Bandsicherung ade: Availability on Demand

Yachtversicherer verschiebt Datensicherung in die Cloud

Beim Hamburger Spezialversicherer Pantaenius ist rund um die Uhr und weltweit immer die berühmte Handbreit Wasser unterm Kiel. Um diesen Rundum-Sorglos-Service für private Bootseigner bieten zu können, vertraut Pantaenius unter anderem auf Backup- und Restore-Technologien aus der Microsoft Cloud.

Sie besegeln die sieben Weltmeere oder bereisen mit ihren Yachten die fünf Kontinente. Aber da Wasser bekanntlich keine Balken hat, spielt Sicherheit für Bootsliebhaber eine zentrale Rolle. Und wenn doch mal was passiert, müssen sich die Skipper auf schnelle Hilfe verlassen können.

Auch wenn die meisten Kunden der Pantaenius Group auf ihren Törns eher auf analoge Technik mit Segel und Motor setzen – auf moderne Cloud-Technologien kann der Hamburger Spezialversicherer nicht mehr verzichten: „Ohne unsere IT-Systeme gibt es kein Business“, sagt Daniel Platz, IT-Manager der Gruppe, kurz und bündig. Vor Jahren hat der Versicherer den Betrieb auf papierlos umgestellt. Würden die Systeme ausfallen, stünden keine Aktenordner für den Backup zur Verfügung.

Es ist ein rein theoretisches Szenario, denn seitdem Pantaenius eine cloudbasierte Backup- und Disaster Recovery-Lösung mit Microsoft Azure implementiert hat, kommen Datenverluste nicht mehr vor. Die Cloud-Lösung löst die frühere Festplatten- und Bandsicherung des Unternehmens ab.

Aufwändige und teure Bandsicherungen waren nicht mehr zeitgemäß

Die Sicherungen auf Band war nicht nur umständlich, sondern auch teuer und langwierig: Die Beschaffung, Handhabung sowie das Speichern und Verwalten von Bändern und Bandlaufwerken war eine kostenintensive Angelegenheit. Zudem dauerte die Wiederherstellung eines einzelnen Servers schon Stunden – bei einem vollständigen Ausfall der rund 100 Server hätte das in einem echten Totalschaden enden können.

Denn Zeit, um auf die IT auch nur stundenweise verzichten zu können, hat das Unternehmen nicht. Niederlassungen in der ganzen Welt bieten im 24/7-Takt havarierten Bootseignern ihre Hilfe an. „Wir brauchen Zugang zu den Daten des Kunden, über seine Yacht und zu seiner Police”, sagt IT-Leiter Platz zu den jederzeit zu erfüllenden Anforderungen an die firmeneigene IT. Die Pantaenius-IT-Infrastruktur sitzt zentral in Hamburg; alle Daten werden dort gehostet, gepflegt, gesichert und über ein internationales MPLS-Netzwerk an die zwölf weltweiten Zweigstellen verteilt.

Sicherheitsbedenken gegen die Cloud

Im ersten Schritt zur Sicherung der Infrastruktur auf Microsoft Azure virtualisierte der Yachtversicherer 2014 insgesamt 95 Prozent seiner Unternehmensserver auf Basis der Hyper-V-Technologie im Windows Server 2012 R2-Betriebssystem. Doch davor galt es, die Bedenken des Versicherers mit Datensätzen und vertraulichen Kundeninformationen gegen die Sicherheit der Cloud zu zerstreuen.
Das gelang, weil Microsoft seinen Kunden höchstmögliche Standards an Datensicherheit und Vertraulichkeit bietet: Das Unternehmen garantiert, dass Kundendaten ausschließlich in europäischen Rechenzentren, und zwar vollständig verschlüsselt, gespeichert werden.

 

Pantaenius setzt auf Hybrid-System für Datensicherung

Die Cloud ist mittlerweile fester Bestandteil im System der Datensicherung bei Pantaenius. Das Unternehmen hat Microsoft System Center 2012 R2 Data Protection Manager als Backup-Lösung implementiert und überträgt alle Sicherungen auf Microsoft Azure Backup. Dort bleiben sie unter Verwendung der Langzeitdatenspeicherung von Azure Backup für 99 Jahre erhalten. Die alten Bandsicherungssysteme wurden so überflüssig.

Noch wichtiger als die lange Speichergarantie ist die Performance bei der Wiederherstellung von Daten: über die cloudbasierte Lösung Azure Site Recovery (ASR), die für die standortübergreifende Replikation und Wiederherstellung der virtuellen Rechner zuständig ist. Schon jetzt setzt Pantaenius ASR für 100 seiner virtuellen Server ein, demnächst werden alle 150 Maschinen darüber gesichert, über die alle Produktivaufgaben des Unternehmens einschließlich der Microsoft-Anwendungen für Business und Finance laufen.

Ob dann mal ein einzelner Server oder im schlimmsten Falle das gesamte Rechenzentrum in die Knie geht, ist unerheblich: In wenigen Minuten sind die Azure-Server aktiviert und machen das Weiterarbeiten möglich – von jedem Punkt der Welt aus. Auch die Datenrestaurierung hat sich dramatisch beschleunigt: „Die Wiederherstellung aller Daten des Rechenzentrums vom Band hätte bis zu zehn Tage gedauert – eine an eine Katastrophe grenzende Ewigkeit“, sagt IT-Leiter Daniel Platz. „Mit Azure Site Recovery können wir die Daten unseres gesamten Rechenzentrums innerhalb von zwei bis drei Stunden wiederherstellen, und selbst diese Spanne werden wir weiter reduzieren.“ Aus Tagen sind so allenfalls Minuten geworden.

Auch finanziell lohnt sich der Umstieg: Allein der Bau eines notwendig gewordenen weiteren Rechenzentrums hätte 145.000 Euro gekostet, die in der Cloud schlicht nicht anfallen. Zudem spart das Unternehmen nach eigenen Berechnungen jährlich bis zu 40.000 Euro durch direkte Rationalisierungseffekte: „Unser IT-Personal muss sich nicht mehr täglich mit Bändern und externen Speicherdienstleistern beschäftigen und für die Wartung der Bandinfrastruktur aufkommen“, so Platz.
Die Freizeitkapitäne in aller Welt wird’s freuen, denn so können sie den Rund-um-die-Uhr-Service des Versicherers verlässlich weltweit in Anspruch nehmen.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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