Ratgeber zu Förderprogrammen

Wie RZ-Betreiber Kosten erstattet bekommen

Nicht nur private Häuslebauer können von Förderprogrammen wie einer KfW-Förderung profitieren. Auch Betreibern von Rechenzentren stehen diverse Programme zur Verfügung. So auch in Bezug auf Energieeffizienz.

Rechenzentrum

Betreibern von Rechenzentren stehen diverse Förderungsprogramme zur Verfügung.

Der Bund hat ein Interesse daran, den Einsatz umweltschonender Technologien zu subventionieren. Wird eine Förderung gebilligt, bekommen Unternehmen einen Teil der Investitionssumme zurück. Das können je nach Förderprogramm, Mittelgeber und Maßnahmen bis zu 80 Prozent sein. Ein Überblick, der sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen lohnen kann, wie Marc Wilkens, Senior Consultant bei der Securisk, einem der Geschäftsbereiche der Data Center Group, im Folgenden skizziert:

Welche Programme gibt es?

Bezugnehmend auf die Förderung durch eine Steigerung der Energieeffizienz können exemplarisch drei Förderungen genannt werden: die „Nationale Klimaschutzinitiative“, ein Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), „Green IT 2020“ des Bundeslandes Baden-Württemberg sowie das Förderprogramm „Step up“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI).

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative will das BMUB vorhandene Potentiale zur Emissionsminderung erschließen. Die Landesstrategie „Green IT 2020“ ist eine Maßnahme zur ökologischen Modernisierung des Landes und ergänzt u.a. das Klimaschutzgesetz. Das Förderprogramm „STromEffizienzPotentiale (Step) nutzen!“ des BMWI fördert Stromeffizienzmaßnahmen, die die höchste Einsparung je „Fördereuro“ aufweisen.

Was sind allgemeine Voraussetzungen?

Um Fördermittel zu erhalten, sind Voraussetzungen zu erfüllen. In der Regel müssen dabei Einsparungen nachgewiesen werden. Dazu entwerfen die Betreiber von Rechenzentren nach einer Ist-Analyse des Energiebedarfs im Data Center ein grobes Konzept, das geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz festlegt. Teil des Konzepts ist der theoretische Strombedarf nach der Umsetzung. Im Anschluss lassen sich die möglichen Strom- und CO₂-Einsparungen berechnen.

Nach einem vorher definierten Zeitraum (z.B. zwölf Monate) müssen die tatsächlichen Einsparungen anhand von konkreten Messwerten belegt werden. Je nach Höhe der Einsparung ergibt sich dann eine Förderung, hier an einem aktuellen Beispiel des BMUB: Für ein Projekt zur Ertüchtigung der Energieeffizienz zweier Data Center eines Unternehmens wurden insgesamt über 80 Prozent des CO₂-Ausstoßes eingespart und damit 80 Prozent der förderfähigen bzw. rund 50 Prozent der gesamten Investitionskosten erstattet.

Warum braucht es externe Hilfe?

Selbstverständlich können Förderungen in Eigenregie beantragt werden. Jedoch spricht nicht nur die eingesparte Zeit – ganz nach dem Prinzip eines Steuerberaters – für eine Kooperation. Ein weiterer Grund ist die Expertise. Im Regelfall müssen RZ-Leiter nur einmal pro RZ-Lebenszyklus und damit alle 15 bis 20 Jahre eine Aufstellung der Funktionsweise der Gewerke des Gesamtsystems machen. Oftmals fehlt das umfassende Know-how über die neuesten Innovationen und ihre konkreten Wechselwirkungen in den Bereichen Stromversorgung, Klimatisierung oder IT-Systemen.

Das Anlernen des Wissens kann mitunter so lange dauern, dass sich die Technik in der Zwischenzeit weiterentwickelt hat bzw. das Förderprogramm schon ausgelaufen ist. Das betrifft besonders neue Vorschriften, wie die F-Gase-Verordnung im oben genannten Fall des BMUB, die den CO₂-Ausstoß von Klimaanlagen ab dem Jahr 2030 massiv begrenzt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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