Betriebssystem für alle Gerätetypen

Windows 10: Was Unternehmen beim Update beachten müssen

So funktioniert der Umstieg auf Windows 10: 6 gundlegenden Dinge zur Beachtung und 3 Umstellungsoptionen für Unternehmen erklärt.

Unter dem Gesichtspunkt der Ganzheitlichkeit moderner Arbeitsumgebungen soll Windows 10 neue Maßstäbe setzen: Es ist die erste Windows-Version, die es ermöglicht, sogenannte Universal Apps – d.h. Apps, die die gleiche Codebasis haben– auf unterschiedlichen Gerätetypen wie PCs, Laptops, Tablets und Smartphones zu nutzen.

Dies soll Business-Anwendern und Administratoren mehrere Erleichterungen bieten, wodurch eine ziemliche Erwartungshaltung besteht. Dies zeigt sich auch in einer aktuellen Umfrage des Unternehmens Matrix42, nach der neun Prozent der Unternehmen mit dem Erscheinen des neuen Betriebssystems umsteigen wollen und weitere 16 Prozent bis Ende des Jahres. Zudem gaben 28 Prozent an, im Laufe des nächsten Jahres das Betriebssystem im Unternehmen auf Windows 10 zu migrieren.

Wenn man berücksichtigt, dass Gartner-Analysten für die Planung und Durchführung einer Windows-Migration je nach Kundengröße ca. sechs bis neun Monate empfehlen, lassen die Ergebnisse eine schnelle Adaption erwarten, vor allem auf PCs und Laptops. Für die mobilen Geräten gilt, dass Windows 10 auf Windows- Phone-8.1-Geräten als „Over-the-Air“-Rollout möglich sein wird.

Das Betriebssystem bietet zahlreiche Optimierungen – nicht nur aus Managementperspektive. Vor allem die Anwender profitieren davon, dass sich ihre Arbeit auf den verschiedenen Geräten „gleich anfühlt“. Das ist vor allem hinsichtlich der Funktionen relevant, die sich bisher häufig auf den einzelnen Devices unterschieden haben: Mit Windows 10 Continuum kann beispielsweise zwischen der Nutzung des „Modern User Interface“ bzw. Tablet Modus und dem klassischen Windows-Desktop bzw. Laptop-Modus schnell gewechselt werden.

Darüber hinaus gestattet die Continuum-Funktionalität auf einem Windows-10-basierten Smartphone in Verbindung mit einer Tastatur, einer Maus und einem Bildschirm die Verwandlung in einen voll funktionsfähigen Windows-PC.

Neue Möglichkeiten bringt auch die Sprachsteuerung über „Cortana“ mit sich. Hierüber lässt sich jetzt auf allen Geräten das Betriebssystem steuern – so auch der neue Browser MS Edge. Er schützt geöffnete Anwendungen und Inhalte zudem besser vor unbefugten Zugriffen als frühere Browser.

Beim Windows 10 Umstieg haben Unternehmen grundsätzlich die folgenden Umstellungsoptionen:

  1. „Wipe & Load“
    Bei dieser Methode wird das Betriebssystem auf dem PC oder Laptop neu installiert. Bei einer Umstellung von Windows von 32bit auf 64bit oder UEFI ist dies sogar unabdingbar.
  2. „In-Place Migration“
    Hierbei wird die vorhandene Windows-7/8-Installation bei Beibehaltung aller Applikationen und Einstellungen entweder über Windows Update oder als ISO/ DVD aktualisiert.
  3. „Runtime Provisioning“
    Bei dieser neuen Installations- bzw. Konfigurationsform kann die vorinstallierte Version auf neuen PCs und Mobilen Geräten rekonfiguriert werden, ohne das System neu installieren zu müssen. Hierbei kann ebenfalls zwischen Editionen und Konfigurationen gewechselt werden.

Welche Form der Umstellung am besten geeignet ist, hängt stark davon ab, ob bestehende Hardware beim Umstieg auf Windows 10 weiterverwendet werden soll oder ob mit der Betriebssystemumstellung auch ein Hardwareaustausch stattfindet. Vor allem die neue „Runtime-Provisioning“-Methode dürfte für viele Unternehmen interessant sein, da die vorkonfigurierte Windows-Installation auf einem Laptop oder Smartphone selten den Anforderungen der eigenen Unternehmensrichtlinien entspricht und hierdurch sehr schnell angepasst werden kann.

Genau hinschauen

Generell gilt für die Einführung von Windows 10 aber dasselbe, wie für jeden vorherigen Betriebssystemwechsel: Die User müssen darauf vorbereitet werden. Zudem ist unbedingt zu klären, ob die im Unternehmen genutzten Geräte und Applikationen auch Windows 10 unterstützen. Vor allem der neue Browser Edge sollte genauer betrachtet werden: Es muss sichergestellt werden, dass dieser die verwendeten Webapplikationen unterstützt. So wird Microsoft Edge beispielsweise keine Active-X Controls mehr unterstützen, die von vielen, älteren Webapplikationen aber noch genutzt werden.

Windows 10 wird zwar auch den Internet Explorer 11 für Abwärtskompatibilität beinhalten, aber viele Anwender werden den neuen Edge-Browser nutzen und könnten somit bei älteren Webapplikationen negative Erfahrungen nach der Migration machen.

Als Chance wie Risiko gleichermaßen kann man einige Neuerungen, wie etwa  Hello einordnen – die biometrischen Passwörter oder die Iriserkennung. Sie haben enormes Potetzial, müssen aber unbedingt strategisch und wirtschaftlich sinnvoll eingeführt und in ihrer Funktionsweise erläutert werden, da Windows Hello auch neue Hardware benötigt.


So funktioniert der Umstieg auf Windows 10

  1. Erkennen
    Eingehende Analyse der Nutzung der neuen Windows-10-Features und Anforderungen bzw. Vorrausetzungen seitens der User
  2. Analysieren
    Analyse der bestehenden Geräte- und Hardwarelandschaft des Unternehmens. Kompatibilitätsprüfung der Devices und Applikationen inkl. der browserbasierten Anwendungen auf Windows 10 Unterstützung
  3. Testen
    Testen von Windows 10 bei in einer Abteilungsübergreifenden Pilotgruppe mit unterschiedlichen Anwendungs- und Nutzungsprofilen
  4. Korrigieren
    Windows 10 Inkompatible Software eventuell virtualisieren und die Betriebssystemkonfiguration gemäß der Unternehmensrichtlinien anpassen
  5. Verteilen
    Windows 10, Applikationen, Daten und Einstellungen abteilungsweise- oder standortweise installieren
  6. Betreiben und optimieren
    Windows 10 als Standardbetriebssystem nutzen und aktualisieren. Neue Funktionen bei Bedarf hinzufügen.
    Quelle: Matrix42

 

 

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