Deko-Objekte an erster Stelle

Studie: Gebrauch von 3D-Druckern

Eine Vase, eine Handy-Hülle oder ein Ersatzteil: Die Möglichkeit, kleine Gegenstände mithilfe eines 3D-Druckers selbst herzustellen, stößt bei privaten Nutzern auf lebhaftes Interesse. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschafts­prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter mehr als 1.000 Bundesbürgern.

Fast 20 Prozent von ihnen haben schon einmal ein 3D-Objekt gedruckt, 60 Prozent haben die Absicht, diese Technik in Zukunft zu nutzen. „Momentan stehen wir beim privaten Gebrauch des 3D-Drucks ganz am Anfang, die Entwicklungen in den letzten Jahren sind jedoch rasant“, sagt Olaf Acker, Partner bei Strategy&, Teil des PwC-Netzwerks und Leiter des Bereichs Digital Services. Anbieter könnten mit einem deutlichen Interesse und großer Neugierde von Seiten privater Kunden rechnen. 3D-Drucker werden wohl bald zum Alltag gehören.

Beim 3D-Druckverfahren erhitzt ein Druckkopf einen Faden aus beliebigem Material, meist Kunststoff oder Metall, und trägt die Masse Schicht für Schicht auf, sodass plastische Objekte entstehen. Je nach Größe der Gegenstände kann sich dieser Prozess über mehrere Stunden erstrecken. Aktuell besitzen drei Prozent der Befragten ein Gerät für den privaten Gebrauch. Im Internet sind bereits Vorlagen für 3D-Objekte als Download erhältlich, Unternehmen stellen auf diese Weise Ersatzteile für ihre Geräte zur Verfügung.

Schokoladenpralinen aus dem 3D-Drucker?

Doch auf der Wunschliste möglicher Anwendungen stehen bei privaten Nutzern Deko-Objekte an erster Stelle. Sie werden von 61 Prozent der Befragten genannt,
43 Prozent haben alltägliche Haushaltsgegenstände im Blick, 42 Prozent würden mit dem 3D-Drucker gerne Schmuckstücke individuell gestalten oder Spielsteine und -figuren anfertigen. Weitere Möglichkeiten privater Nutzung sehen die Befragten in Kleinteilen für Tüftler und Heimwerker (40 Prozent) oder für den Modellbau (30 Prozent). Eigene Pralinen oder Figuren aus Schokolade zu kreieren, fänden 25 Prozent der Befragten attraktiv.

Die Individualität, die mit dieser Technik einhergeht, rechtfertigt nach Ansicht der Verbraucher auch höhere Herstellungskosten: Fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten nähme für 3D-Objekte einen Mehrpreis von bis zu 25 Prozent im Vergleich zu herkömmlich gefertigten Produkten in Kauf. Die Ansprüche an die Geräte selbst sind hoch: 3D-Drucker sollten robust und einfach zu handhaben sein, Anwender wollen möglichst ohne Programmierkenntnisse auskommen. Von den so produzierten Gegenständen erwarten die Befragten, dass sie robust und detailgenau sind.

„Langfristig wird es eine Frage des Preises und der Anwendungsmöglichkeiten sein, ob Verbraucher sich privat einen 3D-Drucker anschaffen. Gerade bei aufwendigen Objekten ist es gut denkbar, dass Kunden lieber in einen ‚3D-Druckshop’ mit leistungsstarken Geräten gehen“, so Olaf Acker. Laut der Umfrage ist knapp ein Drittel der Deutschen bereit, in Geschäften wie Supermärkten oder Baumärkten bis zu einer halben Stunde auf die Anfertigung zu warten, wenn sie währenddessen ihre Einkäufe erledigen können. 31 Prozent würden bis zu 15 Minuten akzeptieren. 

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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