Kommentar von Robert Gratzl, Citrix Online Services

Verpasste Chancen?

Kommentar von Robert Gratzl, Managing Director bei Citrix Online Services, darüber, wie Mittelständler das Potential flexibler Arbeitsmodelle besser ausschöpfen können

„Die Einführung flexibler Arbeitsmodelle muss gut durchdacht sein, da ein falsches Verständnis negative Konsequenzen nach sich ziehen kann“, bemerkt Robert Gratzl, Managing Director bei Citrix Online Services.

Lediglich 37 Prozent der Arbeitnehmer in kleinen und mittelständischen Unternehmen können flexibel und ortsunabhängig arbeiten. Gleichzeitig sind mehr als zwei Drittel (68 Prozent) mit ihrer Work-Life-Balance unzufrieden – so die Ergebnisse der von Citrix beauftragten Ipsos-Studie. Zwar empfinden Angestellte wie Management Home-Office-Tage als förderlich, es fehlt ihnen allerdings an den entsprechenden Möglichkeit­en – oftmals auch technischer Art. Nicht zuletzt sind 47 Prozent der Befragten sogar der Meinung, dass sie durch flexible Arbeitsmodelle ihr Berufs- und Privatleben besser in Einklang bringen könnten. Den größten Vorteil bieten flexible Arbeitsmodelle in Fällen, in denen Arbeitnehmer einen ganzen Tag Urlaub nehmen müssten, um beispielsweise tagsüber einen privaten Termin wahrzunehmen. Auch entfällt zusätzlicher Stress durch Staus auf dem Weg zum und vom Arbeitsplatz und es lässt sich im Homeoffice produktiver, effizienter und konzentrierter arbeiten.

Arbeitgeber profitieren ebenfalls von solchen Arbeitsmodellen. Neben der gesteigerten Produktivität und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter können sie die Infrastrukturkosten senken, da weniger Bürofläche vorgehalten werden muss. Ein- und derselbe Schreibtisch wird dann beispielsweise an verschiedenen Tagen der Woche von unterschiedlichen Mitarbeitern genutzt. Darüber hinaus können sich flexible Arbeitsmodelle und der Einsatz moderner Technologien im Wettbewerb um hoch qualifiziertes Personal als Vorteil erweisen.

Die Grenzen verschwimmen

Eine Einführung flexibler Arbeitsmodelle muss jedoch gut durchdacht sein, da ein falsches Verständnis negative Konsequenzen nach sich ziehen kann. Viele Mitarbeiter haben das Gefühl, dass die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zusehends verschwimmt. Eine der häufig geäußerten Befürchtungen ist die empfundene Erwartungshaltung, rund um die Uhr für das Unternehmen verfügbar sein zu müssen. Diese Sorge kann Überforderung oder psychische Belastungen bis hin zum Burn-out nach sich ziehen. Die von der Politik geforderten und in einigen Großunternehmen bereits vorhandenen Lösungsansätze wie die Abschaltung der E-Mail-Server nach Feierabend sind für viele Firmen jedoch nicht die Lösung des Problems. Vor allem im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern gibt es betriebliche Erfordernisse, die Meetings am frühen Morgen oder abends sowie ein zeitnahes Lesen und Beantworten von E-Mails notwendig machen. Richtig verstanden und gelebt können flexible Arbeitsmodelle für diese Herausforderungen eine Lösung bieten und sich positiv auf die Work-Life-Balance und die psychische Gesundheit der Mitarbeiter auswirken.

Die Art und Weise, wie gearbeitet wird, ändert sich kontinuierlich – vor allem zuletzt ist dies aufgrund neuer Technologien wie Cloud-Lösungen rasant fortgeschritten. Früher war Arbeit lediglich ein Ort, den man aufsuchte, heute wird es immer mehr zu einer Sache, die man tut – egal, wo sich die Mitarbeiter befinden. Es geht darum, die Arbeitswelt an die Lebensgewohnheiten und die geänderten Wert- und Lebensvorstellungen der Menschen anzupassen. Wir kennen alle die Situation, wenn z. B. das Kind krank ist – in solchen Fällen mussten Mitarbeiter bislang Urlaub nehmen. Dank flexibler Arbeitsmodelle in Verbindung mit jederzeit und überall verfügbaren Kommunikationstechnologien ist dies nicht mehr notwendig und Mitarbeiter können ihre Urlaubstage tatsächlich dafür nutzen, wozu sie gedacht sind. 

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