Zertifizierungen für die Telefonie

Zusammenspiel von IP-Telefondienst und Anlage

Im Interview betont Jens Weller, Geschäftsführer der Toplink GmbH, dass es der mittelständischen Wirtschaft in der Regel nicht um die Details von Zertifizierungen gehe, sondern um das reibungslose Zusammenspiel von IP-Telefondienst und Anlage.

Jens Weller von Toplink

„Der Zertifizierung fällt eine Schlüssel­rolle zu“, meint Jens Weller von Toplink im Interview.

ITM: Herr Weller, inwiefern kommen Telefonanlagen und Internet-Telefondienste zusammen?
Jens Weller:
Wir erleben immer häufiger, dass die Anwender klassischer Telefonanlagen ihre Telefonie über das Internet abwickeln wollen. Zum einen übt die Ankündigung der Deutschen Telekom, das ISDN-Netz bis 2018 komplett abzuschalten, Druck auf die Unternehmen aus, sich auf IP-Telefonie umzustellen. Zum anderen wird vor allem der mittelständischen Wirtschaft zusehends klar, welche Kostenvorteile die Internet-Telefonie mit sich bringt. Aus dieser Kombination rührt eine steigende Nachfrage nach der Kopplung von Telefonanlagen und IP-Telefondiensten.

ITM: Welche Rolle spielen dabei Zertifizierungen?
Weller:
Viele Unternehmen möchten einerseits ihren bewährten Anlagenhersteller behalten und andererseits über Voice over IP (VoIP) telefonieren. Hierbei legt vor allem die mittelständische Wirtschaft größten Wert auf die reibungslose Kopplung beider Welten. Dabei fällt der Zertifizierung eine Schlüsselrolle zu. Die Anlagenhersteller und die VoIP-Dienstleister arbeiten Hand in Hand, um das nahtlose Zusammenspiel zu gewährleisten. Wenn alles funktioniert, zertifizieren die Hersteller den VoIP-Diensteanbieter. Die Zertifizierung kann sich auf eine bestimmte Anlage oder auf eine Anlagenserie beziehen. Der VoIP-Dienst wird in der Regel in allen seinen Varianten zertifiziert, vom einzelnen Telefonat bis zur Telefonkonferenz.

„Die Ankündigung der Deutschen Telekom, das ISDN-Netz bis 2018 komplett abzuschalten, übt Druck auf die Unternehmen aus.“


ITM: Was sind die wichtigsten Kriterien, um solch eine Zertifizierung zu erlangen?
Weller:
Der Schlüsselfaktor ist die technisch reibungslose und von der Bedienung her unkomplizierte Integration von Anlage und IP-Telefondienst. Hierzu werden die betroffenen Systeme im Einzelnen getestet und die Zertifizierung bezieht sich auf genau diese Systeme und Release-Stände. Gleichzeitig geben sich die Anlagenhersteller alle Mühe, dass künftige Releases ebenfalls der Zertifizierung entsprechen.

Darüber hinaus legen die Lieferanten größten Wert auf das Thema „Sicherheit“. So ist in der Regel Voraussetzung für eine Zertifizierung, dass eine lückenlose Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und der automatische Schutz aller Anschlüsse vor Gebührenbetrug gewährleistet sind. Zudem sollte der Dienst vollständig in Deutschland gehostet werden und damit dem deutschen Datenschutz unterliegen.

ITM: Welche Vorteile haben die Anwender davon? Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Weller:
Die Zertifizierung bestätigt, dass die Kunden des Anlagenherstellers bedenkenlos die VoIP-Telefondienste nutzen können. Die Kopplung ist dabei ganz einfach: Sobald die individuellen Daten eingegeben sind, erledigt die Software die gesamte Konfiguration automatisch. Alle Funktionen stehen auf Anhieb zur Verfügung. Zudem legen die Hersteller großen Wert auf die Sprachqualität der von ihnen zertifizierten VoIP-Dienste. Insofern stellt die Zertifizierung für die Anwender auch eine Art Garantie dar, dass die jeweiligen IP-Telefonservices eine mit ISDN vergleichbare Sprachqualität aufweisen.

Für die Umstellung auf IP-Telefonie sprechen vor allem der Komfort, die niedrigen Hardware-Kosten und die hohe Flexibilität. So können beispielsweise Nebenstellen mit wenigen Klicks jederzeit angelegt werden, was für viele Unternehmen mit international verteilten Standorten einen unmittelbaren Vorteil darstellt. Auch die in der Regel niedrigeren Kommunikationskosten – betriebsinterne Gespräche werden bei Voice over IP weltweit kostenfrei geführt – sind ein starkes Argument für IP-Telefonie.

ITM: Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Weller:
Beispielsweise hat Alcatel-Lucent unseren IP-basierten Telefondienst SIP Business zertifiziert. Dies bestätigt die reibungslose Zusammenarbeit zwischen unserem IP-Telefonservice und OmniPCX Enterprise des UC-Anbieters. Ähnliche Lizensierungen gibt es von Avaya oder Swyx.

ITM: Inwieweit legen Mittelständler überhaupt Wert auf solche Zertifizierungen?
Weller:
Der mittelständischen Wirtschaft geht es nicht um die Details der Zertifizierung, sondern um das reibungslose Zusammenspiel. Der klassische Mittelständler will sichergestellt wissen, dass alles funktioniert. Genau dies gewährleisten die Zertifizierungen.

Bildquelle: Toplink

 

 

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