Cloud-Anbieter-Auswahl

Warum Open Source?

Im Interview erklärt Rémy Vandepoel, Cloud Evangelist bei OVH, warum er Mittelständlern rät, sich für einen Cloud-Provider mit open-source-basierten Technologien zu entscheiden.

Rémy Vandepoel, Cloud Evangelist bei OVH

„Die Wahl der Cloud-Variante hängt vom Unternehmensprofil des Mittelständlers ab“, so Rémy Vandepoel, Cloud Evangelist bei OVH.

ITM: Herr Vandepoel, inwieweit hat sich die Einstellung der Unternehmer zu Cloud Computing in den letzten zwei, drei Jahren gewandelt?
Rémy Vandepoel:
Die Akzeptanz gegenüber Cloud Computing wächst global immer weiter. In den letzten zwei bis drei Jahren haben wir ein verstärktes Vertrauen der Unternehmer in die Cloud wahrgenommen. Diejenigen mit Altsystemen sind bei der Umsetzung der ersten Cloud-Projekte zurückhaltend, zeigen jedoch ein wachsendes Interesse.

ITM: Welche konkreten Chancen und auch Risiken sehen die Anwender in Cloud-Lösungen?
Vandepoel:
Der Umstieg auf die Cloud bietet Unternehmen die große Chance, sich auf den eigentlichen Mehrwert ihrer Produkte zu konzentrieren, anstatt sich mit der Wartung ihrer grundlegenden IT-Infrastruktur zu beschäftigen. Die Entscheidung für eine Technologie, mit der ein Unternehmen bislang keine Erfahrung hat oder für das seine Mitarbeiter nicht ausreichend trainiert sind, kann aber natürlich im ersten Schritt zu Unzufriedenheit führen. Wir empfehlen daher, sich Zeit für einen Proof of Concept zu nehmen, um die gewählte Technologie richtig anwenden zu können.

ITM: Welche Cloud-Variante ist für Mittelständler besonders sinnvoll und woran wird das festgemacht: Private Cloud, Public Cloud, Hybrid-Cloud, Multi-Cloud...?
Vandepoel:
Die Wahl der Cloud-Variante hängt vom Unternehmensprofil des Mittelständlers ab. Ein Unternehmen, das bereits über eine entsprechende IT-Infrastruktur verfügt, wird sich mit einer Private Cloud – On-Premise oder von einem Cloud-Anbieter gehostet – wohler fühlen, da der Wechsel einfacher und die Technologiekluft nicht so groß ist. Unternehmen, die direkt mit einer Cloud-Infrastruktur gestartet sind, fragen dagegen vor allem nach Public-Cloud-Lösungen. Ein Multi-Cloud-Ansatz kann von beiden Arten von Unternehmen genutzt werden, um die Brücke zwischen Private und Public Cloud zu schlagen oder mehrere Public Clouds von verschiedenen Anbietern miteinander zu verknüpfen.

ITM: Worauf sollten Anwender bei der entsprechenden Vertragsgestaltung achten?
Vandepoel:
Anwender sollten auf die Laufzeitverpflichtungen achten: Die Möglichkeit zur Skalierung nach oben und unten sowie die Option, den Provider zu wechseln, gehören zu den wichtigsten Vorteilen der Cloud. Auch sollten Nutzer sicherstellen, dass sich ihr Anbieter an die lokalen Gesetze und Datenschutzvorschriften hält. Die Herkunft und Firmenstruktur eines Cloud-Betreibers ist hier von rechtlicher Bedeutung, vor allem durch die extraterritoriale Anwendung bestimmter Vorschriften wie des Freedom Acts.

ITM: Was raten Sie mittelständischen Anwendern, die sich anno 2019 für die Cloud entscheiden? Welche Strategie sollten sie fahren?
Vandepoel:
Ich empfehle, sich für einen Cloud-Provider mit open-source-basierten Technologien zu entscheiden. So lässt sich ein Lock-in in Bezug auf den Anbieter oder die Technologie vermeiden. Auf diese Weise können Mittelständler bei Bedarf den Anbieter wechseln oder ihre Workloads verschieben, wann und wohin sie wollen. Reversibilität ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Gerade Mittelständler sollten auch ihren Wachstumsfaktor berücksichtigen und einen API-fähigen Anbieter wählen, damit sie nicht eingeschränkt werden, wenn sie ihre Cloud-Infrastruktur später ausbauen wollen.

Bildquelle: OVH

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