Datenautobahnen

Weiße Flecken auf der Glasfaserlandkarte

Innovativ und erfolgreich, aber ohne Zugang zu schnellem Internet: Der Mittelstand ist vielerorts beim Anschluss an die Datenautobahn deutlich benachteiligt und droht, digital ins Hintertreffen zu geraten. Mittel- bis langfristig werden einzig echte Glasfaseranschlüsse den Bedarf der Wirtschaft decken können.

Weiße Flecken auf der Glasfaserlandkarte

Kommunen und Stadtwerke finden dank des Know-hows der Telekommunikationsanbieter die beste Lösung, um eine eigene Glasfaserinfrastruktur aufzubauen.

Per Modem und ISDN mit Lieferanten und Kunden in Verbindung bleiben – was vor wenigen Jahren völlig ausreichte, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, genügt heute schon lange nicht mehr. Die Digitalisierung von Produktionsprozessen und Wertschöpfungsketten hat den Breitbandbedarf – insbesondere auch der Mittelständler – um ein Vielfaches steigen lassen. Um Schritt halten zu können, benötigen sie Internetanschlüsse mit Gigabit-Geschwindigkeiten. Am besten Glasfaseranschlüsse, die Geschwindigkeiten von bis zu 100 GBit/s liefern können – das ist über 1.000 Mal schneller als DSL.

Bandbreitenmangel abseits der Metropolregionen

Während Unternehmen in deutschen Großstädten noch relativ leicht Zugang zu hochbreitbandigen Internetanschlüssen erhalten, sieht es abseits der Ballungsräume ganz anders aus. Ein Blick in den Breitbandatlas des BMVI macht deutlich: Gewerbliche Angebote für zukunftsfähige Bandbreiten sind da, wo sie dringend gebraucht werden, kaum vorhanden. Sie finden sich in und um Großstädte wie Hamburg, Berlin, München, Köln oder Frankfurt, während mittelständische Unternehmen abseits der Metropolregionen mit niedrigen Bandbreiten kämpfen und den digitalen Fortschritt an sich vorbeiziehen sehen. 

Kupferleitungen und das vielerorts vorangetriebene Vectoring können die Nachfrage nach Highspeed-Internet nur kurzfristig stillen. Auch die Koaxialnetze der Kabelanbieter bieten keine langfristige Lösung. Die höchsten Übertragungsraten bieten Glasfasergebäudeanschlüsse. Hier ist die Bandbreite nahezu unbegrenzt skalierbar, kann also nach Bedarf erweitert werden. Und: Glasfaseranschlüsse ermöglichen symmetrische Bandbreiten, also gleiche Geschwindigkeiten im Up- und Download. Glasfaserleitungen unterliegen zudem keinen physikalischen Schwankungen, haben geringe Latenzzeiten und die Bandbreite muss anders als bei Kupfer- und Koaxialleitungen nicht mit anderen Kunden geteilt werden. Auch das sind für Unternehmen entscheidende Vorteile gegenüber anderer Technologien.

Darüber hinaus sind der Preis des Glasfaseranschlusses für ein Unternehmen entscheidend sowie mögliche Zusatzleistungen des Telekommunikationsanbieters. Wichtig ist auch, dass die Bandbreite eines Anschlusses schnell und unkompliziert erhöht werden kann. Als Standard sind etwa Bandbreiten von bis zu 1 GBit/s im Download denkbar, die sich bis zu einer bestimmten Leistung erweitern lassen. Die Option der Zubuchung einer symmetrischen Upload-Option kann für viele Unternehmen ebenfalls interessant sein. Zur Überbrückung der Bauzeit bieten viele Telekommunikationsanbieter kurzfristig realisierbare VDSL-Zwischenlösungen an.

Kooperationen fördern Glasfaserabdeckung

Große Unklarheit gibt es aktuell noch darüber, wie ein flächendeckendes Glasfasernetz sinnvoll aufgebaut werden kann. Derzeit liegt die Glasfaserabdeckung in Deutschland noch bei unter zehn Prozent. Hinzu kommen im erheblichem Umfang Glasfaserkabel, die Kommunen und kommunale Unternehmen für eigene Zwecke im Boden verlegt haben. Jedoch wissen die Anbieter oft nicht, wie sie diese passive Infrastruktur am besten nutzen können – ihnen mangelt es häufig an Wissen und Erfahrung, um das Potential leistungsfähiger Datenverbindungen voll auszuschöpfen. Daher hat z.B. 1&1 Versatel maßgeschneiderte Kooperationsmodelle für Kommunen und Stadtwerke entwickelt, bei denen diese selbst festlegen können, in welcher Wertschöpfungstiefe sie die eigene Infrastruktur bewirtschaften möchten. Der Glasfaserspezialist unterstützt je nach Bedarf im Hinblick auf Vermarktung, Dienste, Netzbetrieb aktiver Komponenten und Betrieb passiver Infrastruktur.

Außerdem ist es von Vorteil, wenn ein Telekommunikationsanbieter beim Glasfaserausbau eng mit den lokalen Wirtschaftsförderungen, Breitbandbeauftragten und Bürgervertretern zusammenarbeitet, um unterversorgte Gebiete zu identifizieren und diese an das eigene Glasfasernetz anzuschließen. Bis dato hat 1&1 Versatel beispielsweise Firmen in über 100 Gewerbegebieten in Deutschland an sein Glasfasernetz angebunden. Jüngst etwa im baden-württembergischen Tuttlingen, der Hochburg für Medizintechnikunternehmen. Für das dortige Gewerbegebiet Gänsäcker übernimmt der Anbieter die Kosten für die Tiefbauarbeiten, den Hausanschluss und die Installation sowie das Freischalten des technischen Equipments. Voraussetzung für die Erschließung war, dass sich eine ausreichende Anzahl von Unternehmen im Gewerbegebiet für die Anbindung an das Glasfasernetz entschieden hat.

Mehr Digitalisierung im Mittelstand

Um das Land flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen, müssen alle Beteiligten – Kommunen, Anbieter und Nutzer – deutlich nachhaltiger und vernetzter planen und agieren als bisher. Kommunen können den Glasfaserausbau unterstützen, indem sie den Ausbau subventionieren oder die Nachfrage bündeln, etwa durch den Anschluss städtischer Einrichtungen an das Glasfasernetz.

Für den Aufbau eines flächendeckenden Gigabitnetzes gilt letztlich: Am besten gelingt dieser in Kooperationen, bei denen alle Beteiligten ihre Kernkompetenzen einbringen können und Synergien entstehen. Von den gemeinschaftlichen Initiativen profitieren alle Beteiligten: Kommunen und Stadtwerke finden dank des Know-hows der Telekommunikationsanbieter die beste Lösung, um eine eigene Glasfaserinfrastruktur aufzubauen, zu betreiben, zu vermarkten oder ihr Netz bestmöglich auszulasten. Privatkunden und Unternehmen surfen mit zukunftsfähiger Glasfaser im Internet. Gemeinsam können Telekommunikationsanbieter und Kommunen die weißen Flecken auf der Glasfaserlandkarte beseitigen – und dem Mittelstand die hohen Bandbreiten liefern, die er für die fortschreitende Digitalisierung benötigt.

Bildquelle: 1&1 Versatel

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