Überwachung der Fahrzeugflotte

Telematik-Portal aus der Cloud

Die Kienzle Automotive AG benötigte ein hochverfügbares Telematik-Portal aus der Cloud, zur Überwachung der Fahrzeugflotte und beauftragte Prodot mit der Entwicklung. Im Interview berichtet Geschäftsführer Mischa Hüschen über das Projekt, das unter anderem ein Alarmportal sowie ein Driver Scoring umfasst.

ITM: Herr Hüschen, wie ist es seitens Kienzle zu der Idee gekommen, ein spezielles Alarmportal für Gefahrguttransporte aufzubauen?
Mischa Hüschen:
Im Fokus des Projektes stand die Steuerung und Optimierung der Fahrzeugflotte des Unternehmens. Dazu haben wir eine modulare, ausfallsichere Cloud-Plattform entwickelt, die Daten aus Telematik-Systemen wie Mix Telematics, Cat, Liebherr etc. sammelt und diese in Echtzeit auswertet. Der Benefit einer solchen Lösung liegt auf der Hand: Durch kundenorientierte Mehrwertdienste lassen sich potentielle Gefahren automatisch erkennen, so dass schon frühzeitig reagiert werden kann, um notwendige Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Kienzle profitieren von einer Vielzahl an Services, die auf sie zugeschnitten sind: Von einheitlicher Synchronisation über Anbietergrenzen und Live-Daten-Analysen (z.B. Alarmmeldungen) bis hin zur effizienten Sammlung, Archivierung sowie Auswertung von Daten. Dabei wird über alle Module hinweg auf die Einhaltung aller datenschutztechnischen Vorschriften geachtet.

ITM: Welche Funktionen bzw. Services werden genau abgebildet?
Hüschen:
Für das flottenweite Safety-Management steht das Alarmportal-Modul bereit. Es liefert reaktionsschnelle Warnungen bei sicherheitskritischen Ereignissen, zusammen mit allen relevanten Dokumenten und vorbereiteten Gesprächsprotokollen im Anhang, sowie Überwachungsprotokollen von Fahrzeugen (z.B. Gefahrgut in Europa). Beispiele für solche Alarme sind: Geschwindigkeits- bzw. Drehzahlüberschreitungen, positive Alkoholtests, starke Bremsverzögerungen, hohe Kurvenbeschleunigungen sowie die Nutzung von Geräten außerhalb definierter Zeiten (ein idealer Diebstahlschutz) und die Überschreitung von Arbeitszeiten. Gepaart ist dies mit einer lückenlosen Belegbarkeit der Ereignisse und Kundenbenachrichtigungen unter Einhaltung von strengen Service Level Agreements (SLAs).

Ein weiteres, bereits im Live-Betrieb befindliches Modul ist das Driver Scoring. Es bietet die automatisierte Bestimmung von präzisen Fahrzeugpositionen, Leistungsdaten und Informationen wie beispielsweise ein Bonus-System zur Maximierung von Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Durch Definition kundenindividueller Scores und deren Berechnung erfolgt die Ermittlung auf Basis des jeweiligen Fahrverhaltens, z.B. in den Kategorien Sicherheit, Geschwindigkeit und Ökonomie. Ein anonymisierter Zugriff auf Scores und Rankings steht über eine App per Smartphone für die Fahrer zur Verfügung.

ITM: Woher stammen die aktuellen Daten und wo werden diese verarbeitet?
Hüschen:
Ganz gleich, welches Telematik-System eingesetzt wird – die hochverfügbare, praxiserprobte Infrastruktur bietet bedarfsgerecht anpassbare Mehrwertdienste. Es können unterschiedliche Systeme angeschlossen werden: Von Mix Telematics über Tomtom bis hin zu anderen Telematik-Systemen. Die Daten werden dabei über die anbieterspezifischen Web-Apis (z.B. Rest-Service) abgerufen und in einer Azure-Cloud-Lösung weiterverarbeitet.

ITM: Wer nimmt diese Informationen in Anspruch?
Hüschen:
Führungskräfte der einzelnen Unternehmen, die für die Sicherheit der Transporte bzw. deren korrekte Durchführung verantwortlich sind, sowie die Fuhrparkmanager, die für die Geräte selbst verantwortlich sind. Gerade das Stichwort Diebstahlschutz ist ein entscheidendes Kriterium.

ITM: Sie haben sich für die Azure-Technologie von Microsoft als Basis für das Telematik-Portal entschieden. Wie ist es dazu gekommen?
Hüschen:
Das überzeugendste Argument ist das Gesamtpaket, das Microsoft mit Azure bietet: Die Integration in die bestehende Entwicklungsumgebung sowie eine leichte Konfigurierbarkeit und Skalierbarkeit. Wenn das Unternehmen und die Kundenbasis größer werden, dann wächst die jederzeit erweiterbare Architektur flexibel mit. Diese Flexibilität sorgt für mehr Transparenz und geringere Kosten: Denn in der Cloud zahlen die Kunden nur die Ressourcen, die sie auch tatsächlich nutzen. Und das rechnet sich.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok