Monitoring im Mittelstand

Weniger Silos für mehr Effizienz

Strukturierte Monitoring-Lösungen können Mittelständlern helfen, nicht nur ihre Daten im Blick zu haben, sondern diese auch zu nutzen. Christopher Gasteier von Controlware erklärt im Interview, was dabei zu beachten ist.

Christopher Gasteier, Business Development IT-Management, Controlware

Christopher Gasteier, Business Development IT-Management, Controlware

ITM: Worauf sollten Mittelständler anno 2020 bei einer modernen Monitoring-Lösung achten?
Christopher Gasteier
: Bei einer modernen Monitoring-Lösung ist es wichtig, dass sich alle in der Infrastruktur vorhandenen Datenquellen an die Monitoring-Plattform anbinden lassen. Der Vorteil besteht darin, dass Datenanalysen durchgeführt werden können, die tatsächlich die vollständigen Daten berücksichtigen.

ITM: Wie ist gerade der Mittelstand aus Ihrer Sicht hier aufgestellt und können Sie Ihre Einschätzung kurz begründen?
Gasteier
: Viele Unternehmen arbeiten leider immer noch in einer Silo-geprägten IT-Infrastruktur mit verschiedensten, dedizierten Monitoring-Lösungen. Das bedeutet, dass in diesem Fall Daten in mehreren Bereichen gesammelt werden – möglicherweise auch doppelt. Ein Unternehmen verliert dadurch die Chance, die Daten effektiv und übergreifend zu nutzen. Die tatsächlichen Datenmengen im Überblick zu behalten wird zwar nicht unmöglich, aber sehr viel schwieriger und ist mit erhöhten Personalaufwand verbunden.

ITM: Wo besteht hier unter Umständen noch Optimierungspotenzial und welches sind vor allem für kleinere IT-Umgebungen Stolperfallen?
Gasteier
: Die größte Stolperfalle ist zu schnell zu viel zu wollen. Sollte sich ein Unternehmen dazu entschließen, eine zentralisierte Monitoring-Plattform einzusetzen, ist es wichtig, sich zunächst kleine Ziele zu setzen und diese nach und nach abzuarbeiten. Im ersten Schritt ist es sinnvoll, ein Data Assessment durchzuführen, also eine Inventur der vorhandenen Datenquellen. So lassen sich alle Daten ermitteln und priorisieren. Danach gilt es, die ersten Use Cases zu entwickeln und zu implementieren. Systemintegratoren oder IT-Dienstleister, die auf Datenanalysen spezialisiert sind, können hier mit ihrer Erfahrung aus anderen Kundenumgebungen effektiv unterstützen.

ITM: Wie kann gewährleistet werden, dass ein Monitoring-Programm das bewachte System nicht zusätzlich belastet?
Gasteier
: Moderne Monitoring-Systeme nutzen spezielle Agenten auf den Zielsystemen, um die Daten an die Monitoring-Plattform zu übermitteln. Der Agent agiert hierbei nur als abgesicherte Möglichkeit, die Daten weiterzuleiten. Die weitere Verarbeitung der Datenpakete übernimmt ein zentralisierter Teil der Monitoring-Plattform, um die Systeme nicht unnötig zu belasten.

ITM: Inwieweit muss das Monitoring Tool auch die Einhaltung der gesetzlichen Regelwerke berücksichtigen? Wie kann dies in der Praxis aussehen?
Gasteier
: Meiner persönlichen Meinung nach müssen sich Monitoring-Lösungen flexibel an gesetzliche Regelwerke anpassen lassen. In der Praxis könnte dies zum Beispiel eine Anonymisierung von personenbezogenen Daten bedeuten. Durch ein entsprechendes Berechtigungskonzept wäre es dann möglich, ein „Vier Augen“-Prinzip zu implementieren. Personenbezogene Daten könnten demzufolge nur durch den Einbezug einer weiteren Person eingesehen werden, beispielsweise durch den Betriebsrat. Selbstverständlich muss eine effektive Monitoring-Lösung in der Lage sein, sensible Daten permanent zu anonymisieren. Nur so lassen sich Daten wirkungsvoll schützen.

Bildquelle: Controlware GmbH

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