Ein Stoß in die richtige Richtung?

Wie es nach Corona weitergeht

Jan Marius Marquardt, CEO und Gründer von Coyo, fände es toll, wenn Unternehmen auf Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Regionen und gar Ländern zugreifen würden, sofern sie sich trauen, auch nach Corona auf Remote Work zu setzen.

Jan Marius Marquardt, CEO und Gründer von Coyo

„Gerade aktuell ist es wichtig, nicht überstürzt zu handeln und schnell Software einzuführen“, betont Jan Marius Marquardt von Coyo.

ITM: Herr Marquardt, inwieweit hat der deutsche Mittelstand anno 2020 bereits seine Prozesse digitalisiert?
Jan Marius Marquardt:
Ganz pauschal kann man das in meinen Augen nicht sagen. Es gibt Unternehmen, die bereits stark digitalisiert sind, andere wiederum kaum. Aus meiner Erfahrung aber weiß ich, dass das Bild, das gerne gezeichnet wird – Deutschlands Mittelstand sei durchweg nicht digitalisiert – so nicht stimmt.

ITM: Welchen Einfluss übt hierbei die aktuelle Corona-Krise aus?
Marquardt:
Die Corona-Krise gibt aktuell allen Unternehmen einen Stoß in die richtige Richtung. Digitalisierungsexperten trommeln seit Jahren dafür, dass der Mittelstand – aber auch große Konzerne – mehr in die Digitalisierung investieren müssen. Jetzt zeigt sich, dass deren Argumente nicht nur heiße Luft waren, sondern das Überleben von Unternehmen tatsächlich stark vom Grad der Digitalisierung abhängt.

ITM: Welche Prozesse rücken bei der Digitalisierungsstrategie derzeit besonders in den Fokus?
Marquardt:
Die Corona-Krise sorgt dafür, dass in den Unternehmen vor allem bestimmte Aspekte der Digitalisierungsthematik höhere Priorität erlangen. Besonders Software-Lösungen, die die Arbeit aus dem Home Office vereinfachen, sind aktuell besonders gefragt – so beispielsweise auch Social Intranets. Diese ermöglichen die digitale Zusammenarbeit der Teams zum einen durch eine Chatfunktion und die Möglichkeit, Dokumente an einem zentralen Ort für alle Teammitglieder zu speichern. Zum anderen ist ein Social Intranet das ideale Tool, um die interne Kommunikation auf ein neues, digitales Level zu heben.

Social Intranets haben das Potenzial, die interne Kommunikation aufgrund ihrer Funktionalitäten maßgeblich zu vereinfachen und zu professionalisieren. Interne Kommunikationsmaßnahmen sind während aller Veränderungsprozesse unverzichtbar, um deren Akzeptanz und somit auch deren Erfolg zu erhöhen – so auch in Krisenzeiten oder bei Veränderungen durch Digitalisierung. Social Intranets bieten den großen Vorteil, dass sie horizontale Kommunikation – also den Austausch untereinander – und „Bottom-Up“-Kommunikation fördern. Somit können Mitarbeitende ihre Fragen, aber auch Sorgen mit dem Management und untereinander teilen und von vielen Seiten Antworten erhalten. Das Management ist in solchen Situationen gefragt, möglichst viele Informationen zu teilen, um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten und Sorgen oder Frust möglichst früh zu zerstreuen. Diese Funktionalitäten können in der aktuellen Krise eine große Unterstützung für alle Unternehmensbereiche darstellen, da entstehende Unsicherheit schnell aufgelöst werden kann. Aber auch perspektivisch gedacht sind Social Intranets eine gute Investition: Denn egal welcher Bereich des Unternehmens digitalisiert werden soll, interne Kommunikation ist unabdingbar und ein Social Intranet ein ideales Tool dafür, diese professionell umzusetzen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Ein Social Intranet ist eine Form des klassischen Intranets, das Firmen zur Unterstützung unternehmensinterner Prozesse und als Mitteilungszentrale nutzen. Es enthält aber zusätzliche Funktionen und Bausteine, wie sie aus den sozialen Netzwerken bekannt sind. Mitarbeiter sind nicht nur berechtigt, selbstständig Inhalte zu erstellen und zu veröffentlichen, sondern können den Content anderer auch kommentieren, ergänzen und liken. Somit ist ein Social Intranet eine effiziente und gute Basis für die tägliche Zusammenarbeit, egal von welchem Ort.

ITM: Was sind häufige Stolpersteine bei der Umsetzung?
Marquardt:
Gerade aktuell ist es wichtig, nicht überstürzt zu handeln und schnell Software einzuführen. Gute Recherche vorab ist das A und O, damit die Software auch die Bedürfnisse aller Mitarbeiter trifft und von ihnen akzeptiert wird. Am besten bezieht die Unternehmensführung deswegen Mitarbeiter in den Auswahlprozess mit ein. Denn Software, die nicht genutzt wird, nützt niemandem und trägt auch keinen Schritt zur Digitalisierung bei. Gleichzeitig gilt auch, dass wenige Tools immer besser sind als zu viele. Ein zu großer Strauß an verschiedenen Anwendungen bringt im schlimmsten Fall nur mehr Verwirrung als Nutzen. Kaum einer hat Lust, sich in viele neue Tools einzuarbeiten. So vereinen schon heute viele Business-Plattformen beispielsweise das Social Intranet mit einem Chatprogramm.

ITM: Wie viel Digitalisierung(swahn) wird nach Corona tatsächlich erhalten bleiben?
Marquardt:
Hoffentlich viel. Denn die nächste Krise kann, in welcher Form auch immer, schneller kommen, als uns lieb ist. Aber auch außerhalb von Krisenzeiten ist Digitalisierung unerlässlich. Denken wir beispielsweise an den vor Corona herrschenden Fachkräftemangel. Wie toll wäre es, auf Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Regionen und gar Ländern zugreifen zu können, indem man sich traut, auch nach Corona auf Remote Work zu setzen? Aber um diese Vision umsetzen zu können, braucht es natürlich eine zuverlässige digitale Infrastruktur, die arbeiten aus der Ferne ermöglicht.

Bildquelle: Coyo

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