Verkaufsplanung modernisiert

Zentrales Tool für den Vertrieb

Mit der Cloud-Lösung SAP Integrated Business Planning (SAP IBP) digitalisiert und vereinheitlicht der Fermentationsspezialist Jungbunzlauer standortübergreifend seine Bottom-up-Verkaufsplanung.

Zentrales Tool für den Vertrieb

Die Jungbunzlauer Suisse AG beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter und wurde 1867 gegründet.

Lebensmittel, Getränke, Kosmetik, Gesundheitsartikel sowie Arznei-, Reinigungs- und Waschmittel: Viele Menschen kommen beinahe täglich mit Produkten von Jungbunzlauer in Berührung, ohne es zu wissen. Die international tätige Unternehmensgruppe aus Basel produziert biologisch abbaubare, natürliche Inhaltsstoffe – von der Zitronensäure über Xanthan, Glukonat und Milchsäure bis zum Mineralsalz und Süßungsmittel. Die Herstellung erfolgt ausschließlich durch spezielle Fermentationsverfahren.

Um in Zukunft weiter zu wachsen, muss die 1867 gegründete Traditionsfirma ständig neue Produkte entwickeln und auf den Markt bringen. Genauso wichtig sind eine moderne Fertigung, qualifizierte Mitarbeiter, die eigenverantwortlich handeln, und eine möglichst effiziente Abwicklung der Geschäftsprozesse, die in einem ERP-System von SAP erfolgt. 

Schub für die Performance

Ein wichtiges Instrument zur Unternehmenssteuerung ist auch die jährliche Verkaufsplanung. Sie erfolgte bis vor Kurzem in der SAP-Komponente CO-PA, die auch für die kalkulatorische Ergebnisrechnung genutzt wurde. Jungbunzlauer plant dabei „Bottom-up“, also nach Verkaufsorganisation, Organisation, Buchungskreis, Auftraggeber, Empfänger, Material, Werk, Menge oder Preis. Die einzelnen Planungen werden dann zu einer Gesamtplanung verdichtet, was daten- und somit auch rechenintensiv ist. 

Seit Kurzem wird die Verkaufsplanung in der Cloud-Lösung SAP Integrated Business Planning (SAP IBP) statt in CO-PA durchgeführt, und zwar mit der Komponente SAP IBP for Sales and Operations. „Für die Einführung von SAP IBP sprach eine Reihe von Gründen. Vor allem ließ sich in CO-PA die Planung wegen der großen Datenmenge, die stetig steigt, nicht in der erforderlichen Performance durchführen“, sagt Daniel Fischer, Team Leader SAP Logistics, bei der Jungbunzlauer Suisse AG. Es gestaltete sich zudem aufwendig und umständlich, CO-PA individuell anzupassen. Ein weiteres Argument zugunsten von SAP IBP war der anstehende Umstieg auf SAP S/4Hana Finance im Finanzwesen.

„Mit SAP IBP führen wir heute die Verkaufsplanung über alle Standorte und Geschäftsbereiche hinweg IT-gestützt, einheitlich und in hoher Performance durch“, erläutert Fischer. Das manuelle Kopieren von zur Planung benötigten Daten aus CO-PA nach Excel und von Plandaten aus Excel zurück nach SAP, wie es früher regelmäßig vorkam, erübrigt sich nun.

Da es sich bei SAP IBP um eine Cloud-Lösung handelt, entfallen auch der Aufwand und die Kosten für den Aufbau, den Betrieb und die Wartung einer zusätzlichen Infrastruktur. Die Anwendung lässt sich zudem unkompliziert an die Anforderungen bei Jungbunzlauer anpassen, denn im Gegensatz zu früher können jetzt neue Planungsebenen mit wenig Aufwand angelegt und geändert, neue Planungsfelder hinzugefügt oder Felder ausgeblendet werden. 

Planung mit Freeze-Prozess

Ein Verteilschlüssel, dessen Berechnungsgrundlage die Verkaufszahlen der letzten fünf Jahre bilden, sorgt zudem dafür, dass die Planzahlen automatisch auf die einzelnen Monate aufgeteilt werden. Alternativ lassen sich die Planwerte aber auch auf Monatsebene eintragen, vorausgesetzt mit dem Kunden ist vereinbart, dass eine Abnahmemenge in Teilen zu festen Terminen ausgeliefert wird. 

Ist die aktuelle Planung abgeschlossen und genehmigt, werden die Planwerte „eingefroren“ (Freeze-Prozess) und in eine sogenannte Estimate-Version für das folgende Geschäftsjahr kopiert. In diese Version tragen die Enduser die aktuellen Ist-Daten für das laufende Geschäftsjahr ein. Die Plan- und Ist-Zahlen werden darüber hinaus direkt in das vorhandene SAP Business Warehouse (SAP BW) geladen und dort ausgewertet. Dadurch kann das Vertriebs-Controlling Abweichungen, Ausreißer oder auch Trends rasch erkennen und passende Maßnahmen frühzeitig einleiten. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Da der Planungsbereich in SAP IBP neu aufgebaut werden musste, um den Anforderungen des Unternehmens zu entsprechen, erfolgte die Implementierung, mit der die Orbis AG beauftragt war, nach dem Greenfield-Ansatz. 

Für die Zukunft ist angedacht, bestimmte Prozesse aus SAP BW in SAP IBP zu integrieren, z.B. die Subtraktion gelieferter Teilmengen von der Gesamtabnahmemenge und die Verteilung der jeweiligen Restmenge auf die verbleibenden Monate. Auch mehrstufige Bedarfsrechnungen sollen künftig in der Cloud-Lösung erfolgen, die auf lange Sicht das zentrale Werkzeug für die Verkaufs-, die Produktions- und die Einkaufsplanung werden soll. 

Bildquelle: Jungbunzlauer

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