Forschungszulagengesetz

Wichtige Tipps für erfolgreiche Beantragung

Seit Mitte September können Unternehmen bei der sogenannten Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) Anträge auf eine steuerliche Begünstigung für Personalausgaben ihrer Forschung und Entwicklung (FuE) stellen.

a-foerdermittel.jpg

Bei Anträgen auf eine steuerliche Begünstigung für Personalausgaben von Forschungs- und Entwicklungsprojekten (FuE) gibt es einiges zu beachten.

Mit maximal einer Million Euro pro Unternehmen und Jahr fördert der Bund 25 Prozent der FuE-Personalkosten inklusive Arbeitgeberkosten für Vorsorgeleistungen. Vor allem mittelständische Betriebe sollen von dem seit 1.1.2020 geltenden Forschungszulagengesetz profitieren. Gegenüber der klassischen Zuschussförderung durch Land, Bund oder EU ist der Antrag sehr unbürokratisch gehalten. Besonders vorteilhaft: Die Unternehmen müssen mit dem Projektstart nicht bis zur Bewilligung warten. Sie können die Zulage sogar rückwirkend beantragen.


„Wir sehen, dass sich aktuell sehr viele Unternehmen um diese Förderung bemühen“, sagt Michael Zahm. Doch der Geschäftsführer von Partner für Innovation und Förderung (PFIF) gibt zu bedenken, dass der Bund momentan pro Jahr lediglich rund 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen will. Wahrscheinlich werden nicht alle Anträge bewilligt oder der Staat muss die Förderung nochmals erhöhen. Trotz des unbürokratischen Verfahrens sei es entscheidend, die Anträge strategisch und präzise zu formulieren und vor allem die Personalkosten intern korrekt zu dokumentieren.

 Darauf sollten Antragsteller achten


  • Prägnanz geht vor Vollständigkeit: Wichtig ist, dass die Unternehmen mit der sehr kurzen Beschreibung (4.000 Zeichen) die Bewertungskriterien genau treffen. Da mehrere Anträge pro Firma möglich sind, sollten die Bescheinigungen zunächst für die großen und wichtigen Vorhaben gestellt werden. Später können weitere Anträge nachgereicht werden, wenn die Auswahl und Bewertung der BSFZ eindeutig sind. Der Spezialist rät, sich so möglichst früh den Rechtsanspruch auf die Zulage zu sichern, bevor es eventuell zu einer Verschärfung der Begutachtung kommt.
  • Strategische Beantragung: Es ist ratsam, ein Entwicklungsvorhaben nicht nur für das laufende Jahr zu beschreiben, sondern als langfristiges, mehrjähriges Projekt. Denn dadurch gilt die Genehmigung auch für die Folgejahre und gibt dem Unternehmen eine höhere Rechts- und Finanzierungssicherheit.
  • Genaue Dokumentation: Michael Zahm rät den Unternehmen dringend, die Personalkosten für das beantragte Projekt genau zu dokumentieren und abzurechnen. Viele Regularien sind aktuell noch nicht eindeutig. Nicht immer erfüllt die momentan in den Unternehmen praktizierte Zeiterfassung die Vorgaben. In diesem Fall kann das Finanzamt bei einer späteren Prüfung die Fördergelder wieder zurückfordern – eventuell mit Zinsen. So geschah das in Österreich, wo es eine derartige Förderung bereits länger gibt.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

©2021Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok