IP-Migration bei Geschäftskunden

Telekom will Umstieg auf All-IP erleichtern

Das Ziel der Telekom, bis Ende 2018 rund 3,3 Mio. bestehende Geschäftskundenanschlüsse auf das Internet-Protokoll (IP) umzustellen, ist ambitioniert. Neben ausreichenden personellen Ressourcen sollen attraktive IP-Produkte dazu beitragen, die betroffenen Firmen vom schnellen Technologiewechsel zu überzeugen.

  • Telekom-Rechenzentrum

    Die Bereitstellung von Cloud-Services erfolgt über hochsichere Rechenzentren in Deutschland.

  • Klaus Müller, Telekom

    „Der Umstieg auf IP-Technologie sorgt für mehr Kapazität, Leistung und Benutzerfreundlichkeit im Netz und bildet damit die Basis für die Digitalisierung des deutschen Mittelstands“, erklärt Klaus Müller, Leiter Strategische Entwicklung Geschäftskunden und Transformation bei der Telekom Deutschland.

  • IP-Umstellung der Telekom

    Parallel zur IP-Umstellung wird der Ausbau des Kabelnetzes, beispielsweise im Bereich der Glasfaserversorgung, massiv vorangetrieben.

„Nach zwei Jahren IP-Migration im Geschäftskundenbereich sind wir auf einem guten Weg", resümiert Klaus Müller, Leiter Strategische Entwicklung Geschäftskunden und Transformation bei der Telekom, anlässlich eines Pressegesprächs Ende Oktober 2016 in München. Über eine Million Geschäftskunden des Unternehmens haben demnach bis zum jetzigen Zeitpunkt erfolgreich auf die neue Technologie gewechselt. Ende 2018 soll laut Müller die Migration aller Kunden ins neue IP-Netz abgeschlossen sein.

Bereits vor einem Jahr hatten die Bonner die speziell auf Geschäftskunden zugeschnittenen Anschlüsse „DeutschlandLAN IP Start“ und „DeutschlandLAN IP Voice/Data“ eingeführt. „Über 200.000 Anschlüsse haben wir seitdem auf diese beiden Produkte umgestellt“, sagt Peter Arbitter, Leiter Marketing und Portfolio Geschäftskunden bei dem Anbieter. Im April wurde das Portfolio um DeutschlandLAN SIP-Trunk erweitert. Mit diesem Produktportfolio ist es möglich, ISDN-Anlagenanschlüsse, Mehrgeräte-Anschlüsse und PMx-Anschlüsse in die IP-Welt zu überführen.

Unternehmen, die bereits heute auf Basis von ISDN Durchwahlanschlüsse nutzen, können beim Wechsel auf „DeutschlandLAN SIP-Trunk“ ihre Rufnummern samt Rufnummernkonzept behalten. Der Basis-Tarif beinhaltet zwei Sprachkanäle für Gespräche in HD-Qualität und eine Flatrate ins deutsche Festnetz sowie von 18 weiteren Länder. Hinzu kommen: eine Internet-Flatrate von 16 Mbit/s, eine feste IP-Adresse und eine garantierte Entstörzeit von acht Stunden. Die ersten Kunden nutzen die Lösung bereits, bis 2017 will man die Verfügbarkeit auf ganz Deutschland ausweiten.

Workshops für die IP-Umstellung

Ab Mitte November 2016 kann das jüngste Geschäftskundenprodukt der Deutschen Telekom, die sogenannte „DeutschlandLAN Cloud (Private Branch Exchange) PBX“, genutzt werden. Die Lösung kombiniert den IP-Anschluss mit einer netzintegrierten Telefonanlage. „Die Mitarbeiter sehen auf ihren Endgeräten, ob ihr Kollege am Platz ist oder nicht und können das Gespräch bei Bedarf übernehmen. Mobilgeräte sind leicht als Nebenstellen in die Telefonanlage eingebunden und tief in unser Netz integriert. Die Administration übernehmen die Unternehmen selbst über ein Online-Portal“, erklärt Klaus Müller. Der Betrieb der Cloud-Telefonanlage erfolgt in hochsicheren Rechenzentren in Deutschland. Nach Müllers Worten eignet sich die Lösung aufgrund seiner Skalierbarkeit und Flexibilität für jede Unternehmensgröße.

Informationen zur IP-Umstellung erhalten Unternehmenskunden vorab u.a. in Form von kostenlosen Workshops. „Um Kunden bei der Analyse, Planung, und Konzeption ihrer Migrationsstrategien zu unterstützen, führen wir circa 100 solche Veranstaltungen pro Tag durch. Seit Beginn der IP-Umstellung im Jahr 2014 waren es bereits rund 40.000“, so Müller. Informationsbedarf besteht häufig bei der Nutzung von Sonderdiensten wie Aufzugnotruf, Brandmelder oder EC-Cashterminals, die sich nach Angaben der Telekom üblicherweise aber problemlos ins neue IP-Netz integrieren lassen. Um eine reibungslose Migration zu gewährleisten, werden Vertrieb und Kundenservice erst auf die neuen IP-Anschlüsse umschalten, wenn beim Kunden Klarheit über sämtliche Sonderdienste und die Hardware besteht. Für ungewöhnliche Konfigurationen und Spezial-Equipment haben die Bonner ein Testcenter aufgebaut, in dem Anbieter von Sonderdiensten und Hersteller von Telefonanlagen oder Routern ihre Produkte und Lösungen schon vor der IP-Umstellung unter Realbedingungen testen könnten.

IP-Telefonie ist nicht gleich Internet-Telefonie. Die Telekom transportiert die Daten für Festnetztelefonate nicht über das öffentliche Internet, sondern über eigene, besonders geschützte Kapazitäten im Festnetz. Dennoch sollten Unternehmen nach Ansicht der Unternehmensberatung Crisp Research bei der IP-Einführung den Themenkomplex „digitale Sicherheit“ nicht unterschätzen. Unter strategischen Gesichtspunkten ist es für Unternehmen demnach sinnvoll, die Umstellung auf IP-Technologie nicht als einzelnes Transformationsprojekt zu betrachtet. Vielmehr sollte es als Anreiz dafür gesehen werden, ein ganzheitliches Honzept zur digitalen Firmensicherheit zu erarbeiten und als Teil der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens einzuführen.

Bildquellen: Telekom

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