Auf dem Weg in die Cloud

Systeme und Services in die Cloud auslagern

Große Konzerne haben mittlerweile die Scheu vor der Cloud abgelegt. Und auch der Mittelstand zieht nach. Klar wird dabei allerdings auch: Die Reise in die Wolke hat gerade erst begonnen. Im Interview berichtet Constantin Gonzalez, Principal Solutions Architect bei AWS, über neue Anforderungen und Möglichkeiten in der mittelständischen Unternehmens-IT.

  • Die Großen helfen den Kleinen

    Unabhängig von der Firmengröße werden immer mehr Systeme und Services in die Cloud ausgelagert.

  • Constantin Gonzalez von Amazon Web Services (AWS)

    „Eine Hybridarchitektur verbindet lokale und Cloud-Ressourcen in einem Netzwerk, das die Einrichtung einer nahtlosen Umgebung ermöglicht. Cloud-Ressourcen verhalten sich dann so, als wären sie Bestandteil des lokalen Firmennetzes.“ (Constantin Gonzalez von Amazon Web Services (AWS))

ITM: Herr Gonzalez, wie hat sich die IT-Infrastruktur in mittelständischen Unternehmen seit der Jahrtausendwende verändert?
Constantin Gonzalez:
Nach Jahrzehnten der Client-Server-Ära mit eigenen Rechenzentren und hohem Aufwand für Betrieb und Administration gehen mehr und mehr Mittelständler den Weg in die Cloud. Nicht selten migrieren sie auch unternehmenskritische Arbeitslasten oder gehen „all-in“. Kosteneinsparungen, Skalierbarkeit und Flexibilität werden hier häufig als Gründe für die Verlagerung von Daten in die Cloud aufgeführt.

Seit den letzten Jahren ist den Kunden genauso wichtig, dass sie beispielsweise in der AWS-Cloud ein höheres Maß an Sicherheit realisieren können, als das in ihren eigenen Rechenzentren möglich wäre. Viele mittelständische Kunden starten mit einem sogenannten Hybrid-Cloud-Approach, in dem sie ihre bestehende RZ-Infrastruktur mit der Public Cloud integrieren. Anschließend migrieren sie häufig – in „kleinen Schritten“ – bestehende Anwendungen in die Cloud und entwickeln neue. Für zahlreiche Mittelständler ist das momentan die Strategie der Wahl.

ITM: Inwiefern?
Gonzalez:
Eine Hybridarchitektur verbindet lokale und Cloud-Ressourcen in einem gemeinsamen Netzwerk, das die Einrichtung einer nahtlosen Unternehmens-umgebung ermöglicht. Cloud-Ressourcen verhalten sich dann so, als wären sie ein Bestandteil des lokalen Firmennetzes. Diese Integration findet auf verschiedenen Ebenen statt, wie beispielsweise dem Identity- und Access-Management, dem Speichermanagement, dem hybriden Deployment von Anwendungen und weiteren. Typische Szenarien sind cloud-basierte IT-Sicherheitslösungen, die auch lokale Geräte vor Malware schützen und gleichzeitig den gesamten Datenverkehr zwischen lokaler und Cloud-Infrastruktur absichern.

Ebenso können Unternehmen VMware-Anwendungen auf lokalen Systemen ausführen und gleichzeitig auf Dienste wie Backup aus der Cloud zugreifen. Eine weitere Option der hybriden Infrastruktur ist es, Anwendungen jeder Größe und Form sowohl lokal als auch in der Cloud konfigurieren und betreiben zu können. Die zunehmende Verfügbarkeit schneller Breitbandverbindungen begünstigen solche Anwendungsfälle immer mehr.

ITM: Wo geht die Reise hin?
Gonzalez:
Unabhängig von der Firmengröße werden immer mehr Systeme und Services in die Cloud ausgelagert – auch deshalb, weil dort nur die IT bezahlt werden muss, die auch tatsächlich konsumiert wird, und sich Kapazitäten nach Bedarf aufstocken und auch wieder reduzieren lassen. Im Vergleich zum eigenen Rechenzentrum lässt sich die Unternehmens-IT zudem effizienter betreiben, schließlich kann sich das interne IT-Team auf strategische Projekte konzentrieren, ohne sich um die Beschaffung und Integration von Hardware oder das Warten von Servern kümmern zu müssen. Allerdings gehört zur Migration in die Cloud auch, sich mit neuen Prozessen und Methodiken wie Continuous Delivery oder DevOps auseinanderzusetzen und diese zu beherrschen.

Mitarbeiter, die bislang keine Berührungspunkte mit Cloud Computing hatten, müssen durch Schulungen und Projektarbeit neue Qualifikationen erwerben und die dafür benötigte Zeit investieren. Auch muss sichergestellt sein, dass der gewählte Public-Cloud-Anbieter das Unternehmen hinsichtlich Sicherheit, Compliance, globaler Verfügbarkeit, Innovationskraft und Preistransparenz optimal unterstützt.

Für unsere Kunden betreiben wir derzeit 49 Verfügbarkeitszonen in 18 globalen Regionen. In Europa gibt es elf solcher Zonen, und zwar in Deutschland, Irland, Großbritannien und Frankreich. Darüber hinaus unterstützen wir eine Fülle von internationalen und nationalen Sicherheitsstandards und -zertifizierungen, wie beispielsweise C5 vom BSI oder IT-Grundschutz. Ebenso werden alle unsere Cloud-Services spätestens mit Stichtag 25. Mai 2018 mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) konform sein. Unsere Kunden können auf Basis unserer Cloud-Infrastruktur über 100 dezidierte Dienste nutzen: von virtuellen Maschinen, Speichern und Datenbanken über Big Data, Internet der Dinge und maschinelles Lernen bis hin zu Diensten für mobile Applikationen, virtueller Realität und Unternehmensanwendungen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock/Amazon Web Services (AWS)

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