Mobile Business im Mittelstand

Warum Mittelständler eigene Business-Apps brauchen

Mobile Endgeräte werden mittlerweile bei den meisten Mittelständlern genutzt. Was fehlt, sind laut einer Yougov-Studie allerdings noch Business-Apps, damit die Mitarbeiter mit Smartphone und Tablet effektiv arbeiten können.

Business-Apps im Mittelstand

Erst passende Business-Apps ermöglichen das effektive mobile Arbeiten im Mittelstand.

Ohne mobile Business-Apps wird die Digitalisierung von Geschäftsprozessen nur schwerlich möglich sein. Dennoch ist Software fürs Smartphones und Tablets, mit der die Mitarbeiter mobil arbeiten können, in deutschen Unternehmen nach wie vor Mangelware. Zu diesem Schluss kommt eine Befragung des Marktforschungsunternehmens Yougov im Auftrag von Salesforce. Demnach setzt zwar inzwischen jeder Zweite Smartphones und immerhin jeder Vierte Tablets ein. Doch die Hardware ist nur die Basis. Was Arbeitnehmer wirklich brauchen, um unterwegs produktiv arbeiten zu können, sind Business-Apps. Und hier stehen hiesige Unternehmen noch ganz am Anfang. An der Bereitschaft und dem Interesse der Mitarbeiter liegt das allerdings nicht. Denn 83 Prozent nutzen Apps in ihrer Freizeit. Und mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich, mehr berufliche Aufgaben per App erledigen zu können.

Business-Apps im Mittelstand sind Fehlanzeige

Mittelständische Unternehmen bilden da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Auch hier steckt die App-Nutzung noch in den Kinderschuhen. Laut einer Studie der Hochschule Rhein-Waal nutzen nur knapp ein Drittel der befragten Mittelständler Business-Apps. Im B2B- oder Produktionsumfeld setzt noch nicht mal jeder Fünfte mobile Software-Applikationen ein. Mobilitätsinitiativen reduzieren sich bei den meisten mittelständischen Unternehmen auf Smartphones, die die Mitarbeiter hauptsächlich zur klassischen E-Mail-Kommunikation nutzen. Praktische Funktionen wie etwa ein Directory mit wichtigen Kontaktdaten, die dabei hilfreich wären, fehlen. Daher behelfen sich viele Mitarbeiter, indem sie auf Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn zurückgreifen, um ihre Kontakte zu organisieren, oder Google Maps nutzen, um Servicerouten zu planen. Solche Funktionen könnten problemlos in eine eigene App integriert werden.

Brachliegendes Optimierungspotential

Dabei sind die Potentiale, die das mobile Arbeiten und die Prozessdigitalisierung eröffnen, für den Mittelstand besonders attraktiv. Sei es eine App, die im Vertrieb Produktpräsentationen auf dem Tablet ermöglicht anstatt eines schnöden Katalogs, und gleichzeitig eine Bestell- und Bezahlfunktion bietet, um die Bearbeitung zu beschleunigen. Oder eine App zum Terminmanagement für den Kundendienst, zur Wartung von Produktionsanlagen oder um bislang papierbasierte Vorgänge zu digitalisieren, beispielsweise die Kontrolle des Wareneingangs. Die komplette Lagerverwaltung ließe sich mittels App mit einer digitalen Checkliste managen, sodass das vorhandene Material ohne weitere Arbeitsschritte im Warenwirtschaftssystem synchronisiert wird. Die Liste an Möglichkeiten lässt sich beliebig fortsetzen.

Welche Vorteile Business-Apps in der Praxis bringen können, zeigt das Beispiel Norderney Zimmerservice. Einer der führenden Vermietern von Ferienwohnungen und -häusern auf der beliebten Nordsee-Insel hat nicht nur eine App für Gäste, sondern auch eine für Mitarbeiter programmiert, die allen Beteiligten Nutzen bietet. Die Touristen-App fungiert als Reiseführer und ermöglicht einen besseren Service. Fallen beispielsweise Kühlschrank oder Fernsehen in der Ferienwohnung aus, können die Gäste dies via App melden, und ein Hausmeister behebt das Problem. Die Mitarbeiter organisieren mit ihrer App alle Services rund um die Ferienwohnungen und die Schlüsselverwaltung.

Mobiles Arbeiten ist gefragt

Spätestens wenn die Themen Recruitung und Industrie 4.0 aufkommen, kommt der Mittelstand nicht mehr ohne mobile Apps aus. Im Kampf um die kreativsten Köpfe müssen Mittelständler mit der Möglichkeit des mobilen Arbeitens gegenüber namhaften Großunternehmen punkten. Für die Einführung von Industrie-4.0-Technologien sind Business Apps sogar unentbehrlich. Denn die digitale Vernetzung der Produktion setzt auf mobile Endgeräte wie Wearables und Datenbrillen.

Die Devise lautet: Loslegen – auch wenn es andere noch nicht machen, es bislang kaum erfolgreiche Referenzbeispiele gibt und daher der Druck aus dem Markt noch nicht allzu groß ist. Der Mittelstand muss jetzt seine Abwartementalität ablegen. Mittelständler, die möglichst schnell eigene Apps an den Start bringen, haben die Nase vorn und verschaffen sich Wettbewerbsvorteile.

Bildquelle: Thinkstock/Wavebreak Media

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok