Interview mit Michael Friemel, CSS AG

Zertifikate bescheinigen Finanz-Software Seriosität

Im Interview betont Michael Friemel, Vorstandsvorsitzender der CSS AG, dass nur entsprechende Zertifikate seriöser Institute der eingesetzten Finanz-Software ein Höchstmaß an Sicherheit und Bedienkomfort bescheinigen.

Michael Friemel, CSS AG

Michael Friemel, CSS AG

ITM: Herr Friemel, welche Faktoren beeinflussen derzeit die Entwicklung von modernen Finanz-Software-Lösungen?
Michael Friemel:
Die fortschreitende Digitalisierung in den Unternehmen hat starken Einfluss auf die Entwicklung der Software. Moderne Finanz-Software-Lösungen müssen nicht nur in der Lage sein, die zunehmende Datenflut problemlos zu bewältigen, sondern den Anwendern auch einen entsprechenden digitalen Mehrwert liefern, beispielsweise bei der Bedienerfreundlichkeit. Und natürlich ist eine technologisch auf neuesten Standards basierende Finanz-Software dabei optimal für sämtliche digitalen Anforderungen vonseiten der Finanzbehörden gerüstet.

ITM: Welche Rolle spielt hierbei die Internationalisierung von Mittelständlern – sei es als Tochtergesellschaft im Ausland oder in Form von grenzüberschreitendem An- und Verkauf von Produkten und Dienstleistungen?
Friemel:
Unternehmen erwarten eine Software, die sie einheitlich in ihren globalen Niederlassungen einsetzen können. Eine FinanzSoftware muss also alle Elemente enthalten, um das Unternehmen international abbilden bzw. finanzbuchhalterisch verwalten und abrechnen zu können.

ITM: Unterschiedliche Währungen, Kursschwankungen und verschieden hohe Umsatzsteuersätze: Inwieweit sind dies Hürden für eine Finanz-Software?
Friemel:
Eine Finanz-Software muss nicht nur die korrekte Buchhaltung nach verschiedenen nationalen Vorschriften sicherstellen, sondern auch die Bilanzierung nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards wie IAS/IFRS oder US-GAAP. Deshalb bieten wir komplett übersetzte Landesversionen unserer Komplettlösung an, wobei alle speziellen Rechnungslegungsvorschriften bereits im Grundsystem integriert sind.

ITM: Mit welchen Stolpersteinen müssen Mittelständler im Rahmen ihrer Finanzbuchhaltung rechnen, wenn sie international aktiv sind?
Friemel:
Es sind vor allem die kulturellen Unterschiede, also die unterschiedlichen Mentalitäten und Arbeitsweisen, auch in der Organisation. Einer der wichtigsten Punkte bei der Internationalisierung ist die Angleichung an die länderspezifischen Arbeitsgepflogenheiten der Anwender.

ITM: Welche Rolle spielt indes das Thema „Mobilität“ – etwa in Form von mobiler Finanzbuchhaltung?
Friemel:
Mittelständische Unternehmer nutzen die mobile Kommunikation gern als ortsunabhängiges Controlling-Tool, um relevante Unternehmenskennzahlen abzurufen. Voraussetzung ist natürlich, dass mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PC in die betriebswirtschaftlichen Prozessabläufe des Unternehmens eingebunden sind.

ITM: Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile?
Friemel:
Dass ein Unternehmer die Möglichkeit hat, sich jederzeit und ortsunabhängig einen Überblick und die notwendige Transparenz über den aktuellen Finanzstatus seines Betriebes zu verschaffen, ist einer der größten Vorteile. Nachteilig wirkt sich dagegen ein mangelhaftes Sicherheitskonzept beim Daten- und Zugriffsschutz aus.

ITM: Wie ist es hier denn konkret um die Sicherheit bestellt?
Friemel:
Verschlüsselungssysteme für die Sicherheit gibt es genügend am Markt. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmers, sich durch den Einsatz entsprechender Systeme umfassend zu schützen.

ITM: Welche Rolle spielen Sicherheitszertifikate für Finanz-Software-Lösungen?
Friemel:
Im Zeitalter der globalen Digitalisierung nimmt die Sicherheits- und Qualitätszertifizierung generell einen hohen Stellenwert ein. Das sehen auch Mittelständler so. Nur entsprechende Zertifikate seriöser Institute bescheinigen der eingesetzten Finanz-Software ein Höchstmaß an Sicherheit und Bedienkomfort. Nur dann können Unternehmer darauf vertrauen, dass beispielsweise die Sicherheit gemäß der vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) zwingend geforderten Erfüllung der GoBD-Norm garantiert ist oder dass ihre sensiblen Informationen nur den dazu berechtigten Personen zugänglich sind.

ITM: Sollten Finanzlösungen nicht ohnehin sicher sein? Warum dann ein Sicherheitszertifikat?
Friemel:
Natürlich müssen Finanzlösungen schon von Haus aus den höchsten Sicherheitsanforderungen genügen. Dass dem so ist, kann jeder behaupten – den Beweis dafür haben Kunden aber nur durch ein entsprechendes Zertifikat.

ITM: Stichwort „Freeware“: Inwieweit lohnt sich diese für Mittelständler? Oder ist Vorsicht geboten bei kostenlosen Finanzlösungen?
Friemel:
Für die Verarbeitung unternehmenskritischer Daten werden normalerweise keine Freeware-Lösungen eingesetzt. Ein verantwortungsbewusster Unternehmer achtet insbesondere im kaufmännischen Bereich akribisch auf die Sicherheit und den Schutz dieser sensitiven Datenmengen. Gezwungen wird er auch durch die GoBD, die ihn im Fall von Datenverlust in die Haftung nimmt. Hier macht man bei der Software keine Kompromisse – eine falsche Wahl führt meist zu unerwartet hohen Kosten und enttäuschenden Ergebnissen.

ITM: Wie sollten Anwender letztlich bei der Anbieter- und Lösungsauswahl vorgehen? Was muss eine moderne Finanz-Software heutzutage leisten können?
Friemel:
Die Auswahl einer neuen Finanz-Software gehört zu den anspruchsvollen Aufgaben – dabei geht es oft um hohe Investitionsbeträge. Wichtig ist deshalb von Anfang an eine methodische und strukturierte Vorgehensweise. Die technologischen und funktionalen Anforderungen an die neue Software-Lösung sollten detailliert im Lastenheft festgehalten werden. Dieses sollte sich an den individuellen Geschäftsprozessen des Unternehmens orientieren, gleichzeitig aber auch mögliche Zukunftsszenarien berücksichtigen.

ITM: Wie wird sich der Bereich „Finanz-Software“ Ihrer Meinung nach weiterentwickeln?
Friemel:
Die Software wird weiter modernisiert und an die Bedürfnisse der Anwender angepasst werden. Insgesamt geht die Entwicklung mehr in Richtung „Intelligente Software“. Dabei wird auch der Trend berücksichtigt werden, dass mobile Geräte immer stärker in die Prozessabläufe der Unternehmen eingebunden sind.

 

 

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