Das kabellose Netz zur Miete

Strom, Wasser, WLAN

Nicht nur bei Endverbrauchern findet das Modell „WLAN im Abo“ immer mehr Verbreitung. WLAN im Abo oder Wi-Fi as a Service – wie ein solches Modell im Fachjargon heißt – kann sich für Unternehmen lohnen, die auf ein funktionierendes Netzwerk angewiesen sind.

Hand greift nach WLAN-Symbol

Für wen lohnt sich Wi-Fi as a Service? Für welche Unternehmen ist ein Einsatz weniger sinnvoll?

Dieses Gefühl der Ohnmacht, wenn das WLAN versagt, man von Kunden und Partnern abgeschnitten ist und seiner Arbeit nicht mehr nachkommen kann. Unschön und im schlimmsten Fall äußerst kostenintensiv. Dabei steigen die Anforderungen an funktionierende WLAN-Infrastrukturen ständig, nicht nur in puncto hoher Benutzerdichte oder Sprach- und Videodaten, sondern auch bezüglich der Sicherheit und Zuverlässigkeit. Wer kümmert sich um den nahtlosen und fehlerfreien Betrieb? Besonders für kleine und mittlere Unternehmen stellen Wartung und Management der WLAN-Infrastruktur mitunter eine echte Herausforderung dar. Denn oftmals fehlt es an den nötigen personellen Ressourcen und am technischen Know-how. Damit kleine und mittlere Unternehmen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, bietet sich der Betrieb von „WLAN im Abo“.

Doch was steckt dahinter? Wi-Fi as a Service ist ein Geschäftsmodell, bei dem WLAN-Dienste monatlich auf Mietbasis oder nutzungsbasiert bereitgestellt werden. Es kann sich für Firmen eignen, die auf ein funktionierendes Drahtlosnetz und die damit einhergehende Betriebssicherheit angewiesen sind. Wi-Fi as a Service stellt die kontinuierliche Funktionalität der Infrastruktur sicher, die Verfügbarkeit (Quality of Service) des Netzwerks wird gesteigert und Datensicherheit sowie Datenschutz gewährleistet. Solche Abo-Modelle beinhalten in der Regel die Bereitstellung der Hardware, die Konfiguration, das Monitoring, das Patching im Sinne von Fehlerbehebung und Sicherheitsoptimierung sowie gegebenenfalls den Ersatz vor Ort im Falle eines physischen Defekts bis hin zur Abrechnung des Service.

Transparenz über die Kosten

WLAN-Abo-Modelle können zudem auch Budget-Transparenz bieten, denn die Kosten sind klar festgelegt und kalkulierbar. Zudem bekommen so auch die Unternehmen ein ausfallfreies und performantes WLAN, die über keine eigenen Netzwerkadministratoren verfügen. Die Auslagerung des WLAN-Betriebs setzt personelle und damit auch finanzielle Ressourcen frei, die Unternehmen in die Weiterentwicklung ihrer Kerntätigkeiten investieren können.

Was so einfach klingt, ist technisch höchst anspruchsvoll: Im Hintergrund von WLAN-Abos laufen meist moderne Cloud-Dienste. Doch Wolke ist nicht gleich Wolke. Viele cloud-basierte WLAN-Lösungen verlagern einfach nur das traditionelle, stark durch manuelles Konfigurieren geprägte Einrichten der Access Points in die Cloud. Der Vorteil ist hier vor allem der ortsunabhängige Zugriff. Solche Lösungen eignen sich primär für sehr kleine Installationen, die auch bislang ohne zentrale Instanz, etwa einen WLAN-Controller, betrieben wurden. Richtig spannend wird es aber, wenn das Cloud-Management mit Software-defined-Networking-Technologien (SDN) kombiniert wird, so wie es beispielsweise bei der Lancom Management Cloud (LMC) der Fall ist.

Beim SDN werden die vormals manuellen Konfigurations- und Wartungsprozesse von einer Software-Instanz übernommen und hochgradig automatisiert. In Kombination mit Cloud-Technologien wird daraus eine sehr mächtige Lösung, die maximale Prozessverbesserungen und Zeiteinsparungen mit sich bringen kann. Speziell komplexe Netze, deren Einrichtung früher schnell mehrere Tage in Anspruch nahm, profitieren hiervon. Sie sind in wenigen Minuten aktiv und lassen sich jederzeit agil per Mausklick erweitern oder um neue Dienste ergänzen.

Der IT-Partner, der Managed-Services-Provider, entwickelt auf Basis der Kundenvorgaben die Netzwerkinfrastruktur und kann diese in der Folge zentral anpassen und ausrollen. Die fehleranfällige und zeitaufwendige Einzelkomponenten-Konfiguration entfällt.

Aber auch die Sicherstellung des Betriebs ist eine der relevanten Cloud-Funktionen. Wie viele User sind angemeldet? Welche Firmware ist installiert? Wo sind mögliche Engpässe? All diese Fragen lassen sich etwa mit der genannten Lancom-Lösung beantworten. Automatische Firmware-Updates oder die zentrale Auditierbarkeit sind weitere Vorteile. Die Transparenz aller Konfigurationen inklusive Sicherheitsanalysen erhöht die Sicherheit des WLANs.

Wo stehen die Cloud-Server?

Generell ist es wichtig, hierbei auf einen vertrauensvollen Anbieter zu setzen, schließlich entsteht eine gewisse Abhängigkeit. Dennoch können die Vorteile für sich sprechen: Während es beim internen Personal zu Wechseln kommen kann, stellen externe Dienstleister sicher, dass der WLAN-Betrieb über lange Zeit stabil erbracht wird. In Zeiten, in denen nicht zuletzt die Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz stetig zunehmen, ist ein entsprechendes internes Know-how im Nebenamt praktisch nicht mehr zu gewährleisten. Mit Blick auf Sicherheit und Datenschutz ist außerdem die Vertrauenswürdigkeit der Netzwerkkomponenten – beispielsweise das Thema Backdoor-Freiheit – sowie der Standort der Cloud-Server von zentraler Bedeutung.

Nicht zuletzt stehen Drahtlosnetze nicht allein. Sie funktionieren immer im Zusammenspiel mit Switches und Routern, die die Vernetzung untereinander sowie die Anbindung ans Internet sicherstellen. Was heute als WLAN-Abo erhältlich ist, kann auch für die komplette Netzwerkinfrastruktur funktionieren. Man spricht in diesem Fall von Network as a Service (NaaS). Mit modernen Cloud-Lösungen verwaltet der Managed Services Provider je nach Kundenbedarf sämtliche Netzwerkfunktionalitäten in den Bereichen WAN, LAN, WLAN und Sicherheit per software-defined Networking automatisiert über eine einzige integrierte Plattform. Dank der Skalierbarkeit von solchen zentral gemanagten Lösungen wächst das Netzwerk organisch mit den Unternehmensbedürfnissen mit. Die Kunden können von Flexibilität, Sicherheit, Verfügbarkeit und geringer Kapitalbindung profitieren. Denn die Kostenbelastung in Form hoher Erstinvestitionen, wie sie der klassische Hardware-Kauf mit sich bringt, entfällt.

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