Hugo+.“

Assets optimal nutzbar machen

Letzteres ist eine Eigenentwicklung, die bereits 2004 eingeführt wurde und inzwischen als eines der führenden Digital-Asset-Management-Systeme auf dem Markt gilt. Die Kernaufgabe des Tools ist denkbar einfach: Assets in Form von Texten, Bildern oder Videos zentral zusammenzuführen und diese leicht auffindbar sowie ohne weitere Anpassungen für die Redaktionen nutzbar zu machen. Eine Redaktion verfügt in der Regel über eine Vielzahl dieser Assets. Allerdings kann sie diese oft nicht nutzbar machen, weil sie wenig organisiert auf verschiedenen Haus-Servern oder Cloud-Plattformen verstreut liegen. Die Folge ist, dass ein beachtlicher Teil der Assets nicht wieder- und weiterverwendbar wird – und damit letztlich auch nicht monetarisierbar ist. An diesem Punkt setzt das System an und beschleunigt in seiner Grundfunktion die Recherche von Inhalten für die Redaktion.

Dahinter steckt allerdings eine hochkomplexe Technik, die mehr erlaubt als das Sammeln, Suchen und Bereitstellen von Inhalten. So kann mit dem Modul Hugo Checkout beispielsweise alles, was mit dem Verkauf von Content zusammenhängt, abgewickelt werden. Dies schließt auch die Registrierung von Neukunden und Dokumentationen für die Buchhaltung ein. Das Modul Reporter hingegen dient dem unkomplizierten Upload von Content in die zentrale Datenbank und ersetzt alle anderen Eingangswege wie E-Mail, FTP oder Web-Upload. Die Inhalte werden dabei sofort beim Eingang in ein einheitliches Datenformat umgewandelt. Damit wird es u. a. möglich, lange und qualitativ hochwertige Fotostrecken schnell zu erstellen. Mit der Software können auch Regelwerke erstellt werden, wodurch beispielsweise die aktuellsten Meldungen von Nachrichtenagenturen bei Veröffentlichung vollautomatisch in die Datenbank gespeist wird. Zur Abrundung lässt sich das Leserverhalten umfassend analysieren, um ein Medium leserfreundlicher und damit erfolgreicher zu gestalten.

Zehn Millionen digitale Assets in der Cloud

Die Basis für alle diese Prozesse liefert heute eine stetig wachsende Cloud-Infrastruktur, auf der Sternwald die Asset-Datenbanken seiner Kunden hostet. Dabei fällt eine riesige Menge an Daten an, wie Bastian Metz darlegt: „Insgesamt hosten wir etwa zehn Millionen Assets in unseren Cloud-Rechenzentren. Pro Tag kommen etwa 150.000 neue hinzu, bei akuter Nachrichtenlage auch mal das Doppelte. Außerdem werden seitens der Kunden täglich rund 35.000 Recherchen durchgeführt.“ Sternwald zog mit der Mehrheit seiner IT-Systeme vor etwa einem Jahr in die Cloud um. Davor hostete Sternwald die Datenbanken auf On-Premise-Rechenzentren, stieß jedoch mit wachsenden Aufträgen zunehmend an die Grenzen des lokalen Hostings: stark begrenzte Skalierbarkeit, wenig Flexibilität und eine ressourcenintensive Beschaffung von neuer Hardware.

„Wir arbeiteten von Beginn an viel mit Cloud-Applikationen und haben uns immer als progressives, technisch nach vorn schauendes Unternehmen positioniert. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war für uns darum klar, dass wir eigentlich keine lokale Hardware mehr haben wollen, sondern unsere gesamte Infrastruktur in die Cloud verlagern sollten“, sagt Bastian Metz. Anfang 2017 begab sich Sternwald schließlich auf die Suche nach einem geeigneten Dienstleister für Infrastructure as a Service (IaaS): „Wichtig für uns dabei war es insbesondere, unserer Infrastrukturen möglichst einfach in die Cloud hieven zu können sowie eine gute Skalierbarkeit und die nötige Performance für die riesigen Datenmengen zu erhalten, über die wir verfügen.“

Ein Motor für Wachstum

Nach einer zweimonatigen Evaluierungsphase fiel die Wahl schließlich auf den Berliner IaaS-Anbieter Profitbricks, der Sternwald noch über die gesetzten Anforderungen hinaus überzeugen konnte. Dazu Bastian Metz: „Mit dem Data Center Designer hat der Anbieter ein Tool parat, mit dem man einfach ein Datenzentrum aufbauen und erweitern kann. Kein anderer Provider bietet Vergleichbares. Außerdem waren wir schon seit der Testphase positiv davon angetan, wie einfach es ist, bei bestimmten technischen Herausforderungen einen persönlichen Kontakt mit einem qualifizierten Mitarbeiter herzustellen, der uns fachkundig weiterhilft, bis das Problem endgültig gelöst ist.“ Sternwald betreibt heute auf der ProfitBricks-IaaS sieben Rechenzentren, die zusammen mehr als 260 CPU-Cores, 850 GB RAM und ein Storage-Volumen von über 40 Terabyte nutzen.

Der Umzug auf die Cloud-Infrastruktur hatte dabei auch unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse bei Sternwald: „Früher mussten wir dreimal überlegen, ob wir einen großen Auftrag in Sachen Hosting überhaupt stemmen können, bevor wir zusagten. Heute können wir immer sofort zusagen, da wir die Sicherheit haben, dass wir unsere Infrastruktur jederzeit nach oben skalieren können.“

Bildquellen: Thinkstock/iStock, Sternwald Group

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