IT-DIRECTOR https://www.it-zoom.de/it-director/news/ IT-DIRECTOR: Business-Magazin für IT-Manager und CIOs de ©2016 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH Tue, 22 May 2018 17:02:12 +0200 Tue, 22 May 2018 17:02:12 +0200 TYPO3 EXT:news news-19797 Fri, 18 May 2018 11:00:00 +0200 Neue Kehrtwende bei SAP? http://www.it-zoom.de/it-director/e/neue-kehrtwende-bei-sap-19797/ Die User-Lizenzvergabe soll nun auf der Grundlage von Berechtigungen erfolgen. SAP-Nutzer hatten es in den letzten Jahren nicht leicht – gerade Themen wie „Netweaver Foundation For Third Party Applications“ und die indirekte Nutzung erhitzten die Gemüter. Nun plant SAP den nächsten Kurswechsel: Die User-Lizenzvergabe auf Grundlage von Berechtigungen. Obwohl diese Lizenzbedingung schon lange in den Preis- und Konditionslisten (PKL) enthalten ist, wurde sie bis jetzt noch nicht in dem Maße genutzt. Das soll sich jetzt ändern …

Die ewige Diskussion: Was ist richtig – Lizenzvergabe nach Berechtigungen oder aktueller Nutzung? Die Diskussion, ob Lizenzen eher nach Berechtigungen oder aktueller Nutzung vergeben werden sollen, gibt es schon lange. Das Walldorfer Softwarehaus selbst trägt hier nicht gerade zur Klärung bei, denn zum einen heißt es in einer geläufigen Passage, die in jeder Lizenzbeschreibung zu finden ist, in diesem Fall für den Professional User: „Der SAP Professional User ist ein definierter Nutzer, der berechtigt ist, von der Software, für die Nutzungsrechte erworben wurden (ohne SAP Business Objects Platform, SBOP), unterstützte operative und Systemverwaltungs- oder Management-Rollen auszuführen…“. Zum anderen schreibt SAP aber in der Erläuterung zur Systemvermessung: „Um alle Benutzer ihrer SAP-Installation eindeutig und exakt vermessen zu können, müssen die Kunden ihre Benutzer vor jeder Systemvermessung entsprechend der aktuellen Nutzung und der zugrunde liegenden Preisliste klassifizieren.“ Als SAP-Nutzer weiß man daher nie so recht, in welche Richtung das Fähnchen gerade weht.

Die Variante, seine User nach Berechtigungen zu lizenzieren ist nicht neu. Bereits heute haben sich SAP und einige Kunde darauf geeinigt, diese Methode anzuwenden. Bisher war es in der Lizenzpraxis aber eher üblich, sich bei der Auswahl der Lizenzen nach den Funktionen der Nutzer zu richten. Logischerweise gab es deswegen bei geringem Funktionsumfang auch die günstigste Lizenz. Dieses Kaufverhalten möchte SAP nun ändern. Der Plan: Zukünftig soll sich der Lizenztyp nur noch aus dem Umfang der Funktionen ergeben, die ein User nutzen könnte.

Professional-Aktivität oder Self Service?


Um einzuschätzen, ob lediglich nach Berechtigungen lizenziert werden kann, muss man das Berechtigungskonzept der SAP dagegenhalten. Es müsste sichergestellt sein, dass ein Nutzer immer mit exakt denjenigen Berechtigungen ausgestattet werden kann, die ihn zur Ausführung solcher Tätigkeiten berechtigen, die seine Aufgabe erfordern. Nicht mehr und nicht weniger.

Um Berechtigungen zu vergeben, generiert man Rollen basierend auf Transaktionen, Objekten oder Tätigkeitsmöglichkeiten (Anlegen, Ändern und Anzeigen). Letztere Variante ist dabei eigentlich irrelevant, da bereits ein User mit der günstigsten Lizenz (ESS) Daten anlegen darf, wenn auch nur in bestimmten Objekten. Die Berechtigung „Anlegen“ ist in unterschiedlichen Fällen eine globale Erlaubnis. Damit kann die notwendige Differenzierung der speziellen Berechtigungen zum Anlegen eines ESS-Users so nicht getroffen werden.

Eine Steuerung über die Objekte ist ebenfalls nicht möglich, da ausgeführte Funktionen nicht immer an Objekten festzumachen sind. Bleiben wir für ein weiteres Beispiel beim ESS-User: Diese Lizenz ist mit 125 Euro Listenpreis eine der günstigsten. In einem ganz bestimmten Bereich im SAP Human Capital Management (HCM) darf der ESS-Nutzer etwas tun, was eigentlich nur Professional User dürfen, nämlich Daten anlegen. Dies tut er nur für seine eigene Person, deshalb wird keine 3.200 Eurp teure Professional-Lizenz fällig. Allerdings kann er das auch in einem anderen SAP-System tun, beispielsweise im ERP System über eine kundeneigene Entwicklung. Dadurch kann nicht mehr klar unterschieden werden, ob es eine Professional-Aktivität ist oder nur Self Service.

Bleibt also noch der Blick auf die genutzten Transaktionen. Wie man festlegt, welche Transaktionen einem User per Berechtigung zugewiesen werden und ob diese Transaktionen zu einer Lizenz passen, ist nirgends hinterlegt oder definiert. Es bräuchte ein Regelwerk, in dem abzulesen ist, wenn die User-Gruppe X zu dieser Transaktion berechtigt ist, dann korrespondiert dies mit dem definierten Lizenztyp Y. Ein solches Regelwerk gibt es aber nicht. Das macht es jedem Unternehmen unmöglich, selbst zu entscheiden, welche Transaktion zu welcher Lizenz passt.

Eine zu grobe Sammlung


Demzufolge muss man mit groben Sammlungen an Berechtigungen arbeiten und Überschneidungen akzeptieren, weil ein Worker im selben Lager Material ändern kann, wie ein Logistic User, ein Shop Floor User, ein Professional oder ein definierter Produktions-Limited-Professional. Lizenzexperte Peter Rattey, Geschäftsführer bei der Voquz Labs GmbH, erklärt: „Eine zu grobe Sammlung an Berechtigungen macht es vielen Nutzern schwer, diese Art der Lizenzvergabe zu wählen. Das Problem kann also nur umgangen werden, indem man entweder nach der tatsächlichen Nutzung der SAP-User lizenziert, oder indem man die Rollen nach seinen eigenen Nutzungsverhalten gestaltet und definiert. Mit dem richtigen Tool ist man aber für beide Arten der Lizenzvergabe gewappnet.“

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Das Lizenzmanagement-Tool SamQ von Voquz realisiert beispielsweise die Lizenzzuweisung zum einen basierend auf den tatsächlichen Aktivitäten. Bestehende SAP-Lizenzen werden mittels einer Nutzungsanalyse gegen die realen Aktivitäten der Benutzer geprüft und gegebenenfalls sofort auf den richtigen Lizenztypen geändert. Zum anderen bietet das Tool aber auch die Lizenzschlüsselvergabe nach Berechtigungsrollen an. Desweiteren kümmert sich das Add-on SetQ um das Berechtigungsmanagement in SAP. Dabei automatisiert es den Genehmigungsprozess zur Erteilung von SAP-Berechtigungen und setzt diesen als transparenten Prozess um. Außerdem kann der Nutzer hier selbst aus bestehenden Rolleninhalten und tatsächlicher Nutzung neue, individualisierte Rollen anlegen. Alte Rollen können korrigiert und wieder verteilt werden. Kritische Kombinationen werden vermieden, wodurch ausgeschlossen wird, dass Berechtigungen verteilt werden, die nicht erlaubt sind.


Warum eine Lizenzvergabe nach Berechtigung wenig sinnvoll ist


Um in SAP Berechtigungen zu vergeben, generiert man Rollen basierend auf Transaktionen, Objekten oder Tätigkeitsmöglichkeiten (Anlegen, Ändern und Anzeigen). Diese Rollen sind nur schwer definierbar, deswegen kann eine Lizenzvergabe nach Berechtigung nicht funktionieren.
Probleme bei der Vergabe von Berechtigungen nach Rollen basierend auf:

– Tätigkeitsmöglichkeiten: Keine Differenzierung möglich, da die Tätigkeit „Anlegen“ meist eine globale Erlaubnis ist und in manchen Objekten schon durch die günstigste Lizenz (ESS-User) durchgeführt werden kann.
– Objekten: Ebenfalls nicht möglich, da ausgeführte Funktionen nicht immer an Objekten festzumachen sind.
– Transaktionen: Nicht festgelegt, welche Transaktionen einem User per Berechtigung zugewiesen werden und ob diese Transaktionen zu einer Lizenz passen.


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news-19798 Thu, 17 May 2018 11:48:59 +0200 Den Chatbots auch mal kündigen http://www.it-zoom.de/it-director/e/den-chatbots-auch-mal-kuendigen-19798/ Werden Chatbots nicht richtig trainiert und verwaltet, können sie auch mal aus dem Ruder laufen, berichtet Michael-Maria Bommer vom Kommunikationsspezialisten Liveperson. IT-DIRECTOR: Herr Bommer, ein Blick in die Praxis: Für welche Zwecke nutzen Unternehmen im Kundenservice heutzutage bereits Chatbots? Können Sie uns das eine oder andere konkrete Beispiel nennen?
M. Bommer:
Marken verwenden Chatbots auf verschiedene Weise, sowohl intern als auch extern. Bots können Kundendienstmitarbeiter hinter den Kulissen unterstützen. So helfen „Agent-Assist Bots“, indem sie vorgeschlagene Antworten für die Mitarbeiter finden. Extern werden Bots als Spezialisten verwendet, um bestimmte einfache Anfragen wie das Aktualisieren einer Adresse oder das Durchführen einer Zahlung zu bearbeiten. Sie werden auch verwendet, um Kunden an den am besten geeigneten Kundendienst- oder Vertriebsmitarbeiter weiterzuleiten, wodurch die Effizienz erhöht wird. Die Anwendungsfälle für Bots wachsen weiter.

IT-DIRECTOR: Welche positiven Auswirkungen bringt die Chatbot-Nutzung im Kundenservice mit sich? Welche Nachteile sind damit verbunden?
M. Bommer:
Durch die Verwendung von Bots im Kundendienst können die Verantwortlichen die Effizienz steigern und die Kosten senken, während sie gleichzeitig sicherstellen, dass ihre Kunden schnelle und präzise Antworten erhalten. Mittlerweile sind Bots Teil des täglichen Lebens, wie unsere Umfragen zeigen: 91 Prozent der deutschen Konsumenten haben eine positive oder neutrale Einstellung gegenüber dem Einsatz von Bots, um mit einer Marke zu kommunizieren. Zwar gibt es viele positive Auswirkungen der Verwendung von Bots, aber es gibt Möglichkeiten, dass Bots aus dem Ruder laufen, wenn sie nicht richtig trainiert und verwaltet werden. Es ist keine Set-It-and-Forget-It-Lösung, sondern muss ein Teil der laufenden Strategie sein und Bots sollten genauso verwaltet werden wie menschliche Mitarbeiter.

IT-DIRECTOR: Welche inhaltliche Limitierung gibt es Ihrer Ansicht nach derzeit für die Nutzung von Chatbots im Kundenservice?
M. Bommer:
Bots sollten nicht als eierlegende Wollmilchsau eingesetzt werden und jede Anfrage bearbeiten. Bots funktionieren am besten, wenn ihnen bestimmte Rollen zugewiesen werden. Zum Beispiel können Bots eine FAQ wie „Wie ändere ich meine Adresse“ behandeln, so dass menschliche Agenten für komplexere Aufgaben freigegeben werden. Unsere Kunden, darunter große Banken, Telekommunikationsunternehmen, Einzelhändler und andere, haben uns gesagt, dass es nicht realistisch ist, allgemeine Bots vor Kunden zu stellen: Es gibt zu viele verschiedene Fragen und Kommunikationsstile bei jedem Kundenstamm, der üblicherweise Millionen von Menschen zählt. Eine große europäische Bank startete mit einigen Spezialisten-Bots, die nur 70 spezifische Themen beantworten konnten. Die Bots gehen diesen Fragen nach, während die Menschen den Rest erledigen.

IT-DIRECTOR: Inwieweit ist die rechtliche Lage geregelt? Können Chatbots überhaupt verbindliche Aussagen treffen?
M. Bommer:
Bestimmte Rechtsfragen sind nach heutigem Stand noch nicht abschließend bewertet. Diese Fragen betreffen beispielsweise die Haftung – also Konstellationen, in denen virtuelle Assistenten fehlerhaft programmiert sind und es zu falschen Auskünften oder gar Schäden kommt. Nicht zuletzt sind – besonders mit Blick auf die im nächsten Jahr greifende Datenschutzgrundverordnung – beim Einsatz virtueller Assistenten auch datenschutzrechtliche und IT-sicherheitstechnische Grundsätze zu beachten.

IT-DIRECTOR: Falls ja, wie werden die Aussagen von Chatbots juristisch bewertet? Gibt es erste Präzedenzfälle?
M. Bommer:
Bisher gibt es keine Präzedenzfälle. Im Allgemeinen, sollten Bots nur dort eingesetzt werden, wo die rechtliche Lage geklärt ist. Das bedeutet, Bots sollten vor allem einfache Aufgaben, wie zum Beispiel Adressänderungen, übernehmen.

IT-DIRECTOR: Stichwort Haftung: Wer haftet für Aussagen oder Entscheidungen, die Chatbots treffen – der Software-Hersteller oder das anwendende Unternehmen?
M. Bommer:
Die Bots sollten auf die gleiche Weise wie andere Mitarbeiter trainiert, gemanagt (und gegebenenfalls entlassen) werden. Hat man einen Bot, der im Unternehmen nicht gut läuft, lassen die Kunden dies nicht durchgehen, weil es ein Bot ist. Vielmehr werden sie sich über das Unternehmen aufregen, nämlich über das Unternehmen, das ihnen keine Antworten oder Hilfe liefert.

Bei Liveperson gibt es ein Konversations-Design-Team, das mit Unternehmen zusammenarbeitet, die Bots einsetzen, um bessere Bot-Konversationen zu entwickeln und den Bot kontinuierlich zu trainieren und zu verwalten. Dadurch kann sichergestellt werden, dass er sowohl für den Kunden als auch für die Betreuer gut funktioniert. Durch Conversational Design können Unternehmen verhindern, dass schlechte Bots negative Eindrücke hinterlassen.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten die Verantwortlichen achten, die Chatbots für den weltweiten Kundenservice nutzen wollen? Welche ethischen, kulturellen oder sprachlichen Gepflogenheiten sollte man auf jeden Fall berücksichtigen?
M. Bommer:
Wer Bots global in seine Kundenbetreuung einbinden will, muss sich mit Konversationsdesignern beraten. Diese Conversational Designer lehren Bots diese kulturellen Konversationselemente und bringen ihnen bestimmte Interaktionsmuster mit den Konsumenten bei. Zum Beispiel arbeiten bei uns Drehbuchautoren, die Skripte erstellen, die es Bots ermöglichen, Menschen auf natürliche Weise zu helfen – und zu wissen, was zu tun und zu sagen ist, wenn eine Konversation schief geht. Diese Drehbuchautoren oder Konversationsdesigner können auch Branding-Elemente in die Skripts integrieren, so dass der Bot die von der Marke gewählte Persönlichkeit widerspiegelt. Bots können nicht alleine lernen, vielmehr brauchen sie die richtigen Lehrer. Diese helfen ihnen, durch verschiedene Szenarien zu navigieren und sie bei Bedarf zu korrigieren, insbesondere im Hinblick der unterschiedlichen kulturellen Normen, mit denen eine globale Organisation konfrontiert sein kann.

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Ina Schlücker CRM IT-Director
news-19795 Thu, 17 May 2018 11:25:15 +0200 Verteilte Standorte, zentrales IT-Management http://www.it-zoom.de/it-director/e/verteilte-standorte-zentrales-it-management-19795/ Der Arbeitsbekleidungshersteller ­Engelbert Strauss GmbH & Co. KG meistert IT-Asset- und Lizenzmanagement, ­Software-Verteilung und Helpdesk mit einer integrierten Suite und Workflows, die genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Als Marktführer im Bereich „Workwear“ ist Engelbert Strauss ein expandierendes Unternehmen mit einem hohen Anspruch an das Design und die Funktion seiner Produkte. Das Unternehmen legt nicht nur großen Wert auf Tradition und ein familiäres Miteinander, sondern zeichnet sich auch durch technische Kompetenzen aus: So kommissioniert man mit Robotern und hat dadurch eigens entwickelte Arbeitsabläufe im Bereich der Informationstechnologie implementiert.

Personelles Wachstum und die damit einhergehende steigende Anzahl von IT-Assets verstärkten den Wunsch nach einer innovativen IT-Managementlösung. Mit dieser sollte zum einen die Infrastruktur des Unternehmens verwaltet, aber auch ein strukturierter Mitarbeiter-Support gewährleistet werden. Wichtig für Christian Albrecht, Mareike Fuchs, First-Level-Support bei Engelbert Strauss, und ihre Kollegen waren aber auch ein umfassendes Lizenzmanagement und die Möglichkeit, Software und Patches schnell und einheitlich für alle Nutzer bereitzustellen.

Abschied von der manuellen Datenerhebung


Da neben dem Hauptsitz in Biebergemünd noch die IT in drei weiteren Filialen am Laufen gehalten wird, war ein standortübergreifendes Workflow-Management ein weiteres wichtiges Kriterium. „Wir merkten irgendwann, dass wir mit unseren bisher zur Verfügung stehenden Tools die Bedarfs- und Support-Anfragen der Mitarbeiter nicht mehr professionell befriedigen konnten. Für die 18 Helpdesk-Mitarbeiter der IT-Abteilung musste eine Möglichkeit geschaffen werden, zentral in einer Plattform zu arbeiten, um alle Prozesse im IT-Management abzubilden. Auch wollten wir das Zeitalter der manuellen Datenerhebung beenden, um schneller und besser planen zu können. Dass Deskcenter ein komplettes IT-Lifecycle-Management und einen User-Helpdesk in einer Lösung vereint, kam uns da wie gerufen“, schildert Christian Albrecht die Ausgangssituation.

Mittlerweile inventarisiert und managt Engelbert Strauss mehr als 1.100 Systeme und 1.030 Komponenten mit der Suite, darunter auch zahlreiche MacOS-Geräte. Auch die zentrale Software-Verteilung ist für den erfahrenen Support-Mitarbeiter eine große Bereicherung. Denn bei einer vierstelligen Systemanzahl stellte die manuelle Verteilung von Neuinstallationen, Updates und Patches großen Aufwand dar: „Durch den Software-Rollout mithilfe von Software-Regeln und die Standardisierung im OS-Deployment sparen wir viel Zeit und halten unsere Standorte synchron. Unsere Anwender schätzen die unkomplizierte Bereitstellung von neuer Software und Updates ohne Arbeitsunterbrechung. Das Zusammenspiel mit dem Lizenzmanagement erleichtert es uns, vorher den genauen Bedarf zu ermitteln sowie Abweichungen aufzudecken“, so Albrecht.

Skripte sorgen für Flexibilität


Dass man die Lösung für ganzheitliches IT-Infrastruktur- und Lifecycle-Management durch individuelle Skripte erweitern kann, erweist sich oft als hilfreiches Extra für die IT-Fachleute. So können mithilfe solcher Skripte z. B. die Zählerstandhistorien von Druckern ausgelesen und bei Bedarf als Reports ausgegeben werden. Auch können Daten aus der Deskcenter-Datenbank direkt im Configuration Management System (CMS) angezeigt werden. Anwender sehen dort beispielsweise, ob ein Besprechungsraum mit einem Beamer, einen Fernseher oder einen Computer ausgestattet ist.

Die integrierte Servicedesk-Lösung bedeutet für die IT-Spezialisten aber nicht nur gemeinsames Arbeiten in einer Oberfläche. Vielmehr bietet der Helpdesk den Anwendern auch die Möglichkeit, selbstständig bestimmte Tätigkeiten auszuführen. „Über den Software-Warenkorb im Deskcenter-Web können die Nutzer bestimmte Updates autark durchführen“, berichtet Albrecht. Dabei wird die Applikation oder das Paket automatisch auf dem jeweiligen PC installiert. Der Helpdesk-Mitarbeiter sieht in der Installationsübersicht, welche Anwendungen angefragt wurden und erteilt, wenn erforderlich, die Freigabe. Als Nächstes soll der Aufgabeprozess von Anfragen und Problemen über die Ticketfunktion intensiv ausgebaut werden. „Die Kommunikation über Tickets erleichtert uns das strukturierte Bearbeiten und die spätere Nachverfolgung von Anfragen immens“, so Mareike Fuchs. „Seitdem wir die Lösung einsetzen, haben sich unser Systemmanagement und die Servicequalität erheblich verbessert“, ergänzt Christian Albrecht.

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Durch den modularen Aufbau und die verständliche Oberfläche wurde die Suite nach und nach, ohne spezielle technische Vorkenntnisse, in Betrieb genommen. „Bei der Lösung handelt es sich um ein umfassendes IT-Management-System, das verschiedene Komponenten sinnvoll miteinander verknüpft und sich einfach im Unternehmen implementieren lässt“, so Albrecht.


Die Engelbert Strauss GmbH & Co. KG …

… ist ein inhabergeführtes Familienunter­nehmen in vierter Generation. Am Standort in Biebergemünd/Frankfurt a. M. sind rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen bietet seinen Kunden durchdachte Eigenentwicklungen für Workwear von Kopf bis Fuß. Neben dem Vertrieb über Kataloge oder den Online-Shop erhalten die Kunden in den sogenannten „Workwearstores“ die Möglichkeit, Produkte anzufassen, anzuprobieren und direkt zu kaufen.


Bildquelle: Engelbert Strauss

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news-19796 Thu, 17 May 2018 11:19:54 +0200 Checkliste: So klappt die Multi-Cloud-Strategie http://www.it-zoom.de/it-director/e/checkliste-so-klappt-die-multi-cloud-strategie-19796/ Eine zentrale Rolle der IT-Transformation spielt die Cloud. Unternehmen nutzen zig IT-Plattformen, um den Anforderungen der Digitalisierung von Geschäftsprozessen gerecht zu werden. Dabei betreiben sie ihre Workloads häufig auf mehreren Clouds – und setzen auf eine Multi-Cloud-Strategie. Auf diese Weise reagieren Unternehmen auf die Entwicklungen der letzten Jahre hinsichtlich einer immer höheren Komplexität und Anforderungsvielfalt digitaler Workloads. Gemäß der Studie „Hybrid- & Multi-Cloud-Services“ nennen mehr als 56 Prozent der befragten Unternehmen die steigenden Anforderungen durch den Betrieb digitaler Workloads sowie die Limitierungen einzelner Infrastrukturen (39 Prozent) als entscheidende Gründe für zukünftige Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien.

Die Multi-Cloud bietet in der Regel vor allem eins: eine hohe Flexibilität, um Workloads dort auszuführen, wo sie am besten laufen – sei es auf einer Public- oder Private-Cloud-Plattform oder in einer Managed-Hosting-Umgebung. „Unserer Erfahrung nach gibt es einfach keine Plattform, die alle Geschäftsanforderungen gleichzeitig erfüllen kann“, erklärt Alex Fürst, Vice President DACH bei Rackspace. „Außerdem können Regulierungs- und Data-Governance-Anforderungen Unternehmen dazu zwingen, Private-Cloud-Lösungen oder Managed-Hosting-Lösungen zu nutzen, während Anwendungen mit variablem, manchmal sehr breitbandigem Datenverkehr die Skalierbarkeit einer Public-Cloud-Lösung erfordern. Deshalb nutzen Organisationen mehrere Plattformen.“

Geringere Herstellerabhängigkeit

Der Multi-Cloud-Ansatz bietet verschiedene Vorzüge, wie bessere Kontrolle und Kosteneinsparungen. Zudem kann dieses Modell den Return on Investment erhöhen, indem es Kerngeschäftsfelder unterstützt und agile Anwendungen von herkömmlichen statischen Systemen auf flexible Cloud-Lösungen verlagert. Gleichzeitig sind Unternehmen weniger abhängig von einem einzigen Anbieter. Daneben können Nutzer können stets die Dienste auswählen, die für bestimmte Workloads am besten geeignet sind.

Neben diesen Vorteilen bringt die Einführung einer Multi-Cloud-Strategie auch einige Herausforderungen mit sich. Denn die Verwaltung über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg kann komplex sein. Und viele Firmen verfügen nicht über das Know-how und die Ressourcen, um Cloud-Umgebungen auf mehreren Plattformen sicher und kostengünstig aufzubauen und zu betreiben. So büßen große Organisationen jährlich mehr als 250 Millionen US-Dollar aufgrund von Wissenslücken beim Thema Cloud ein, wie eine Rackspace-Studie belegt. Hier gaben zwei Drittel der IT-Profis an, dass sie mit der richtigen Cloud-Expertise mehr Innovation in ihr Unternehmen bringen könnten. Die wachsende Wissenslücke zeigt, dass Unternehmen unbedingt eine Strategie brauchen, um Zugang zur nötigen Erfahrung zu erhalten“, erklärt Alex Fürst. „Ansonsten kämpfen sie um ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit.“

Checkliste rund um Multi-Clouds:

Auf folgende Merkmale sollten Unternehmen bei der Auswahl einer Multi-Cloud-Management-Plattform achten:

  • Unternehmen wünschen sich einen Cloud-Provider, der Verträge mit anderen Service-Providern vermittelt und verschiedene Cloud-Services wie Backup und Recovery, Cloud Readiness Assessment, Migrationsdienste und Premium-Support anbietet.
  • Zudem suchen die Verantwortlichen zuverlässigen Partnern, die über das Know-how verfügt, alle Cloud- und Managed-Hosting-Plattformen mit integrierten Services wie Reporting, Analyse, nutzungsbasierte Zahlung und Support bereitzustellen.
  • Bei der Evaluierung von Managed-Cloud-Providern sollte die interne Expertise der Anbieter (z.B. zertifizierte Experten, Kundenreferenzen, Erfolgsbilanz, Breite und Tiefe ihrer Branchenpartnerschaften) in Betracht gezogen werden.
  • Integrations- und Verwaltungskosten können Preisunterschiede zwischen Anbietern ausgleichen und in einigen Fällen sogar die Vorteile der Cloud-Services überwiegen.

Bildquellen: Thinkstock/iStock, Rackspace

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IT-Director Cloud
news-19792 Wed, 16 May 2018 17:00:48 +0200 Eurowings Digital gegründet http://www.it-zoom.de/it-director/e/eurowings-digital-gegruendet-19792/ Die Fluggesellschaft Eurowings will ihren Wachstumskurs fortsetzen und plant, bis Ende des Jahres eine eigene Digitalfirma zu gründen. Die „Eurowings Digital GmbH“ soll alle kundenrelevanten Digitalaktivitäten der Airline unter einem Dach bündeln. „Unser Umsatz auf Eurowings.com liegt bereits bei mehr als einer Milliarde Euro und soll in diesem Jahr auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr steigen“, berichtet Eurowings-Geschäftsführer und Chief Commercial Officer Oliver Wagner. „Das neu gegründete Unternehmen wird das schnelle Wachstum des E-Commerce-Geschäfts zusätzlich vorantreiben.“

Wichtigster Fokus der neuen Firma: Die digitale Kundenschnittstelle Eurowings.com in eine stark wachsende Reiseplattform zu verwandeln. Dabei soll das Online-Portal in Zukunft als digitaler Reisebegleiter (‘Travel Companion’) die rund 40 Millionen Kunden des Flugspezialisten langfristig binden, indem Website und Eurowings-App über Flüge von A nach B hinaus ein personalisiertes Angebot an digitalen Services und Produkte bieten. „Wer sich auf unserer Website registriert und damit maßgeschneiderte Hotelbuchungen, Mietwagen, Eventtickets und vieles mehr erhalten kann, kommt gerne wieder“, erklärt Wagner. „So werden wir unseren inzwischen 40 Millionen Kunden künftig bessere digitale Services und Produkte anbieten können.“

Für die Weiterentwicklung der Kunden-Website, aber auch für ‚Eurowings Digital‘ wird die Airline viele Millionen Euro investieren. Für Oliver Wagner ist das gut angelegtes Geld: „Das neue Unternehmen wird unsere digitale Vertriebspower und Expertise zusammenführen und vor allem Eurowings.com massiv ausbauen“, sagt er. Ihren Sitz wird die Firma in Köln haben. Unter anderem der bereits bestehende Fachbereich „E-Commerce“ wird einen Großteil des neuen Unternehmens ausmachen. Wagner: „Wir haben bereits ausgezeichnete Expertise fürs Digitalgeschäft im Haus, die den Kern unserer neuen Gesellschaft darstellen soll.“ Geplant ist, in den nächsten Jahren bei Eurowings Digital auf bis zu 150 Mitarbeiter zu wachsen und dabei zusätzliche Digitalexperten ins Unternehmen zu holen. Der Start des neuen Unternehmens ist für Ende des Jahres vorgesehen.

Bildquelle: Eurowings

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IT-Director E-Commerce / Marketing
news-19786 Wed, 16 May 2018 13:00:00 +0200 „Geschäft und Spaß“ auf der neuen Cebit http://www.it-zoom.de/it-director/e/geschaeft-und-spass-auf-der-neuen-cebit-19786/ Hinter der „neuen“ Cebit in Hannover verbirgt sich eine Kombination aus Messe, Konferenz und Networking-Event. Hier sollen Technologien und Emotionen, Business und Festival miteinander verbunden werden. Denn laut Deutsche-Messe-Vorstand Oliver Frese würden sich „Geschäft und Spaß“ nicht gegenseitig ausschließen. Die Eindrücke und Informationen der Preview-Veranstaltung haben wir hier zusammengefasst >>> Mit einem komplett überarbeiteten Konzept startet am 11. Juni 2018 in Hannover die „neue“ Cebit als Business-Festival für Innovation und Digitalisierung. Sie will Geschäftsanbahnung mit Festivalelementen kombinieren und dabei die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in den Fokus rücken. Im Spätsommer 2016 habe man sich auf den Weg gemacht, die Cebit neu zu erfinden, berichtete Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG, am Dienstag bei der internationalen Presse-Preview in Hannover. Man möchte zukünftig alle Akteure der Digitalisierung zusammenführen, um gemeinsam über die digitale Transformation zu diskutieren. Dabei sollen vor allem auch neue Zielgruppen erreicht werden, etwa Blogger, Influencer, Kreative und Chief Digital Officer (CDO). „Auf der neuen Cebit kann jeder das digitale Heute verstehen und das digitale Morgen entdecken“, so Frese. „Die neue Cebit ist Messe, Konferenz und Networking in einem und macht so Digitalisierung zum Erlebnis.“

Auch Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, kam bei der Presseveranstaltung zu Wort. Diese fand im übrigen im Neuen Rathaus statt, das einen imposanten Eindruck bei den Veranstaltungsteilnehmern hinterlassen haben dürfte. „Dass wir die Türen für die Cebit so weit öffnen, ist für uns selbstverständlich“, betonte Schostok im Bürgersaal des Rathauses. Die Cebit gehöre zur Identität der Stadt. „Wir wollen Hannover als Hotspot für die Digitalisierung stärken.“ Daher sei man natürlich auch als Stadt und Region mit einem vergrößerten Standkonzept auf der Veranstaltung vertreten – in Halle 27. Ferner lobte er das „besonders schöne Messegelände“ und wertete es positiv, dass die Cebit nun im Sommer stattfinde. Dann könne sich die Stadt erst recht von ihrer schönsten Seite präsentieren.

„Das digitale Heute verstehen, das digitale Morgen entdecken“


Inhaltlich will das Business-Festival alle Technologien, welche die digitale Transformation vorantreiben, in den Mittelpunkt stellen, darunter z.B. Arbeitsplatz 4.0, Augmented und Virtual Reality (AR/VR), Blockchain, Drohnen, Future Mobility, Human Robotics, Internet Of Things (IoT), Künstliche Intelligenz (KI), IT-Sicherheit und 5G. „Die Ausrichtung entlang der digitalen Megatrends hat sich ausgezahlt, denn alle großen Unternehmen, die die digitale Transformation maßgeblich prägen, machen mit bei der neuen Cebit“, sagte Frese.

Um nur einige zu nennen: Huawei, IBM, Salesforce, SAP, Vodafone, Volkswagen, Atos, Datev, Intel, Software AG, Deutsche Telekom, Facebook, HPE, Rittal, Atlassian, Lancom, AVM, Materna, Oracle, LG, die Bundesdruckerei, die Fraunhofer-Institute, das KIT, das DFKI, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, ADAC, Ionity, Secusmart, Aldi Nord, BASF, Bundesbank, Continental, EY, Lufthansa Industries, der Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst, Redbull, Melitta und Bio-Zisch Goldberg.

Einige dieser Unternehmen stellten sich im Rahmen der Preview-Veranstaltung kurz vor und erläuterten, was sie bei der Cebit in den Fokus rücken werden. So will Amagno beispielsweise die gesamte Dokumentenablage digitalisieren, so dass Nutzer durch jene Dokumente „wie durchs Internet surfen“ können. Der ADAC wird die Besucher mitunter zum autonomen Fahren beraten. Volkswagen verspricht eine „Weltpremiere auf vier Rädern“. Blogfoster will die Frage klären, wo Marketing-Budgets zukünftig hinwandern, während Ricoh die Arbeitswelt 4.0 greifbar und erlebbar machen möchte. AVM rückt bei seinem Messeauftritt die Themen Docsis 3.1, Supervectoring, Fritz! OS 7 und Wlan Mesh in den Mittelpunkt. Bei der Deutschen Bahn soll es Deutschlands erste leuchtende Bahnsteigkante zu sehen geben, e.Go Mobile will „erschwingliche“ Elektromobile entwickeln und eCoin Investment – zum ersten Mal auf der Cebit – lockt mit einem „einfachen Einstieg“ in das Thema Kryptowährung.

Nicht zuletzt hatte Nicolas Boudot, VP Business & Marketing von Softbank Robotics Europe, den humanoiden Roboter Pepper mitgebracht. Und das Unternehmen EmQopter präsentierte unter freiem Himmel seine Lieferdrohne.

Neues Aussehen, neuer Geschmack


Laut Oliver Frese ist die neue Cebit schon vor ihrem Start ein Erfolg. „Zwischen 2.500 und 2.800 Unternehmen aus rund 70 Nationen werden sich beteiligen. Sie alle sind überzeugt von der Verschmelzung von Business und Festival. Unser Mut zu diesem radikalen Neukonzept wird belohnt.“ Zudem erwarten die Veranstalter mehr als 350 Start-ups.

Die neue Cebit wird im Juni in vier Elemente unterteilt sein: d!conomy, d!tec, d!talk und d!campus. Das Element d!conomy zeigt den professionellen IT-Besuchern, was für die Digitalisierung notwendig ist sowie Produkte und Lösungen, die ein Unternehmen schon heute schneller, effektiver und profitabler machen. Im Element d!tec wird ein Blick in die Zukunft gewagt. Hier stehen beispielsweise digitale Technologien wie KI, Blockchain, Human Robotics, VR und AR, aber auch die mehr als 350 Start-ups mit ihren Geschäftsmodellen im Fokus. Hinter d!talk verbirgt sich das Konferenzprogramm mit mehr als 600 internationalen Sprechern, die an den fünf Cebit-Tagen auf insgesamt zehn Bühnen auftreten. Unter anderem haben zugesagt: Marc Raibert, Gründer von Bosten Dynamics; Stacia Carr, Leiterin Engeneering bei Zalando; Chris Barton, Gründer von Shazam; Michael Bolle, Forschungschef von Bosch; Victor Meyer-Schönberger, Oxford Internet Institute und Josh Tetrick, Grüner von Just aus dem Silicon Valley.

Das Herz des neuen Geländes bildet der d!campus. Als emotionales Zentrum bietet er auf einer Größe von gut zehn Fußballfeldern Raum für die Inszenierung von Technologie und Marken, für Vernetzung, Interaktion und zwanglosen Austausch – und setzt als Festival mit DJs und Livemusik internationaler Bands den künstlerischen Rahmen. Am 12. Juni spielen die Giant Rooks aus Hamm, im Anschluss als Topact des ersten Tages die schwedische Kultband Mando Diao. Am Mittwoch bringt Noga Erez ihre neueste Musik aus Israel auf den d!campus, später gehört die Bühne dann Berufs-St.-Paulianer Jan Delay. Der Hauptact für Donnerstag ist das Electro-House-Duo Digitalism. Der d!campus bleibt übrigens bis 23 Uhr geöffnet. Doch die „Cebit wird nicht nur anders aussehen, sondern auch anders schmecken“, betonte Oliver Frese in Hannover. Denn ein völlig neues, internationales Food-Konzept runde das „Digital Street Festival“ auf dem d!campus ab.

Neue Öffnungszeiten: 10 bis 19 Uhr


Die Cebit beginnt am 11. Juni als reiner Konferenztag für Entscheider und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit Vorträgen und Veranstaltungen. Nach der Eröffnung durch Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, wird laut der Deutschen Messe AG der aus den USA stammende Autor und Mitbegründer der Virtual-Reality-Technologie Jaron Lanier sprechen. Im Verlauf des ersten Tages werden u.a. folgende Sprecher/innen erwartet: Janina Kugel, Personalvorstand der Siemens AG, und Dr. Auma Obama, Adel B. Al-Saleh, neuer Chef von T-Systems, Amir Faintuch von Intel, Designprofessorin Gesche Joost, Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer, Accenture-Chef Frank Riemensperger, Datev-Chef Dr. Robert Mayr, Acatec-Präsident Dr. Dieter Spath, Atos-Chefin Ursula Morgenstern und Gründer Andrew Filev. Drei Bundesministerien sind in das Programm des ersten Tages eingebunden.

Zur Welcome Night in der Halle 11 wird Ginni Rometty, President & CEO von IBM, zu den etwa 2.000 geladenen Gästen sprechen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek wird den Innovation Award verleihen, außerdem treten Bitkom-Präsident Achim Berg, der beim Preview-Event ein paar Zahlen zur „Stimmung in der Branche“ präsentierte und betonte, dass er die Cebit „für sehr wichtig“ halte, sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf. Offiziell eröffnet wird die Cebit von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und geht dann am Dienstag, dem 12. Juni, richtig in den Messehallen los. Die Stände sind dabei jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Der letzte Tag der neuen Cebit wird unter dem Motto „Digital Friday“ stehen. Mit speziellen Formaten sollen hier weitere Zielgruppen angesprochen werden. So werden mehr als 1.000 Blogger und Influencer zur größten Influencer-Konferenz Deutschlands – der „Signals“ – erwartet, die den gesamten Tag den neuen Marketing-Zweig aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet. Nicht zuletzt wird auch die Stadt Hannover selbst zum Teil der Cebit. Die gesamte Woche über wird die d!lounge auf dem zentralen Platz in der Innenstadt, dem Kröpcke, eine Art Satellit der Cebit auf dem Messegelände werden. Für den Abend des Freitags ist von 18 Uhr an bis Mitternacht die große Open-Air-Abschlussparty geplant. Emma Lenford, Munique und Tom Gregory spielen live, DJ Ferry Ultra legt auf und zudem wird noch ein Special Guest erwartet.

Bildquelle: Lea Sommerhäuser

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Lea Sommerhäuser IT-Director Startseite it-zoom Unternehmen
news-19788 Wed, 16 May 2018 09:51:27 +0200 Industrie 4.0 in der Tüftlernation http://www.it-zoom.de/it-director/e/industrie-40-in-der-tueftlernation-19788/ Im Interview spricht Stefan Issing, Global Automotive Industry Director von IFS, über die Hauptaufgabe von ERP-Systemen in der Industrie 4.0 sowie die besonderen Anforderungen für international tätige Unternehmen. IT-DIRECTOR: Herr Issing, wie weit ist Ihrer Erfahrung nach Industrie 4.0 in Deutschland fortgeschritten?
S. Issing:
Sieht man in Industrie 4.0 ganz klassisch die Transformation zur Smart Factory, ist sie in Deutschland auf einem sehr guten Weg. In einer Studie, die IFS vor Kurzem durchgeführt hat, gab fast jedes zweite befragte deutsche Industrieunternehmen an, inzwischen eine klare Sicht auf mögliche Anwendungsfelder wie vorausschauende Wartung oder intelligente Roboter zu haben; und diese Unternehmen sind sich auch bereits über deren Erträge im Klaren. Bei einem weiteren Drittel der befragten Fertigungsunternehmen aus Deutschland gibt es zumindest schon einen robusten Fahrplan und erste Tests.

IT-DIRECTOR: Stellen Sie hier Unterschiede zwischen Großunternehmen und dem Mittelstand fest?
S. Issing:
Mittelständische Betriebe sind oft jünger und damit auch wandlungsfähiger als Großunternehmen. Bei letzteren kann man manchmal den Eindruck gewinnen, dass sie Industrie 4.0 eher als „nice to have“, denn als globale Unternehmensstrategie sehen. Zudem haben sie nach wie vor oft Schwierigkeiten, die Kosten und den Return on Investment (ROI) zu ermitteln. Ist in einem Großunternehmen allerdings die Entscheidung zur Umsetzung von Industrie 4.0 gefallen, wird sie mit Nachdruck betrieben. Häufig schaffen die Unternehmen dann sogar eigene Teams für das Thema und beschäftigen einen dedizierten Chief Digitial Officer (CDO). Er treibt das Thema dann hauptverantwortlich voran und fungiert als zentrale Vermittlungsinstanz zwischen Geschäftsleitung und den Fachabteilungen.

IT-DIRECTOR: Von Deutschland als Heimat der Tüftler und Maschinenbauer würde man eine führende Rolle bei Industrie 4.0 erwarten. Der Begriff wurde schließlich auch hierzulande geprägt. Wie stehen wir im internationalen Vergleich da?
S. Issing:
In der Theorie sind deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb hervorragend aufgestellt. Das lässt sich ebenfalls aus unserer Studie herauslesen, die weltweit durchgeführt wurde, sodass wir über Vergleichszahlen verfügen. Was die klare Sicht auf mögliche Anwendungsfelder, robuste Fahrpläne und erste Tests angeht, ist Deutschland weiter als jedes andere Land. Was die praktische Umsetzung betrifft, schlagen wir uns auch noch recht gut, nehmen allerdings nicht den Spitzenplatz ein. Nach einem Bericht der OECD haben Japan, die USA und Südkorea etwa beim Einsatz von Robotern in der Produktion die Nase vorn. Das sehe ich aber nicht als Widerspruch zu unserem Image als Tüftlernation. Ganz im Gegenteil. Bei uns wird eben lieber einmal mehr überlegt und nachgerechnet, bevor man dann etwas zielgerichtet in die Tat umsetzt.

IT-DIRECTOR: Was ist von Ihrer Warte als Enterprise-Resource-Planning-Anbieter (ERP) aus die zentrale Herausforderung von Industrie 4.0?
S. Issing:
Die Hauptaufgabe von ERP-Systemen in der Industrie 4.0 ist die Operationalisierung von Internet-of-Things-Daten (IoT). Sie müssen die Daten von Maschinen und Anlagen so in die Steuerung der Kernprozesse einbinden, dass dabei optimierte Abläufe, höhere Produktqualität oder verbesserte Service-Levels herauskommen. Dazu brauchen die ERP-Systeme aber beileibe nicht alle gesammelten IoT-Daten und es wäre auch keine gute Idee, sie alle dort in der Datenbank zu speichern. Die Sensoren von großen Maschinenparks können pro Tag so viele zigtausende Datensätze produzieren, dass die Kapazitäten der ERP-Datenbank schnell an ihre Grenzen stoßen würden. Deshalb muss ein ERP-System in eine Architektur eingebunden werden, die IoT-Daten außerhalb erfasst, speichert, filtert und dann nur die wirklich nötigen Daten überträgt. Eine gute Möglichkeit dafür bieten die inzwischen breit verfügbaren IoT-Plattformen in der Cloud. Sie sind in der Lage, riesige Datenmengen zu empfangen, zu verarbeiten und zu filtern, ohne dass ein Fertigungsunternehmen selbst ein Rechenzentrum dafür aufbauen muss. Bringt ein ERP-System so wie IFS Applications Plug-and-Play-Anbindungen und offene APIs zur Integration solcher Cloud-Plattformen mit, lassen sich Industrie-4.0-Projekte beschleunigen und mit geringem finanziellen Risiko realisieren.

IT-DIRECTOR: Welche besonderen Anforderungen ergeben sich für international tätige Unternehmen?
S. Issing:
Die durchgängig vernetzte Fertigung der Industrie 4.0 führt zu einer extrem engen Verzahnung innerhalb der Supply Chains. Lieferungen müssen auch zwischen internationalen Standorten eines Unternehmens „just in time“ und „just in sequence“ erfolgen. Um den damit verbundenen Informationsfluss optimal abbilden zu können, benötigen diese Unternehmen leistungsfähige Multi- und Inter-Site-Funktionalitäten, mit denen sich die Prozesse länder- und standortübergreifend steuern lassen. Sie sollten beispielsweise eine weltweite Planung ermöglichen, die einen ununterbrochenen Materialfluss gewährleistet. Zudem müssen sich auch externe Parteien – etwa neue internationale Partner oder Kunden – schnell in den Informationsfluss einbinden lassen.

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Das geht am besten, wenn das eingesetzte ERP-System offene und leicht konfigurierbare Schnittstellen für EDI, also den elektronischen Datenaustausch, mitbringt. Zur unkomplizierten Anbindung kleinerer Partner oder Kunden, die nicht über die nötige Ausstattung zur EDI-Kommunikation verfügen, sollte die Unternehmenssoftware spezielle B2B-Portale zur Verfügung stellen.

Bildquelle: IFS

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news-19785 Wed, 16 May 2018 09:10:00 +0200 Spionagevorwürfe: Kaspersky verlegt nun seine Kundendaten http://www.it-zoom.de/it-director/e/spionagevorwuerfe-kaspersky-verlegt-nun-seine-kundendaten-19785/ Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky wird nach US-Spionagevorwürfen die Daten von Kunden u.a. aus Europa und Nordamerika von Russland in die Schweiz verlegen. Ein neues Rechenzentrum in Zürich solle dafür bis Ende 2019 eingerichtet werden, wie Kaspersky ankündigte. Zudem werde die Produktion der gebrauchsfertigen Software noch in diesem Jahr nach Zürich verlagert. Das neue Rechenzentrum will Kaspersky von unabhängigen Kontrolleuren beaufsichtigen lassen. Dort sollen auch Daten von Kunden aus Singapur, Australien, Japan und Südkorea gespeichert und verarbeitet werden. Weitere Länder würden folgen, hieß es.

Kaspersky war im vergangenen Herbst unter Druck geraten, nachdem es in US-Medienberichten hieß, die Firma habe eine Rolle dabei gespielt, dass geheime Angriffswerkzeuge der NSA in die Hände russischer Geheimdienste geraten seien. Ein Mitarbeiter des US-Abhördienstes hatte die geheime Software regelwidrig auf seinem privaten Computer geladen, auf dem auch Kaspersky-Sicherheitssoftware lief. Kaspersky räumte damals ein, dass die Angriffsprogramme dadurch auf den Servern der Firma in Moskau gelandet seien. Man habe sie jedoch mit niemandem geteilt und gelöscht, erklärte Gründer und Chef Eugene Kaspersky. Dennoch wurden Kaspersky-Programme von Computern in US-Behörden verbannt.

dpa/ls

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news-19784 Wed, 16 May 2018 08:55:00 +0200 Rund 200 Apps sollen Nutzerdaten missbraucht haben http://www.it-zoom.de/it-director/e/rund-200-apps-sollen-nutzerdaten-missbraucht-haben-19784/ Facebook hat den Verdacht, dass rund 200 Apps einen Missbrauch von Nutzerdaten ähnlich wie im Skandal um Cambridge Analytica betrieben haben. Diese Apps seien nach der Überprüfung „tausender“ Anwendungen suspendiert worden, wie das Online-Netzwerk am Montag mitteilte. Nun folge eine „gründliche Untersuchung“, ob sie tatsächlich Nutzerdaten missbraucht hätten, hieß es weiter.

Die weitreichende Überprüfung ist eine Reaktion Facebooks auf den aktuellen Datenskandal. Ein britischer Wissenschaftler hatte über eine Umfragen-App Informationen zu Dutzenden Millionen Nutzern aus der Facebook-Plattform bekommen. Anschließend reichte er sie an die Datenanalysefirma Cambridge Analytica weiter – widerrechtlich, wie Facebook betont.

Während nur einige hunderttausend Nutzer direkt an der Umfrage teilnahmen, bekam die App gemäß der damaligen Funktionsweise von Facebook auch Zugriff auf einige Informationen ihrer Freunde bei dem Online-Netzwerk. Dadurch könnten nach Facebook-Schätzungen bis zu 87 Millionen Mitglieder betroffen sein.

Diesen automatischen Zugriff auf die Daten der Freunde beendete Facebook bereits 2014. Im Zuge des aktuellen Datenskandals kündigte das Netzwerk außerdem an, alle Apps auf den Prüfstand zu stellen, die seinerzeit viele Informationen ansammelten. Die Mitteilung von Montag ist das erste Update zu dieser Untersuchung. Genaue Zahlen der suspendierten und insgesamt überprüften Apps nannte Facebook nicht. Wenn sich herausstellt, dass einiger der gesperrten Apps tatsächlich Daten missbrauchten, sollen die Nutzer informiert werden.

dpa/ls

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news-19773 Mon, 14 May 2018 15:37:38 +0200 So verbessert die Nordwestbahn das Controlling http://www.it-zoom.de/it-director/e/so-verbessert-die-nordwestbahn-das-controlling-19773/ Timetoact bei der Nordwestbahn ein branchenspezifisches, automatisiertes Berichtssystem auf Basis der Software von Cubeware. Neue Anbieter im noch jungen Markt des privaten Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) müssen mit den Aufgabenträgern im ÖPNV bzw. SPNV eine Vielzahl von Verkehrsverträgen abschließen. Deren Inhalte engmaschig zu kontrollieren, um Strafzahlungen bei Nicht-Einhaltung zu vermeiden, ist für sie ein zentraler Erfolgsfaktor – auch für die Nordwestbahn, eine der größten Privatbahnen Deutschlands. Das Unternehmen hat deshalb mit dem Cubeware-Partner Timetoact eine Business-Intelligence-Lösung (BI) für Controlling und Berichtswesen im Vertragsmanagement entwickelt. Sie unterstützt sowohl die effiziente Berichterstattung an die Auftragnehmer als auch das interne Reporting.

Die Verträge der Nordwestbahn enthalten u.a. dezidierte Qualitätsvorgaben für den Betrieb der zu bewirtschaftenden Linien und Verkehrsnetze. Mit der BI-Lösung kann der für das Aufgabenträger-Management zuständige Fachbereich die darin enthaltenen Daten selbst auswerten. Über ein Web-Portal für Reporting, Planung und Analyse steuert er gezielt die Optimierung von Qualität, Pönale und Erträgen.

Die Nordwestbahn erstellt mit dem BI-System ihre Berichte an die Aufgabenträger auf Knopfdruck. Zeitnahe Reaktionen z.B. auf Störmeldungen, den Zustand der Waggons oder die Personalverfügbarkeit aufgrund des aktuellen Qualitäts-Reportings zahlen sich in verminderten Vertragsstrafen aus. Die zugrundeliegende BI-Lösung enthält zudem Berichtsmodule für das Management- und EAV-Reporting (Erlöse), die in weiteren Projektschritten ebenfalls in das Portal integriert werden sollen.

Grundlage des Reportings ist ein zentrales Data Warehouse, in dem die operativen Daten aus verschiedensten Datenquellen zusammenlaufen. Das Cockpit der BI-Software unterstützt mit täglichen Datenqualitätsreports einen strukturierten Data-Quality-Management-Prozess. Durch intelligente Regeln werden die Mitarbeiter auf Fehler im Datenbestand hingewiesen und können diese durch die Rückschreibefähigkeit des Cockpits direkt im zentralen Datenbestand korrigieren. Das sichert eine dauerhaft hohe Qualität und Vollständigkeit der Datenbasis.

Bildquelle: Nordwestbahn

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news-19769 Mon, 14 May 2018 09:13:38 +0200 Die Macht über die eigene SAM-Galaxie behalten http://www.it-zoom.de/it-director/e/die-macht-ueber-die-eigene-sam-galaxie-behalten-19769/ Es spricht doch nichts dagegen, das Lizenzmanagement vollständig auszulagern. ­Vieles, wenn nicht sogar alles, wäre leichter. Oder etwa nicht? Aspera-Mitbegründer und Usu-Vorstand Bernhard Böhler ist seit 20 Jahren im Geschäft und kommentiert, warum es wichtig ist, die Macht über die eigene Software-Asset-Management-Galaxie (SAM) zu behalten, und welche Gefahren in einem kompletten Outsourcing liegen. Das Angebot an Lösungen für Software-Asset-Management (SAM) im Enterprise-Umfeld war noch nie so groß wie heute – und noch nie war es so unübersichtlich. Es gibt SAM-Tools mit optionalen Services und SAM-Services ohne Tool, SAM als Beratungsleistung und SAM vom Wirtschaftsprüfer. Bei näherer Betrachtung können zwei grundsätzliche Philosophien ausgemacht werden, die den jeweiligen Angeboten zugrunde liegen. Bei der ersten Variante behalten Unternehmen das Steuer in der Hand. Mit einer Kombination aus Tool und komplementären Services bauen sie eigenes Wissen auf, um künftig strategisches SAM betreiben zu können. Wird zusätzliche Unterstützung benötigt, buchen sie diese einfach hinzu. Bei der zweiten Variante wird das SAM vollständig ausgelagert. Unternehmen, die diesen Weg wählen, machen sich das Leben leichter, behalten jedoch die volle Verantwortung für ihre Software-Compliance. Aber welche der beiden Varianten führt nun zu nachhaltigem Erfolg bei möglichst geringen Kosten?

Was ist oberstes Ziel im strategischen Software-Asset-Management? In erster Linie sind es Lizenzbilanzen, die in einer Gesamtbetrachtung plausibel sind, deren Ergebnisse jederzeit bis zu den Ursprungsdaten nachvollzogen werden können und die auf Daten basieren, die detaillierter und vollständiger sind als alles, was der jeweilige Software-Hersteller bzw. sein Auditor zu bieten hat. Kurz: Sie müssen vollständig, richtig und jederzeit verfügbar sein. Unter diesen Voraussetzungen ist es höchst unwahrscheinlich, im Auditfall unangenehm überrascht zu werden. Dabei sind Lizenzbilanzen gewissermaßen „nur“ die Pflicht. Die Kür in Form von Optimierung, Simulation und Financial Management ist dann das Sahnehäubchen, um die Effizienz zu steigern, Geld und Ressourcen zu sparen und langfristige Planungssicherheit zu erzielen.

SAM bedeutet auch, Komplexität im Sinne der Kunden zu vereinfachen. Geht man davon aus, dass Unternehmen ein professionelles SAM-Tool (On-Premise oder als SaaS-Lösung) im Einsatz haben, das wie geplant funktioniert, und steuern dann noch komplementäre Services genau die Menge an Know-how und Kapazitäten bei – dann haben sich Unternehmen dem Idealbild weitestgehend angenähert. Dabei sind die fünf Elemente, die erwiesenermaßen zu einer leistungsfähigen SAM-Lösung beitragen:

1. Unternehmensstammdaten (von der Organisation bis zu den IT-Assets),
2. Software-/Produktdaten als Teil eines aktuellen, umfassenden Katalogs,
3. Daten über den Einsatz bzw. Verbrauch/Nutzung von Software (Discovery, Usage Metering und Cloud Monitoring),
4. Beschaffungs- und Vertragsdaten und
5. eine weitgehend automatisierte Verarbeitung dieser Informationen (mit anderen Worten: ein Tool).

Ein Tool allein macht noch kein SAM


Doch auch ein Tool allein macht kein SAM. Flankierende Beratungsleistungen und Managed Services sind elementar für den Erfolg und immer dann gefragt, wenn eigenes Know-how und interne Kapazitäten nicht ausreichen. Deswegen besteht eine gute SAM-Lösung immer aus zwei Komponenten, nämlich aus Tool und Service. In der rund 20-jährigen Geschichte von SAM haben unzählige Konzerne und Unternehmen bewiesen, wie gut das funktioniert.

Da wäre beispielsweise der weltweit agierende Mineralölkonzern, der mit einer Kombination aus integriertem SAM-Tool und Managed Services seine Prozesse optimierte und auf diese Weise 80 Prozent seiner vormals für SAM benötigten zeitlichen und personellen Ressourcen einsparte. Oder das mittelständische Software-Haus, das sich entschied, den digitalen Wandel im Lizenzmanagement mit einem Tool zu vollziehen und nach zwei Monaten nicht nur eine vollständige, optimierte Lizenzbilanz für Microsoft vorliegen hatte, sondern dank gezielter Inanspruchnahme von Beratung Microsoft im Friendly Audit mit für sich vorteilhafteren Lizenzierungsmodellen überzeugte.

Was allerdings passieren kann, wenn das Tool nicht funktioniert und auch kein Dienstleister unterstützt, zeigt der Fall eines großen deutschen Automobilzulieferers, dessen Wirtschaftsprüfer im vergangenen Jahr bilanzrelevante 20 Mio. Euro aus Falsch- und Unterlizenzierung zu Protokoll geben mussten. Neben dem finanziellen Mehraufwand wäre auch der Imageschaden vermeidbar gewesen. Wer sein SAM komplett auslagert, bezahlt mehrere Hunderttausend Euro pro Jahr für eine besorgniserregende Abhängigkeit und geht das Risiko ein, dass ein externer Dienstleister, der unter Umständen einen Teil seines Umsatzes mit dem Verkauf von Software verdient, als Erster davon erfährt, wenn Lizenzrisiken in Millionenhöhe bestehen.

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Stattdessen halten erfolgreiche SAM-Manager und ihre Teams ihr SAM-Universum zusammen. Sie wissen, dass ein Tool Transparenz, Datenqualität und Entscheidungsautonomie garantiert und dass interner Wissensaufbau in Kombination mit externen Services nachhaltige Werte für das Unternehmen schafft. Am Ende des Tages haben sie nicht nur für ihr Unternehmen Lizenzkosten im Millionenbereich eingespart, sondern auch so manchen Auditor überrascht. Möge die Macht auch in Zukunft mit ihnen sein.

Bildquelle: Thinkstock/iStock, Usu

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news-19768 Mon, 14 May 2018 08:36:00 +0200 Wie sich Mensch und Maschine ergänzen http://www.it-zoom.de/it-director/e/wie-sich-mensch-und-maschine-ergaenzen-19768/ „In der Fabrik der Zukunft werden sich Mensch und Maschine ergänzen“, meint Volker Spanier, Leiter Robotics Solutions von Epson in EMEAR. Werker werden dazu mit einer neuen Generation kollaborativer Roboter zusammenarbeiten, die aufgrund ihrer Konfiguration speziell für diese Aufgabe geeignet sein sollen. IT-DIRECTOR: Herr Spanier, welchen Stellenwert besitzen Roboter anno 2018 in der deutschen Industrie?
V. Spanier:
Die deutsche Industrie ist einer der weltweit führenden Märkte beim Einsatz von Robotern, denn diese Maschinen ermöglichen eine effiziente, flexible Produktion bei sehr geringer Fehlerquote. Nicht umsonst ist der Begriff Industrie 4.0 eine deutsche Schöpfung, die sich erst später auch international etabliert hat. Die Wichtigkeit dieser Maschinen für die heimische Industrie kann kaum überschätzt werden.

IT-DIRECTOR: An sich ist die Automatisierung durch Roboter in der Industrie ja nichts Neues – doch was hat sich hier im Vergleich zu früher geändert?
V. Spanier:
Die Zahl bei Industrie 4.0 verweist auf die jeweilige industrielle „Revolution“, die mit Einführung der entsprechenden Produktionsart umgesetzt wurde. Industrie 1.0 beschreibt den Wandel in der Produktion, als überhaupt Maschinen eingeführt wurden und die erste Massenproduktion begann. Industrie 2.0 definiert den Zeitpunkt, als neue Produktionsformen wie Fließbänder oder auch Akkordarbeit in Kraft traten. Industrie 3.0 ist der Zeitpunkt, als Computer in die Produktionsprozesse eingebunden wurden, und Industrie 4.0, der Punkt, an dem wir heute stehen, bezeichnet ein Bündel an Maßnahmen. Es fängt an bei der Vernetzung einzelner Maschinen bis hin zu ganzen Produktionszweigen, geht über die Einführung von Sensoren zur Überwachung der verschiedensten Parameter zum Aufbau zusammenhängender, digitaler Fabrikationsmodelle, über Assistenzsysteme, die eine (engere) Kooperation zwischen Mensch und Maschine ermöglichen und schließlich die Autonomie der Maschinen, bei der Operationen nicht mehr verrichtungsorientiert, sondern problemorientiert definiert werden. Industrie 4.0 ist ein deutlich komplexerer und umfassenderer Vorgang als seine Vorgänger, wobei die einzelnen Stufen aufeinander aufbauen.

IT-DIRECTOR: Inwieweit bilden intelligente Robotersysteme das Rückgrat für die „Industrie 4.0“?
V. Spanier:
Diese Roboter sind als Teil der Industrie 4.0 u.a. in neuartigen Assistenzsystemen zu finden (kollaborative Roboter) und sie spielen auch eine große Rolle beim Aufbau flexibler Produktionsprozesse. Dieses Konzept hilft, auch die Nachfrage sich sehr stark ändernde Märkte zu befriedigen, da Herstellungslinien der Industrie 4.0 bis hinunter zur Losgröße 1 effizient arbeiten.

IT-DIRECTOR: Worin bestehen die Stolpersteine bei der Vernetzung jener Systeme?
V. Spanier:
Die Idee „Industrie 4.0“ möchte traditionelle IT-Lösungen mit einer traditionellen Produktion zusammenbringen, um so neuartige Erzeugnisse zu fabrizieren und auch deren Herstellung deutlich flexibler und effizienter zu machen. Dafür muss eine Vielzahl technischer Standards und Normen entwickelt werden, damit Kommunikation zwischen verschiedenen, lokal oft weit entfernten Stellen überhaupt erst möglich wird. Zudem gewinnt der Begriff „Datensicherheit“ erheblich an Relevanz, denn Daten von Sensoren, die beispielsweise von einer Produktionsstraße stammen und in der Cloud gespeichert werden, müssen vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden. Außerdem entstehen noch viele rechtliche Fragen, die sich z.B. auf Rechte bei der Handhabung und/oder Veränderung solcher Daten beziehen. Alles das muss auf internationaler Ebene diskutiert und geklärt werden.

IT-DIRECTOR: Inwieweit ist hierfür ein eigenes Betriebssystem notwendig, um die Sicherheit des Datenaustausches zwischen den Maschinen zu gewährleisten?
V. Spanier:
Mit der Sicherheit von Daten beschäftigen sich eine Vielzahl Stellen. Neben der physischen und informellen Sicherung gegen unbefugten Zugriff sind auch Entscheidungen zu treffen, welche Informationen wie, wem, wann zur Verfügung gestellt werden, wer welche Berechtigungen erhält, diese Daten in bestimmter Form zu nutzen oder zu verändern. Das sind hochkomplexe Themen, die von den unterschiedlichsten technischen Anlagen behandelt werden und bei denen noch viele Fragen offen sind.

IT-DIRECTOR: Inwieweit lassen sich ältere Roboter für die Industrie 4.0 auf- bzw. nachrüsten? Welche Schnittstellen müssen geschaffen, welche Spezifikationen erfüllt werden?
V. Spanier:
Grundsätzlich lassen sich alle Maschinen in der Industrie 4.0 einsetzen, wenngleich nicht unbedingt für alle Zwecke. So kann ein traditioneller Produktionsroboter, der keine Sicherungen besitzt, um beispielsweise in einer kollaborativen Umgebung zu arbeiten, natürlich auch in einer Industrie-4.0-Umgebung in der Produktion eingesetzt werden. Wird für eine Linie hingegen eine kollaborative Maschine benötigt, muss die Entscheidung getroffen werden, ob eine Aufrüstung dieser alten Maschine lohnt – was oftmals nicht der Fall ist – oder ob eine neue Maschine angeschafft werden muss.

IT-DIRECTOR: Inwieweit können sich moderne Industrieroboter in einer Smart Factory selbst optimieren?
V. Spanier:
Es gehört zu den grundlegenden Ansätzen der Industrie 4.0, durch Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose sowie weitgehende Kognition eigenständiger in der Entscheidungsfindung zu werden und so bei zunehmend komplexen Aufgaben besser einsetzbar zu sein. Hier allerdings Abschätzungen zu treffen, inwieweit diese Selbstoptimierungen bzw. Selbstkonfigurationen gehen können, ist praktisch kaum möglich.

IT-DIRECTOR: Könnten die Maschinen irgendwann schlauer als wir Menschen sein? Wie schätzen Sie die Lage ein?
V. Spanier:
Wenn es darum geht, dass eine Maschine besser Schach spielt als ein Mensch, haben wir die Situation schon heute. Wenn es darum geht, dass eine Maschine einen besseren Roman schreibt als ein Mensch, müssen wir – glaube ich – noch sehr lange darauf warten. Die sogenannte Intelligenz eines programmierbaren Systems wie beispielsweise eines Roboters beschränkt sich in der Regel doch recht stark. Natürlich kann eine Maschine dank seiner Algorithmen Aufgaben schneller und fehlerfreier bearbeiten als ein Mensch, also auch Schach oder Go „erlernen“, aber von einer universellen Intelligenz oder Entscheidungsfindung basierend auf menschlichen oder empathischen Kriterien sind wir noch weit entfernt.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt der Mensch in der zukünftigen „Smart Factory“? Mit welchen Experten wie Herausforderungen wird er konfrontiert?
V. Spanier:
In der Fabrik der Zukunft werden sich Mensch und Maschine ergänzen. Werker werden dazu mit einer neuen Generation kollaborativer Roboter zusammenarbeiten, die aufgrund ihrer Konfiguration speziell für diese Aufgabe geeignet sind. Allerdings bleibt zwischen beiden Parteien eine klare Rollenverteilung bestehen: Der Mensch nutzt den Roboter als Assistenten. So reicht die Maschine dem Menschen die richtigen Bauteile und Werkzeuge an, unterstützt ihn beim Heben und Bewegen von schweren oder heißen Teilen oder steht auch bereit, wenn es um eine besonders hohe Präzision bei der Bewegung geht. Wichtig für die Akzeptanz dieser Lösungen gerade bei der Belegschaft ist, dass der Mensch in der Industrie 4.0 selbst den Arbeitstakt entscheidet und nicht von einem Roboter gegängelt wird.

IT-DIRECTOR: Ganz kritisch betrachtet, werden durch die weitere Automatisierung in der deutschen Industrie doch auf Dauer immer mehr Arbeitsplätze wegfallen. Wie schätzen Sie die Lage ehrlich ein?
V. Spanier:
Deutschland ist das einzige westeuropäische Land, in dem seit 2002 bis 2012 der Anteil der Industrie am BIP gestiegen ist. Vergleicht man die Situation der Menschen damals und heute, wird man eine Veränderung der Arbeitsplätze feststellen, aber nicht einen Verlust.

IT-DIRECTOR: Auf welche Weise könnten moderne Industrieroboter noch zur Gefahr für den Menschen werden?
V. Spanier:
Mögliche Gefahren durch moderne bzw. autonome Roboter und Maschinen sollten durch entsprechende Normierungen und Gesetze wohl weitestgehend ausgeschlossen werden. Hier sind besonders die entwickelten westlichen Industrieländer Vorreiter und Innovatoren. Gefährlich wird es, wenn Maschinen und Algorithmen die freie Entscheidung des Menschen bestimmen oder beeinflussen. Dies gilt beispielhaft im bereits beschriebenen Beispiel der Rollenverteilung und Arbeitsgeschwindigkeit in Prozessen, aber sollte dann z.B. auch für bereits gängige Angebote wie Google-Suggest oder die Amazon-Kaufempfehlungen kritischer betrachtet werden.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Unternehmen bei ihren langfristigen Investitionen in Industrieroboter achten?
V. Spanier:
Die Einführung von Industrierobotern ist ein vehementer Einschnitt in die Struktur eines Unternehmens und muss natürlich durch einen langfristigen, gut fundierten Businessplan gestützt werden.

Bildquelle: Epson

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Lea Sommerhäuser IT-Director Startseite it-zoom Industrie 4.0 / MES
news-19766 Mon, 14 May 2018 08:25:00 +0200 Infineon will Silicon Saxony weiter wachsen lassen http://www.it-zoom.de/it-director/e/infineon-will-silicon-saxony-weiter-wachsen-lassen-19766/ Der Chipproduzent Infineon Technologies AG will noch in diesem Jahr ein neues Entwicklungszentrum für Automobilelektronik und Künstliche Intelligenz in Dresden einrichten. In einer ersten Phase sollen 100 neue Arbeitsplätze entstehen, wie das Unternehmen mitteilte. Langfristig sollen 250 Mitarbeiter dort arbeiten. Ziel ist es, neue Produkte in den Bereichen Automobilelektronik und Künstliche Intelligenz (KI) zu entwickeln.

„Silicon Saxony wächst weiter und zeigt, dass wir mit unserer Innovationspolitik auf dem richtigen Weg sind“, erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig sieht in dem Schritt eine „neue strategische Qualität“ für die sächsische Mikroelektronikindustrie. „Die Entscheidung zeigt, dass Sachsen (...) auch als Entwicklungsstandort mit Zukunftsthemen, wie etwa Künstlicher Intelligenz, verbunden ist“, sagte der SPD-Politiker am Freitag.

Die Mitarbeiter in dem neuen Zentrum sollen hochkomplexe Systeme entwickeln, die etwa in stark automatisierten Autos gebraucht werden. „Bei der zunehmenden Vernetzung von Verkehrssystemen spielen Algorithmen, Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge eine zentrale Rolle“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss. Auch damit werde sich das Zentrum intensiv beschäftigen.

Sachsen bietet laut dem Geschäftsführer von Infineon Technologies Dresden, Mathias Kamolz, ideale Rahmenbedingungen. So stehe dort ein breites Netzwerk aus Zulieferern, Hochschulen, Forschungsinstituten und öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung, sagte er am Freitag. In Dresden betreibt der Halbleiterhersteller bereits eine Chipfabrik, wo rund 2.200 Mitarbeiter arbeiten. Weltweit beschäftigt der Konzern nach eigenen Angaben 37.500 Menschen.

dpa/ls

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IT-Director Startseite it-zoom Unternehmen
news-19764 Fri, 11 May 2018 13:18:16 +0200 Robotereinsatz: Der einzige Wachstumsweg? http://www.it-zoom.de/it-director/e/robotereinsatz-der-einzige-wachstumsweg-19764/ Im Interview spricht Helmut Schmid als Geschäftsführer der Universal Robots (Germany) GmbH und General Manager Western Europe zur Entwicklung des Robotikmarktes und den Potentialen der Technologie, während Andreas Schunkert, Head of Technical Support Western Europe, Auskunft über die technischen Hintergründe gibt. IT-DIRECTOR: Herr Schmid, welchen Stellenwert besitzen Roboter anno 2018 in der deutschen Industrie?
H. Schmid:
Die Bedeutung von Robotik für die deutsche Industrie ist kaum hoch genug einzuschätzen. Mit 309 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte ist die Roboterdichte hierzulande bereits die dritthöchste weltweit. Übertroffen werden wir heute nur von Südkorea und Singapur. Da die Technologie nicht mehr einzig den großen Konzernen vorbehalten ist, wird dieser enorme Stellenwert in Zukunft sogar noch stärker wachsen. Ein entscheidender Teil des Marktwachstums findet im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen statt. Roboter sind mittlerweile auch für kleinere Betriebe ein realistisches und lohnenswertes Investment.

IT-DIRECTOR: Herr Schunkert, inwieweit bilden intelligente Robotersysteme das Rückgrat für die „Industrie 4.0“?
A. Schunkert:
Die zunehmende Vernetzung in der Produktion und immer individuellere Kundenwünsche sind Faktoren, die wir üblicherweise der vierten industriellen Revolution zuordnen. Diese stellen ganz neue Ansprüche an Fertigungstechnologien: Sie müssen flexibel und zügig an volatile Losgrößen anpassbar sein, Aufgaben effizient ausführen und Prozesswissen teilen können. Die meisten Robotersysteme vereinen alle diese Fähigkeiten. Auf Basis standardisierter Technologien lassen sie sich einfach und schnell in komplexe, vernetze Produktionsumgebungen integrieren.

IT-DIRECTOR: Worin bestehen die Stolpersteine bei der Vernetzung jener Systeme?
A. Schunkert:
Entscheidende Herausforderung ist die Standardisierung von Software-Schnittstellen. Denn eine Vernetzung kann nur dann funktioniert, wenn der Datenaustausch zwischen Anwendungen selbst unterschiedlichster Hersteller reibungslos möglich ist. Im Bereich der Robotik versucht man hier zurzeit den  sogenannten OPC-UA-Standard zu implementieren. Er soll eine herstellerunabhängige Kommunikation der Systeme garantieren. Ein „Stolperstein“ ist allerdings, dass dieser Standard noch nicht genormt ist. Jeder kann den OPC also so verwenden, wie er es für richtig hält. Ein Gremium arbeitet aktuell daran, das zu ändern.

IT-DIRECTOR: Inwieweit lassen sich ältere Roboter für die Industrie 4.0 auf- bzw. nachrüsten? Welche Schnittstellen müssen geschaffen, welche Spezifikationen erfüllt werden?
A. Schunkert:
Es gibt verschiedenste Szenarien, einen Roboter der „älteren Generation“ fit für die Zukunft zu machen. Zum Beispiel lassen sich Möglichkeiten zur Vernetzung auch im Nachgang durch Software-Updates schaffen. So ist es etwa bei unserer Software 3.3 passiert. Mit dem Update erweiterten wir die Kompatibilität der Robotersysteme mit einer Profinet-Schnittstelle.

IT-DIRECTOR: Inwieweit können sich moderne Industrieroboter in einer Smart Factory selbst optimieren?
A. Schunkert:
Jedes System ist immer nur so schlau, wie sein Anwender. Was ich damit sagen will: Natürlich verfügen die Roboter von uns über die „Kompetenz“, sich selbst zu optimieren, allerdings nur dann, wenn ihr Bediener sie dafür programmiert hat. Nehmen wir an, der Roboter kommt in Kombination mit einem Kraft-Momenten-Sensor zum Einsatz. Beim Ausführen einer Bewegung erkennt er damit eigenständig, dass er mit einem Objekt ungewollt kollidiert. Er nimmt also einen leichten Widerstand über den Sensor zur Kenntnis. Beim nächsten Mal, wenn der Roboter die Bewegung ausführt, könnte er seine Position daraufhin anpassen. Diesen Vorgang zur Optimierung muss der Anwender so allerdings zuvor programmieren.

IT-DIRECTOR: Könnten die Maschinen irgendwann schlauer als wir Menschen sein? Wie schätzen Sie die Lage ein?
H. Schmid:
Viel wichtiger als die Frage, ob dies technisch irgendwann möglich sein wird, ist doch, ob wir als Gesellschaft eine solche Entwicklung überhaupt wollen. Meiner Ansicht nach ist das kein erstrebenswertes Ziel. Wir arbeiten stattdessen darauf hin, menschliche Potentiale für Kreativität und Eigeninitiative zu fördern, indem wir monotone und repetitive Standardprozesse flächendeckend automatisieren.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt der Mensch in der zukünftigen „Smart Factory“? Mit welchen Herausforderungen wird er konfrontiert?
H. Schmid:
Der Bedarf an den einzigartigen Fähigkeiten eines Menschen wird eher größer als kleiner werden – fortschrittliches Prozess-Know-how etwa kann kein Roboter vorweisen, ist aber zentral für eine funktionierende Smart Factory. Die Automatisierung von standardisierten Aufgaben bedeutet gleichzeitig eine Aufwertung menschlichen Könnens, dem dadurch mehr Platz zur Entfaltung eingeräumt wird.

IT-DIRECTOR: Ganz kritisch betrachtet, werden durch die weitere Automatisierung in der deutschen Industrie doch auf Dauer immer mehr Arbeitsplätze wegfallen. Wie schätzen Sie die Lage ehrlich ein?
H. Schmid:
Natürlich kann durch die Automatisierung einer Tätigkeit ein Arbeitsplatz wegfallen. Gleichzeitig hat jede industrielle Revolution bisher zu mehr Wachstum, mehr Wohlstand und damit letztendlich auch mehr Jobs geführt. Realität ist: In Deutschland herrscht nahezu Vollbeschäftigung und für jene Aufgaben, die automatisiert werden, finden sich selbst bei guter Bezahlung kaum noch Arbeitnehmer, die diese übernehmen wollen. Der Einsatz von Robotern ist für unsere Kunden daher keine Strategie, um Menschen zu ersetzen, sondern der einzige Weg zu wachsen.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Unternehmen bei ihren langfristigen Investitionen in Industrieroboter achten?
H. Schmid:
Wichtig ist heute vor allem Flexibilität: Vielleicht besteht bei Unternehmen akuter Bedarf an helfenden Händen in der Montage, es soll zunächst jedoch nur in einen Roboterarm investiert werden. In Zeiten von volatilen Losgrößen kann sich dieser Bedarf aber schon morgen verschieben – dann brauchen Sie etwa einen Roboterarm für die Maschinenbestückung. Aus diesem Anspruch heraus sind unsere Roboter darauf ausgelegt, von jedem Arbeiter innerhalb von einer Stunde für eine neue Tätigkeit umgerüstet werden zu können. So können sie immer dort aushelfen, wo sie gebraucht werden.

Bildquelle: Universal Robots

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Lea Sommerhäuser IT-Director Startseite it-zoom Industrie 4.0 / MES
news-19763 Fri, 11 May 2018 10:30:21 +0200 Microsoft geht auf Distanz zu Datenhunger der Netzriesen http://www.it-zoom.de/it-director/e/microsoft-geht-auf-distanz-zu-datenhunger-der-netzriesen-19763/ Es ist die Saison der Entwicklerkonferenzen, auf denen die Tech-Konzerne Neuheiten vorstellen, aber oft auch strategische Botschaften vermitteln wollen. Und die Differenzen beim Thema „Datenschutz“ sind auffällig. „Privatsphäre ist ein Menschenrecht“, sagt Microsoft-Chef Satya Nadella. Und: „Wir brauchen eine Künstliche Intelligenz mit Ethik.“ Wenige Stunden später demonstriert Google-Chef Sundar Pichai eine sprechende Software, die Mitarbeiter eines Restaurants und eines Friseursalons für einen Menschen halten – und das wirft sofort ethische Fragen auf.

Als Facebook dieses Jahr wieder mit seiner Konferenz F8 den Anfang machte, versprach Gründer und Chef Mark Zuckerberg abermals mehr Verantwortung nach dem jüngsten Datenskandal – und kündigte dann einen Service zur Partnersuche an, der noch ein neues Datenfass aufmachen wird. Bei den Ankündigungen der Google I/O spielte Datenschutz nur eine Nebenrolle abseits der großen Bühne.

Nadella hingegen begrüßt ausdrücklich die europäische Datenschutzrichtlinie, die ab Ende Mai greifen wird. Auch Apple sieht sich hier auf einer Linie mit den Europäern und Firmenchef Tim Cook bezeichnete Datenschutz ebenfalls als Menschenrecht.

Nadella positionierte auf der hauseigenen Messe Build in Seattle sein Unternehmen in einer neuen Rolle: Er will Microsoft zum moralischen Anführer der digitalen Industrie im 21. Jahrhundert machen. Man müsse zunächst einmal die Rahmenbedingungen setzen, fordert der Microsoft-Chef, bevor Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) vielleicht sogar über Leben und Tod entscheiden dürfen.

Nicht auf Datensammeln angewiesen?


Der Microsoft-Chef spielt nicht nur die physische Distanz zwischen Seattle und dem Silicon Valley aus, sondern auch einen grundsätzlichen Unterschied. Google und Facebook bestreiten ihr Geschäft mit Online-Werbung und brauchen Nutzerdaten. Microsoft setzt dagegen auf die modernisierte Version seines traditionellen Bezahlmodells. Wurden früher DVDs mit Softwarelizenzen verkauft, sind es jetzt immer mehr Abonnements im Internet, für Dienste und Services wie Office 365 oder die Cloud-Plattform Azure. Auch Apple verdient sein Geld mit dem Verkauf von Geräten und betont, man sei nicht auf Datensammeln angewiesen. 

„Die Welt wird zum Computer“, formuliert Nadella seine Vision. Der Weltcomputer werde Einzug in den Alltag von Jedermann halten, auf der Arbeit, zu Hause, in der Schule. Treiber sind die Internet-Cloud – die überall verfügbare Computerpower im Internet, das Internet der Dinge, und Künstliche Intelligenz.

Microsoft wettet dabei technologisch nur noch auf zwei große Plattformen. Zum einen die Cloud, in der heute Amazon mit seinem AWS herrscht, in der aber Microsofts Azure mit Wachstumsraten von über 90 Prozent im Quartal bereits den zweiten Platz vor Google hält und aufholt. Zum anderen auf Microsoft 365: Das ist ein Paket aus Windows 10, der Bürosoftware Office 365 und den wichtigsten Diensten zur Cyber-Sicherheit und zur Mobilität, also der Einbindung von Mobilgeräten. Quasi schlüsselfertig für kleine und große Unternehmen vorinstalliert. Beide Plattformen dienen als Basis, um die „intelligente Cloud“ zu bedienen.

Intelligenter Konferenzraum


Beispiele sind heute schon Drohnen, die über komplexe Rohrleitungssysteme in Industrieanlagen fliegen, mögliche Schadstellen identifizieren und Reparaturanweisungen für die Teams am Boden ausfertigen und per E-Mail senden. Der weltgrößte Drohnenhersteller DJI aus China hat eine Kooperation mit Microsoft geschlossen und wird Technologie der Cloud-Plattform Azure in die Hardware integrieren und Entwickler-Software für Windows 10 bereitstellen. 

Ein intelligenter Konferenzraum erkennt alle Teilnehmer einer Konferenz an ihrer Stimme oder ihrem Bild, führt selbsttätig Protokoll und bucht Folgetermine, weil er die Kalender aller Teilnehmer kennt. „Adaptive Cards“ werden es möglich machen, Rechnungen direkt aus dem E-Mail-Eingang von Outlook heraus zu bezahlen, ohne das Programm verlassen oder andere Zahlungsprogramme aufrufen zu müssen.

Dafür kooperiert Microsoft mit zahlreichen Zahlungsdienstleistern. Die können gerne in quelloffener Open-Source-Software programmieren, also nicht mit Microsoft-Werkzeugen. So etwas wäre vor fünf Jahren noch praktisch undenkbar gewesen. Jetzt hat Microsoft eine Partnerschaft mit Github geschlossen. Das ist die derzeit größte öffentlich zugängliche Sammlung von Open-Source-Programmbibliotheken. Jeder Entwickler darf sich hier bedienen und die Software kostenlos in seine Apps integrieren. 

Das größte einzelne Unternehmen mit über 17.000 Zulieferungen zu Github ist – Microsoft. Das Unternehmen, dessen Mitgründer Bill Gates seinerzeit kostenlose Software noch als „unamerikanisch“ abgestempelt hatte. So ändern sich die Zeiten. Und es hat sich bislang ausgezahlt für Microsoft.

dpa/Axel Postinett/ls

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news-19756 Wed, 09 May 2018 15:20:07 +0200 Das ist der neue Deutschlandchef von BMC http://www.it-zoom.de/it-director/e/das-ist-der-neue-deutschlandchef-von-bmc-19756/ Seit April 2018 führt Olf Jännsch die deutsche Niederlassung von BMC sowie das deutsche Sales-Team. Er ist studierter Diplom-Betriebswirt (BA) und verfügt über insgesamt 24 Jahre Erfahrung bei IBM und Progress Software, zuletzt als Regional VP Central Europe. In seiner neuen Rolle berichtet er an Robin Verbeet, VP Sales EMEA Northwest bei BMC. Olf Jännsch startete seine Karriere in Stuttgart bei IBM mit einem dualen Studium im Finanzbereich. Unter anderem leitete er dort als Head of Finance das Joint-Venture-Unternehmen IDG, das von IBM und Parion Versicherungen gegründet wurde. In insgesamt zehn Jahren durchlief Jännsch auch eine extensive Weiterbildung zum Sales-Experten, was er in weiteren Karrierestationen bei Stotax PTC SAS als Sales Manager und Sales Director unter Beweis stellte.

In den letzten 14 Jahren zeichnete Olf Jännsch bei Progress Software international verantwortlich für Positionen im direkten und indirekten Sales Management – u.a. in Frankreich und Benelux, der DACH-Region, den baltischen und osteuropäischen Staaten einschließlich Russland. Die internationale Erfahrung liegt ihm im Blut: Neben Deutsch und Englisch spricht Jännsch auch fließend Französisch.

„Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, ihre vielen verschiedenen Umgebungen wie On-Premise, Public und Private Cloud unter einen Hut zu bekommen – und zugleich Anforderungen an Sicherheit und Compliance sowie die Bedürfnisse der internen Abteilungen zu erfüllen“, so Olf Jännsch. „Genau hier setzt BMC an: Mit Erfahrung und holistischer Sichtweise im Cloud-Management überzeugen wir Enterprise und Mittelstands-Kunden. Mein Ziel ist, diese Expertise weiter in den Markt zu tragen und Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre digitalen Strategien in jedweder Cloud und/oder dem eigenen Rechenzentrum erfolgreich umzusetzen.“

Bildquelle: BMC

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news-19751 Tue, 08 May 2018 16:42:29 +0200 Industrie 4.0 – das zweischneidige Schwert http://www.it-zoom.de/it-director/e/industrie-40-das-zweischneidige-schwert-19751/ „Industrie 4.0 ist ein zweischneidiges Schwert“, meint Thomas Flaig, Senior Account Manager „Digital Factory Solutions“ bei Cenit. Zum einen werde von den Mitarbeitern einer Smart Factory mehr Kompetenz und Verantwortung gefordert, zum anderen würden wenig qualifizierte Tätigkeiten von intelligenten Maschinenassistenten übernommen werden. IT-DIRECTOR: Herr Flaig, welchen Stellenwert besitzen Roboter anno 2018 in der deutschen Industrie?
T. Flaig:
Aktuell befinden sich in Deutschland etwa 200.000 Industrieroboter im Einsatz. Die Tendenz ist weiter steigend mit einer jährlichen Steigerung von knapp zehn Prozent. Haupteinsatzgebiet der Industrieroboter sind Montageumfänge und Arbeiten mit kurzen Wiederholzyklen und hoher Präzision. Der Stellenwert von Industrierobotern in der deutschen Industrie ist sehr hoch. Deutschland liegt mit 300 Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigten weltweit an vierter Stelle hinter Japan, Singapur und Südkorea. Aufgrund der demoskopischen Alterung und der damit einhergehenden Verknappung von Arbeitskräften wird sich diese Tendenz noch verstärken. Vor allem mittlere und kleine Unternehmen entdecken vermehrt den Nutzen des Einsatzes von Industrierobotern.

IT-DIRECTOR: An sich ist die Automatisierung durch Roboter in der Industrie ja nichts Neues – doch was hat sich hier im Vergleich zu früher geändert?
T. Flaig:
Beim Einsatz von Industrierobotern dominieren weiterhin die Branchen Automobil und Elektroindustrie mit starken jährlichen Zuwächsen. Die anderen Industrien hinken hier hinterher, sind jedoch getrieben von den allgemeinen Tendenzen zu:
- Produkten mit geringerer Stückzahl und hoher Varianz,
- steigender Verknappung von Arbeitskräften und
- steigenden Arbeitskosten mit gleichzeitig kürzerem ROI von Investitionen.
All dies zusammen erfordert eine Steigerung der Automatisierung, was auch zu einem steigenden Einsatz von Industrierobotern führen wird.

IT-DIRECTOR: Inwieweit bilden intelligente Robotersysteme das Rückgrat für die „Industrie 4.0“?
T. Flaig:
Bei Industrie 4.0 steht die Vernetzung von Maschinen und Automatisierungskomponenten im Vordergrund. Roboter stehen hierbei nicht unmittelbar im Mittelpunkt, sind jedoch essentiell, wenn es um Flexibilität und Unterstützung des arbeitenden Menschen geht. Intelligente Robotersysteme sollen den Menschen in den zukünftigen Fabriken unterstützen. Eine Art persönlichen Assistenten, welcher stupide, schwere oder gefährliche Arbeiten übernehmen soll. Hierdurch kann der Mensch sich auf die wesentlichen Arbeiten konzentrieren. Solche intelligente Robotersysteme müssen jedoch weitaus autonomer agieren können, als dies heute möglich ist. Autonome Fahrzeuge auf der Straße weisen hier den Weg in die Zukunft.

IT-DIRECTOR: Worin bestehen die Stolpersteine bei der Vernetzung jener Systeme?
T. Flaig:
Die Stolpersteine sehen wir in der Software-Entwicklung, die in der Automatisierungstechnik noch sehr schwerfällig daherkommt. Hierarchische Steuerungsarchitekturen in Produktionsanlagen, kombiniert mit althergebrachter Steuerungs-Software sind nur schlecht den Anforderungen einer intelligenten Vernetzung im Sinne von Industrie 4.0 gewachsen.

IT-DIRECTOR: Inwieweit können sich moderne Industrieroboter in einer Smart Factory selbst optimieren?
T. Flaig:
Selbstoptimierung hat sehr viel mit Autonomie zu tun und benötigt Maschinenintelligenz. Selbstoptimierung findet man heute nur in kleinem Umfang in überschaubaren abgegrenzten Prozessabläufen innerhalb der Automatisierung. Selbstoptimierende oder gar autonome Robotersysteme benötigen weit mehr Rechenleistung und intelligentere Algorithmen, als dies in heutigen Steuerungen verfügbar ist. Angesichts der exponentiell steigenden Rechenleistung wird dies jedoch in naher Zukunft verfügbar sein.

IT-DIRECTOR: Könnten die Maschinen irgendwann schlauer als wir Menschen sein? Wie schätzen Sie die Lage ein?
T. Flaig:
Das Moore´sche Gesetz besagt, dass sich die Rechenleistung alle 18 Monate verdoppelt. Selbst wenn die eine Technologie an die Grenzen stößt, wird diese durch eine andere abgelöst. Dieser Prozess läuft nun schon viele Jahrzehnte und scheint kein Ende zu finden. Aktuell rechnet man im Jahre 2030 mit Rechenleistungen, die der Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns entsprechen. Es ist nur eine Frage der Algorithmen, die Intelligenz, Kreativität und kognitiven Fähigkeiten eines Menschen in Maschinen abzubilden. Bei einer weiteren Verdoppelung alle 18 Monate haben wir dann im Jahre 2050 die 8.000-fache Leistungsfähigkeit eines menschlichen Gehirns. Es ist kaum vorstellbar, was dies konkret bedeutet.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt der Mensch in der zukünftigen „Smart Factory“? Mit welchen Herausforderungen wird er konfrontiert?
T. Flaig:
In der Smart Factory spielt der Mensch eine weitaus wichtigere Rolle als heute. Verantwortung und Entscheidungskompetenz sind gefordert, um das Zusammenspiel in zukünftigen Fabriken zu dirigieren. In Smart Factories:
- triggern und liefern vernetzte Objekte Informationen und Daten für Entscheidungen,
- werden Informationen in Echtzeit aufbereitet und an alle Beteiligen verteilt und
- der Mensch entscheidet, einzeln und in Gruppen.

IT-DIRECTOR: Ganz kritisch betrachtet, werden durch die weitere Automatisierung in der deutschen Industrie doch auf Dauer immer mehr Arbeitsplätze wegfallen. Wie schätzen Sie die Lage ehrlich ein?
T. Flaig:
„Prinzipiell werden Arbeitsplätze durch Industrie 4.0 auf der einen Seiten verloren gehen und auf der anderen Seite entstehen“, sagt Continental-Vorstandsvorsitzender Elmar Degenhart. Industrie 4.0 ist ein zweischneidiges Schwert – zum einen wird von den Mitarbeitern einer Smart Factory mehr Kompetenz und Verantwortung gefordert, und zum anderen werden wenig qualifizierte Tätigkeiten von intelligenten Maschinenassistenten übernommen. Die Unternehmen und die Gesellschaft sind gefordert, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und die Menschen abzuholen und mitzunehmen. Qualifikation ist der entscheidende Faktor – Qualifikation der aktuellen Mitarbeiter aber auch der zukünftigen Generationen.

Bildquelle: Cenit

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Lea Sommerhäuser IT-Director Startseite it-zoom Industrie 4.0 / MES
news-19750 Tue, 08 May 2018 16:35:09 +0200 Neuer Senior Vice President bei Siemens PLM http://www.it-zoom.de/it-director/e/neuer-senior-vice-president-bei-siemens-plm-19750/ Brenda Discher ist ab sofort Senior Vice President für Strategie und Marketing bei Siemens PLM Software. In ihrer Position berichtet sie direkt an CEO Tony Hemmelgarn. Die neue Aufgabe umfasst es, Marketing- und Strategiefunktionen von Siemens PLM Software und Mentor zusammenzuführen – ein entscheidender Aspekt für das Unternehmenswachstum. „In der Zusammenarbeit mit mittelständischen bis großen Unternehmen sind wir bereits sehr erfolgreich. Mit unserer Software helfen wir ihnen bei der Umsetzung ihrer Innovationsziele“, sagt CEO Tony Hemmelgarn. „Brenda Dischers Hintergrund und ihre Erfahrung ergänzen unser Team perfekt, um uns künftig auch noch besser auf kleine und mittlere Unternehmen zu konzentrieren, die mit unserer Software ihr Geschäft transformieren möchten.“ Zuletzt war Discher als Vice President Global Customer Service/Support für Autodesk tätig.

Bildquelle: Siemens PLM Software

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IT-Director Startseite it-zoom Leute
news-19744 Tue, 08 May 2018 11:55:33 +0200 So laufen Verträge über die Blockchain http://www.it-zoom.de/it-director/e/so-laufen-vertraege-ueber-die-blockchain-19744/ Auf Basis der Blockchain lassen sich sogenannte Smart Contracts erzeugen. Doch die Verträge sind nur dann „smart“, wenn es auch die Überwachungsmechanismen sind. Denn auch die Blockchain ist nicht vor Ausfällen geschützt. Die Blockchain ist ein wichtiger Trend im Jahr 2018 – das prognostizieren die Analystenhäuser IDC und Forrester. Auch auf dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC) stand die Technologie auf der Agenda. Am häufigsten wird das dezentrale Peer-to-Peer-Netzwerk mit Kryptowährungen wie Bitcoin in Verbindung gebracht. Doch Unternehmen entdecken weitere Anwendungsfelder. Eines davon sind Smart Contracts. Dies sind Computer-Protokolle, die Verträge abbilden, überprüfen oder die Verhandlung oder Abwicklung eines Vertrags technisch unterstützen. Sie laufen im Hintergrund der Blockchain ab und sind als Programmcode auf ihr einsehbar.

Smart Contracts vereinfachen und automatisieren rechtsverbindliche Verträge. Die Technologie kann beispielsweise in blockchain-basierten Versicherungen umgesetzt werden. So etwa im Falle der Versicherung Axa mit ihrem Produkt „Fizzy“, einer Versicherung gegen Flugverspätungen. Die aktuelle Beta-Version basiert auf Smart Contracts der Kryptowährung Ethereum und läuft vom Abschluss bis zur Auszahlung im Schadensfall vollständig automatisiert ab. Nach wenigen Klicks berechnen Algorithmen den jeweiligen Tarif. Das System ist an eine Flugverkehrsdatenbank gekoppelt und reagiert autonom, wenn der gebuchte Flug Verspätung hat, sodass der Kunde den Schaden nicht melden muss. Denn das hinter der Blockchain liegende System empfängt Daten und prüft anhand seines Software-Codes, ob gewisse Bedingungen erfüllt werden, die zuvor im Vertrag festgelegt wurden. Erfüllen die Informationen die Anforderungen, etwa, dass ein versicherter Flug Verspätung hat, löst das System eine entsprechende Aktion aus. Dabei werden alle Aktionen und Dateien mit einem Zeitstempel versehen. Aus diesem Grund – und weil die Blockchain dezentral auf unzähligen Servern verteilt liegt – gilt sie als schwer fälschbar. Sofern es sich um eine öffentliche Blockchain handelt, kann jeder mit einer entsprechenden Berechtigung Smart Contracts zum System hinzufügen oder Vertragsinhalte anpassen. Der Programmcode muss dabei nicht neu geschrieben werden.

Keine Wundertechnologie

Mit den Anwendungsszenarien von Smart Contracts hat Blockchain zwar einen Schritt in Richtung Massenmarkttauglichkeit getan, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn die Blockchain ist nicht die Wundertechnologie, die sie in der aktuellen Euphorie zu sein schien. Forrester geht davon aus, dass 80 Prozent der Blockchain-Projekte in diesem Jahr die Erwartungen nicht erfüllen können. Denn die Technologie mag zwar schwieriger zu kompromittieren sein, ausfallsicher ist sie deshalb noch lange nicht. Tauchen Störungen auf, können im Ernstfall Bedingungen vom System falsch verknüpft werden – und der Versicherte erhält die ihm zustehende Entschädigung nicht.

Besonders heikel wird es, wenn nicht alle Peers auf demselben Stand sind. So kann es passieren, dass Fehler nicht von allen Beteiligten eines Smart Contracts bemerkt oder nicht lokalisiert werden können. Auch gilt das „Garbage in, Garbage out“-Prinzip der IT-Programmierung: Unterlaufen bereits Fehler bei der Eingabe von Daten, die auf die Blockchain geschrieben werden, produziert auch die beste Datenbank falsche Ergebnisse.

Daher sollten Unternehmen das gesamte Netzwerk überwachen. So können Störungen und deren Ursachen schneller erkannt werden. Doch die Blockchain lässt sich schlechter überwachen als andere Technologien. Zum einen, weil die dezentrale Datenbank auf mehreren Servern verteilt liegt und damit nicht ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich eines Unternehmens fällt. Zum anderen ist die Praxistauglichkeit von Smart Contracts noch nicht hinreichend erprobt. „Wie bei allen neuen Technologien stellt sich auch bei der Blockchain die Frage, was mit ihr passiert, wenn sie im Massenmarkt eingesetzt wird. Es gibt derzeit noch viele offene Fragen, etwa in puncto Ausfallsicherheit oder Performance“, meint Martin Klapdor, Solutions Architect bei Netscout, einem Anbieter von Service-Assurance-Lösungen. „Zudem müssen Unternehmen bedenken, dass sie die Servicequalität ihrer Smart Contracts nur zum Teil überwachen können. Bei einem verteilten System wie der Blockchain haben sie keine Kontrolle darüber, was bei externen Peers geschieht.“

Probleme bei der Überwachung

Als Probleme, die es anzugehen gilt, sieht der Netzwerkexperte die mangelnde Skalierbarkeit der Blockchain und die langen Laufzeiten. Prozesse liegen teilweise auf anderen Servern. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, wie schnell Daten transportiert werden können und an welcher Stelle die Kette zum Stillstand kommen könnte. Vor allem bei komplexen Verträgen mit besonders vielen Nachfolgeprozessen werden Smart Contracts unübersichtlich. All das gefährdet einen reibungslosen Ablauf. Um daher die Servicequalität sicherzustellen, müssen Unternehmen stets die Peers und Schnittstellen im Blick haben, die sie auch kontrollieren können.

Dies kann mittels passiver Response-Tests erfolgen. „Wichtig ist, dass alle Verbindungen zwischen Peers und Service Level Agreements (SLA) gut funktionieren. So sollten Unternehmen über ein zentrales Monitoring prüfen, ob jeder angefragte Dienst eines Smart Contracts auch eine Antwort liefert. Erst dann kann die Prozesskette weiterlaufen und der nächste Block abgerufen werden. Momentan ist die Response-Zeit noch sehr langsam, weil eine Standardisierung fehlt“, erklärt Klapdor. „Firmen sollten außerdem bedenken, dass ein aktives Monitoring in Form von Fake- oder Test-Transaktionen nicht möglich ist, da die Blockchain alle Vorgänge unveränderlich dokumentiert.“ Dauert die Rückmeldung von einem Peer zu lange oder erfolgt sie gar nicht, können Unternehmen dann gegebenenfalls Schritte zur Fehlerbehebung einleiten.

Doch trotz der Überwachung von Smart Contracts kann es zu Fehlern kommen. In diesem Fall sollten Unternehmen mit einem Monitoring nachweisen können, dass der Fehler nicht bei ihnen lag. Was allerdings genau geschieht, wenn ein Fehler passiert, wird erst die Praxis zeigen.

Abläufe kontrollieren

Obwohl die Blockchain als schwer zu kompromittieren gilt, sollten Unternehmen die drohende Gefahr durch Cyber-Kriminelle nicht unterschätzen. So existieren zum Beispiel Krypto-Trojaner, die einem smarten Vertrag eine falsche Kontonummer hinzufügen. Wer nicht genau hinsieht, verliert möglicherweise Geld. Auch hier kann ein Monitoring vorbeugen, das Anomalien und Auffälligkeiten im Netzwerk sichtbar macht.

Die augenscheinlichen Vorteile der Blockchain, wie Dezentralisierung und fehlende Kontrollinstanz, stellen beim Einsatz von Smart Contract also auch Nachteile dar. Sie sorgen dafür, dass die Performance der Technologie durch viele Faktoren gebremst werden kann, auf die ein Unternehmen selbst keinen Einfluss hat. Je nachdem, wie komplex der smarte Vertrag ist, desto mehr unkontrollierbare externe Schnittstellen gibt es. Zudem bleibt abzuwarten, welche Kinderkrankheiten sich im Praxiseinsatz zeigen. Unternehmen können jedoch jetzt schon einen Beitrag dazu leisten, die Technologie abzusichern – indem sie ihren „eigenen“ Teil der Blockchain so gut es geht überwachen.

Die Blockchain – Haftung und Recht

Wer haftet bei Fehlern? Kann überprüft werden, ob der Fehler beim eigenen Unternehmen lag? Wer ist verantwortlich, wenn ein Vertrag nicht richtig ausgeführt wird? Dr. Alexander Duisberg, IT-Rechtsexperte und Partner der Wirtschaftskanzlei Bird & Bird, erklärt wer haftet, wenn eine Transaktion falsch abläuft:

„Die in dem Smart Contract angelegte Blockchain-Transaktion kann nicht falsch ablaufen, sondern nur ganz oder gar nicht. ‚Falsch’ kann die Transaktion nur im Verhältnis zu dem zugrundeliegenden Rechtsgeschäft sein, wenn es also gesetzliche Gründe für die Nichtigkeit der Transaktion gibt. Dies ist beispielsweise bei arglistiger Täuschung oder einem strafbaren Geldwäschegeschäft der Fall. Zwar ist die Transaktion in der Blockchain automatisch und unveränderlich vollzogen – aber nach deutschem Recht ist die Transaktion nichtig und darf keinerlei Rechtswirkung entfalten. Der in Unkenntnis handelnde Vertragspartner könnte normalerweise die Rückabwicklung der Transaktion verlangen. Dazu muss er sich an den anderen Vertragspartner, also den Initiatior des Smart Contract halten. Für die Blockchain wird die Möglichkeit der ‚reverse transaction’ diskutiert, indem man einen neuen Block ‚unter umgekehrten Vorzeichen’ erstellt. Schwierig wird es aber, wenn der Initiator nicht erkennbar ist oder die Nichtigkeit an früherer Stelle in der Blockchain ansetzt. Hier müssen die juristischen Lösungen – vielleicht auch einschließlich einer im Block angelegten, automatisierten Streiterledigung – erst noch vertieft überlegt werden.“

Wie sich Unternehmen auf Smart Contracts vorbereiten und die Servicequalität sicherstellen können:

  • Netzwerkinfrastruktur prüfen: Ist die Infrastruktur überhaupt geeignet für das Aufsetzen einer Blockchain? Es sollte keinen Single Point of Failure geben, und damit keinen Teil, dessen Störung gleichzeitig den Ausfall des ganzen Systems nach sich ziehen würde. Das Netzwerk sollte zudem skalierbar sein und Redundanzen enthalten.
  • Prozesskapazitäten überwachen: Da die Blockchain autonom läuft, kann nicht unbedingt vorhergesagt werden, wie viele Transaktionen in einem Zeitfenster durchgeführt werden. Damit das System nicht verlangsamt wird und Transaktionen ausgeführt werden können, sollten Unternehmen ihre Prozesskapazitäten überwachen und dabei auch immer das Antwortzeitverhalten im Blick behalten. Bei Engpässen sollte das System dann so ausgelegt sein, dass neue Kapazitäten hinzugefügt werden können, damit eine gute Performance erhalten werden kann. Dies kann zum Beispiel durch Virtualisierung erreicht werden.
  • Peers und Schnittstellen überprüfen: Wie sind die Laufzeiten zwischen den Peers? Liefert jeder angefragte Dienst eine Antwort? Im Idealfall sind die Peers außerdem so programmiert, dass alle zu jeder Zeit auf demselben Stand sind. Denn dann können alle Beteiligten des Smart Contracts Fehlerursachenlokalisieren.
  • Zentrales Monitoring einrichten: Wenn alle Peers der Blockchain an ein und dasselbe Monitoring-System angeschlossen sind, kann die IT am leichtesten überwacht werden. So erhalten Unternehmen sowohl Einsicht in interne Prozesse, als auch in Peers und Schnittstellen an fremde externe Peers der Chain. (Quelle: Netscout)

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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IT-Director Startseite it-zoom Dokumentenmanagement und ECM
news-19742 Tue, 08 May 2018 11:38:51 +0200 Cybersicherheit bei der Gemeinde Sylt http://www.it-zoom.de/it-director/e/cybersicherheit-bei-der-gemeinde-sylt-19742/ Eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning basierende Software des Anbieters Cylance sorgt bei der Gemeinde Sylt für Cybersicherheit. So schützt die Lösung „Protect“ insgesamt 175 Clients, davon 110 virtuell, sowie 30 virtuelle Server auf sechs realen Server-Blechen, drei davon für die VMware-View-Umgebung. Dabei handelt es sich um Systeme, auf denen Daten höchster Schutzgüte vorgehalten werden. Dazu gehören Liegenschafts-, Einwohnermelde- und Personendaten, die teilweise mit Auskunftssperren versehen sind.

Die Gemeinde Sylt setzt bereits in vielen Belangen auf eine elektronisch gestützte Verwaltung und Kommunikation. Dies wirkt sich auch auf die innerhalb der IT-Sicherheit eingesetzten Methoden und Technologien aus. Ein Beispiel war die bestehende Antivirenlösung der Gemeinde. Die Administration gestaltete sich sehr aufwendig, und die Mitarbeiter bemängelten, dass sich Art und Umfang der Scans negativ auf ihre Produktivität auswirkten.

Thomas Ranke von der Inselverwaltung der Gemeinde Sylt berichtet: „Die Admin-Systeme unserer bestehenden Lösung waren im alltäglichen Gebrauch schlicht gruselig. Hier bestand dringender Veränderungsbedarf. Im Grunde war unser Anforderungsprofil gar nicht so komplex. Wir suchten nach einem verlässlichen Endpunktschutz für unsere Clients und Server, einfach zu verwalten und ausgestattet mit einem Werkzeugkasten, in dem man die notwendigen Tools bei Bedarf schnell findet.“

Zeitaufwendige Signatur-Updates

Um die Endpunkte abzusichern, hatte man sich bei Gemeindeverwaltung bisher auf eine traditionelle, also eine signaturbasierte Antivirenlösung verlassen. Die Verwaltung stellte sich in der Folge jedoch als ausgesprochen aufwendig heraus, und die Lösung beeinträchtigte die den Endbenutzern gebotene Systemleistung. Dadurch verlangsamten sich die operativen Abläufe, die sich in der Verwaltung zum Teil erheblich von denen in Unternehmen der freien Wirtschaft unterscheiden.

Thomas Ranke weiter: „Ein Beispiel ist das kommunale Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen, ein Herzstück der öffentlichen Verwaltung. Hier öffnet ein Benutzer unter Umständen bis zu 300 Dateien gleichzeitig. Diese Dateien werden in kurzer Folge immer wieder geöffnet und geschlossen, entsprechend dem Rhythmus der Buchungen. Die notwendigen Scans der ursprünglichen Antivirenlösung haben sich teilweise massiv auf die Bearbeitungsgeschwindigkeit ausgewirkt. Dadurch waren wir gezwungen über zehn Prozent dieser Dateien aus den regelmäßigen Scans ausschließen. Das hat unsere Angriffsfläche deutlich erhöht. Dazu kam dann noch das zeitaufwendige Einspielen der Signatur-Updates.“

Hinzu kommt, dass auch im behördlichen Sektor die IT-Infrastrukturen immer komplexer werden. Nicht selten gibt es eine eigene IT, die IT-Umgebung im nahen behördlichen Umfeld, die zentrale IT im Rechenzentrum und externe Dritte als IT-Dienstleister. Neben einer Vielzahl von bereits geltenden Richtlinien erhöht die am 25. Mai 2018 wirksam werdende EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) den Druck zusätzlich.

Deutlich schnellere Reaktionszeiten

Vor diesem Hintergrund erklärt Ranke: „Wir waren mit der bestehenden Situation alles andere als glücklich. Wie es der Zufall wollte, wurden wir just zu diesem Zeitpunkt vom externen IT-Partner Communication Systems GmbH angesprochen. Und ich muss zugeben, dass ich als an Mathematik interessierter Mensch den vorgetragenen Ansatz von Cylance bestechend fand.“ Der Anbieter wendet für seine Cybersecurity-Lösung Künstliche Intelligenz, Algorithmik und maschinelles Lernen an, um fortschrittlichen Sicherheitsbedrohungen wie dateilosen Angriffen, böswilligen Skripts und Zero-Day-Exploits präventiv zu begegnen. Die KI-Technologie basiert eigenen Angaben zufolge auf einem prädiktiven Analyseprozess, der wiederum die Grundlage für neuartige KI-getriebene Sicherheitsprodukte bilden und kritische Angriffsvektoren adressieren soll.

„Wir waren zunächst skeptisch, denn die beiden Begriffe Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden aktuell gleichermaßen inflationär gebraucht. Nur selten wird dann erklärt wie ein Produkt genau arbeitet, welche Modelle maschinellen Lernens zugrunde gelegt werden, wie die Code-Analyse vonstatten geht und so weiter. Zum Glück konnte ein Referenzkunde des Anbieters unsere Bedenken komplett entkräften. Beim eigentlichen Test überzeugten die schnelle Implementierung und die Performance des Systems“, so Ranke weiter.

Was das erwähnte Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen anbelangt, bemerken die Benutzer jetzt nicht mehr, dass im Hintergrund eine Sicherheitslösung ununterbrochen ihren Dienst tut. Denn neben dem Schutz der Clients braucht die Lösung deutlich weniger Rechenzeit, was sich wiederum positiv auf die Reaktionszeiten auswirkt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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IT-Director Sicherheit
news-19740 Tue, 08 May 2018 10:15:43 +0200 Wienerberger-Mitarbeiter wollen keine Zahlenwüsten http://www.it-zoom.de/it-director/e/wienerberger-mitarbeiter-wollen-keine-zahlenwuesten-19740/ Als Produzent von Ziegeln für Wand, Dach und Fassade sowie von Rohrsystemen und Flächenbefestigungen ist die Wienerberger AG mit ihren etwa 16.000 Mitarbeitern ein Global Player im Baustoffbereich. Zur Erstellung von Reportings, im Customer-Relationship-Management (CRM) sowie bei der Analyse von Sales- und Marketing-Potentialen setzt das Unternehmen seit kurzem die Business-Intelligence-Software (BI) Qlik Sense ein. Anlass der Implementierung waren vor allem die wachsenden Herausforderungen bei der effektiven Datenverwertung im weltweit tätigen Unternehmen – also dem Schaffen von Mehrwert, basierend auf dem kontinuierlich ansteigenden Datenvolumen. Durch die voranschreitende Digitalisierung sämtlicher Geschäfts- und Produktionsprozesse erhöhen sich Mitarbeiter-, Kunden- und Lieferantendaten bei der Wienerberger AG explosionsartig. Zwar können die Daten mit SAP Business Information Warehouse professionell aufbereitet und für Berichte und Analysen verwendet werden, allerdings ist zur Bedienung einiges an Know-how nötig. Entsprechend zeigte sich der Bedarf in den Fachabteilungen: Data Analytics mit individuellen Fragestellungen – und vor allem in Eigenregie – zu nutzen.

Auch mehr Verständlichkeit durch aussagekräftigere Visualisierungen wünschte sich der Baustoffexperte. Denn wenn die oft hundertseitigen Berichte der Vergangenheit auch korrekt und vollständig waren: Die Arbeit mit den sperrigen Reports machte die datenbasierte Entscheidungsfindung auf den Fachebenen meist zur Geduldsprobe, wie Thomas Landl, Head of SAP CRM/BI bei Wienerberger AG, berichtet. „Die Mitarbeiter dort möchten keine Zahlenwüsten, sondern eine überschaubare Aufbereitung von Daten, die für sie relevant sind – und die möglichst rasch verwertbare Informationen für ihre Aufgaben liefern.“

Mit der BI-Plattform hat das Unternehmen eine Lösung gefunden, die genau dies tut. Die immensen Datenmengen werden aus dem SAP-Vorsystem geladen und auf der gemeinsamen Qlik-Oberfläche in Beziehung gesetzt sowie analysiert und visualisiert. Über unterschiedliche Dashboards sind zielgenaue, rollenbasierte Abfragen möglich, die neue Zusammenhänge innerhalb der Datenbasis sichtbar machen, Optimierungspotential und Trends aufzeigen sowie Impulse für neue Ideen setzen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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IT-Director Startseite it-zoom Business Intelligence / Big Data
news-19731 Mon, 07 May 2018 08:35:00 +0200 Wird es eine Bezahlversion von Facebook geben? http://www.it-zoom.de/it-director/e/wird-es-eine-bezahlversion-von-facebook-geben-19731/ Facebook betreibt laut einem Medienbericht Marktforschung, um das Interesse an einer Bezahlversion ohne Werbung herauszufinden. Nach dem jüngsten Datenskandal gebe es bei dem Online-Netzwerk intern wieder etwas mehr Zuspruch für solche Überlegungen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf informierte Personen.

Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg hatte die Möglichkeit einer Bezahlvariante erstmals bei der Anhörung im US-Kongress im April angedeutet als er sagte: „Es wird immer eine kostenlose Version von Facebook geben“. In der Telefonkonferenz nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen bestätigte Top-Managerin Sheryl Sandberg dann, dass Facebook über ein Abomodell nachgedacht habe – „und wir werden nicht damit aufhören, alles in Erwägung zu ziehen“. Zugleich betonte sie aber auch: „Anzeigen passen auf natürliche Weise zu unserem Geschäft“ und Facebook sehe da noch großes Potential.

Facebook erklärt, dass die Finanzierung durch Werbung es grundsätzlich erst erlaube, den Nutzern einen kostenlosen Dienst anzubieten.

dpa/ls

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IT-Director Startseite it-zoom Unternehmen
news-19729 Fri, 04 May 2018 16:39:56 +0200 Chatbots im Online-Handel http://www.it-zoom.de/it-director/e/chatbots-im-online-handel-19729/ Wie Chatbots die umständliche Navigation in Online-Shops überflüssig machen können, erklärt Inken Kuhlmann von Hubspot im Interview. IT-DIRECTOR: Frau Kulhmann, lassen Sie uns einen Blick in die Praxis werfen: Für welche Zwecke nutzen Unternehmen im Kundenservice heutzutage bereits Chatbots?
I. Kuhlmann:
Einige Unternehmen setzen im Kundenservice bereits auf Chatbots, beispielsweise um standardisierte Anfragen schnell und unkompliziert zu beantworten. Wenn jemand ein Serviceanliegen hat, können Chatbots etwa die Kontaktdaten der Person abgleichen und die Anfrage klassifizieren, bevor ein Servicemitarbeiter aktiv wird. Einfache Vorgänge wie die Aktualisierung von Adressdaten können Bots auch komplett selbstständig übernehmen und ein entsprechendes Update in der Datenbank veranlassen. Bei komplexeren Vorgängen können sie das Anliegen an einen Servicemitarbeiter delegieren. Und die Akzeptanz für Chatbots im Kundenservice ist relativ hoch. Vor allem bei einfachen Sachverhalten sind mehr als die Hälfte der Verbraucher bereit, mit einen Bot zu interagieren (Hubspot-Studie „Künstliche Intelligenz ist überall“, 2017).

Aber auch im Marketing, im Vertrieb, im E-Commerce oder zur Arbeitsunterstützung lassen sich Chatbots bereits sehr gut einsetzen. Wir nutzen selbst einen Chatbot für den Facebook Messenger, um Inhalte aus seiner Content-Bibliothek anzubieten. Dafür fragt der Bot nach Vorlieben und Interessen und schlägt dann entsprechende E-Books oder Ratgeber vor. So kann der Bot Interessenten weiterhelfen und generiert eigenständig neue Leads.

Außerdem können Chatbots auch Fragen zu Produkten beantworten, vorausgesetzt sie haben Zugriff auf die entsprechenden Informationen. Damit wird z. B. die häufig umständliche Navigation in Online-Shops überflüssig, denn der Bot gibt einfach „blaue Hosen in Größe 36“ aus und kann nebenbei auch auf aktuelle Rabattaktionen hinweisen. Und auch wenn kein direkter Kundenkontakt vorgesehen ist, können Chatbots das Leben von Marketern ungemein erleichtern. Dharmesh Shah, Mitbegründer und Chief Technology Officer von Hubspot, hat beispielsweise einen Chatbot speziell für die Bedürfnisse von Marketing und Vertrieb entwickelt: den Growthbot. Er kann über Facebook Messenger, Twitter und Slack genutzt und mit Hubspots-Software sowie Google Analytics integriert werden. Auf diese Weise kann er zum Beispiel Informationen zu Unternehmen und Personen liefern, über die Marketing-Performance Auskunft geben oder Blog-Beiträge anlegen.

IT-DIRECTOR: Welche positiven Auswirkungen bringt die Chatbot-Nutzung im Kundenservice mit sich? Welche Nachteile sind damit verbunden?
I. Kuhlmann:
Der große Vorteil von Chatbots ist ihre unbegrenzte Verfügbarkeit. Mit ihnen sind viele Ärgernisse passé: Kundenservice nur zu eingeschränkten Geschäftszeiten, ausschließliche Erreichbarkeit an Werktagen, lange Warteschlangen. Wenn ein Bot mit relevanten Informationen gefüttert und für eine breite Palette an Anfragen trainiert wird, kann er Mitarbeiter im Kundenservice viele zeitraubende Aufgaben abnehmen. Dann brauchen sie sich nicht mehr mit einfachen Datenabgleichen und Routinevorgängen aufzuhalten, sondern gewinnen mehr Zeit für qualitativ hochwertigen Service. Sie können ihre Zeit und ihre Serviceleistung für komplexere Sachverhalte einsetzen und Kunden bei schwierigeren oder kritischen Themen kompetent weiterhelfen und beraten.

Mögliche Nachteile wiederum können entstehen, wenn Chatbots ein nur sehr eingeschränktes Repertoire haben. Es ist wichtig, Chatbots mit möglichst vielen Varianten für eine Anfrage zu trainieren, damit sie die Intentionen der Nutzer korrekt erschließen können. Das heißt, wenn es um eine Adressänderung geht, muss der Chatbot „Postadresse“, „Adresse“, „Anschrift“, „Umzug“ und ähnliche Synonyme und Indizien erkennen können, um die richtige Kommunikationsschleife zu starten. Wenn Bots zu wenige Varianten möglicher Anfragen kennen, kann die Kommunikation schnell ins Stocken geraten und die Kunden sind frustriert. Das gilt es, auf jeden Fall zu vermeiden.

IT-DIRECTOR: Welche inhaltliche Limitierung gibt es Ihrer Ansicht nach derzeit für die Nutzung von Chatbots im Kundenservice?
I. Kuhlmann:
Prinzipiell gibt es wenige Grenzen für Chatbots – es ist vielmehr eine Frage des Aufwands und des Zwecks, den man erfüllen möchte. Wenn man einen universellen Bot im Kundenservice einsetzen möchte, muss man ihn mit Antworten zu Dutzenden, vielleicht Hunderten Standardanfragen und zahlreichen eher selten vorkommenden Anfragen wappnen. Außerdem braucht er eine ausgeklügelte Regelabfolge, wie er weitere Informationen erschließen und Vorgänge einleiten soll. Auf der Basis von maschinellem Lernen kann er dann im Einsatz sogar noch hinzulernen und wird immer smarter.

Für die meisten Fälle ist er so vermutlich gerüstet. Doch wenn jemand z. B. eine Frage mit dialektalen Ausdrücken spickt, sich vertippt oder im Falle sprachbasierter Bots wie Amazons Alexa oder Apples Siri komplett im Dialekt spricht oder vielleicht einen Akzent hat, können die Bots noch schnell an ihre Grenzen stoßen. Die Technik macht hier aber schnelle Fortschritte und verarbeitet mit genügend Training auch einen unkonventionellen Sprachgebrauch. In der Regel wird es einem Chatbot jedoch kaum möglich sein, außerhalb seines beschränkten Einsatzgebiets hilfreiche Antworten zu liefern. Ein Service-Bot kann nicht Goethe rezitieren. Nicht weil das prinzipiell nicht ginge, sondern weil er nicht dafür konzipiert und geschult wurde.

IT-DIRECTOR: Inwieweit ist die rechtliche Lage geregelt? Können Chatbots überhaupt verbindliche Aussagen treffen? Falls ja, wie werden die Aussagen von Chatbots juristisch bewertet? Gibt es erste Präzedenzfälle?
I. Kuhlmann:
Aus juristischer Sicht gibt es keine Unterscheidung zwischen den Aussagen eines Mitarbeiters und denen eines Chatbots. Jedoch darf der Nutzer nicht in die Irre geführt werden. Das heißt, weder darf der Eindruck erweckt werden, man spreche mit einem Menschen, noch darf man einen Servicemitarbeiter als hochentwickelten Chatbot ausgeben. Im Zweifelsfall sollten sich Unternehmen einen Rechtsbeistand suchen.

IT-DIRECTOR: Stichwort Haftung: Wer haftet für Aussagen oder Entscheidungen, die Chatbots treffen – der Software-Hersteller oder das anwendende Unternehmen?
I. Kuhlmann:
Zunächst haftet das Unternehmen für seine Chatbots, so wie es auch für seine Mitarbeiter verantwortlich ist. Ob das Unternehmen wiederum den Schaden beim Programmierer geltend machen kann, hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab. Ist der Fehler aufgrund einer falschen Programmierlogik oder aufgrund von falschen Inhalten entstanden? Sprich: Ist das System falsch oder wurde es falsch bestückt bzw. trainiert? Im Zweifelsfall sollten sich Unternehmen einen Rechtsbeistand suchen.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten die Verantwortlichen achten, die Chatbots für den weltweiten Kundenservice nutzen wollen? Welche ethischen, kulturellen oder sprachlichen Gepflogenheiten sollte man auf jeden Fall berücksichtigen?
I. Kuhlmann:
Beim internationalen Einsatz sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass ein Chatbot, den man fürs Deutsche entwickelt hat, nicht plötzlich auch automatisch alle Anfragen auf Englisch beantworten kann. Für jede Sprache muss man entweder einen eigenen Chatbot einsetzen oder eine andere Sprachebene einführen, die man ebenfalls entsprechend trainiert.

Außerdem ist es wichtig, die Inhalte, die man seinem Bot als Entscheidungsgrundlage oder Repertoire mit auf den Weg gibt, auf Diversität zu prüfen. Wenn man diese Vorsorge missachtet, kann ein Chatbot schnell ins Abseits geraten und schlimmstenfalls rufschädigend sein. So geschehen 2015, als eine Künstliche Intelligenz (KI) von Google zwei dunkelhäutige Personen als Gorillas eingestuft hat.

Wie konnte es dazu kommen? Die Entwickler hatten der KI als Lern- und Entscheidungsgrundlage lediglich Bilder von hellhäutigen Menschen zur Verfügung gestellt. Konfrontiert mit den Fotos Dunkelhäutiger suchte sie nach einem anderen Lebewesen mit dunkler Haut und entschied auf Gorilla. Der Fehler lag also im falschen Training. Aber auch bei selbstlernenden Chatbots mit Künstlicher Intelligenz sollte man ein Auge darauf haben, was Chatbots im Einsatz noch so alles erlernen. Man denke nur an den kolossal gescheiterten Twitter-Chatbot „Tay“ von Microsoft. Nach nur wenigen Stunden im Einsatz musste er wieder vom Netz genommen werden, weil sich Nutzer einen Spaß daraus gemacht hatten, ihn mit rassistischer Propaganda zu füttern, sodass der Chatbot selbst zum Rassisten wurde.

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Ina Schlücker IT-Director CRM
news-19718 Fri, 04 May 2018 09:20:00 +0200 Ist die Digitalisierung eine gigantische Job-Vernichtungsmaschine? http://www.it-zoom.de/it-director/e/ist-die-digitalisierung-eine-gigantische-job-vernichtungsmaschine-19718/ Düstere Prognosen zur Zukunft der Arbeit hat es in den vergangenen Jahren zuhauf gegeben. Roboter übernehmen die Fertigung, Künstliche Intelligenz und digitale Assistenten erobern das Dienstleistungsgewerbe und in den großen Ballungsgebieten erledigen autonome Fahrzeuge den Transport. „Und wenn Sie in einer Versicherung arbeiten und kleine Versicherungsfälle analysieren, dann sollten Sie sich vielleicht auch mal umorientieren“, riet John Dylan Haynes, Professor am Bernstein Center for Computational Neuroscience an der Charité Berlin in einer Diskussionsrunde auf der re:publica dem Publikum. Aber ist die Digitale Transformation tatsächlich eine gigantische Job-Vernichtungsmaschine?

Schon vor zwei Jahren hatte das Weltwirtschaftsforum in Davos dunkle Zukunftsszenarien entworfen. Weltweit würden rund fünf Millionen Jobs bis 2020 durch die Digitalisierung in den Industrieländern entfallen. Seither gab es zahlreiche Studien, die ähnliche Szenarien in Aussicht stellten, allerdings immer wieder auch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kamen.

„Alles Gerede, dass die Arbeit ausgeht, ist falsch, davon bin ich überzeugt“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Aber es werde andere Arbeit geben. Die Arbeitswelt in allen Branchen sei betroffen. Heil will dabei vor allem auch auf Weiterbildung setzen. „Da müssen wir mehr Zug reinbringen.“ Dabei seien auch der Staat und die Gewerkschaften gefragt.

Der SPD-Politiker will deshalb in der Bundesagentur für Arbeit einen Rechtsanspruch auf Weiterbildungsberaten etablieren. Wer Frust und Enttäuschung bei den Menschen vermeiden wolle, dürfe ihnen aber nicht versprechen, sie vor dem Wandel zu schützen. Es gelte stattdessen, Unsicherheiten zu managen und dabei unterschiedliche Interessen auszugleichen.

Horrorszenarien


Es sei heute sehr schwer vorauszusagen, was in 30 oder 50 Jahren möglich sei, sagte Björn Böhning, Staatssekretär beim Ministerium für Arbeit und Soziales. Bei den Horrorszenarien, nach denen 40 Prozent der Jobs bis 2030 verschwinden würden, würden aber immer nur die Automatisierungsprozesse berechnet, sagte Böhning. Berücksichtige man all die Tätigkeitsprofile, die neu hinzukommen, komme man vielleicht auf einen Prozentsatz von zehn bis zwölf Prozent, und das sei eine ganz normale Entwicklung.

Davon, dass mindestens so viele neue Berufsfelder entstehen werden wie sie wegbrechen, ist auch Bundesbildungsministerin Anja Karlizcek (CDU) überzeugt. Dabei würden aber hochwertige, interaktive Berufe gewinnen. Im Zuge des Wandels müssten aber auch unkonventionelle Wege beschritten werden. „Lebenslanges Lernen wird zur Königsdisziplin.“

In der Fertigungsindustrie werden immer mehr Arbeitsprozesse von Robotern und intelligenten Maschinen übernommen. Wir könnten uns freuen, wenn Maschinen uns langweilige Arbeit abnehmen, sagte Karlizcek. Aktuell bewegten wir uns zwischen Faszination und Furcht. Jede Technologie sei aber nur Mittel zum Zweck. Wir müssten uns klar werden, welche Formen der Zusammenarbeit wir akzeptieren wollten. „Dann müssen wir uns auch über rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Maßstäbe unterhalten.“

Politische Gestaltungsmächtigkeit


Sollte die Weltbevölkerung bis 2050 tatsächlich auf 10 Milliarden Menschen anwachsen, dann benötigen wir mehr Gebäude, Infrastruktur und Produkte für das tägliche Leben, sagt dagegen Lynelle Cameron, Managerin beim amerikanischen IT-Dienstleister Autodesk. Ohne Automation, Roboter und Künstliche Intelligenz (KI) sei das überhaupt nicht machbar. Autodesk setze derzeit erfolgreich Künstliche Intelligenz und Robotik ein, um etwa klimaneutrale Gebäude oder für Airbus neuartige Komponenten und Materialien für ihre Flugzeuge zu entwerfen. Das wäre alles ohne neue Technologien nicht möglich, sagte Cameron.

Die politischen Lösungsansätze seien bislang nicht in dem Tempo und der Reichweite konzipiert, wie es wünschenswert wäre, sagte Kerstin Jürgens, Soziologie-Professorin an der Uni Kassel. „Da wartet man noch auf einen größeren Wurf.“ Anders als bei der ersten großen industriellen Revolution hätten wir heute soziale Fragen schon „mit im Gepäck“. Aber es sei eine Frage, ob es überhaupt eine politische Gestaltungsmächtigkeit und den Gestaltungswillen gebe.

In der ersten industriellen Revolution seien die harten Knochenjobs weggefallen, sagte Autor und Philosoph Richard David Precht. Die dann entstandenen Dienstleistungsberufe würden nun durch die Digitalisierung ersetzt. „Millionen von Menschen in Dienstleistungsberufen werden ihre Arbeit verlieren“, ist Precht überzeugt. Diesen Jobs werde in 20 oder 50 Jahren aber niemand mehr hinterher trauern.

Precht mahnt aber eine intensive Diskussion um mögliche Konsequenzen sowohl auf lokaler als auch globaler Ebene an. „Was kommt auf den Sozialstaat zu?“ Es gebe heute z.B. die  Möglichkeit, etwa durch ein bedingungsloses Grundeinkommen zu verhindern, „dass jemand dabei auf den Boden aufschlägt“. Sollten einige Millionen Arbeitslose in den Arbeitsmarkt nicht integriert werden können, werde das unser soziales Sicherungssystem nicht mehr aushalten.

dpa/Renate Grimming/ls

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news-19716 Thu, 03 May 2018 16:16:34 +0200 So bleibt der Gartenspezialist Dehner immer im Bilde http://www.it-zoom.de/it-director/e/so-bleibt-der-gartenspezialist-dehner-immer-im-bilde-19716/ Wie ein neues Digital-Asset-Management-System (DAM) bei der Gartencenter-Gruppe Dehner ein integriertes Medien-Management ermöglicht Die Dehner Garten-Center GmbH & Co. KG mit Zentrale in Rain bei Augsburg und über 125 Gartenmärkten in Deutschland und Österreich zählt zu den größten Gartencenter-Gruppen Europas. Durch konsequente Kundenorientierung hat sich das Familienunternehmen mit über 70-jähriger Geschichte zum Branchenführer entwickelt. Dehner ist in der dritten Generation inhabergeführt und verfolgt nach wie vor eine Firmenphilosophie, die auf Qualität und fachkundige Beratung baut. Mit ihren mehr als 5.000 Mitarbeitern erzielte die Gruppe 2016 einen Umsatz von insgesamt 691,4 Millionen Euro.

Die Beschäftigung mit dem Thema Digital Asset Management bei Dehner begann, als Anne Hahnenstein von einem Verlag zu dem Gartenspezialisten wechselte, um dort die Werbeleitung zu übernehmen. Inzwischen verantwortet sie das gesamte Marketing. „In Verlagen machen Bilder und Texte quasi das Produkt aus, im Handel sind es nur die erweiterten Artikelstammdaten“, sagt Hahnenstein, „aber genauso wie in Verlagen braucht es in werbetreibenden Handelsunternehmen eine sinnvolle Medienverwaltung. Sonst macht man teure Shootings und findet am Ende die Bilder nicht wieder oder muss dieselben Lizenzierungsfragen immer wieder neu klären. Und bei Dehner sind manche Bilder im 14-tägigen Rhythmus immer wieder für Werbung im Einsatz“, so Hahnenstein weiter. „Teilweise stammen die Produktbilder aus dem Einkauf – oft von den Herstellern selbst – und zum großen Teil aus dem Marketing. Um eine zentrale Verwaltung unserer Medien zu realisieren, haben wir darum mit einer Marktrecherche zu DAM-Systemen begonnen.“

Die Wahl fiel auf das DAM-System „Cavok“, der Peak-14 GmbH, die zur Peak-Gruppe in Darmstadt gehört. Argumente, die für das System sprachen, waren eine gute Präsentation, das Engagement des Herstellers und die Preiswürdigkeit der Lösung. Neben dem klassischen Anwendungsgebiet eines DAM-Systems – dem zentralen Verwalten von Daten – enthält Cavok ausgeprägte Features, um Workflows zu automatisieren und Dubletten zu vermeiden. Die Stärke des DAM-Systems ist zudem, dass es sich tief in andere Programme wie Webshops, Designprogramme oder CMS-Systeme integrieren lässt. Die Architektur basiert auf einem SOAP-Server (Simple Object Access Protocol). An den reduzierten Kern der Software schließt sich eine Schicht mit quelloffenen Modulen an.

„Es war für uns schon ein Weg, bis wir das System in unsere spezifische IT-Welt integriert hatten, aber es hat sich ausgezahlt“, findet Hahnenstein. „Wir haben das System genutzt, um unsere speziellen Anforderungen abzubilden. Die Software ist jetzt ein zentraler Baustein für unsere automatisierte Werbemittelerstellung. Und die Oberfläche der Lösung ist intuitiv bedienbar – was sehr gut ist, denn die Anwender bringen unterschiedliche Vorkenntnisse mit.“ Heute verwenden mehr als ein Dutzend Mitarbeiter aus dem Marketing das DAM-System. Hinzukommen rund 20 Kollegen aus dem sogenannten Category Management – Mitarbeiter, die für die diversen Produktsortimente verantwortlich sind und ebenfalls Produktfotos, Grafiken und Texte ins System laden. Aber auch etliche Dienstleister und Agenturen von Dehner nutzen das zentrale DAM-System – im Austausch mit dem Marketing. Derzeit greifen rund 95 externe Redakteure, Grafiker und Fotografen darauf zu.

Workflows auch für Externe

Auch Lars Schöne, im Dehner-Marketing Leiter Kampagne und Strategie, betont die wichtige Rolle des Systems: „Im Grunde ist es heute der zentrale Unterbau für den Umgang mit allen Medien-Assets bei uns im Unternehmen. 2015 haben wir das Medienproduktionssystem Neoseven eingeführt, ein Produkt der Heidelberg-Gruppe. Wir haben Cavok als unsere zentrale Bildverwaltung an Neoseven angebunden.“ Entsprechend findet heute ein bidirektionaler Austausch von Bildern, Metadaten oder Bildveränderungen zwischen dem DAM-System und Neoseven statt. „Für unsere Werbemittelerstellung haben wir inzwischen einen definierten Medienprozess realisiert“, erklärt Schöne. Viele Agenturen und Dienstleister arbeiten dabei direkt in dem DAM-System.

Agenturen recherchieren beispielsweise im Bestand nach geeignetem Bildmaterial, laden sich ein Bild als Tif-Datei herunter, bearbeiten sie als Psd-Datei in Photoshop und laden sie dann wieder zurück ins DAM-System. Um diesen Vorgang zu vereinfachen und Dubletten zu vermeiden, hat Peak-14 einen Workflow mit Austauschmechanismus realisiert, der es auch bei Formatwandlungen ermöglicht, bearbeitete Dateien noch klar zu identifizieren und zuzuordnen. Auch ein Freigabe-Workflow für die Medien-Assets, die von den Agenturen kommen, ist in dem System realisiert. Dabei ist es möglich, Assets nur für bestimmte Nutzergruppen freizugeben.

„Klassische Handelsprintwerbung ist für uns sehr wichtig“, sagt Anne Hahnenstein. „Unsere Beilagen werden individuell und hochwertig umgesetzt.“ Gleichzeitig hat Dehner mit dem neuen Workflow, in dem DAM-System das führende Bildsystem ist, die Frequenz seiner Werbemittelproduktion nochmals erhöhen können. „In der Saison schalten wir wöchentliche Verteilungen, Neueröffnungen und marktindividuelle Versionen kommen hinzu“, berichtet Hahnenstein. Früher steckten die Texte dafür in simplen Word-Dateien – jetzt sind die relevanten Textbausteine direkt mit den entsprechenden Bildern in Neoseven verknüpft.

Auch die Rückmeldung der Nutzer ist positiv – zumal der Schulungsaufwand gering war. „Die Bedienung des Systems muss ähnlich einfach sein wie die der öffentlich zugänglichen Bildportale“, meint Hahnenstein. „Die intuitive Bedienbarkeit ist ein Pluspunkt“, stimmt Lars Schöne ihr zu, „im Grunde müssen wir in Schulungen nur einige Basics erklären, wie etwa das Ein- und Ausblenden von Funktionen.“ Zu den neueren Features zählt, dass Anwender Bilder aus dem DAM-System jetzt auch direkt in ihrer Desktop-Umgebung öffnen können, etwa in Photoshop.

Komplexe Nutzerverwaltung

Es existiert zudem eine recht umfangreiche Nutzerverwaltung, was durch eine neue Unternehmensstruktur erforderlich wurde – einzelne Geschäftsbereiche konnten im System klar getrennt werden. „Die neue Nutzerverwaltung ist den Kollegen von Peak-14 gelungen“, sagt Schöne. Auch der Umstieg auf die neuere Version Cavok 4.0 hat sich 2017 bezahlt gemacht. „Durch die neue Version sind die Zugriffszeiten optimiert und die Performance verbessert“, berichtet Schöne, „und auch ein paar nützliche grafische Anpassungen hat es gegeben.“

Es steht fest, dass das DAM-System mit den Ansprüchen in Zukunft weiter wachsen kann. So spielen auch Film und Bewegtbild eine immer größere Rolle im Dehner-Marketing. Aktuell produziert man bereits Filme für Youtube, etwa Anwenderspots und Tutorials. „Filme lassen sich intuitiv in das System hochladen“, berichtet Schöne. Ein weiteres Thema: eine mögliche zukünftige Anbindung des Systems an die Shop-Plattform des Gartenspezialisten. Die Voraussetzung dafür ist da. Schon jetzt hat man für eine einheitliche Bildernamensstruktur und Verschlagwortung gesorgt, intern wie extern. „Ein DAM-System eröffnet viele Möglichkeiten“, so Anne Hahnenstein abschließend. „Wir als Händler können noch einiges tun, um das voll auszuschöpfen.“

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IT-Director Asset- und Lizenzmanagement