IT-MITTELSTAND https://www.it-zoom.de/it-mittelstand/news/ IT-MITTELSTAND: IT-Business im Mittelstand de ©2016 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH Mon, 12 Nov 2018 17:22:31 +0100 Mon, 12 Nov 2018 17:22:31 +0100 TYPO3 EXT:news news-21259 Mon, 12 Nov 2018 12:12:25 +0100 Verjüngungskur für die Onlinepräsenz http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/verjuengungskur-fuer-die-onlinepraesenz-21259/ Nüsse und Trockenobst in orangefarbenen Tüten – damit füllt Seeberger seit Jahrzehnten die Regale in zahlreichen Supermärkten. Jetzt hat das Ulmer Unternehmen seinen Markenauftritt gemeinsam mit der Webagentur Pluspol Interactive überarbeitet und eine neue Corporate Website realisiert. Die neue responsive Website, die auf Basis des Content Managements Systems Typo 3 in Version 9.5 entwickelt wurde, überzeugt durch Kundenorientiertheit und Nutzerfreundlichkeit sowie durch ein junges, zeitgemäßes Design. Ganz im Stil des neuen Seeberger Markenbildes und überarbeiteten Verpackungsdesigns wurde auch auf der Website eine visuelle Verjüngungskur vollzogen.

Großflächige, emotionale Bilder und Videos nehmen den User bereits auf der Startseite mit auf die Reise durch die Seeberger Genusswelt. Hobbyköche und Liebhaber von gesunden Salaten, Müslis und frischem Gebäck finden jetzt im „Seeberger Genuss Magazin“ viele leckere Rezepte mit Seeberger Produkten. Auch die Kreation dieses neu geschaffenen Magazinbereiches mit Foodblog-Charakter wurde von Pluspols Design-Team übernommen. Mittels bedürfnisorientierter Suchfunktion auf Basis der modernen Suchtechnologie Apache Solr oder dem Produktfinder kann der User nach seinen persönlichen Kriterien wie „glutenfrei“ oder „vegan“ suchen oder sich Toppings für sein Lieblingsmüsli vorschlagen lassen. Durch die klare Navigation gelangt man schnell zu den gesuchten Inhalten und kann sich dort über das gesamte Produktsortiment informieren.

Der Bereich B2B – der Seeberger Kaffeevertrieb – hebt sich jetzt mittels Bildsprache und getrennter Navigation noch klarer vom B2C-Bereich ab. So bekommen Business-Kunden, die über Seeberger Kaffee beziehen und Seeberger Kaffeemaschinen zur Zubereitung benutzen, im Geschäftskundenbereich alle relevanten Informationen übersichtlich bereitgestellt und können direkt mit dem Service Kontakt aufnehmen.

Bildquelle: Pluspol Interactive

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news-21253 Fri, 09 Nov 2018 14:33:00 +0100 Strategien für die Datenanalyse http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/strategien-fuer-die-datenanalyse-21253/ Robert Schmitz, Area Vice President Southern Europe & Russia bei Qlik, im Gespräch über Business Intelligence (BI), den Weg zur richtigen Datenstrategie und das Zusammenspiel mit den Fachabteilungen. ITM: Herr Schmitz, welche Kompetenzen müssen Angestellte mitbringen, um souverän mit BI-Software arbeiten zu könne?
Robert Schmitz:
Das hängt zu einem guten Teil davon ab, ob jemand ein Standard-Anwender ist, der mit wenigen Dashboards und überschaubaren Datensets zu tun hat, die ihm beispielsweise einfach und ortsunabhängig sowie in Echtzeit KPIs, Kundendaten und Co. verfügbar machen. Oder ob jemand als Power-User selbst Apps erstellt bzw. als Data Scientist auch an Themen wie M2M-Kommunikation, Machine Learning oder KI-Anwendungen arbeitet. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Anwender – auf welchem Level auch immer – umso komfortabler arbeiten kann, je intelligenter die Analytics-Engines selbst werden. Beim Auffinden von Datenquellen, beim Durchsuchen auch größter Datensets oder beim Indizieren geeigneter Datenausschnitte anhand von Metadaten helfen bereits heute kognitive Systeme.

ITM: Wie sieht die Arbeitsteilung bei der Arbeit mit BI-Software zwischen IT und Controlling aus?
Schmitz:
Im Idealfall wird eine strikte Arbeitsteilung durch eine passende Datenanalyse-Strategie sogar nach und nach überwunden. Wer beispielsweise eine gepflegte SQL-Datenbank hat, kann ohne Weiteres mit dieser arbeiten und die dort gepflegten Stammdaten immer wieder in Analysen einbeziehen. Doch damit beginnen die Möglichkeiten wirklich performanter Datenanalyse und -visualisierung erst. Denn dynamisch werden Analytics-Projekte vor allem dann, wenn Daten aus allen Quellen einbezogen werden – strukturierte (beispielsweise aus der Datenbank), unstrukturierte (aus dem eigenen Data Lake etwa oder aus Social-Media-Aktivitäten), On-Premise- ebenso wie Cloud-Daten. Kann jeder für seinen Arbeitsbereich – und durch zentral gemanagte Governance gesteuert – passende Datensets aus vielen Quellen in seine Analytics-Apps laden, kürzt das Prozesse ab, stärkt die Datenkompetenz jedes Einzelnen und bringt sowohl Datenverständnis wie auch die konkrete Analysetätigkeit in die Fachabteilungen – ohne ein eigenes „Analytics-Department“, über das alles laufen müsste.

ITM: Mit welchem Schulungsaufwand ist eine Neueinführung realistischerweise verbunden?
Schmitz:
Hier spielen Unternehmensgröße und Vorwissen eine Rolle, sowie die Entscheidung zum „Do-it-yourself“ oder zum Training durch einen Hersteller oder Partner. In der Regel beträgt die Time-to-Value beim Ausrollen eines BI-Projekts aber zwischen wenigen Tagen und wenigen Wochen.

ITM: Inwiefern ist es erforderlich, für zusätzliche Aufgaben externe Spezialisten einzubeziehen?
Schmitz:
Unter anderem bei bestimmten Branchenanforderungen kann es sehr sinnvoll sein, spezialisierte Implementierungs-Partner mit ins Boot zu holen. Smart Factories, datenbasiertes Shopfloor-Management, die Verarbeitung von enormen Datenmengen aus digitalen Medizingeräten: Die Anwendungsfälle sind nahezu unendlich, in denen Systemintegratoren zum Beispiel eigene Lösungen um eine Analytics-Engine herum bauen, sodass besondere Bedürfnisse und Kundenwünsche adressiert werden.

ITM: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um einen belastbaren und aussagekräftigen Datenpool erschließen zu können?
Schmitz: Erstens Data Literacy - ein grundlegendes Verständnis für echte Datenkultur im Unternehmen, in der jeder mit Daten arbeiten kann, der das möchte und dazu motiviert ist. Zweitens eine moderne Analytics-Plattform, die durch ihre Architektur sowie ein großes Ökosystem aus offenen APIs und Konnektoren Daten-Integration aus allen Quellen und ohne Infrastrukturhürden gewährleistet. Und drittens aussagekräftige Visualisierungen, die Inhalte wirklich verdeutlichen, neue Einsichten transparent machen und so letztlich datenbasiert bessere Entscheidungen fördern.

Bildquelle: QlickTech GmbH

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Philip Fassing IT-Mittelstand Startseite it-zoom Business Intelligence / Big Data
news-21232 Wed, 07 Nov 2018 16:10:59 +0100 Industrie setzt auf Cyberversicherungen http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/industrie-setzt-auf-cyberversicherungen-21232/ In der deutschen Industrie wächst die Nachfrage nach Cyberversicherungen, zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom. Demnach hat bereits Jedes siebte Industrieunternehmen (14 Prozent) eine Versicherung gegen digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl abgeschlossen. Vor zwei Jahren waren es erst elf Prozent. So lautet das Ergebnis der Studie, für die über 500 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Industriebranchen befragt wurden.

Weiteren Ergebnissen zufolge planen weitere 13 Prozent der Firmen konkret, eine solche Versicherung abzuschließen. Fast ein Drittel (30 Prozent) diskutiert solch ein Vorhaben. Für vier von zehn Unternehmen (38 Prozent) ist eine Cyber-Police jedoch weiterhin kein Thema, heißt es in einer Pressemitteilung. „Eine Cyberversicherung kann eine sinnvolle Ergänzung im Risikomanagement sein, ersetzt aber keine robuste IT-Sicherheit“, betont Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung. „Nur wer bei der IT-Sicherheit gut aufgestellt ist, kommt auch als Versicherungsnehmer in Frage.“

Vor allem Großunternehmen setzen sich mit Cyberversicherungen auseinander. Ein Drittel der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern (32 Prozent) hat sich bereits gegen digitale Angriffe versichert. Bei mittelgroßen Unternehmen zwischen 100 und 499 Beschäftigten ist es laut Studie fast ein Viertel (23 Prozent), bei kleineren von 10 bis 99 Mitarbeitern erst jedes zehnte Industrieunternehmen (zehn Prozent).

Bei der Bewertung, inwiefern sich Cyberversicherungen gelohnt haben, scheint die Industrie geteilter Meinung: Für drei von zehn Unternehmen (28 Prozent), die in den letzten zwei Jahren von digitalen Angriffen betroffen waren und eine Cyberversicherung abgeschlossen haben, hat sich die Police gelohnt. „Cyberangriffe können jeden treffen, egal wie gut ein Unternehmen geschützt ist“, so Dehmel. „Unternehmen und Versicherungsgeber sollten klar definieren, bei welchen Vorfällen eine Cybersicherung greift und wie mögliche Schadensfälle nachgewiesen werden.“

Laut dem Branchenverband können Cyberversicherungen nach Attacken etwa die Kosten für die Reparatur von IT-Systemen oder die Wiederherstellung von Daten übernehmen. Abgedeckt sind in der Regel auch Schäden, die bei einer Betriebsunterbrechung entstehen. Neben externen Angriffen sind je nach Police auch Bedienungsfehler durch Mitarbeiter oder technische Störungen mitversichert. Unternehmen können sich zudem gegen eigene Datenschutzverstöße absichern.

Bei Wirtschaftsschutz handle es sich generell um ein wichtiges Thema für die Industrie. Laut einer anderen Bitkom-Studie ist Industrieunternehmen in den vergangenen zwei Jahren ein Gesamtschaden von 43,4 Milliarden Euro durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage entstanden. Sieben von zehn Industrieunternehmen (68 Prozent) sind in diesem Zeitraum Opfer geworden, jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) vermutet dies.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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IT-Mittelstand Sicherheit
news-21229 Wed, 07 Nov 2018 11:22:32 +0100 Verzahnung mit elektronischen Marktplätzen http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/verzahnung-mit-elektronischen-marktplaetzen-21229/ Das Unternehmenssoftwarehaus Nissen & Velten mit Sitz in Stockach und der Stuttgarter E-Commerce-Spezialist Brickfox beschließen eine Produktpartnerschaft. Die Middleware Brickfox wird Enventa ERP mit elektronischen Marktplätzen verzahnen. Die Bedeutung von elektronischen Marktplätzen nimmt auch im Produktionsverbindungshandel stetig zu. Deshalb haben sich die beiden Unternehmen nun zu einer Partnerschaft entschlossen. Nach Entwicklung der dafür notwendigen Schnittstellen werden die Anwender der Unternehmenssoftware im kommenden Jahr mit Hilfe der E-Commerce-Middleware auf einer Vielzahl von B2B- und B2C-Plattformen und Marktplätzen handeln können. Für den größeren Teil der Anwender dürften hier in erster Linie B2B-Plattformen wie beispielsweise Mercateo oder Amazon Business von Interesse sein.

Brickfox bietet den Anwendern Multichannel-E-Commerce mit automatisiertem, regelbasiertem Import und Export von Produktdaten, Bestellungen, Retouren und Stornos im Zusammenspiel mit der Business-Software. Etliche Kanäle lassen sich mit Hilfe der Lösung aussteuern. Zu den Funktionalitäten zählen unter anderem die Pflege kanalspezifischer Produktinformationen, Artikelnamen und Preise. Eine weitere Funktionalität sind auch die Übermittlung und das Mapping von Attributen und Attributwerten zwischen ERP-System und Marktplätzen. Der Preis für die Lösung wird sich aus dem einmaligen Aufwand für die Einrichtung und transaktionsbezogenen Gebühren zusammensetzen.

Das Unternehmenssoftwarehaus erhofft sich, seinen Kunden dadurch neben dem Webshop auch eine Lösung für das Geschäft auf elektronischen Marktplätzen anbieten zu können.

Bildquelle:Thinkstock/iStock

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news-21227 Wed, 07 Nov 2018 09:59:08 +0100 Digitalisierung in der Privatbrauerei Waldhaus http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/digitalisierung-in-der-privatbrauerei-waldhaus-21227/ Ein neuer Breitbandanschluss beschleunigt bei der Privatbrauerei Waldhaus etliche Prozesse und treibt die Digitalisierung voran, sagt Geschäftsführer Dieter Schmid. Seit dem Jahr 1833 produziert die Privatbrauerei 
Waldhaus hochwertige Bierspezialitäten, wobei die Ausstoßmengen entgegen des Markttrends in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden konnten. Um für weiteres Wachstum gerüstet zu sein, setzt Brauereichef Dieter Schmid auf die Digitalisierung sämtlicher Betriebsabläufe und eine enge Zusammenarbeit mit Rohstofflieferanten und Vertriebspartnern. Ein erst kürzlich realisierter Breitbandanschluss spielt ihm dabei besonders in die Karten.
 
ITM: Herr Schmid, wie abhängig ist Ihre Brauerei von Informationstechnologien?
Dieter Schmid: Ohne eine reibungslos laufende IT würden bei uns sämtliche Abläufe stillstehen, denn Bierbrauen stellt sich mittlerweile als Mischung aus Hightech und Tradition dar. So laufen bei uns sämtliche Vertriebsprozesse IT-basiert ab. Sollten Rechner und Anwendungen wie das Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP) oder unser Prozessleitsystem ausfallen, würde der Betrieb teilweise oder sogar komplett stillstehen. Generell bemerken wir in unserer Branche den Trend hin zur zunehmenden Vernetzung, Datenerfassung und Digitalisierung.

ITM: Nutzten Sie für das angesprochene Prozessleitsystem auch Industrie-4.0-Komponenten?
Schmid: Wir arbeiten bereits seit Jahren mit intelligenten Produktionsmaschinen. Aus diesem Grund können wir den aktuellen Hype um die Vernetzung der Produktion, Digitalisierung und Industrie 4.0 nicht ganz nachvollziehen. Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um Schlagwörter, denn dort wo es sinnvoll erscheint, digitalisieren mittelständische Unternehmen schon seit langem.
 
ITM: Weitere Schlagwörter sind momentan Cloud Computing und das Internet der Dinge. Welche Bedeutung haben diese Technologien für Ihr Unternehmen?
Schmid: Keine.
 
ITM: Warum nicht?
Schmid: Mit der Nutzung von Public-Cloud-Services würden wir unsere Daten und unser Wissen in externe Hände geben. Zwar würden wir durch den professionellen Betrieb von Cloud-Rechenzentren einen höheren Ausfallsschutz gewinnen und evtentuell auch kürzere Wiederherstellungszeiten erreichen. Allerdings wäre die Einhaltung gesetzlicher Regularien nicht unbedingt gewährleistet, etwa wenn die Cloud außerhalb Deutschlands oder im EU-Ausland betrieben wird. Oder, wenn wir nicht nachvollziehen können, wo unsere Daten genau vorgehalten werden. Nichtsdestotrotz halten wir die Augen offen und sollte der richtige Moment gekommen sein, werden wir auch Cloud-Services in unser Kalkül einbeziehen.
 
ITM: Demzufolge betreiben Sie Ihre IT selbst?
Schmid: Größtenteils, wobei wir an der einen oder anderen Stelle regelmäßig auf externe Dienstleister zurückgreifen. Wir besitzen an unserem Standort einen eigenen Serverraum, der mit professioneller Klimatisierung, Brandschutz, USV-Anlage und redundanter Stromversorgung versehen ist. Das über eine Glasfaserverbindung angebundene Backup-RZ befindet sich nur einige hundert Meter vom Unternehmenssitz.
 
ITM: Als einer Ihrer Dienstleister fungiert die Telekom Deutschland. Welche Projekte haben Sie mit dem Anbieter umgesetzt?
Schmid: Jüngstes Projekt war die Anbindung unseres Standortes mit Glaserfaserkabel, wobei sich die Ausgangslage recht schwierig gestaltete: Unsere Brauerei liegt inmitten des Südschwarzwaldes auf rund 800 Höhenmetern. In unmittelbarer Nähe um uns herum gab es bisher keinerlei Ortschaften oder Firmenstandorte mit einem Glasfaserkabelanschluss,  weshalb sich eine vernünftige Vernetzung schwierig gestaltete.
 
ITM: Wäre eine Anbindung über Mobilfunk möglich?
Schmid: Nein, da wir mitten im Niemandsland sitzen, lässt hier die Mobilfunkanbindung zu wünschen übrig. Im Schwarzwald gibt es mehrere Regionen, in denen kein Handynetz verfügbar ist, sodass man dort weder telefonieren, noch eine Verbindung ins Internet aufbauen kann.
 
ITM: Dennoch wendete sich alles zum Guten?
Schmid: Ja, da sich unser Firmensitz direkt an der B500 und damit an einer großen Bundesstraße befindet. Durch Zufall sind wir auf die in der Straße eingebettete Kabelinfrastruktur gestoßen.

ITM: Wie das?
Schmid: Als wir vor wenigen Jahren ein neues Logistikzentrum errichteten, wurde im Zuge der Bauarbeiten ein Kabel beschädigt. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um ein Telekom-Kabel handelte. Unser Ansprechpartner bei der Telekom schaltete sofort und initiierte, dass wir über ein vorhandenes Leerrohr innerhalb weniger Wochen einen Glasfaseranschluss erhielten. Das Projekt wurde vorbildlich, sehr schnell und zuverlässig seitens des Telekommunikationsanbieters umgesetzt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Welche Übertragungsrate nutzen Sie aktuell?
Schmid: Wir nutzen eine Rate von 50/50 MBit/s (Synchron). Allerdings werden wir innerhalb der nächsten Jahre sicherlich deutlich höhere Bandbreiten benötigen. Von daher wollten wir eine Übertragungsmethode installieren, die uns die Zukunft offenhält.
 
ITM: Für welche Zwecke nutzen Sie die schnelle Internetanbindung?
Schmid: Wir benötigen insbesondere für unseren Außendienst eine leistungsfähige Anbindung. Denn die Mitarbeiter greifen von unterwegs per Laptop auf unsere Systeme zu und müssen alle relevanten Daten zeitnah zur Verfügung haben. Vor der Nutzung des Breitbandanschlusses war dies fast nicht machbar. Es war ein regelrechtes Drama, denn der Zugriff funktionierte entweder überhaupt nicht oder dauerte mehrere Minuten. Darüber hinaus existierte für unseren IT-Leiter ein großer Leidensdruck. Für das Einspielen von Software-Patches und -Updates aus dem Internet brauchte er früher viele Stunden und mitunter sogar ganze Nächte. Da Updates nicht immer reibungslos ablaufen, sollte man am besten dabei bleiben und ab und zu einen Blick darauf werfen, weshalb sich unser IT-Leiter so manche Nacht um die Ohren schlagen musste. Mittlerweile sind solche Installationen reibungslos. Zudem steht nun ein flüssiger Zugriff auf das Prozessleitsystem für unsere Bierdesigner (Bierbrauer) bei Bereitschaftsdiensten oder Störungen zur Verfügung, sodass diese nicht wegen jeder Alarmierung zur Brauerei fahren müssen. Viele Dinge können somit aus der Ferne erledigt werden.
 
ITM: Gibt es weitere Vorteile?
Schmid: Mit unseren Werbeagenturen und Vertriebspartnern können wir nun Videokonferenzen führen, was früher undenkbar gewesen wäre. Dabei gestaltet sich die Kommunikation vis-à-vis deutlich persönlicher als dies früher bei reinen Telefonkonferenzen der Fall war. Generell eröffnet uns der Breitbandausbau neue Wege für die Zukunft und stellt damit die Basis unserer weiteren Digitalisierungsstrategie dar. Auch da die Geschwindigkeit der Datenübertragungen für uns zunehmend wichtiger wird, da wir immer mehr Kunden und Getränkehändler sämtliche Daten erfassen und miteinander verknüpfen wollen.
 
ITM: Viele mittelständische Unternehmen aus strukturschwachen Regionen stehen vor ähnlichen Problemen wie Sie. Die Bundesregierung will solche „weißen Flecken“ künftig ausmerzen, indem sie bundesweit den Breitbandausbau vorantreiben möchte. Was halten Sie von dieser Initiative?
Schmid: Trotz dieser Absichtserklärung gibt es leider nach wie vor viele weiße Flecken in Deutschland. Ein Problem der flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet liegt im Föderalismus: Beschließen die Bundesländer den Breitbandausbau, muss dieser letztlich von den Gemeinden und Kommunen bezahlt und umgesetzt werden. Orientieren sich die Kommunen allein an den Wünschen von Privathaushalten, passen die Entscheidungen nicht unbedingt auch für die Anforderungen von Unternehmen. Oder, wie in unserem Fall geschehen, zögern viele Gemeinden die Entscheidungen hinsichtlich eines Breitbandausbaus auf unbestimmte Zeit hinaus. Betriebe wie unserer können jedoch nicht mehrere Jahre darauf warten, eine adäquate Internetverbindung zu erhalten. Vor diesem Hintergrund sind wir unseren eigenen Weg gegangen, was sich letztlich ausgezahlt hat.
 
ITM: Inwieweit haben Sie den Internetzugang hochverfügbar gestaltet?
Schmid: Hinsichtlich der Breitbandverbindung haben wir keine Hochverfügbarkeit vorgesehen. Denn unser Geschäft würde nicht zusammenbrechen, wenn wir für mehrere Stunden oder Tage kein Internet hätten – auch da keine weiteren Standorte an unsere IT angeschlossen sind. Sollte der Webzugriff nicht möglich sein, arbeiten wir, die Partner und Lieferanten ganz normal weiter. Da wir derzeit keine Cloud-Dienste nutzen ist eine Hochverfügbarkeit des Netzes derzeit nicht relevant. Problematischer wird es erst, wenn die Telefonie auf All-IP umgestellt ist, aber auch hier gibt es Möglichkeiten dies abzufangen.
 
ITM: Wie lange hat der Netzausbau bei Ihnen gedauert?
Schmid: Die Telekom hat für uns die gesamte Lichtwellenleiter-Anbindung (LWL) ge-stemmt, wobei das Projekt innerhalb von sechs Wochen über die Bühne gegangen ist – angefangen von den ersten Gesprächen über das Ausbaggern und Verlegen der Leitungen bis hin zur Inbetriebnahme.
 
ITM: Auf welche IT-Ausstattung kommt es neben dem Breitbandanschluss bei Brauereien besonders an?
Schmid: Anders als in anderen Branchen gibt es seitens der Rohstofflieferanten, Getränkegroßhändler oder der Gastronomie noch recht wenige Vorgaben hinsichtlich notwendiger IT-Standards. Aufgrund dessen treiben wir zunächst den internen Ausbau der IT voran. Hierbei geht es um den internen Netzausbau und Realisierung von Sicherheitskonzepten. Erst im nächsten Schritt geht es dann um einen elektronischen Datenaustausch oder die Anbindung von Externen an unsere IT-Systeme. Aktuell gibt es erst wenige Großhändler, die bereits eine elektronische Datenübertragung vorsehen.

Dieter Schmid

  • Alter: 50 Jahre
  • Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
  • Werdegang: Nach dem Abitur erfolgte ab 1987 die handwerkliche Ausbildung zum Brauer und Mälzer in der Privatbrauerei Hoepfner in Karlsruhe. Anschließend studierte Schmid von 1991 bis 1995 an der Fachhochschule für Wirtschaft in Pforzheim und schloss das Studium als Diplom-Betriebswirt ab. Von 1995 bis 1997 absolvierte er ein brauchtechnisches Studium an der Technischen Universität München/Weihenstephan mit Abschluss als Diplom-Braumeister.
  • Derzeitige Position: Seit 1997 ist Dieter Schmid als Geschäftsführer der Privatbrauerei Waldhaus tätig; seit 2007 hat er die Position des Geschäftsführenden Gesellschafters inne.
  • Hobbys: Familie, Reisen, Laufen, Fahrradfahren 

ITM: Welche IT-Projekte planen Sie in Zukunft?
Schmid: Wir prüfen kontinuierlich, wo wir unsere Abläufe mittels IT verbessern oder beschleunigen können. Allerdings investieren wir, wie eingangs erwähnt, nicht blindlings in Hype-Themen wie das Internet der Dinge.
 
ITM: Gibt es laufende IT-Vorhaben?
Schmid: Derzeit führen wir ein neues ERP-System und gleichzeitig die CRM-Software Profit System des Dortmunder Anbieters Merkarion GmbH für unseren fünfköpfigen Außendienst und unsere Handelsagentur ein. Darüber hinaus planen wir die Erneuerung der Telefonanlage. Aufgrund des Breitbandausbaus können wir nun auf Voice over IP (VoIP) setzen, ohne hinsichtlich der Sprachqualität Einbußen befürchten zu müssen. Ob wir bei diesem Projekt mit der Telekom zusammenarbeiten werden, werden wir eruieren.
 
ITM: Welches Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) führen Sie ein?
Schmid: Wir setzen auf die Brauereilösung des Anbieters Orgasoft aus Mainz. Wir haben uns für dieses System entschieden, da es alle für unsere Abläufe wichtigen Funktionen besitzt. Allerdings waren die Unterschiede zu anderen Branchen-ERP-Lösungen nicht allzu groß. Die ERP-Auswahl selbst fällten wir im Team, wobei unter anderem die nutzerfreundliche Oberfläche den Ausschlag gab. Zudem sprachen die Vertriebsfunktionen und die kaufmännische Verwaltung für sich. Im Moment befinden wir uns inmitten der Umsetzung des ERP-Projekts, dessen Abwicklung bislang sehr gut funktioniert.
 
ITM: Das heißt, Sie können beruhigt schlafen?
Schmid: Das kann ich immer, da ich ein tolles Team hinter mir habe. Auch, wenn ich weiß, dass das, was seitens der IT-Anbieter versprochen wird, fast nie eins zu eins eingehalten werden kann. Alles in allem freue ich mich aber auf die Inbetriebnahme des neuen ERP-Systems. Denn damit machen wir einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung und werden unsere Daten künftig besser erfassen und verarbeiten können.

ITM: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen 
Sie im Unternehmen?
Schmid: Insgesamt haben wir 50 Mitarbeiter. Darunter sind sechs Abteilungsleiter, die bei uns Spielführer genannt werden. Die Verwaltung ist mit drei Personen sehr schlank aufgestellt. Hinzu kommen fünf Markenbotschafter und drei Braumeister. Alle weiteren Mitarbeiter beschäftigen wir im Lager, im Fuhrpark und natürlich im Herzstück unseres Unternehmens: in der Bierproduktion.
 
ITM: Müssen Sie Ihr Sortiment regelmäßig neu ausrichten und neue Geschmacksrichtungen ausprobieren?
Schmid: Wir müssten nicht, machen dies aber sehr gerne, da unser Brauerherz immer offen für neue Bierkreationen ist. Im Zuge der aus den USA seit einiger Zeit überschwappenden Craft-Beer-Welle kommen zudem neue Biersorten auch hierzulande sehr gut an.
 
ITM: Bedeutet die Verbreitung von Craft Beer nicht neue Konkurrenz?
Schmid: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Durch die Craft-Beer-Bewegung ist Bier sprichwörtlich wieder in aller Munde und insbesondere bei jungen Leuten „hip“ geworden. Die meisten Craft Beer-Sorten sind ohnehin sehr charakterstarke Biere mit teilweise hohem Alkoholgehalt, die der Verbraucher, ähnlich einem Dessertwein, lieber langsam und bewusst genießt. Die Wurzeln der Craft-Beer-Bewegung liegen in der Brautradition der USA begründet. Denn dort, wo der Konzern Anheuser-Busch mit Budweiser jahrzehntelang als Monopolist den Biermarkt beherrschte, wollten kleine Brauereien mit handwerklich gebrautem „Craft Beer“ eine Gegenbewegung ins Leben rufen.
 
ITM: Auch in Deutschland befinden sich viele regionale Brauereien wie Augustiner-Bräu oder Störtebeker im Aufwind und vermarkten ihre Biere bundesweit. Welche Vertriebsstrategie verfolgen Sie für die Waldhaus-Produkte?
Schmid: Wir vermarkten unsere 13 Biersorten vornehmlich in Baden-Württemberg. Dabei haben wir uns bewusst gegen den aktiven bundesweiten Vertrieb und für ein beständiges Wachstum in der Region entschieden. Denn im seit Jahren rückläufigen Biermarkt kann man sich durch voreiligen Aktionismus schnell die Finger verbrennen. Nichtsdestotrotz gibt es durchaus Getränkehändler aus Berlin oder dem Rheinland, die regelmäßig Paletten unserer Bierspezialitäten ordern. Vereinzelt werden unsere Bierspezialitäten sogar in großen Übersee-
containern weltweit verschifft – etwa nach Spanien, Südkorea, China oder nach Brasilien.
 
ITM: Woran lässt sich die Qualität von Bier erkennen?
Schmid: Vor allem an der sogenannten „Drinkability“: Hat man nach einem Glas Bier Lust auf ein zweites oder drittes Glas, dann kann die Qualität so schlecht nicht sein. Da alle Biere aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe hergestellt werden, kommt es auf die beste Auswahl dieser Rohstoffe an, so wie in der Küche des Sternekochs. So verwenden wir in Waldhaus als eine der wenigen Brauereien in Deutschland zu 100% Naturhopfendolden. Die größte Herausforderung beim Bierbrauen ist allerdings, das Qualitätsniveau kontinuierlich gleich hoch zu halten.
 
ITM: Warum ist das so schwierig?
Schmid: Da es sich beim Bier um ein klassisches „consumer good“ handelt, erwarten die Verbraucher, dass ihr Lieblingsgerstensaft immer gleicht schmeckt. Für Bierbrauer stellt dies eine Schwierigkeit dar, da die Güte der zugrundeliegenden Rohstoffe ständig schwankt. Allein die Hopfenernte kann von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. Während man bei Trauben und den daraus gekelterten Weinen von Jahrgangseditionen spricht, gibt es dies bei Bieren nicht.
 
ITM: Zudem müssen Sie den gesetzlichen Vorgaben der Nahrungsmittelindustrie entsprechen ...
Schmid: Genau, so müssen wir beispielsweise die lückenlose Rückverfolgung aller Rohstoffe dokumentieren können. Sollte dies nicht funktionieren, kann es schlimmstenfalls zu geschäftsschädigenden Skandalen kommen. Schnell kann man so ein über Jahrzehnte aufgebautes Image innerhalb kürzester Zeit wieder verlieren. Bei einigen Brauereien ist dies etwa durch die letztjährige Glyphosat-Studie geschehen. In deren Rahmen wurde in zahlreichen deutschen Bieren das von Monsanto hergestellte, im krebsverdacht stehende Pestizid Glyphosat nachgewiesen. Hier konnten wir aufgrund unserer Prozessdokumentation allen Vertriebspartnern und Kunden nachweisen, dass unsere Sorten davon nicht betroffen waren. Dies zeigt, welchen großen Stellenwert die Rohstoffauswahl und die Qualitätssicherung für uns besitzt. Dabei fließen sämtliche Labordaten laufend sowohl ins ERP- als auch Prozessleitsystem. Heutzutage können wir fast alles messen, was die Rohstoffe ausmacht, und nehmen bei den Lieferanten auf Basis dessen strenge Qualitätskontrollen vor.

ITM: Wie realisieren Sie die Rückverfolgbarkeit genau?
Schmid: Hier gibt es noch viele manuelle Prozesse. Wir beziehen unser Malz zum Beispiel von mehreren Mälzereien, darunter auch von kleineren, die für die Lieferungen der Gerste wiederum mit sehr vielen lokalen Bauern zusammenarbeiten. Sehr selten stößt man hier auf digitale Abläufe. Von daher müssen wir sämtliche Daten manuell in unser ERP-System einpflegen.
 
ITM: Können Sie uns einzelne Arbeitsschritte eräutern?
Schmid: Die Rohstoffkette beginnt beim Anbau der Gerste auf den Feldern. Im Zuge dessen erhalten wir Informationen darüber, wann die Gerste angebaut wurde, welche Ernteabfolge es auf den Äckern gab und welche Düngemittel in welchen Mengen eingesetzt wurden. Die nächsten Infos stammen aus den Mälzereien. Hier werden uns über 80 Analysewerte, beispielsweise der Eiweißgehalt des Malzes, übermittelt. Ab der Anlieferung des Korns in unser Silo laufen alle nachfolgenden Prozesse automatisiert mit Hilfe eines Prozessleitsystems weiter.
 
Auf diese Weise wissen wir genau, welche Malzkörner in welchen Bierflaschen stecken. Aufgrunddessen umfasst die Dokumentation einer einzelnen Bierflasche in der Regel 50 Seiten. Das heißt, dass sich für jede Flasche nachvollziehen lässt, welche Rohstoffe dafür verwendet wurden und woher diese stammen. Allerdings wird die Sache dadurch komplexer, dass in jedem Bier eine Mischung verschiedener Sude steckt. Alle verfügbaren Produktinformationen einer Charge werden mit einem festgesetzten Referenzprodukt verglichen, um etwaige Abweichungen hinsichtlich der Qualität feststellen zu können. Das Referenzprodukt wurde dabei von verschiedenen neutralen Quellen – beispielsweise vom Forschungszentrum Weihenstephan an der TU München – bewertet.
 
ITM: Was passiert, wenn merkliche Abweichungen festgestellt werden?
Schmid: Dann kann anhand der zugrundliegenden 50-seitigen-Dokumentation nachvollzogen werden, woran es lag: War der Eiweißgehalt zu hoch? Stimmte die anfängliche Maischetemperatur nicht? Lief die Vergärung nicht reibungslos ab? Oder lag es an einem Fehler menschlicher oder technischer Natur? Haben wir den Fehler entdeckt, können wir direkt gegensteuern.


ITM: Sie arbeiten ausschließlich mit Naturhopfen, warum?
Schmid: Weil es besser schmeckt. Während die meisten Brauereien heutzutage auf Hopfenextrakte oder Hopfenpellets setzen, nutzen wir ausschließlich Naturhopfendolden, so wie er im Hopfengarten wächst. Bei Brauversuchen mit anschließender Blindverkostung konnte man eindeutig herausschmecken, welche Biersorten mit Extrakten und welche mit natürlichem Hopfen eingebraut wurden.
 
ITM: Der Erfolg spricht für Ihre Strategie ...
Schmid: Ja, so konnte unsere Brauerei innerhalb der letzten Jahre kontinuierlich wachsen. Während wir vor etwa 25 Jahren einen Ausstoß von 25.000 Hektoliter pro Jahr hatten, brauen wir heute über 100.000 Hektoliter Bier. Darüber hinaus haben wir über 500 
nationale und internationale Qualitäts-Auszeichnungen für unsere Bierspezialitäten erhalten und konnten die Belegschaft innerhalb der letzten zehn Jahre von 25 auf 50 Mitarbeiter verdoppeln.
 
ITM: Hatten Sie Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden?
Schmid: Nein, wir hatten bislang keinerlei Schwierigkeiten die passenden Mitarbeiter zu finden. Vielleicht liegt dies daran, dass uns ein gutes Betriebsklima wirklich am Herzen liegt und sich das vielleicht auch herumspricht. Wir bieten als Arbeitgeber attraktive Arbeitsplätze mit einer guten Bezahlung sowie funktionierende Teams, deren Mitglieder gerne zusammenarbeiten. Meine Mitarbeiter haben auch am Montag Morgen Lust darauf, zur Arbeit zu kommen.
In mittelständischen Unternehmen gelten andere Werte als in Konzernen. Ich pflege zu jedem meiner Mitarbeiter eine freundschafltiche Beziehung, die weit über den Arbeitsplatz hinaus geht. Wir betrachten uns im Betrieb als große Familie – mit allen damit verbundenen Höhen und Tiefen. Ist die Stimmung im Unternehmen gut, dann sind auch die Mitarbeiter motivierter und die Produktion läuft runder. Nicht zuletzt feiern wir errungene Erfolge gemeinsam und machen regelmäßig gemeinsame Reisen mit allen Mitarbeitern und ihren Partnern. Dieses Jahr flogen wir für drei Tage nach Amsterdam.
 
ITM: Sind Ihre Produkte auch biozertifiziert?
Schmid: Wir würden sehr gerne Biobiere produzieren. Mit dem derzeitigen Angebot an Bio-Rohstoffen ist dies aus Qualitätsgründen aber kaum umsetzbar. Ja, das hört sich widersprüchlich an, aber aktuell sind die Bioanbaugebiete für Hopfen und Gerste noch viel zu klein, um uns garantiert mit Rohstoffen von gleichbleibend hoher Qualität zu versorgen. Zudem kann z.B. Hopfen vom Pilzbefall – etwa mit Mehltau – betroffen werden. Um die Ernte zu retten, müssen folglich entsprechende Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Dadurch kann der Vorgabe der Biosiegel nach einer rein ökologischen Schädlingsbekämpfung nicht entsprochen werden. Letztlich nutzt es auch nichts, wenn die Malzkörner aus dem Bioanbau stammen, aber nur geringe Stärke und Enzyme aufweisen und stattdessen hohe Eiweißgehalte besitzen. Dann eignen sie sich viel besser zum Brotbacken als zum Bierbrauen.


ITM: Vom Bier zurück zur IT: Wie ist diese bei Ihnen organisiert?
Schmid: Wir beschäftigen einen IT-Leiter, daneben arbeiten wir, wie bereits erwähnt, mit externen IT-Dienstleistern zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit liegt der Fokus auf dem Infrastrukturbetrieb und der Unterstützung bei IT-Projekten. Geht es um die Etablierung neuer Technologien, vertrauen wir auf die Hilfe von Externen, den täglichen Ablauf hingegen behält unser IT-Leiter im Blick.
 
ITM: Welche Prozesse 
wickeln Sie selbst ab?
Schmid: Das Herzstück unserer IT stellt das Prozessleitsystem in der Produktion dar. Dieses stammt von Siemens, wobei unser IT-Leiter auf Basis dessen eigene Programmierungen vornimmt. Via Prozessleitsystem haben wir sämtliche Maschinen untereinander vernetzt. Wichtig ist dabei die reibungslose Datenerfassung aller Maschinen und Produktionsprozesse, um im nächsten Schritt zu erkennen, ob alles wie gewünscht abläuft. Somit können wir den zahlreichen regulatorischen Vorgaben der Lebensmittelproduktion entsprechen.
Generell gestaltet sich die Herstellung von Bier recht komplex, da beispielsweise sowohl die Temperaturen, als auch die Druckstufen und Gärzeiten stimmen müssen. Das alles wird heutzutage nicht mehr manuell geregelt, sondern läuft mithilfe des Prozessleitsystems ab.
 
ITM: Haben Sie das ERP-System mit 
der Produktion verknüpft?
Schmid: Nein, noch nicht. Mit dem ERP-System wickeln wir bislang vorrangig Kundenkontakte, Bestellungen, Rechnungsstellungen und Abrechnungen ab. Das Prozessleitsystem hat eine übergelagerte Betriebsdatenerfassung, welche Datenbank basierend ist. Hier werden sämtliche technischen Parameter der Produktion abgebildet und es kann jederzeit eine Chargenrückverfolgung anhand der Losnummer erfolgen. In diesem System erhält man sämtlich Produktionsschritte sowie Rohstoffanalysen der jeweiligen Charge vom Beginn der Herstellung bis zur Abfüllung. Sobald die Ware ins Lager und anschließend in den Versand wandert, greifen ERP-Prozesse. Hier handelt es sich um eine wichtige Schnittstelle, so dass wir bereits in der Planung sind, diese Schnittstelle bald auch digital umzusetzen.

Privatbrauerei Waldhaus
Gründung: 1833
Mitarbeiter: 50
Standort: Waldhaus, Weilheim im Schwarzwald

Die 1833 gegründete Privatbrauerei Waldhaus gehört mit 100.000 hl Bierausstoß/Jahr und 50 Mitarbeitern zu den kleinen Brauereien in Deutschland. Dass sich aber auch kleine regionale Anbieter durch eine konsequente und faire Firmenphilosophie erfolgreich auf einem schrumpfenden Markt behaupten können, beweist die Privatbrauerei Waldhaus mit Bravour. Preisführerschaft im Markt, internationale Auszeichnungen und kontinuierliches gesundes Wachstum sind nur drei Punkte, die dies deutlich unterstreichen. Dabei fühlt sich Waldhaus als Mittelständler den Menschen der Region und der Umwelt verpflichtet – ob als Hersteller feingehopfter Bierspezialitäten, als Arbeitgeber, als Förderer der regionalen Wirtschaft oder als Umweltschützer.

Fotos: Claus Uhlendorf

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Ina Schlücker IT-Mittelstand Startseite it-zoom ERP
news-21220 Tue, 06 Nov 2018 15:31:30 +0100 Unterstützung beim Auswahlverfahren http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/unterstuetzung-beim-auswahlverfahren-21220/ Die Tillmann Profil GmbH, ein führender Hersteller kaltgewalzter Profile mit Schwerpunkt in der Automobilindustrie, führt gemeinsam mit einem externen Berater eine neue ERP-Lösung ein. Als führender Hersteller kaltgewalzter Profile steht Tillmann Profil ständig steigenden Anforderungen gegenüber: Für den Serienfertiger mit Schwerpunkt Automobilindustrie erhöht sich die Komplexität der Fertigungsplanung, Auftragsabwicklung und Logistik ebenso wie die Fertigungstiefe. 2016 stand daher die Entscheidung an, das vorhandene Warenwirtschaftssystem entweder abzulösen oder mit einer erheblichen Investition weiter zu entwickeln. Dazu sollte ein externer Berater hinzugezogen werden, da Detailkenntnisse über das ERP-Angebot und Auswahlverfahren im Unternehmen nicht vorhanden waren.

Aufgrund von Erfahrungen, den Empfehlungen eines Kunden und einem positiven Eindruck im Erstgespräch wurde dafür die MQ Result Consulting AG ausgewählt. Die anbieterunabhängigen ERP-Berater schlugen vor, mit einer eingehenden, strukturierten Analyse der Kernprozesse die Soll-Prozesse und die hierzu erforderlichen ERP-Anforderungen zu beschreiben und darauf basierend die Potenziale für zukünftige Prozessverbesserungen offen zu legen, bevor der eigentliche Auswahlprozess beginnt. „Einmal unabhängig vom Tagesgeschäft unsere Prozesse analytisch zu betrachten, hat uns sehr geholfen“, Berichtet Holger Voss, Kaufmännischer Leiter bei Tillmann Profil, als Projektleiter. „Wir konnten im Alltag bereits Abläufe verbessern, obwohl wir noch gar kein neues System haben.“

Auf dieser Grundlage führte das Unternehmen ein professionelles ERP-Auswahlverfahren durch, an dem bereits die späteren Schlüsselnutzer beteiligt waren. „Die strukturierte Entscheidungsfindung hat uns die Auswahl sehr erleichtert; die Tools zur Bewertung und die Projektarbeit fördern zugleich die Akzeptanz bei den späteren Anwendern“, so Voss. Die Wahl fiel schließlich auf APplus von Asseco Solutions. Das ERP-System löst auch bei einem anderen Unternehmen der Umgebung erfolgreich ganz ähnliche Aufgaben und genießt dabei einen guten Ruf. Inzwischen begleitet der ERP-Berater die Tillmann Profil GmbH bei der Einführung von APplus und sorgt für die Einhaltung von Budgets, Terminplänen und Meilensteinen. Das Projekt soll Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Bildquelle: Tillmann Profil GmbH

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Startseite it-zoom IT-Mittelstand ERP
news-21210 Tue, 06 Nov 2018 10:23:18 +0100 Übersetzungen als komplexe Workflows http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/uebersetzungen-als-komplexe-workflows-21210/ „Made in Germany“ steht in vielen Ländern für Qualitätsprodukte. Dieser Umstand kann vor allem dem Mittelstand angerechnet werden, der laut dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft für 97 Prozent der deutschen Exporte verantwortlich ist. Neben der eigentlichen Fertigung müssen die Unternehmen einige organisatorische Prozesse in deren Umfeld bewältigen, beispielsweise die Bereitstellung von Dokumentationen in der jeweiligen Landessprache. Bei exportierten Waren sind die Hersteller gefordert, produktbegleitende Dokumentationen wie Handbücher oder Service-Hinweise an die Zielländer anzupassen und aktuell zu halten. Denn der Übersetzungsprozess birgt viele Hindernisse, die einen optimalen Workflow erschweren können.

Was passiert, wenn immer wieder gleiche oder ähnliche Textpassagen zu übersetzen sind? Was geschieht, wenn während der Übersetzung der Quelltext geändert werden muss? – Dies alles sind Beispiele, die zeigen, dass bei genauerem Hinsehen das „Übersetzen“ nicht nur die Übertragung eines Textes von einer Sprache in eine andere ist. Selbst bei wenigen Zielsprachen und geringem Textumfang handelt es sich meist um vielschichtige Prozesse, beginnend mit dem übersetzungsgerechten Schreiben des Ursprungstextes und endend mit der korrekten Formatierung des Zieltextes.

Übersetzungsunterstützung

Damit Unternehmen den Übersetzungsaufwand so gering wie möglich halten, ist der Einsatz einer Translation-Management-Software empfehlenswert – unabhängig davon, ob sie mit einem Übersetzungsbüro zusammenarbeiten oder die Lokalisierung selbst vornehmen. Eine solche Software, wie etwa der Language Server der Across Systems GmbH, besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten:

  • Translation Memory: Hier handelt es sich um eine Datenbank, in der bereits übersetzte und autorisierte Sätze gespeichert sind, sodass sie für alle zukünftigen Projekte wiederverwendbar sind. Mehrfachübersetzungen werden vermieden und damit die Übersetzungskosten gesenkt.
  • Terminologiesystem: In diesem befindet sich der gesamte Fachwortschatz eines Unternehmens. Werden hinterlegte Begriffe konsequent genutzt, führt dies zu konsistenten und damit verständlicheren Texten. Ein Terminologiesystem reduziert zusätzlich den Übersetzungsaufwand, wenn der Verfasser einen bestimmten Begriff konsequent verwendet und nicht zwischendurch variiert.
  • Werkzeuge zur Projekt- und Workflow-Steuerung: Mit diesen können Projektverantwortliche die Übersetzungsprozesse ressourcengerecht steuern und behalten gleichzeitig den Überblick über Termine, Arbeitsfortschritt und Kosten.

Bessere Projektsteuerung

Mit diesen Komponenten soll ein solches System nicht nur die Übersetzung, sondern auch die Verwaltung stetig wachsender Sprachressourcen unterstützen. In einer gemeinsamen Arbeitsumgebung werden zu übersetzende Inhalte und sämtliche projektrelevanten Daten direkt an den Sprachdienstleister oder zuständigen Mitarbeiter übermittelt. Umgekehrt werden neben den Übersetzungen auch alle neu erstellten Translation-Memory- und Terminologieeinträge zurückgegeben und zentral gespeichert. Die Voraussetzung hierfür bilden eine zentrale Datenhaltung, durchgehende Prozesse und vernetztes Arbeiten mit allen beteiligten Bearbeitern.

Die Projektverantwortlichen wiederum behalten den Überblick über Termine, Projektfortschritt und -kosten. Aufgrund des vernetzten Arbeitens mit internen Übersetzern, Sprachdienstleistern und Lektoren ist dies unabdingbar, denn die Projektsteuerung kann oft ähnlich viel Zeit in Anspruch nehmen wie die Tätigkeit des Übersetzens selbst.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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news-21185 Wed, 31 Oct 2018 15:34:45 +0100 Die Genetik des Mittelstands http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/die-genetik-des-mittelstands-21185/ IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen der großen IT-Anbieter. In dieser Ausgabe: Jürgen Städing, Vorstand der Noris Network AG. Unter Mittelstand verstehe ich …

… eher eine Haltung als eine Firmengröße. Diese Haltung ist geprägt durch solides Handeln und Finanzieren. Bodenständigkeit, Innovationskraft mit Augenmaß auf den anstehenden Kundenbedarf und eine gute Vernetzung im Kernmarkt gehören zur Genetik des Mittelstands. Wer eine solche Unternehmenskultur pflegt, verlangt das als loyale, partnerschaftliche Zusammenarbeit auch von seinen Dienstleistern.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass …

… er flexibler und schneller auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht. Flache Hierarchien sowie transparente und kurze Entscheidungswege helfen dabei. Er versteht sich eher als Partner seiner Kunden. Und Kunden werden nicht auf einen Absatzmarkt reduziert.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es …

… vieler Erfahrung in diesem Markt sowie eines besonders breiten und tiefreichenden Fachwissens. Neben Zuverlässigkeit und Sorgfalt ist ein anspruchsvoller Kompetenzenmix gefordert: Einerseits muss man fit sein auf klassischen IT-Systemen und deren soliden Betrieb sicherstellen können. Andererseits suchen viele Mittelständler bei einem Dienstleister das, was die eigene, oft überlastete IT nicht ohne Hilfe bieten kann: Innovationsbereitschaft sowie strategische und praktische Unterstützung bei der Modernisierung der IT.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand …

… oft in einer Zwickmühle. Anders als in der Öffentlichkeit oft diskutiert, hat der Mittelstand die IT längst als zentralen Treiber des geschäftlichen Erfolgs erkannt. Ohne leistungsfähige, moderne IT droht der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. Dazu kommen verschärfte rechtliche Vorgaben und die Bedrohung durch Cyberkriminalität. Die Unternehmen wissen sehr wohl, dass sie an vielen Stellen Handlungsbedarf haben. Aber aktuell sind IT-Fachkräfte wirklich Mangelware. Und: Die gesuchten IT-Spezialisten wollen vielfach lieber bei „coolen“ IT-Firmen arbeiten und sich dort schnell weiterentwickeln können, als bei einem Mittelständler beschäftigt zu sein, dessen Kerngeschäft nicht IT ist. Das Ergebnis: Ohne externe Hilfe werden die meisten Mittelständler die Migration zu modernen IT-Infrastrukturen nicht schaffen.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus …

… On-Premises-Infrastrukturen mit Internetanschluss, Mailserver, Fileserver, Firewall und Storage für die jeweils geschäftsrelevanten Anwendungen. Selten sind diese Kernelemente wirklich skalierbar und redundant ausgelegt, oft auch nicht optimal gesichert. Zum Glück erkennen die Unternehmen zunehmend die strukturellen Defizite ihrer IT als Achillesferse. Manchmal „helfen“ auch gesetzliche Verschärfungen wie die neuen Regelungen zur Vorstands- bzw. Geschäftsführerhaftung nach.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist …

… eine Vorliebe für On-Premises-Lösungen. Selbst machen, selbst besitzen – das hat sich bewährt. Meint man. Doch das Umdenken hat begonnen. Gerade bei umfangreichen Change- und Migrationsprojekten wird zunehmend externe Hilfe gesucht. Sind dabei positive Erfahrungen gemacht worden, stellt sich gerade der Mittelstand schnell auf die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern um. Aber es braucht diese positive Erfahrung im eigenen oder befreundeten Unternehmen.

Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind, dass …

... die IT nicht Schritt hält, zudem Sicherheitsthemen, die geänderte Rechtskonformität, mangelnde Flexibilität und Skalierbarkeit bestehender Systeme sowie der hohe Aufwand für deren Betrieb. Gleichzeitig drängen die Fachabteilungen auf bessere IT-Unterstützung. Die IT-Mitarbeiter, die man hat, sitzen zwischen allen Stühlen und sind ständig überlastet, zusätzliche Fachkräfte – wie schon gesagt – sind nicht einfach zu bekommen.

Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich …

… die Zusammenarbeit mit sorgfältig ausgewählten, strategischen IT-Partnern. Diese müssen die bestehende IT kennen und unterstützen – und gleichzeitig den Weg zur Modernisierung z. B. über Cloud Computing bereiten können. Auch im IT-Management im Mittelstand braucht es einen Schwenk: Statt vorrangig den internen IT-Betrieb zu organisieren, sollten hier zügig Fähigkeiten und Ressourcen für Auswahl, Führung, Monitoring, Audits etc. von Dienstleistern aufgebaut werden.

Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich …

… bei der Cloud. Viele Kernanwendungen müssen in die Cloud migriert werden. Doch die meisten dieser Anwendungen sind nicht „cloud ready“. Damit stehen viele Firmen vor einem jahrelangen Change-Prozess, müssen schrittweise migrieren. Das erzwingt hybride IT-Landschaften, ein Nebeneinander von Legacy und modernen Cloud-Systemen, von On-Premises und Managed Services in externen Rechenzentren. Dieser Weg ist immer unternehmensspezifisch, da gibt es keine Patentrezepte. Ohne IT-Partner, die je nach Bedarf mit Personal, Kompetenzen und Kapazitäten unterstützen können, werden sich hier viele Mittelständler verlieren.

Persönliches
  • Name: Jürgen Städing
  • Alter: 49 Jahre
  • Familienstand:
  • verheiratet
  • Hobbys: IT und dann Laufen und Schwimmen
Karriere
  • Ausbildung: Studium der Feinwerktechnik und Informatik an der FH Frankfurt/Main
  • Beruflicher Werdegang: Firmengründer, selbstständiger Internet-Pionier, Management-Funktionen bei Nextra (Telenor AS), Spacenet AG und Nfon AG
  • Derzeitige Position: Vorstand (COO) der Noris Network AG

Bildquelle: Noris Network AG

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IT-Mittelstand Startseite it-zoom Leute
news-21171 Tue, 30 Oct 2018 15:37:59 +0100 Digitale Versandoptimierung http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/digitale-versandoptimierung-21171/ IBS Bürosysteme aus Münster ist ein Unternehmen aus der Ära des Katalog- und Filialgeschäfts. Heute macht das Online-Geschäft rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes der IBS-Firmengruppe aus. Um weiter schnell wachsen zu können, setzt Geschäftsführerin Daniela Isfort vor allem auf die Optimierung der Versandprozesse. Die Kunden von Daniela Isfort wünschen sich für die Shoppingtour im Netz ein perfektes Einkaufserlebnis – und zwar vom ersten Klick bis zur Zustellung an der Haustür. Gerade die letzte Meile verlief in der Vergangenheit aber nicht optimal. Denn je nach gewähltem Versanddienstleister erhielten die IBS-Kunden in der Regel keinerlei Benachrichtigungen zum Paketstatus. Nicht einmal eine Versandbestätigung gab es.

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Ohne die Versandintegration waren die Büroartikel nach Verlassen des Lagers quasi vom Radar verschwunden und tauchten erst wieder bei der Zustellung auf – im besten Falle beim Empfänger, oft aber eben auch beim Nachbarn oder im kilometerweit entfernten Paketshop. Die Folge: Kunden belagerten den IBS-Kundenservice mit Fragen nach dem Verbleib der Ware. Doch Antworten konnten die Service-Mitarbeiter nicht ohne Weiteres liefern. Denn es gab schlichtweg keine Möglichkeit, per Knopfdruck herauszufinden, welches Paket mit welchem Paketdienstleister unter welcher Trackingnummer an welche Adresse gegangen war. Stattdessen mussten die Kundendienstmitarbeiter ihre Kollegen aus dem Lager und der Versandabteilung um Auskunft bitten. Das sorgte schon aufgrund der Nachfragen zum Versandstatus für einen gigantischen Aufwand im Kunden-Service nebst ebensolcher Kosten.

Paketstatus automatisiert per E-Mail

Auf ihrer Suche nach einer passenden Lösung für ihre Versandschwierigkeiten wurde Daniela Isfort Ende 2017 auf Paqato aufmerksam. Die Software des gleichnamigen Unternehmens brachte für IBS und seine Kunden deutliche Verbesserungen. So hat der Service vier Paketdienstleister und deren Trackingnummern in das System von IBS integriert: DHL, GLS, Trans-O-Flex und Greyhound. Dadurch können Mitarbeiter im IBS-Kundendienst über die Systemnutzeroberfläche sofort sehen, welches Paket mit welchem Dienstleister verschickt wurde und wo es sich gerade befindet.

Die neue Software-Lösung sorgt nun endlich dafür, dass die Käufer regelmäßig detaillierte Informationen über den momentanen Status ihrer Bestellung erhalten. Zu diesem Zweck zieht die Software die entsprechenden Daten selbsttätig von den verschiedenen Paketdienstleistern und verschickt anschließend automatische E-Mail-Benachrichtigungen an die Warenempfänger. Das passiert etwa dann, wenn die Ware das Lager verlässt, im Verteilzentrum vor Ort angekommen ist, aber auch, wenn es mal zu einer Verspätung in der Zustellung kommt. Alleine durch die allererste Benachrichtigung, die Versandbestätigung, hat sich das Arbeitsaufkommen im Kundendienst von IBS Bürosysteme stark reduziert. Zudem enthalten die E-Mails je nach Frachtführer einen Link, über den die Empfänger direkt zum Online-Angebot des jeweiligen Paketdienstleisters gelangen. Dort können sie mit wenigen Klicks sogar die Zustellung zum Wunschzeitpunkt oder eine Sendungsumleitung veranlassen, falls der Transportdienst diese Dienste anbietet.

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IT-Mittelstand Startseite it-zoom Logistik
news-21169 Tue, 30 Oct 2018 12:22:35 +0100 Itelligence setzt SAP-Projekt bei Scheidt & Bachmann um http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/itelligence-setzt-sap-projekt-bei-scheidt-bachmann-um-21169/ Itelligence unterstützte in einem Kundenprojekt für Anlagenbauer Scheidt & Bachmann deren Digitalisierung. Das Unternehmen hat sich in der fünften Generation auf Systeme für Signaltechnik, Fahrkartenautomaten, Kassensysteme und Schranken für Tankstellen, Parkhäuser und Freizeitanlagen spezialisiert. Der Anlagenbauer mit Hauptsitz in Mönchengladbach beschäftigt weltweit über 3000 Mitarbeiter, unterhält zwölf europäische und sieben außereuropäische Niederlassungen und ist über Partnerfirmen in 50 Ländern weltweit aktiv.

„Mit Erreichen der dritten Stufe unserer SAP-Implementierung haben wir zusammen mit dem IT-Dienstleister die Grundlage für die Digitalisierung unseres Geschäfts gelegt“ berichtet Dr.-Ing Norbert Miller, Geschäftsführer bei Scheidt & Bachmann. 

In einer ersten Stufe wurden die Logistikbereiche – mit Ausnahme des Vertriebs und des Kundenservice am Hauptstandort in Mönchengladbach und am Produktionsstandort im slowakischen Zilina – in das SAP-ERP-System integriert. Die zweite Stufe umfasste die Implementierung der individualisierten Vertriebs- und Serviceprozesse in den vier unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Die dritte, nun erreichte Stufe konzentriert sich auf internationale Rollouts in über 30 Länder mit Vertriebs- und Serviceniederlassungen und einer weiteren Produktionsstätte in den USA.

Übergreifende SAP-Strategie

Die Kombination aus der Fertigungstiefe zahlreicher Cross- und Intercompany-Prozesse, verbunden mit einer komplexen Lösungslandschaft habe hohe Anforderungen an die Projektkonzeption gestellt. Die Berater des SAP-Dienstleisters erstellten Schnittstellen zu zwei externen Produkt-Konfiguratoren sowie zu drei Subsystemen zur Steuerung der operativen Serviceeinsätze.

Der Go-Live der ersten Stufe erfolgte Anfang 2015. Darauf folgte eine Phase der Stabilisierung, um die Prozesse in der Lagerlogistik leichtgängiger zu gestalten. Dazu zählten die Optimierung der Prozesse und die Implementierung neuer Schnittstellen. Wichtig sei es auch gewesen, gemeinsam mit dem Anlagenbauer eine bereichsübergreifende SAP-Strategie zu erarbeiten.

Logistik, Sales and Distribution und Customer Service

Im Herbst 2015 startete die zweite Projektphase. Aktiv waren hier die Lösungsarchitekten für SAP-ERP in den Kompetenzen Sales and Distribution und Customer Service. Ab Herbst 2016 wurde das ERP für Vertrieb und Service in den Geschäftsbereichen Signaltechnik, Systeme für Tankstellen, Parkhaus- und Freizeitanlagen und Systeme für Fahrgeldmanagement produktiv gesetzt.

Im September 2017 startete die dritte Projektphase mit einem ersten internationalen Rollout für Intercompany-Prozesse in den Vertriebs- und Serviceniederlassungen in der Schweiz. Der Rollout für den Geschäftsbereich Parkhaus- und Freizeitanlagen in den Niederlanden und Belgien konnte inzwischen ebenfalls abgeschlossen werden. „Unsere hausinterne IT-Abteilung hat ihre SAP-Kenntnisse inzwischen so weit ausgebaut, dass sie die internationalen Rollouts selbst steuert“, so Dr. Miller.

Darüberhinaus sei bereits geplant, gemeinsam einen strategischen Fahrplan für den Übergang auf S/4 Hana zu erstellen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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news-21161 Tue, 30 Oct 2018 09:00:00 +0100 Mittelstand muss sich digitalisieren! http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/mittelstand-muss-sich-digitalisieren-21161/ Der BVDW-Präsident Matthias Wahl betont im Interview, dass der Mittelstand vor der großen Herausforderung stehe, sich zu digitalisieren. Das schließe vor allem die Erschließung digitaler Geschäftsmodelle mit ein. Da dürfe die Internetgeschwindigkeit nicht zum limitierenden Faktor werden. ITM: Herr Wahl, im internationalen Vergleich soll Deutschland in Sachen Breitbandausbau und schnelles Internet bekanntlich weit zurückliegen. Wie schätzen Sie selbst die Lage ein?
Matthias Wahl:
Die Lage ist inzwischen wirklich dramatisch – Deutschland ist im EU-Vergleich abgeschlagen im Mittelfeld. Trotz einer verhältnismäßig hohen Bevölkerungsdichte. Wir haben den Breitbandausbau weitestgehend verschlafen und stehen nun vor der riesigen Herausforderung, das alles aufzuholen. Ein Großteil des Mittelstands sitzt eben nicht in Ballungszentren und ist mitunter von der Breitbandversorgung komplett abgeschnitten. Dabei wäre das die elementare Voraussetzung für die Entwicklung und Implementierung digitaler Geschäftsmodelle zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft.

ITM: In welchen konkreten Regionen hierzulande müssen die Unternehmen bislang mit digitalen Kriechspuren auskommen?
Wahl:
Das sind vor allem ländliche Regionen, von denen leider kaum welche ausgenommen sind.

ITM: Wer oder was sind die Bremsfaktoren beim Breitbandausbau in Deutschland?
Wahl:
Eine Herausforderung ist die Wirtschaftlichkeit: Netzbetreiber bauen nachvollziehbarerweise vor allem dort aus, wo sich die Investition langfristig rechnet. Das ist natürlich dann wahrscheinlicher, wenn pro verlegtem Glasfaserkilometer mehr Anschlüsse erreicht werden, also in Ballungsräumen. Der Ausbau einer solchen Infrastruktur muss auch deshalb eine politische Aufgabe sein. Wir brauchen besonders in dünn besiedelten Regionen einen durch die öffentliche Hand finanzierten Ausbau, um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland nicht zu gefährden. Das Geld dafür hat der Bund dank Rekordeinnahmen – leider scheitert der flächendeckende Ausbau noch immer an der politischen Priorisierung. Derzeit gibt es darüber hinaus ein Grundproblem: Ein Großteil der zur Verfügung gestellten Mittel wird durch die Städte und Kommunen überhaupt nicht abgerufen, da es entweder zu kompliziert ist oder im Einzelfall die Motivation fehlt.

ITM: Warum sind allerdings auch Deutschlands Mittelständler auf eine schnelle Internetleitung angewiesen?
Wahl:
Heute erbringt der Mittelstand den wesentlichen Teil der Deutschen Wirtschaftsleistung! Der Mittelstand steht, damit das im zunehmenden internationalen Wettbewerb so bleiben kann, vor der großen Herausforderung, sich zu digitalisieren. Das schließt vor allem die Erschließung digitaler Geschäftsmodelle mit ein. Da darf die Internetgeschwindigkeit nicht zum limitierenden Faktor werden.

ITM: Inwieweit sehen sich deutsche Mittelständler stattdessen gezwungen, aus infrastrukturschwachen Regionen wegzuziehen, um konkurrenzfähig zu bleiben? Kommt so ein Umzug häufiger vor?
Wahl:
Für den produzierenden Mittelstand mit immensem Platzbedarf stellt sich die Frage aus finanziellen Gründen überhaupt nicht. Grundsätzlich darf überhaupt nicht zur Diskussion stehen, dass die Unternehmen zum Internet ziehen – hier muss der Prophet zum Berg und nicht umgekehrt.

ITM: Ein jüngst zusammengestelltes zehnköpfiges Gremium soll nun „wirklich“ Tempo machen bei der Digitalisierung. Wie schätzen Sie das zukünftige Wirken des Digitalrats der Bundesregierung ein?
Wahl:
Dass es diesen Digitalrat gibt, ist wichtig und zeigt den Stellenwert des Themas in der Politik. Nun kommt es auf den Handlungsspielraum an, denn dieser Digitalrat wurde installiert, um Erkenntnisse zu sammeln. Dabei ist das überhaupt nicht der Kern des Problems: Es ist bekannt, woran es hakt. Vielmehr gibt es ein Umsetzungsproblem, das ein solcher Digitalrat kaum lösen kann. Das muss im Kabinett passieren.

ITM: Zudem hat die Bundesregierung erst im August einem milliardenschweren Fond für den Breitbandausbau zugestimmt. Dieser soll u.a. durch die Versteigerung der 5G-Frequenzen finanziert werden. Wird diese Rechnung aufgehen?
Wahl:
Hier wird durch die Hintertür doch wieder die Privatwirtschaft in die Pflicht genommen. Der Grundgedanke ist gar nicht so abwegig, sofern diese Mittel massiv aufgestockt werden durch Steuermittel. Allein die Erlöse aus der Versteigerung werden das wohl nicht ersetzen können.

ITM: Wo wird Deutschland Ihrer Meinung nach Ende 2018 in Sachen Breitbandausbau stehen?
Wahl:
In dieser kurzen Zeit wird es kaum einen entscheidenden Fortschritt geben. Mittelfristig muss die Politik aber alles daransetzen, wieder zur europäischen Spitzengruppe in Sachen Breitbandversorgung aufzuschließen.

Bildquelle: BVDW

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Lea Sommerhäuser IT-Mittelstand Startseite it-zoom Infrastruktur
news-21165 Mon, 29 Oct 2018 15:50:29 +0100 Mehr Transparenz in der Medizintechnik http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/mehr-transparenz-in-der-medizintechnik-21165/ Der ERP-Hersteller Oxaion unterstützt mit einer neuen ERP-Lösung kleinere Medizintechnik-Unternehmen. Die Advanced Breast-CT GmbH aus Erlangen (AB-CT) führt „Oxaion Easy Medizintechnik“ ein. Für den Ettlinger ERP-Anbieter sei die Zusammenarbeit ein wichtiger Pilotabschluss, da die neue Lösung speziell für kleinere Medizintechnik-Unternehmen entwickelt worden sei.

Die AB-CT ist ein mittelständisches Unternehmen aus Erlangen, welches sich mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Medizinprodukten beschäftigt. Im Speziellen geht es um die weltweit erste Generation hoch innovativer Brust-CT-Scanner, die auf Spiral-CT-Technologie basieren. Dadurch sollen Brustkrebsdiagnosen frühzeitiger und verlässlicher diagnostiziert werden können.

„Oxaion Easy Medizintechnik” soll AB-CT eine rasche Einführung und regulatorische Sicherheit ermöglichen. Die Lösung aufgrund ihrer Skalierbarkeit und Funktionstiefe außerdem eine gute Unterstützung für zukünftiges Wachstum bieten. Darüber hinaus würde die Lösung nahtlos mit anderen Systemen und Plattformen interagieren und sich schnell an geänderte Rahmenbedingungen wie z.B. die GAMP-5-Validierung anpassen.

Bildquelle: Oxaion

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IT-Mittelstand Startseite it-zoom ERP
news-21157 Mon, 29 Oct 2018 10:23:11 +0100 Bloße Optimierung alter Telefonkabel reicht nicht! http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/blosse-optimierung-alter-telefonkabel-reicht-nicht-21157/ In Zeiten von Industrie 4.0 ist die bloße Optimierung alter Telefonkabel durch Vectoring keine nachhaltige Option, meint Christof Sommerberg, Leiter Public Affairs bei Deutsche Glasfaser. Mittelständler bräuchten heute eine reine FTTH-Glasfaserinfrastruktur, um morgen wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur dieses Netz werde langfristig Geschwindigkeiten im Terabit-Bereich möglich machen. ITM: Herr Sommerberg, im internationalen Vergleich soll Deutschland in Sachen Breitbandausbau und schnelles Internet bekanntlich weit zurückliegen. Wie schätzen Sie selbst die Lage ein?
Christof Sommerberg:
Diese Aussage ist zu pauschal. Deutschland hängt, wie einige andere europäische Staaten, speziell beim Ausbau von Glasfaseranschlüssen bis in die Häuser und Unternehmen hinterher, nicht jedoch notwendigerweise beim Breitbandausbau generell. Gleichwohl muss Deutschland das Ausbautempo genau dieser Glasfaserinfrastruktur erhöhen, um mit Blick auf den rapide steigenden Bandbreitenbedarf eine Grundlage zu legen, die zukunftssicher ist.

ITM: In welchen konkreten Regionen hierzulande müssen die Unternehmen bislang mit digitalen Kriechspuren auskommen?
Sommerberg:
Die Frage hinsichtlich der Regionen ist schwer zu beantworten. In vielen Regionen sind bereits Gewerbegebiete mit kupferfreien, reinen Glasfasernetzen versorgt – z.B. in Nordrhein-Westfalen durch Deutsche Glasfaser im Münsterland oder am Niederrhein. Zudem gibt es zwischen einer Kriechspur und der sechsspurigen digitalen Autobahn ohne Tempolimit noch einige Abstufungen. Fakt ist, dass deutsche Unternehmen die Glasfaserautobahn brauchen, um künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Der deutsche Mittelstand ist auf dem Land zuhause. Wir bauen gerade auf dem Land unsere Netze aus und es ist spannend zu beobachten, wie gerade ländliche Regionen beim Breitbandausbau gegenüber den Großstädten langsam, aber stetig zum Überholen ansetzen.

ITM: Wer oder was sind die Bremsfaktoren beim Breitbandausbau in Deutschland?
Sommerberg:
Das anfängliche Vertrauen der Politik in die Vectoring-Technologie hat den Breitbandausbau der nachhaltigen Glasfaserinfrastruktur sicherlich verzögert. Mit der neuen Bundesregierung hat sich diese Sichtweise jedoch positiv hin zu einer echten Glasfaserperspektive geändert. Um hier noch mehr Fahrt aufnehmen zu können, gibt es gerade im Bereich der Ausbauverfahren noch einiges zu tun. Zum Beispiel sollte der flächendeckende Einsatz innovativer Verlegetechniken zum Standard werden. In diesem Zusammenhang muss auch der Umfang behördlicher Genehmigungsverfahren dazu kritisch überprüft werden. Zudem empfehlen wir, die Aus- und Weiterbildung der damit verbundenen Berufszweige zu stärken – wir brauchen mehr Fachleute, die mit den modernen und schnellen Verlegemethoden arbeiten können.

ITM: Warum sind auch Deutschlands Mittelständler auf eine schnelle Internetleitung angewiesen?
Sommerberg:
Gerade der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Kleine und mittelständische Betriebe tragen seit jeher den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Sie erwirtschaften mehr als jeden zweiten Euro. In Zeiten von Industrie 4.0 ist daher die bloße Optimierung alter Telefonkabel durch Vectoring keine nachhaltige Option. Sie brauchen heute eine reine FTTH-Glasfaserinfrastruktur, um morgen wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur dieses Netz wird langfristig Geschwindigkeiten im Terabit-Bereich möglich machen.

ITM: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich für Unternehmen, wenn die Glasfaserkabel bis zur Anschlussbuchse im Büro reichen (Stichwort FTTH)?
Sommerberg:
Ein direkter Anschluss an ein kupferfreies Glasfasernetz ermöglicht einen schnellen und verlustfreien Datentransfer. Dieser ist Voraussetzung für eine Vielzahl an Online-Anwendungen. Neben neuen digitalen Geschäftsmodellen und Echtzeit-Backup-Services sind u.a. Software-Updates, Fernwartungen von Maschinen und Standortvernetzungen nur mit einem stabilen und störungsfreien Glasfasernetz möglich. Letztendlich sparen die Unternehmen durch schnellere und effizientere Geschäftsabläufe bares Geld.

ITM: Unter welchen Voraussetzungen bzw. inwieweit sind die Unternehmen gewillt, mit Eigenbeteiligungen den Ausbau zu beschleunigen?
Sommerberg:
Ein kurzfristiger Anschluss an das Glasfasernetz ist oftmals eine existentielle Frage, zumindest was einzelne Unternehmensstandorte angeht. Da ist dann die Frage nach Eigenbeteiligung nicht relevant, zumal die Beteiligung an den Baukosten von den Unternehmen steuerlich geltend gemacht werden kann. Nichtsdestotrotz bieten wir in der Business-Sparte den Netzausbau ohne Kostenbeteiligung an, wenn eine bestimmte Vertragsabschlussquote in einem Gewerbegebiet erreicht wird. Das wird von vielen Firmen in unseren Ausbaugebieten dankbar angenommen.

ITM: Welche Stolpersteine könnte es bei der Glasfaserverlegung jederzeit geben?
Sommerberg:
Aus der gesamtwirtschaftlichen Perspektive sehen wir aktuell keine Stolpersteine. Durch die innovativen Verlegetechniken und neue Marktteilnehmer wie z.B. private Infrastrukturinvestoren sorgt der Wettbewerb für Ausbauanreize – auch und gerade in Gewerbegebieten. Natürlich ist die Frage der mangelnden Tiefbaukapazitäten in Deutschland ein wichtiges Thema. Hier schauen wir über den Tellerrand hinaus und beauftragen Unternehmen aus ganz Europa, die Erfahrung mit dem Ausbau von Glasfasernetzen vorweisen und die hohen Qualitätsstandards erfüllen können. Auf lokaler Ebene machen wir da eher Stolpersteine aus: wenn beispielsweise die Nachfrage in den Gewerbegebieten nicht ausreichend ist oder die Kommune sich gegen die sinnvolle Nutzung innovativer Verlegeverfahren sperrt. Je mehr Engagement vonseiten der Unternehmer, Kommunen und Wirtschaftsförderer wie auch des ausbauwilligen Unternehmens herrscht, desto sicherer ist der schnelle Ausbau der Glasfasernetze.

ITM: Inwieweit sehen sich deutsche Mittelständler stattdessen gezwungen, aus infrastrukturschwachen Regionen wegzuziehen, um konkurrenzfähig zu bleiben? Kommt so ein Umzug häufiger vor?
Sommerberg:
Wir sehen aktuell eher Beispiele, dass Unternehmen sich bevorzugt in Kommunen ansiedeln, die bereits über glasfaserversorgte Gewerbegebiete verfügen. Als konkrete Beispiele können wir hier die Gemeinde Senden (NRW) oder auch das Gewerbegebiet Dietzenbach (Hessen) nennen. In letzterem hat die von uns vorgenommene Erschließung mit Glasfaser z.B. wesentlich zur Ansiedlungsentscheidung eines neuen Ausbildungszentrums beigetragen.

ITM: Welchen Einfluss haben bis dato etwa die 2014 ins Leben gerufene „Netzallianz Digitales Deutschland“, das 2016 festgelegte „DigiNetz-Gesetz“ oder auch der kürzliche „Relaunch des Breitbandförderprogramms“ auf den Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze tatsächlich ausgeübt?
Sommerberg:
Das Bundesförderprogramm Breitband hat – nicht nur mit dem Relaunch – neben den vorausschauenden Programmen einiger Bundesländer sicherlich zur Ausbaudynamik beigetragen. Hauptträger des Ausbaus sind die privaten Unternehmen mit ihren privaten Investitionen. Durch den Wettbewerb und durch die zunehmende Nachfrage nach glasfaserbasierten Produkten werden diese Unternehmen künftig noch mehr zum Ausbau beitragen.

ITM: Die Bundesregierung hat erst im August einem milliardenschweren Fond für den Breitbandausbau zugestimmt. Dieser soll u.a. durch die Versteigerung der 5G-Frequenzen finanziert werden. Wird diese Rechnung aufgehen?
Sommerberg:
Die Mittel aus der Versteigerung stellen ja nur einen Teil der Finanzierung des Fonds, so dass der Fonds unabhängig von den tatsächlichen Versteigerungserlösen arbeiten kann. Unseres Erachtens wird diese Rechnung sehr wohl aufgehen, da der weitaus überwiegende Teil der Investitionen in die neuen Glasfaseranschlussnetze durch private Infrastrukturinvestitionen vorgenommen werden kann und wird. Wenn die staatlichen Mittel flexibel und intelligent an den richtigen Stellen eingesetzt werden, unterstützen sie die privatwirtschaftliche Wettbewerbs- und Investitionsdynamik und stellen so den schnellen und flächendeckenden Netzausbau sicher.

ITM: Wo wird Deutschland Ihrer Meinung nach Ende 2018 in Sachen Breitbandausbau stehen?
Sommerberg:
Je nach verwendeter Maßzahl (50 Mbit/s? Glasfaser? Internetgeschwindigkeit?) können die Ergebnisse unterschiedlich aussehen – sind also letztlich nicht sehr aussagekräftig. Wichtiger ist, dass wir bis Ende 2018 einerseits gemeinsam viele weitere Projekte auf den Weg gebracht haben, welche die weißen Flecken in unserem Land nachhaltig farbig machen. Ende 2018 ist nur eine kleine Station auf dem Marathon bis 2025 und darüber hinaus – bis eine flächendeckende, reine Glasfaserinfrastruktur in Deutschland Unternehmen und private Nutzer nachhaltig für die Zukunft rüstet.

Bildquelle: Deutsche Glasfaser

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Lea Sommerhäuser IT-Mittelstand Startseite it-zoom Infrastruktur
news-21152 Sat, 27 Oct 2018 13:19:15 +0200 Die ERP-Landschaft vereinheitlichen http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/die-erp-landschaft-vereinheitlichen-21152/ Die Thoks GmbH, ein Hersteller von Tiefkühlbackwaren aus Waltershausen und Mitglied der Firmengruppe MTK, hat sich nach gründlicher Evaluierung der Alternativen für die Einführung der bereits genutzten SAP-Software Business One in der gesamten Gruppe mit dem bisherigen Partner entschieden. Damit werden viele Software-Systeme überflüssig. Mit Unterstützung der ERP-Beratung UBK hat Thoks jetzt die Entscheidung für ein gemeinsames ERP-System getroffen. Thoks ist Teil der Firmengruppe Märkische Tiefkühlkost (MTK), die sich auf die Produktion und den Vertrieb von Tiefkühlbackwaren für den Lebensmitteleinzelhandel sowie für Großkunden spezialisiert hat.

MTK, seit 2014 auch durch Akquistionen rasch gewachsen, will jetzt auf Basis von Business One einen gemeinsamen ERP-Standard im Unternehmen schaffen, der eine Vielzahl unterschiedlicher Warenwirtschafts- und Buchhaltungssysteme (z.B. von Asseco oder Datev) sowie einige Insellösungen für spezielle Abteilungen ablösen soll. Außer dem jetzt zum Standard erkorenen Business-One-System kommt heute auch noch eine andere SAP-Lösung zum Einsatz.

500.000 Euro/Jahr an Einsparungen

SAP Business One wurde bisher in drei der sieben MTK-Unternehmen eingesetzt; die Ausweitung des Betriebs auf die gesamte Gruppe erwies sich als die wirtschaftlichste Lösung. Laut UBK-Analyse ergeben sich ca. 500.000 Euro/Jahr an Einsparungen – laut Martin Dietz, IT-Leiter der MTK Group, hauptsächlich durch die Automatisierung diverser Prozesse, Abschaffung redundanter Datenhaltung in den verschiedenen Systemen und Insellösungen und die damit verbundenen Zeitaufwände bei der gruppenweiten Auswertung.

Für diese Empfehlung hat UBK die aktuelle Systemlandschaft analysiert, die Prozesse aller Abteilungen grob erfasst, eine Roadmap für die Implementierung über die Firmengruppe MTK hinweg erstellt und monetäre sowie Sicherheits-, Kompetenz und Qualitätspotentiale erfasst. Abschließend wurde der aktuelle ERP-Partner bewertet und eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise erarbeitet. Das Projekt wurde nach ca. sechs Wochen mit einer Präsentation der Potentiale und Empfehlungen abgeschlossen.

Über Thoks

Die Thoks GmbH gehört zur Firmengruppe MTK, die über sechs Standorte in Deutschland (fünf Werke) und ein Werk in Bydgoszcz (Polen) verfügt. Die Gruppe beschäftigt ca. 500 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca. 130 Mio. Euro. Thoks ist wie alle Unternehmen der Gruppe nach IFS (und BRC) zertifiziert, verarbeitet UTZ/RSPO-zertifizierte Rohstoffe und lässt sich aktuell auch nach dem IKEA-Standard „Iway“ zertifizieren. Zudem legt die Thoks GmbH großen Wert auf ihr Umweltbewusstsein und hat sich durch Emas zertifizieren lassen.

Bildquelle: Thoks GmbH

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IT-Mittelstand ERP
news-21150 Fri, 26 Oct 2018 14:54:26 +0200 Bewusstsein für Mail-Verschlüsselung steigt http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/bewusstsein-fuer-mail-verschluesselung-steigt-21150/ Die verschlüsselte E-Mail-Kommunikation hat sich in der Breite noch nicht durchgesetzt, derzeit steht das Thema jedoch weit oben auf der Agenda der IT- und Business-Entscheider. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Bundesdruckerei im Rahmen der „Initiative Mittelstand verschlüsselt!“. Demnach plant jedes zweite deutsche Unternehmen, in Lösungen für die E-Mail-Verschlüsselung zu investieren. „Das Problembewusstsein für die sichere E-Mail steigt stark an“, sagt Dr. Kim Nguyen, Geschäftsführer der Bundesdruckerei-Tochter D-Trust. „Ob Wirtschaftsspionage oder Datendiebstahl: E-Mails sind häufig Einfallstore für Cyberangriffe. Zudem verpflichtet die neue Datenschutz-Grundverordnung Unternehmen, den Missbrauch von Kunden- und Mitarbeiterdaten zu verhindern.“ Hier präsentiert sich das Verschlüsseln von E-Mails als effektives Instrument der IT-Sicherheit und IT-Compliance.

Aktuell haben über 40 Prozent der deutschen Unternehmen die Transportverschlüsselung von E-Mails umgesetzt. Diese schützt die E-Mail auf dem Übertragungsweg, beispielsweise zwischen dem Absender und dem Server des E-Mail-Anbieters. Auf dem Server selbst und im Postfach des Empfängers liegen die E-Mails hingegen weiterhin unverschlüsselt.

Um E-Mails auf der gesamten Strecke vom Sender zum Empfänger vor unbefugtem Zugriff zu sichern, ist zusätzlich eine Inhaltsverschlüsselung ratsam. Dabei werden die Inhalte der Nachricht im E-Mail-Programm komplett verschlüsselt, sodass nur der Empfänger sie wieder entschlüsseln kann. Dieses Verfahren wird laut Umfrage von jedem fünften Unternehmen in Deutschland (22 Prozent) genutzt. Vorreiter sind der Finanzsektor und die Industrie: So haben 36 Prozent der Banken und Versicherungen sowie knapp jedes dritte Industrie-Unternehmen (28 Prozent) bereits Lösungen für die Verschlüsselung von E-Mail-Inhalten umgesetzt. Nachholbedarf haben der Handel (8 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (13 Prozent).

Grundlagen sind bereits vorhanden

Viele Unternehmen wollen in Zukunft ihre Verschlüsselungsaktivitäten intensivieren. Die Chancen für eine schnelle Umsetzung stehen gut. Denn die organisatorischen Grundlagen sind größtenteils bereits vorhanden. So gibt es gemäß Umfrage bei 7 von 10 Unternehmen bereits konkrete Regeln zur Verschlüsselung von Mails. Diese geben zum Beispiel vor, unter welchen Voraussetzungen und auf welche Weise  Kunden- und Mitarbeiterdaten per Mail verschickt werden dürfen.

Nguyen: „Die E-Mail-Verschlüsselung kommt aus der Nische und gewinnt in der IT-Sicherheit immer mehr an Bedeutung. Unternehmen sind für das Thema sensibilisiert, doch jetzt ist es wichtig, aus den Plänen konkrete Projekte aufzusetzen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen techconsult im Auftrag der Bundesdruckerei im Rahmen der Initiative Mittelstand verschlüsselt! durchgeführt hat. Befragt wurden 250 Unternehmen aus fünf Branchen (Industrie, Handel, Dienstleistungen, Banken und Versicherungen, öffentliche Verwaltung). Ansprechpartner für die Telefon-Interviews waren IT-Entscheider, IT-Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen (wie IT-Administratoren und IT-Sicherheitsbeauftragte) sowie Führungskräfte auf Abteilungs- und Management-Ebene. Die Umfrage ist repräsentativ für die Grundgesamtheit der deutschen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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IT-Mittelstand Startseite it-zoom Sicherheit
news-21146 Fri, 26 Oct 2018 12:11:29 +0200 KI: Allzweckwaffe oder eher Sicherheitsrisiko? http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/ki-allzweckwaffe-oder-eher-sicherheitsrisiko-21146/ Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML) werden derzeit häufig als die neuen Wunderwaffen gegen Cyber-kriminalität gehandelt. Auch viele Entscheidungsträger sehen darin die einzige Antwort auf sämtliche Sicherheitsfragen. Eine Einschätzung, die durchaus gefährlich werden kann, wie eine Umfrage zum Thema zeigt. Die Ergebnisse der aktuellen Studie: Der momentane Hype um KI und ML verleitet drei von vier IT-Entscheidungsträgern (75 Prozent) zu dem Schluss, dass diese Technologien die beste Lösung für ihre Cybersicherheitsprobleme seien. Dennoch können nur 53 Prozent der IT-Entscheider den Unterschied zwischen Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz wirklich verstehen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

„Künstliche Intelligenz“ bezeichnet die Ausführung von Aufgaben durch Maschinen, ohne dass diese hierfür zunächst programmiert oder trainiert werden müssen. Im Gegensatz dazu ist „Maschinelles Lernen“ die Bezeichnung für das Training von Computern mithilfe von Algorithmen, sodass sie wiederkehrende Strukturen in großen Datenmengen erkennen können.

Maschinelles Lernen: ohne den Menschen halb so viel wert

ML ist übrigens keineswegs eine neue Technologie, sondern in der IT-Sicherheit seit den 90er-Jahren ein wichtiger Baustein. Auch der Sicherheitsanbieter Eset setzt sie bereits seit dieser Zeit ein. Trotzdem warnt deren Experte Juraj Malcho eindringlich davor, die Technologie zu überschätzen: „Wenn uns das letzte Jahrzehnt etwas gelehrt hat, ist das, dass es für komplexe Probleme keine einfache Lösung gibt. In der heutigen Geschäftswelt wäre es unklug, sich nur auf eine Technologie zu verlassen, um eine widerstandsfähige Cyberabwehr aufzubauen.“ IT-Entscheidungsträger müssten erkennen, dass ML zweifellos ein wertvolles Instrument im Kampf gegen Cyberkriminalität ist, aber eben nur ein Teil der gesamten Sicherheitsstrategie von Unternehmen sein sollte.

Maschinelles Lernen ist im Kampf gegen Cyberkriminalität von großer Bedeutung. Anhand riesiger Datenmengen wird ML daraufhin trainiert, digitale Schädlinge in „gutartig“ und „bösartig“ zu unterteilen. So lassen sich auch neue und unbekannte Elemente automatisch einer der beiden Kategorien zuordnen. Dazu werden Massen an Input-Daten benötigt – wobei jede Information richtig kategorisiert sein muss. Anders als vielfach dargestellt ist keineswegs garantiert, dass ein Algorithmus neue Elemente korrekt labelt, nur weil er vorher mit großen Datenmengen gefüttert wurde.

Hacker mit Mensch-Maschine-Teams schlagen

Denn Angreifer spielen oft nicht nach bestimmten Regeln. Schlimmer noch: Hacker können und haben in der Vergangenheit oftmals das gesamte Spielfeld umgestaltet. Im Gegensatz zur Maschine ist der (menschliche) Hacker in der Lage, aus Kontexten zu lernen und kreativ zu agieren.

So kann ein Angreifer beispielsweise bösartigen Code in einzelnen Pixeln einer harmlosen Bilddatei verstecken. Ebenso ist es möglich, Codeschnipsel von Schad-Software in einzelnen Dateien zu verbergen. Für den Algorithmus erscheint jede Datei an sich erst einmal „sauber“. Erst wenn die einzelnen Elemente an einem Endpoint oder in einem Netzwerk zusammengefügt werden, entfaltet sich das schädliche Verhalten. Ist der ML-Algorithmus nicht in der Lage, dies zu identifizieren, fällt er im Zweifel eine falsche Entscheidung und kategorisiert Schad-Software als gutartig. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Mensch und Maschine zusammenarbeiten. 

Wie gefährlich ist der KI-Hype für Unternehmen?
Die Unsicherheit in Bezug auf Künstliche Intelligenz und Machine Learning ist groß. IT-Entscheider weltweit sind sich uneins: Ist der heilige Gral für die IT-Sicherheit gefunden oder gefährdet der Hype Unternehmen viel mehr, als dass er ihnen nützt?

53 % aller IT-Entscheider geben an, dass ihr Unternehmen die Unterschiede zwischen KI und ML vollständig versteht.

75 % aller befragten IT-Entscheider betrachten Künstliche Intelligenz und Machine Learning als den heiligen Gral zur Lösung von IT-Sicherheitsfragen.

57 % der IT-Entscheider nehmen allerdings auch an, dass die Diskussionen über KI und ML lediglich ein Hype sind. Für uns stellt sich daher die Frage, was sie denn nun tatsächlich glauben.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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news-21140 Fri, 26 Oct 2018 09:21:30 +0200 Glasfaserausbau braucht Zeit http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/glasfaserausbau-braucht-zeit-21140/ „Wir sollten nicht den Fehler machen, jetzt mit noch mehr Fördermitteln auf einen sehr schnellen, flächendeckenden Ausbau zu setzen“, warnt Ludwig Kohnen, Geschäftsführer von EWE Tel / EWE Vertrieb, im Interview. Denn: Der Glasfaserausbau benötige Zeit! ITM: Herr Kohnen, im internationalen Vergleich soll Deutschland in Sachen Breitbandausbau und schnelles Internet bekanntlich weit zurückliegen. Wie schätzen Sie selbst die Lage ein?
Ludwig Kohnen:
Wir haben schon viel erreicht, stehen aber noch am Anfang des Weges. In Deutschland wurde zu lange auf die Kupferinfrastruktur gesetzt, nun wurde der richtige Weg eingeschlagen.

ITM: In welchen konkreten Regionen hierzulande müssen die Unternehmen bislang mit digitalen Kriechspuren auskommen?
Kohnen:
Das ist individuell. Grundsätzlich haben Unternehmen aber die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu erhalten – sofern sie sich das leisten wollen. Wir bieten beispielsweise allen Firmen einen Glasfaseranschluss an.

ITM: Wer oder was sind die Bremsfaktoren beim Breitbandausbau in Deutschland?
Kohnen:
In Deutschland wurde wie gesagt zu lange auf die Kupferinfrastruktur gesetzt, doch nun wurde der richtige Weg eingeschlagen.

ITM: Warum sind allerdings auch Deutschlands Mittelständler auf eine schnelle Internetleitung angewiesen?
Kohnen:
Schnelle Internetverbindungen sind von hoher Bedeutung. Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten und die Glasfaserinfrastruktur bildet die Grundlage der Digitalisierung. Diese ist aber nicht kostenlos zu bekommen, das sollte allen Beteiligten bewusst sein.

ITM: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich für Unternehmen, wenn die Glasfaserkabel bis zur Anschlussbuchse im Büro reichen (Stichwort FTTH)?
Kohnen:
Die Unternehmen müssen sich über ihre Internetanbindung keine Gedanken mehr machen. Egal, wie hoch der Bedarf in Zukunft sein wird – wer einen Glasfaserhausanschluss hat, ist dafür gerüstet.

ITM: Unter welchen Voraussetzungen/inwieweit sind die Unternehmen gewillt, mit Eigenbeteiligungen den Ausbau zu beschleunigen?
Kohnen:
Wir sind gerne bereit, mit den Unternehmen individuelle Möglichkeiten zu finden, den Ausbau gemeinsam zu gestalten. Einige Unternehmen nehmen dieses auch in Anspruch, um die Investitionskosten zu reduzieren.

ITM: Welche Stolpersteine könnte es bei der Glasfaserverlegung jederzeit geben?
Kohnen:
Der Weg Richtung Gigabitgesellschaft ist nicht aufzuhalten und Glasfaser ist dafür das Medium.

ITM: Welchen Einfluss haben bis dato etwa die 2014 ins Leben gerufene „Netzallianz Digitales Deutschland“, das 2016 festgelegte „DigiNetz-Gesetz“ oder auch der kürzliche „Relaunch des Breitbandförderprogramms“ auf den Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze tatsächlich ausgeübt?
Kohnen:
Es waren erste wichtige Schritte. Die Einsicht, dass nur Glasfaser uns nach vorne bringt, kam leider erst kürzlich. Auch greifen nicht alle Instrumente, wie ursprünglich geplant. So erzielt das DigiNetz-Gesetz – das ja den Glasfaserausbau beschleunigen und vergünstigen sollte – oft negative Effekte für den Breitbandausbau. Das Problem in der Praxis: Das Gesetz wird derzeit vielfach für einen Überbau missbraucht, da zusätzliche Glasfaserleitungen kostengünstig mitverlegt werden können. Dadurch werden die Glasfaserausbauprojekte der Erstausbauenden gefährdet und vielfach sogar unrentabel, was dazu führt, dass das risikobereite und investierende Unternehmen bestraft wird.

ITM: Ein jüngst zusammengestelltes zehnköpfiges Gremium soll nun „wirklich“ Tempo machen bei der Digitalisierung. Wie schätzen Sie das zukünftige Wirken des Digitalrats der Bundesregierung ein?
Kohnen:
Es ist zu früh, darüber zu urteilen. Sie verfolgen aber ein gemeinsames Ziel, damit ist schon ein sehr gutes Fundament gelegt.

ITM: Zudem hat die Bundesregierung erst im August einem milliardenschweren Fond für den Breitbandausbau zugestimmt. Dieser soll u.a. durch die Versteigerung der 5G-Frequenzen finanziert werden. Wird diese Rechnung aufgehen?
Kohnen:
Wir sollten nicht den Fehler machen, jetzt mit noch mehr Fördermitteln auf einen sehr schnellen, flächendeckenden Ausbau zu setzen. Der Glasfaserausbau benötigt Zeit. Noch mehr Fördermittel in noch kürzerer Zeit führen nicht zu einem erhöhten Ausbauvolumen. Dadurch werden nur die Tiefbaumaßnahmen weiter verteuert, weil die Nachfrage nach diesen Leistungen extrem steigt. Dadurch steigen die Kosten für alle Baumaßnahmen. Dieses führt auch dazu, dass Unternehmen kaum noch eigenwirtschaftlich ausbauen können. Für eine Summe, für die wir früher zehn Kilometer verlegen können, können wir dann nur noch fünf Kilometer verlegen. Das Gebiet rechnet sich dann nicht mehr für uns. Durch eine massive Erhöhung des Fördervolumens entsteht also hauptsächlich neuer Förderbedarf.

ITM: Wo wird Deutschland Ihrer Meinung nach Ende 2018 in Sachen Breitbandausbau stehen?
Kohnen:
Der Glasfaserausbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe für mehrere Jahre. Nur wenn wir Schritt für Schritt vorgehen, ist dieser erfolgreich umzusetzen.

Bildquelle: EWE

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news-21139 Thu, 25 Oct 2018 17:57:17 +0200 Breitbandnetz auf allen Bahnstrecken geplant http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/breitbandnetz-auf-allen-bahnstrecken-geplant-21139/ Die Deutsche Bahn soll planen, den Rest des gesamten Schienennetzes bis 2025 mit Breitbandnetz auszustatten. Dabei handelt es sich derzeit noch um 13.000 Kilometer. Das Breitbandnetz in Deutschland könnte bald mit Hilfe der Deutschen Bahn ausgebaut werden. Dazu soll entlang nahezu des gesamten 33.000 Kilometer langen Schienennetzes Glasfaser verlegt werden, wie die dpa aus dem Umfeld der Projektplanung erfuhr. Vertreter des Eigentümers Bund diskutierten derzeit mit der Bahn über die Realisierung und Finanzierungsvarianten des Vorhabens, hieß es.

Nach dpa-Informationen würde es rund 3,5 Milliarden Euro kosten, wie in den Planungen vorgesehen bis zum Jahr 2025 rund 13.000 Kilometer Strecke entlang der Gleise mit Glasfaserkabeln und Mobilfunk-Sendemasten auszurüsten. An etwa 18.500 Kilometern Strecke sind diese Kabel schon verlegt. Die Deutsche Bahn nahm am Donnerstag keine Stellung zu dem Projekt. Zuvor hatte das „Handelsblatt„ unter Berufung auf Regierungs- und Koalitionskreise berichtet, Bahnchef Richard Lutz habe dem Finanz- und dem Verkehrsministerium angeboten, das Vorhaben umzusetzen.

Mit den neuen Glasfaserkabeln könnten viele ländliche Gebiete ans schnelle Internet angeschlossen werden, die heute noch davon abgehängt sind. Zugleich profitierten Fahrgäste in Zügen vom größeren Datenübertragungsvolumen. Die nötigen 3,5 Milliarden Euro könnte der Bund im Haushalt bereitstellen. Als zweite Variante gilt eine Ausschreibung, um Investoren zu finden. Diese müssten dann aber Möglichkeiten erhalten, mit eigenen Vermarktungsangeboten Geld zu verdienen.

dpa/pf

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news-21135 Thu, 25 Oct 2018 16:12:31 +0200 Mehr Transparenz im Kundenmanagement http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/mehr-transparenz-im-kundenmanagement-21135/ Die Vallox GmbH, ein Anbieter von Lüftungslösungen für Wohnraum und Gewerbe, bildet seine Projekte ab sofort in allen Stadien über Adito ab. Als Pionier bei intelligenten Lüftungssystemen und zentralen Staubsauganlagen steht Vallox seit mehr als 25 Jahren für frische Luft in Häusern und Gebäuden. Die Exklusivpartnerschaft mit der GC-/GUT Großhandelsgruppe stellt sicher, dass die Produkte bundesweit ab Lager verfügbar sind, der flächendeckende Werkskundendienst garantiert einen raschen Support vor Ort. Um die damit verbundenen komplexen Prozesse ganzheitlich abzubilden, benötigte das Unternehmen eine Lösung für Customer Relationship Management (CRM).

Bisher arbeiteten der Hauptsitz in Dießen sowie die beiden Niederlassungen in Hannover und Rastede mit zahlreichen selbstentwickelten Software-Lösungen. „Diese einzelnen Insellösungen waren zwar miteinander verknüpft, konnten aber in puncto Bedienfreundlichkeit nicht länger überzeugen“, erklärt Bernhard Fritzsche, Geschäftsführer der Vallox GmbH. Nach einer intensiven CRM-Auswahl hatte sich bereits die Schwesterfirma Helios für die Lösung von Adito entschieden. Man habe sich intensiv mit dem CRM-Projektleiter ausgetauscht. Seine Empfehlung wäre dabei die ausschlaggebende Referenz gewesen, so Fritzsche.

Zugriff per mobiler Lösung

Neben Kontakt-, Kundenstammdaten- und Terminmanagement will Vallox auch die Routenplanung für den Außendienst auf der zentralen Plattform abbilden. Außerdem sollen Marketing-Kampagnen, das Veranstaltungs-Management, Werbemittel und Leihmaterial für Messen sowie das Online Marketing, Newsletter-Management und ein Presseportal mit der Lösung gesteuert werden. Auch bei branchenspezifischen Prozessen wie der Bauobjekt-Verwaltung, der Vertriebssteuerung, der Planung von Produkten und der Anbindung der externen Handelsvertreter setzen alle drei Unternehmensstandorte auf die Software-Lösung. Mit der mobilen CRM-Lösung greifen die Nutzer zusätzlich per Smartphone und Tablet auf alle wichtigen Daten zu.

Eine eigens entwickelte Schnittstelle zur firmeneigenen Auslegungssoftware AIR-Plan Online ermöglicht es den Mitarbeitern von Vallox, auf Basis einer hinterlegten Produktdatenbank Angebote zu erstellen, diese sofort im CRM einzusehen und mit Kunden, Historien und statistischen Auswertungen zu verknüpfen. Mit dem Projektmanagement über Adito sollen Vallox-Projekte künftig in allen Stadien übersichtlich abgebildet werden.

Bildquelle: Vallox GmbH

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news-21128 Thu, 25 Oct 2018 09:07:14 +0200 Das Rückgrat der Wirtschaft http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/das-rueckgrat-der-wirtschaft-21128/ Die schnelle Datenverarbeitung ist laut Andreas Klees das „Rückgrat unserer Wirtschaft“. „Es werden immer mehr Cloud-Lösungen verwendet, deshalb werden schnelle Netze benötigt“, so der Geschäftsführer der ZVK GmbH im Interview. ITM: Herr Klees, im internationalen Vergleich soll Deutschland in Sachen Breitbandausbau und schnelles Internet bekanntlich weit zurückliegen. Wie schätzen Sie selbst die Lage ein?
Andreas Klees:
Diese Aussagen können so nicht pauschal getroffen werden. Es gibt in Deutschland sehr unterschiedliche Ausbaustufen, manche ländlichen Gebiete (z.B. östlich von Hamburg) sind absolut gut angebunden und verfügen nicht selten über 100 MB in den einzelnen Haushalten. Dagegen gibt es in Großstädten wie z.B. München immer noch Bezirke, die mit 1 bis 5 MB auskommen müssen. Desweiteren wird von den Anbietern immer nur die mögliche maximale Bandbreite angesprochen. So ist es die Regel, dass Haushalte tagsüber 50 MB zur Verfügung haben, abends nach 20 Uhr allerdings mit unter 5 MB auskommen müssen.

ITM: In welchen konkreten Regionen hierzulande müssen die Unternehmen bislang mit digitalen Kriechspuren auskommen?
Klees:
Der Osten und der Norden sind wesentlich besser versorgt als der Süden und Westen. Dies liegt auch an der größtenteils verbauten CU-Infrastruktur. Diese CU-Infrastruktur stößt immer mehr an ihre Grenzen. Es ist aber sehr teuer und aufwendig, Deutschland flächendeckend auf über 50 MB zu heben. Dies wird sicherlich noch etliche zehn Jahre beanspruchen.

ITM: Wer oder was sind die Bremsfaktoren beim Breitbandausbau in Deutschland?
Klees:
Die Vorgaben durch die Behörden sind nicht unbedingt förderlich, so werden pro Haus mindesten sechs LWL-Fasern und pro Wohneinheit vier LWL-Fasern verlangt. Benötigt wird allerdings nur eine Faser zur Übertragung aller Dienste. Mittlerweile haben wir eine weltweite Faserknappheit und dadurch auch sehr lange Lieferzeiten auf alle Arten von LWL-Kabeln. Wenn sich allerdings eine Kommune dazu durchringt, entgegen der Vorgaben der Behörde ein modernes Ein-Fasernetz aufzubauen, bekommen diese keine öffentlichen Gelder und sind auf sich alleine gestellt. Durch die Vorgaben der Behörden sind die Verantwortlichen der Kommunen oft überfordert. Deshalb wird sehr oft auf die Dienste der Telekom zurückgegriffen, die ein auf die Behördenanforderungen abgestimmtes Leistungspaket anbieten, somit kommen die Fördergelder selten beim deutschen Mittelstand an, sondern sind als Konjunkturhilfe für die Telekom zu sehen.

ITM: Warum sind allerdings auch Deutschlands Mittelständler auf eine schnelle Internetleitung angewiesen?
Klees:
Die schnelle Datenverarbeitung ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Es werden immer mehr Cloud-Lösungen verwendet, deshalb werden schnelle Netze benötigt. Teile Deutschlands können vom Mittelstand nicht benutzt werden, da eine schnelle Internetanbindung leider nicht vorhanden ist.

ITM: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich für Unternehmen, wenn die Glasfaserkabel bis zur Anschlussbuchse im Büro reichen (Stichwort FTTH)?
Klees:
Diese Infrastruktur lässt ein schnelles Internet mit Bitraten über 100 MB zu. Allerdings müssen auch die Router und Switche dazu befähigt werden, diese schnellen Netze zu unterstützen. Leider ist dies nur in den seltensten Fällen auch so möglich. Die Anbindung geschieht über Glas, aber die Datenverarbeitung erfolgt immer noch mit den stark veralteten RZ-Infrastrukturen. Der Ausbau alleine bringt uns nicht weiter, vielmehr muss der Kabelausbau mit dem RZ-Ausbau Hand in Hand vorangetrieben werden.

ITM: Unter welchen Voraussetzungen bzw. inwieweit sind die Unternehmen gewillt, mit Eigenbeteiligungen den Ausbau zu beschleunigen?
Klees:
Viele Unternehmungen beauftragen private Einrichtungen, da sie in den seltensten Fällen die Zeit haben, auf Telekom-Ausbauten zu warten. So sind viele gezwungen, sich über die Anschlusskosten an einen schnelleren Ausbau zu beteiligen.

ITM: Welche Stolpersteine könnte es bei der Glasfaserverlegung jederzeit geben?
Klees:
Die vorhandene CU-Infrastruktur und die hohen, nicht immer verständlichen Anforderungen der Behörden sind die Hauptstolpersteine. Auch die Bevorzugung der Telekom ist nicht unbedingt für einen schnellen Ausbau förderlich.

ITM: Inwieweit sehen sich deutsche Mittelständler stattdessen gezwungen, aus infrastrukturschwachen Regionen wegzuziehen, um konkurrenzfähig zu bleiben? Kommt so ein Umzug häufiger vor?
Klees:
Die Landflucht beschränkt sich nicht nur auf Bewohner, sondern ebenfalls auf Betriebe. In ländlichen Gegenden ist es nahezu unmöglich, Industrieansiedelungen durchzuführen. Keine oder wenige Arbeitsplätze führen aber unweigerlich zur Landflucht, ganze Gebiete veröden und in den Großstätten haben wir zu wenig Wohnraum. Dieser Teufelskreis kann nur durch einen schnellen Ausbau des Breitbandnetzes durchbrochen werden.

ITM: Welchen Einfluss haben bis dato etwa die 2014 ins Leben gerufene „Netzallianz Digitales Deutschland“, das 2016 festgelegte „DigiNetz-Gesetz“ oder auch der kürzliche „Relaunch des Breitbandförderprogramms“ auf den Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze tatsächlich ausgeübt?
Klees:
Sehr wenig. In einigen Gegenden brachte es Vorteile, allerdings ist – wie bereits mehrfach erwähnt – der große Nutznießer immer noch die Telekom.

ITM: Ein jüngst zusammengestelltes zehnköpfiges Gremium soll nun „wirklich“ Tempo machen bei der Digitalisierung. Wie schätzen Sie das zukünftige Wirken des Digitalrats der Bundesregierung ein?
Klees:
Bisher sind die Ergebnisse und die Außenwirkung eher bescheiden. Der Weg ist gut, allerding sehr von der Bürokratie bestimmt.

ITM: Zudem hat die Bundesregierung erst im August einem milliardenschweren Fond für den Breitbandausbau zugestimmt. Dieser soll u.a. durch die Versteigerung der 5G-Frequenzen finanziert werden. Wird diese Rechnung aufgehen?
Klees:
Die Mittel werden den gleichen Gesellschaften durch die Versteigerung entzogen, die eigentlich für einen schnelleren Ausbau Sorge tragen sollten. Es sollte vielmehr ein Zusammenwirken der einzelnen Übertragungsmedien – LWL, CU, Funk – gefördert werden. Dadurch würde die Anbindung wesentlich beschleunigt werden.

ITM: Wo wird Deutschland Ihrer Meinung nach Ende 2018 in Sachen Breitbandausbau stehen?
Klees:
Nicht viel weiter wie im Jahr 2017. Es werden weiter bereits vorhandene Anbindungen erneuert, anstatt neue Anbindungen voranzutreiben. Es wird leider viel zu oft die Kundenkaufkraft als Entscheidungskriterium herangezogen. Eine landesweite Versorgung bleibt dabei auf der Strecke. Planungsphasen dauern nur lange und berücksichtigen selten die Kundenwünsche, sondern dienen hauptsächlich zur Mehrung der Erträge der Telefonanbieter.

Bildquelle: ZVK

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news-21118 Wed, 24 Oct 2018 12:33:42 +0200 Wer oder was bremst den Breitbandausbau? http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/wer-oder-was-bremst-den-breitbandausbau-21118/ Marc Kessler, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederkommunikation beim Breko Bundesverband Breitbandkommunikation e.V., wirft im Interview u.a. einen Blick auf die Bremsfaktoren beim Breitbandausbau in Deutschland. ITM: Herr Kessler, wer oder was sind die Bremsfaktoren beim Breitbandausbau in Deutschland?
Marc Kessler:
Durch die Vectoring-Entscheidungen der Bundesnetzagentur und das damit u.a. verbundene Quasi-Monopol des Ex-Monopolisten Deutsche Telekom in den so genannten Nahbereichen – den in der Regel besonders lukrativen Gebieten in einem bestimmten Radius um die Hauptverteiler, die meist in der Ortsmitte liegen – ist es vor allem 2015/2016 zu einer starken Investitionsverunsicherung und -zurückhaltung gekommen. Dies kehrt sich nun langsam wieder um, nachdem die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich den „Netzinfrastrukturwechsel zur Glasfaser“ und Gigabit-Bandbreiten bis 2025 erreichen will. Daher müssen wir den Koalitionsvertrag nun hin zu einem flächendeckenden Glasfaserinfrastrukturziel weiterentwickeln – damit reine Glasfaser nicht nur möglichst, sondern direkt bis in alle Gebäude ausgerollt wird. Die Netzbetreiber des Breko setzen auf reine, zukunftssichere Glasfaser und bauen lokal und regional zukunftssichere Glasfasernetze bis in die Gebäude oder bis direkt zum Anschluss des Kunden.

Eine weitere Herausforderung stellt die aktuelle Fassung des DigiNetz-Gesetzes (DigiNetzG) dar. Die ursprüngliche Idee des Gesetzes: Wenn Straßen überhaupt geöffnet werden – etwa im Zuge von Sanierungsarbeiten, im Falle von Neubauten oder bei Verlegung anderer Infrastrukturen wie Strom-, Wasser- oder Gasleitungen –, sollen Synergien genutzt und Glasfaserleitungen gleich mitverlegt werden können. Das Problem in der Praxis: Das Gesetz wird derzeit vielfach dazu missbraucht, (zusätzliche) Glasfaserleitungen kostengünstig mitzuverlegen und damit Überbau/Doppelausbau zu erzeugen, wenn Gebiete erstmalig mit Glasfaser erschlossen (und aus diesem Grunde die Straße geöffnet wird) und hierfür öffentliche Mittel genutzt werden. Dadurch werden die Glasfaserausbauprojekte der Erstausbauenden gefährdet und vielfach sogar unrentabel. Das BMVI hat die Problematik erkannt und plant zurzeit eine Überarbeitung des Gesetzes. Der Breko bringt sich hierbei konstruktiv mit ein.

Nicht zuletzt stellen auch die knappen Tiefbaukapazitäten in Deutschland eine Herausforderung dar. Die vorhandenen Tiefbaukapazitäten sollten daher sinnvoll und effizient für einen Glasfaserausbau in der Fläche in Anspruch genommen werden. Der parallele Ausbau (Doppelausbau/Überbau) von Glasfasernetzen ist nicht nur volkswirtschaftlich unsinnig, sondern bindet auch vorhandene Tiefbauressourcen. Doppelausbau bindet Baukapazitäten an der falschen Stelle. Daneben sollte die Vergabe von Fördermitteln im Rahmen eines langfristigen Förderplans dosiert und nur als punktuelle Ergänzung des eigenwirtschaftlichen Ausbaus erfolgen, um eine „Überförderung“ zu vermeiden und den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau zu stärken. So können die Tiefbaukapazitäten besser verteilt und ein weiterer Anstieg der Tiefbaupreise zumindest begrenzt werden. Diese sind nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl parallel laufender Förderverfahren, enger Ausbaufristen und hoher in Aussicht gestellter Fördersummen erheblich gestiegen, was wiederum den Förderbedarf erhöht.

Zu guter Letzt setzt sich der Breko für die Verschlankung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren in Städten, Kreisen und Kommunen ein und will die Akzeptanz alternativer, innovativer Verlegetechniken – z.B. per Mini- oder Micro-Trenching (die minimal-invasive Verlegung der Leitungen in ca. zehn bis 30 Zentimetern Tiefe), die Verlegung der Glasfaser in Abwasserrohren oder die Nutzung vorhandener Freileitungen zur oberirdischen Verlegung – erhöhen. Beide Aspekte sind wichtige Beiträge der Kommunen, um den flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland zu fördern. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsunternehmen stellen wir direkt vor Ort die richtigen Ansprechpartner für Bürgermeister, Landräte und weitere mit dem Thema „Breitband“ Beauftragte in Stadt und Land. Konsequenterweise haben wir uns das Motto „Nicht ohne meinen Bürgermeister!“ klar auf die Fahnen geschrieben.

ITM: Ein jüngst zusammengestelltes zehnköpfiges Gremium soll nun „wirklich“ Tempo machen bei der Digitalisierung. Wie schätzen Sie das zukünftige Wirken des Digitalrats der Bundesregierung ein?
Kessler:
Der Fokus des neu geschaffenen Digitalrats liegt nicht primär auf dem aus unserer Sicht zunächst wichtigsten Thema: der Schaffung der besten digitalen und zukunftssicheren Infrastruktur in Deutschland – einer reinen Glasfaserinfrastruktur bis in alle Gebäude. Diese Infrastruktur ist zentral für alle künftigen Anwendungen (Künstliche Intelligenz, E-Health-Dienste, Connected Cars, Virtual Reality, Cloud-Dienste, M2M…) und für die Sicherung von Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Gleichwohl sind wir optimistisch, dass der Digitalrat die Nachfrage nach zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen und das Bewusstsein hierfür in Politik und Gesellschaft vorantreiben und auf diese Weise auch den Glasfaserausbau in Deutschland beschleunigen kann.

ITM: Wo wird Deutschland Ihrer Meinung nach Ende 2018 in Sachen Breitbandausbau stehen?
Kessler:
Durch die angesprochene Strategie der Bundesregierung, die nun sehr deutlich auf Glasfaser setzt, sind wir optimistisch, den Rollout mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen in Deutschland weiter erheblich voranbringen zu können. Die mehr als 180 Netzbetreiber des Breko stellen schon heute knapp 60 Prozent (alle Wettbewerber der Telekom: gut 80 Prozent) aller in Deutschland verfügbaren, direkten Glasfaseranschlüsse (FTTB/FTTH).

Besonders positiv zu erwähnen ist auch die in der Novelle des Bundesförderprogramms nun enthaltene Möglichkeit des „Förder-Upgrades“/„Technologie-Upgrades“: Bereits bewilligte Förderprojekte, die noch auf kupferbasierte Anschlüsse (VDSL/VDSL Vectoring) setzen, können bis Ende des Jahres zu reinen Glasfaserausbauprojekten mit Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude oder bis direkt zum Nutzer aufgewertet werden. Auf diese Weise werden die betreffenden Regionen gleich mit zukunftssicheren, reinen Glasfaseranschlüssen erschlossen. Ein erneuter, kostenintensiver Ausbau dieser Gebiete in wenigen Jahren, der abermals Tiefbaukapazitäten in Anspruch nimmt, entfällt damit.

In puncto Regulierung haben wir mit unserem „Strategiepapier Glasfaserzukunft“ genau das vorgeschlagen, was die Große Koalition nun ebenfalls für sinnvoll hält: Die künftige Glasfaserwelt kann zugunsten frei verhandelter Open-Access-Kooperationsmodelle zwischen den Netzbetreibern und der BNetzA als „Schiedsrichter“ durchaus mit weniger (aber nicht ganz ohne) Regulierung gestaltet werden. Diese Entwicklung wird auch die Breko-Handelsplattform als bundesweite Open-Access-Plattform (das „Ebay für Glasfaseranschlüsse“) weiter beschleunigen. Handelsplattformen wie die Breko-Handelsplattform bringen Anbieter und Nachfrager auf einfache und rechtssichere Weise zusammen und forcieren durch die bessere Auslastung bestehender Glasfasernetze den weiteren Glasfaserausbau, da mehr Mittel zur Verfügung stehen. Allerdings muss es einen klar geregelten Übergang von der heutigen Kupfer- in die künftige Glasfaserwelt geben, damit der nach wie vor marktmächtige Ex-Monopolist seine Kunden nicht unter Ausschluss des Wettbewerbs einfach auf eine neue Technologie umstellt.

Bildquelle: Breko

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Lea Sommerhäuser IT-Mittelstand Startseite it-zoom Infrastruktur
news-21109 Tue, 23 Oct 2018 15:41:00 +0200 400.000 € Strafe für DSGVO-Verstoß http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/400000-eur-strafe-fuer-dsgvo-verstoss-21109/ Ein Krankenhaus in Portugal muss aufgrund von Verstößen gegen die DSGVO eine Strafe in Höhe von 400.000 Euro zahlen. Das berichtet eine Tageszeitung aus Lissabon. Bisher sind die großen Präzedenzfälle ausgeblieben, die viele Unternehmen im Umgang mit der DSGVO befürchten – sowohl die oft beschworenen Abmahnwellen als auch empfindliche Strafzahlungen suchte man bisher vergeblich. In Portugal könnte nun aber ein Krankenhaus erstmals die ganze Härte der Verordnung zu spüren bekommen. Das soll laut der Tageszeitung „Público” nämlich eine Strafe von 400.000 € für Verstöße gegen die DSGVO zahlen. Es geht vor allem um den unberechtigten Zugriff auf Patientendaten.

Nachlässiges Zugangsmanagement

Ausschlaggebend für die hohe Strafe soll das nachlässige Zugangsmanagement des internen IT-Systems gewesen sein. Laut „Público” hätten dort Personen mit einem Zugang für Techniker auch Zugriff auf empfindliche Patientendaten gehabt, die eigentlich nur für behandelnde Ärzte ersichtlich sein sollten. Um das zu beweisen, hätte man einen Test mit einem entsprechenden Berechtigungsprofil vorgenommen. Ebenfalls problematisch: obwohl 2018 in dem Krankenhaus nur 296 Ärzte gearbeitet hätten, wären 985 Benutzer mit einem entsprechenden Profil in dem System ausgestattet gewesen, so die Tageszeitung. Als Begründung soll die Krankenhausführung den Einsatz von externen Kräften angegeben haben.

Das Krankenhause will dem Beitrag nach gegen die Strafe vorgehen. Wie genau die Summe hergeleitet wurde, geht aus dem Artikel nicht klar hervor – lediglich die Tatsache, dass für den unbedachten Umgang mit Patienteninformationen 300.000 € anfallen, wurde angemerkt. Die verbleibenden 100.000 € sollen für ein anderes Vergehen anfallen. Bußgelder bei Verstößen gegen die DSGVO können maximal zwei bis vier Prozent des weltweiten Unternehmensumsatzes betragen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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IT-Mittelstand Startseite it-zoom Sicherheit Philip Fassing
news-21108 Tue, 23 Oct 2018 15:08:01 +0200 Die Chemie muss stimmen http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/die-chemie-muss-stimmen-21108/ Bei der Beschäftigung von IT-Freelancern gibt es viele Dinge zu beachten: von der Auswahl des Freischaffenden über den inhaltlichen Einsatzbereich bis hin zur Art der regelmäßigen Abstimmung. Desweiteren sollte man sich generell hinsichtlich der Notwendigkeit und der Motivation für den Einsatz von Freelancern gründlich Gedanken machen, um Missverständnisse oder Enttäuschungen zu vermeiden. Dabei wird auf die Beschäftigung eines Freelancers meist dann zurückgegriffen, wenn es intern Kapazitätsengpässe im Team gibt, die voraussichtlich nur eine begrenzte Zeit lang andauern werden – etwa, wenn Mitarbeiter länger ausfällen oder kurz- bis mittelfristig mit anderen Projekten voll ausgelastet sind. In diesen Fällen ist die Einstellung eines Vollzeitmitarbeiters schwierig, da der Bedarf klar zeitlich begrenzt ist.

Immer öfter wird aber auch intern fehlendes, fachspezifisches Know-how durch die projektbasierte Anstellung von externen Experten auf Freelance-Basis ergänzt. Längst nicht jedem Unternehmen gelingt es, langfristig Top-IT-Fachkräfte an sich zu binden. Der alternative Weg, den führende Techexperten zunehmend wählen, ist der Gang in die Selbstständigkeit. Oft wird dieser Weg genutzt, um sich inhaltlich zu spezialisieren. So bauen sich Freelancer mit der Zeit und der Erfahrung aus zahlreichen Projekten sehr tiefes Fachwissen auf. Von dieser weitreichenden Expertise profitieren dann die Unternehmen, die sich von Freelancern gezielt und projektbasiert unterstützen lassen.

Selber suchen oder suchen lassen?

Wissen die Entscheidungsträger in den Unternehmen genau, nach welchen Fähigkeiten sie suchen und besitzen sie selbst einen technischen Hintergrund, so spricht wenig dagegen, sich zunächst selbst auf die Suche nach einem geeigneten Freelancer zu machen. Auch wer über direkte Kanäle zu geeigneten Freelancern im eigenen Netzwerk verfügt, muss nicht unbedingt auf externe Unterstützung setzen. Tendenziell ist die eigene Suche und das eigene Netzwerk gerade dann ein sinnvoller Kanal, wenn das zu bearbeitende Projekt eher klein bzw. weniger komplex ist.

Letztlich hängt jedoch vieles von der Frage ab: Hat man genug Zeit und Ressourcen, um selbst nach geeigneten Freelancern zu suchen? Und: Traue man sich selbst zu, die Eignung und Fähigkeiten von IT-Fachkräften zu bewerten? Letzterem kommt gerade bei komplexen Projekten große Bedeutung zu.

Wer diese Fragen mit „nein“ beantworten muss, sollte auf die Expertise von Personaldienstleistern setzen, die auf das Recruiting und Testing von IT-Experten spezialisiert sind. Ersteres spart Zeit, während die Tests die Intransparenz der IT-Fachkräfte hinsichtlich der Leistungsfähigkeit nimmt und somit Enttäuschungen während des Projekts vorbeugt.

Die eigenständige Suche nach Freelancern

Wer sich selbst daran macht, passende IT-Freelancer zu finden, sollte vor allem bedenken, mithilfe welcher Kanäle er versucht, die passende Zielgruppe anzusprechen: Findet man den geeigneten Experten eher im eigenen Netzwerk, auf Social-Media-Plattformen oder Jobportalen? Dabei sollte man sich zwei Kriterien immer vor Augen halten:
•    Reichweite – erreicht man ausreichend viele Kandidaten?
•    Zielgruppe – spricht man die inhaltlich richtigen Leute an?

Hat man einen passenden Kandidaten im Visier, ist es unabdinglich, die richtigen Qualitätskontrollen durchzuführen. Besitzt der „Techie“ das technische Know-how, das notwendig ist, um die Aufgabe erfolgreich zu bewältigen? Welche Referenzen hat er bislang vorzuweisen und was sagen diese über ihn aus? Hier ist insbesondere zu bedenken, ob Referenzen ausreichend sind oder gegebenenfalls ein Coding-Test durchzuführen ist. Dies hängt entscheidend von der Komplexität der zu bearbeitenden Aufgabe ab. Passen die fachlichen Anforderungen, so ist auch der „personal fit“ zu beachten. Passt der Kandidat mit seiner Persönlichkeit überhaupt zum eigenen Unternehmen?

Freelancer suchen lassen

Viele Anbieter haben sich darauf spezialisiert, IT-Experten für Unternehmen zu rekrutieren. Nur sehr wenige sind inhaltlich in der Lage, die Leistungsfähigkeit auch technisch – also nicht nur über CV und Referenzen – zu überprüfen. Wer sich dazu entscheidet die Suche nach einem geeigneten Tech-Freelancer auszulagern, sollte sich vorher grundlegend Gedanken darüber machen, wonach er konkret sucht. Der Personaldienstleister muss so gut wie möglich wissen, nach welchen Professionals er Ausschau zu halten hat:

  • Fachkompetenz: Braucht man für das Projekt einen Spezialisten oder einen Generalisten? Auf einen Spezialisten sollte man natürlich vor allem dann setzen, wenn die Aufgabenstellung ein sehr komplexes Thema betrifft oder es um State-of-the-art-Expertise geht, wie z. B. der Programmierung von Machine-Learning-Systemen.
  • Vertragsflexibilität: IT-Projekte sind oft sehr komplex und zeitaufwendig – umso wichtiger ist es, dass die Verträge dem Unternehmen Flexibilität einräumen. Ansonsten wird das finanzielle Risiko schnell zu hoch. Es muss immer die Möglichkeit bestehen die Zusammenarbeit mit externen Fachkräften kurzfristig verändern oder aber auch beenden zu können. Nur so haben Unternehmen die Möglichkeit, auf veränderte Rahmenbedingungen wie etwa sich ändernde Budgets oder auch bei nicht zufriedenstellender Leistung aufseiten des Experten reagieren zu können.
  • Projektspezifikationen: Projektziele und Meilensteine sind klar zu definieren, um den Projekterfolg nachvollziehen zu können und für die gleiche Erwartungshaltung bei eigenen wie externen Projektmitarbeitern zu sorgen. Je weniger eindeutig ein Projekt zu Beginn ausdetailliert wird, desto höher ist das Risiko, dass man während des Projekts erkennt, dass man bei der Personalentscheidung nicht richtig lag oder die Erwartungshaltungen verschieden waren.

Den richtigen Freelancer gefunden – und jetzt?

Unabhängig davon, auf welchem Weg sich Unternehmen auf die Suche nach IT-Experten machen – die Spielregeln mit dem Start eines externen Experten bleiben die gleichen. Unternehmen sollten vor Projektbeginn vor allem auf folgende Themen achten:

  • Gesetzlichen Rahmenbedingungen folgen: Freelancer begleiten Unternehmen als externe Unterstützung über einen begrenzten Zeitraum hinweg – dabei sind sie keine Angestellten, sondern selbstständig. Deshalb sollten sie vom Auftraggeber auch nicht exakt, gleich wie interne Mitarbeiter eingesetzt werden – ein Unterschied zwischen eigenem Mitarbeiter und Freelancer muss aus gesetzlichen Gründen erkennbar sein.
  • Richtige Voraussetzungen schaffen: Freelancer benötigen von ihrem ersten Arbeitstag an ein vollständiges Briefing und ggf. technische Zugänge, damit sie sich schnell und ohne Umstände in ihre Aufgaben einarbeiten können. Was häufig unterschätzt wird: Auch das eigene Team muss informiert und darauf vorbereitet sein, dass sie durch einen externen Fachmann unterstützt werden. Um etwaige Konflikte zu vermeiden, sollten Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar abgegrenzt sein.

* Der Autor Arne Hosemann ist seit Anfang 2018 Geschäftsführer von Expertlead, einem Start-up, das sich auf die Bereitstellung von Top-Tech-Freelancern spezialisiert hat

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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Startseite it-zoom IT-Mittelstand HR Personal
news-21093 Mon, 22 Oct 2018 10:16:16 +0200 Hohe Bandbreiten per Richtfunk oder Satellit http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/hohe-bandbreiten-per-richtfunk-oder-satellit-21093/ Frank Dittmar (Pan Dacom Networking AG) und Stephan Schott (Eusanet GmbH) im Gespräch über die Möglichkeiten, als Mittelständler auch ohne Glasfaser oder 5G an schnelles Internet zu kommen. Schon seit vielen Jahren doktern unsere Bundesregierungen am dringend notwendigen Ausbau der Breitbandnetze herum. Es hapert aber an tragfähigen Strategien, an der Investitionsbereitschaft und am Zusammenwirken der beteiligten Telekommunikationsgesellschaften, die alle auf ihren eigenen Vorteil schielen. Schnelle Erfolge sind angesichts der Langfristigkeit von Infrastrukturprojekten nicht zu erwarten.

Leidtragende sind sämtliche Teile der Bevölkerung. Dabei geht es nicht nur um das Privatvergnügen mit dem schnellen Internet, sondern auch um das Gesundheitswesen, die Schulen und Universitäten und alle Behörden (Stichwort: E-Government). Leidtragende sind aber vor allem auch alle Mittelständler, die bei ihren Digitalisierungsstrategien ausgebremst werden, was im internationalen Wettbewerb gravierende Standortnachteile nach sich ziehen kann.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Doch findige Mittelständler müssen nicht lange Jahre auf wirklich schnelles Internet warten, bis sie irgendwann Glasfaseranschlüsse bekommen oder die neue Mobilfunkgeneration 5G nutzen können, die im Idealfall bis zu hundertmal schneller sein kann als das heutige LTE. Eigeninitiative vorausgesetzt, ist heute schon per Satellitenübertragung oder Richtfunkstrecke in ganz Deutschland superschnelles Internet möglich. Mittlerweile sind beispielsweise Breitbandzugänge via Satellit mit der VDSL-Geschwindigkeit 50 Mbit/s machbar – und der Ausbau auf 100 Mbit/s ist bereits in Sichtweite. Schnelles Internet aus dem All kann also Versorgungslücken in Regionen schließen, die nicht an die terrestrische Breitbandversorgung angebunden werden.

Weil allerdings sowohl beim Richtfunk als auch bei der Satellitenübertragung einiges bei der Integration in das Unternehmensnetz zu beachten ist, hat IT-MITTELSTAND zwei ausgewiesene Experten dazu befragt.

ITM: Wenn Festnetz und Mobilfunk die notwendige Bandbreite an einem Standort nicht liefern können: Wann sind Satellitenverbindungen, wann Richtfunkstrecken die DSL-Alternative der Wahl für das Firmennetz?

Stephan Schott: Leider wird bei der Breitbandversorgung in den einschlägigen Werbeversprechen der Anbieter der Mobilfunk sehr oft entgegen den Tatsachen mit dem Festnetz gleichgesetzt. Dabei ist es in Regionen mit schlechten Festnetzanbindungen meist auch mit wirklich schnellem Mobilfunk nicht weit her. Denn die Bandbreite muss an die Umsetzer herangeführt werden. Sogar die Bundesnetzagentur geht bei der Frequenzversteigerung für 5G davon aus, dass es keine flächendeckende Anbindung in Deutschland geben wird.

Daher ist der Satellit immer dort eine echte Alternative, wo die Breitbandzugänge ungenügend oder gar nicht vorhanden sind. Meiner Meinung nach sollten Unternehmen den Satelliten dem Mobilfunk sogar vorziehen, denn dieser ist deutlich flexibler einsetzbar und lässt sich nutzbringend mit anderen Technologien kombinieren.

So ist man beim Richtfunk immer auf Sichtverbindungen angewiesen. Richtfunklösungen sind daher für Unternehmen mit langen Strecken vom Breitbandzugangspunkt zum Firmensitz nur sehr umständlich zu realisieren und finanziell kaum darstellbar. Baut man aber eine oder mehrere Satellitenbasisstationen am Firmensitz, kann man die Bandbreite direkt oder in Kombination via Richtfunk vor Ort verteilen und nutzen. Selbst lokale Glasfasernetze lassen sich so anbinden. Mit entsprechenden Lösungen versorgen wir inzwischen ganze Ortschaften.

Frank Dittmar: Überall da, wo eine Sichtverbindung existiert und der nächstgelegene Terminierungspunkt nicht weiter als 50 Kilometer entfernt liegt, ist Richtfunk der Satellitentechnik überlegen. Frühere Störungen aufgrund von Witterung oder Vogelflug lassen sich per Doppeloptik längst weitgehend neu-tralisieren oder spielen bei heutiger Mikrowellentechnik so gut wie gar keine Rolle mehr.

Anders als eine gängige Satellitenverbindung bietet Richtfunk stabile Bandbreiten mit gleich hohen Transferraten in Upstream- und Downstream-Richtung. Diese Symmetrie ist für viele Business- und Collaboration-Anwendungen inklusive Videokommunikation unabdingbar.

Demgegenüber bringt es eine Satellitenanbindung selbst mit kostspieliger Kanalbündelung bestenfalls auf ein Downstream-/Upstream-Verhältnis von 50 zu 6. Außerdem verursachen die extrem langen Signalwege viel zu hohe Latenzwerte, um beispielsweise eine kleinere Zweigstelle per VPN sicher an die Zentrale anbinden zu können. Eine Vernetzung via Satellit kann für Mittelständler also nur dann die Ultima Ratio sein, wenn direkte Funkverbindungen ausgeschlossen sind. In allen anderen Fällen ist Richtfunk eindeutig die bessere Wahl.

ITM: Mit welchen Kosten ist zu rechnen, wenn ein Werk so performant an das Firmennetz angeschlossen wird?
Dittmar: Unter Kostenaspekten scheint die Satellitentechnik mit meist marginalem Investitionsbedarf auf den ersten Blick im Vorteil zu sein. Dafür aber sind die Unterhaltskosten vergleichsweise hoch, zumal sich die Abrechnung üblicherweise am übertragenen Datenvolumen orientiert.

Beim Richtfunk hingegen kehrt sich dieses Verhältnis um – moderate Einstiegsinvestitionen stehen geringen laufenden Kosten gegenüber. Wie hoch diese im Einzelnen ausfallen, hängt u.a. davon ab, ob lizenzfreie Frequenzen genutzt werden oder nicht. Aber auch wenn Lizenzgebühren anfallen, erweist sich Richtfunk aus TCO-Perspektive als eine ausgesprochen kostengünstige Vernetzungsoption.

Schott: Von welchen Bandbreiten und Einsatzzwecken gehen wir hier für das Unternehmen konkret aus? Wird der Satellit nur als Backup für bestehende Infrastrukturen genutzt oder ist an eine ständige Breitbandversorgung des Unternehmens und seiner Mitarbeiter gedacht? Unsere Satellitenlösung bietet bis zu 50 Mbit im Download und bis zu 10 Mbit im Upload. Die Hardware-Kosten einer entsprechenden SAT-Anlage liegen je nach Tarif bei Hardware-Miete oder Kauf zwischen 0 und 499 Euro.

Die Installation übernimmt der Kunde meist selber. Die laufenden monatlichen Kosten beginnen bei 15,90 Euro für unseren Backup-Hybrid-Tarif. Ein Standardtarif liegt bei 49 Euro pro Monat. Alle Preise sind Brutto – und selbstverständlich sind wir für unsere Kunden sehr flexibel und skalierbar. So lassen sich zwei oder mehr SAT-Anlagen ohne hohen Aufwand bei einem höheren Bandbreitenbedarf miteinander für die Versorgung des Unternehmens kombinieren.

ITM: Was sind typische Stolpersteine beim Aufbau solcher Netzwerkverbindungen, die es im Vorfeld aus dem Weg zu räumen gilt?
Schott: Eigentlich gibt es keine. Sie benötigen als Unternehmen nur freie Sicht Richtung Süden in einem Winkel von ca. 30 Grad. Dann lässt sich das Satellitensignal ohne Probleme empfangen. Und noch ein Argument: Die Ausfallsicherheit ist beim Satelliten deutlich höher als beim Festnetz oder Mobilfunk.

Dittmar: Sowohl beim Richtfunk als auch bei der Satellitenanbindung kommen die Daten via Dachantenne ins Haus. Daher sollten gegebenenfalls notwendige Blitzschutzvorkehrungen in der Zeit- und Aufwandsplanung für das Vernetzungsprojekt einkalkuliert werden. Ähnliches gilt für Wanddurchbrüche im Gebäude – hier spielen Aspekte wie Brandschutz und die VDE-Sicherheitsnormen für Elektroinstallationen eine Rolle.

Speziell beim Richtfunk ist überdies zu beachten, dass es für lizenzfreie Frequenzbänder keine Exklusivgarantie für die Ewigkeit gibt. Irgendwann könnten andere Unternehmen hinzukommen und im selben Spektrum kommunizieren, was zu Bandbreiteneinschränkungen führen kann.

Wer stabile Bandbreiten auch in Zukunft absichern will und deshalb lizenzpflichtige Frequenzen favorisiert, sollte die mitunter langwierige Beantragungsprozedur bei der Bundesnetzagentur berücksichtigen. Und nicht zuletzt müssen die topologischen Grundvoraussetzungen für den Richtfunk auch künftig erfüllt sein. Welche Entwicklungsvorhaben stehen in dem per Richtfunk überbrückten Gelände an? Wird dort ein Wald aufgeforstet? Sind Windräder oder andere hohe Gebäude geplant? Sicht ist Pflicht – diese Maxime muss auch in zehn Jahren noch Gültigkeit haben.

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news-21085 Fri, 19 Oct 2018 11:58:31 +0200 Drückt die Politik jetzt auf die Tube? http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/drueckt-die-politik-jetzt-auf-die-tube-21085/ Immer wieder ist davon die Rede, dass Deutschland in Sachen „Breitbandausbau“ im internationalen Vergleich zurückliegt. Eine Tatsache? Wer oder was sind die Bremsfaktoren? Und inwieweit wird der kürzlich zusammengestellte Digitalrat der Bundesregierung nun bei der Glasfaserverlegung Tempo machen? Die Lage soll inzwischen „dramatisch“ sein. Deutschland befinde sich beim Breitbandausbau – trotz einer verhältnismäßig hohen Bevölkerungsdichte – im EU-Vergleich abgeschlagen im Mittelfeld. „Wir haben den Breitbandausbau weitestgehend verschlafen und stehen nun vor der riesigen Herausforderung, das alles aufzuholen“, formuliert es der BVDW-Präsident Matthias Wahl nahezu drastisch. Als Interessenvertretung für Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle betreiben oder deren Wertschöpfung auf dem Einsatz digitaler Technologien beruht, setzt sich der Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. für die Schaffung von Markttransparenz und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen ein. Christof Sommerberg, Leiter Public Affairs bei Deutsche Glasfaser, findet hingegen die Aussage, dass Deutschland weit zurückliegt, „zu pauschal“. Speziell beim Ausbau von Glasfaseranschlüssen bis in die Häuser und Unternehmen würde man hinterherhängen, nicht jedoch notwendigerweise beim Breitbandausbau generell. „Gleichwohl muss Deutschland das Ausbautempo genau dieser Glasfaserinfrastruktur erhöhen, um mit Blick auf den rapide steigenden Bandbreitenbedarf eine Grundlage zu schaffen, die zukunftssicher ist“, betont er.

Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Andreas Klees, Geschäftsführer der ZVK GmbH, verweist derweil auf die unterschiedlichen Ausbaustufen in Deutschland. Manche ländlichen Gebiete, z.B. östlich von Hamburg, seien absolut gut angebunden und verfügten nicht selten über 100 MBit/s in den einzelnen Haushalten. „Dagegen gibt es in Großstädten wie beispielsweise München immer noch Bezirke, die mit 1 bis 5 MBit/s auskommen müssen“, so der Netzwerkspezialist. Grundsätzlich seien es aber eher die ländlichen Regionen, die mit digitalen Kriechspuren auskommen müssten, meint Matthias Wahl. Das Problem: Ein Großteil des Mittelstands sitze genau dort und eben nicht in den Ballungszentren – und sei somit von der Breitbandversorgung komplett abgeschnitten.

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Doch gerade der Mittelstand bildet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft! Seit jeher sollen kleine und mittelständische Betriebe den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt tragen. „Sie erwirtschaften mehr als jeden zweiten Euro“, bekräftigt Christof Sommerberg. Damit das im zunehmenden internationalen Wettbewerb so bleibt, stehen Mittelständler vor der Herausforderung, sich zu digitalisieren. Dazu gehöre vor allem die Erschließung digitaler Geschäftsmodelle, betont Matthias Wahl. Da dürfe die Internetgeschwindigkeit nicht zum limitierenden Faktor werden und schon gar nicht die Unternehmen dazu drängen, in Richtung Ballungszentren zu ziehen. „Für den produzierenden Mittelstand mit immensem Platzbedarf stellt sich die Frage aus finanziellen Gründen überhaupt nicht“, so der BVDW-Präsident. „Grundsätzlich darf nicht zur Diskussion stehen, dass die Unternehmen zum Internet ziehen – hier muss der Prophet zum Berg und nicht umgekehrt.“

Zahlreiche Bremsfaktoren

Allerdings bauen die Netzbetreiber ihre Glasfaserinfrastrukturen vor allem dort aus, wo sich die Investitionen ihrer Ansicht nach langfristig rechnen. Das ist natürlich dann wahrscheinlicher, wenn pro verlegtem Glasfaserkilometer mehr Anschlüsse erreicht werden – was vornehmlich in Ballungsräumen und nicht etwa in ländlichen Regionen der Fall ist.

Einen weiteren Bremsfaktor für den Breitbandausbau sieht Marc Kessler, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedskommunikation beim Breko Bundesverband Breitbandkommunikation e.V., in den Vectoring-Entscheidungen der Bundesnetzagentur. Durch diese und das damit u.a. verbundene Quasi-Monopol des Ex-Monopolisten Deutsche Telekom sei es vor allem 2015 und 2016 in den so genannten Nahbereichen – den in der Regel besonders lukrativen Gebieten in einem bestimmten Radius um die Hauptverteiler, die meist in der Ortsmitte liegen – zu einer starken Investitionsverunsicherung und -zurückhaltung gekommen.

Eine weitere Herausforderung stelle die aktuelle Fassung des DigiNetz-Gesetzes dar. Die ursprüngliche Idee des Gesetzes: Wenn Straßen z.B. im Zuge von Sanierungsarbeiten, im Falle von Neubauten oder bei Verlegung anderer Infrastrukturen wie Strom-, Wasser- oder Gasleitungen geöffnet werden, sollen Synergien genutzt und Glasfaserleitungen gleich mitverlegt werden können. Das Problem in der Praxis: „Das Gesetz wird derzeit vielfach dazu missbraucht, (zusätzliche) Glasfaserleitungen kostengünstig mitzuverlegen und damit Überbau bzw. Doppelausbau zu erzeugen“, kritisiert Marc Kessler. „Dadurch werden die Glasfaserausbauprojekte der Erstausbauenden gefährdet und vielfach sogar unrentabel.“

Nicht zuletzt setze sich der Breko für die Verschlankung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren in Städten, Kreisen und Kommunen ein und möchte die Akzeptanz alternativer, innovativer Verlegetechniken – z.B. per Mini- oder Micro-Trenching, Verlegung der Glasfaser in Abwasserrohren – erhöhen.

Glasfaser vs. Vectoring

Wenn die Glasfaserkabel letztlich bis zur Anschlussbuchse im Büro reichen – Stichwort „Fiber to the home/building“, kurz FTTH/B – ergeben sich für die nutzenden Unternehmen natürlich einige Vorteile und Möglichkeiten. Christof Sommerberg erklärt: „Ein direkter Anschluss an ein kupferfreies Glasfasernetz ermöglicht einen schnellen und verlustfreien Datenverkehr. Dieser ist Voraussetzung für eine Vielzahl von Online-Anwendungen.“ Nur mit einem stabilen und störungsfreien Glasfasernetz seien neben neuen digitalen Geschäftsmodellen und Echtzeit-Backup-Services u.a. auch Software-Updates, Fernwartungen von Maschinen und Standortvernetzungen möglich. Letztlich würden die Unternehmen durch schnellere und effizientere Geschäftsabläufe bares Geld sparen.

Im badischen Bretten steht das Thema „FTTH/B“ allerdings derzeit mit einem eher negativen Beigeschmack im Fokus. Hier baut die BBV Deutschland seit dem Sommer 2017 ein komplett privatwirtschaftlich finanziertes FTTH/B-Glasfasernetz bis in die Haushalte auf. Doch die Telekom will in der Mittelstadt in der Nähe von Karlsruhe nun trotz der bestehenden Open-Access- und Wholebuy-Möglichkeiten bis Ende des ersten Quartals 2019 rund 11.000 Haushalte massiv mit Vectoring ausbauen. Dies soll das Unternehmen, das jahrelang beim Breitbandausbau einen „riesengroßen Bogen“ um die Stadt machte, jüngst angekündigt haben. „Wer sich künftig mit der Telekom ins Bett legen möchte, sollte sich die Braut und deren Verhalten sehr genau anschauen“, empfiehlt BBV-Deutschland-Chef Manfred Maschek in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung und kritisiert: „In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung zu 100 Prozent auf die Glasfaser setzt, versucht die Telekom mit ihrer nicht mehr zukunftsfähigen Vectoring-Technik ohne Rücksicht auf Verluste und sinnfrei möglichst rasch noch viele Wettbewerber entgegen aller wirtschaftlicher Vernunft aus dem Markt zu drängen.“

Milliarden-schwerer Fonds

Laut Andreas Klees von der ZVK GmbH beauftragen viele Unternehmen gerade deshalb private Einrichtungen, da sie in den seltensten Fällen Zeit hätten, auf die Telekom-Ausbauten zu warten. So seien viele gezwungen, sich über die Anschlusskosten an einem schnelleren Glasfaserausbau zu beteiligen. Oft ist solch ein kurzfristiger Anschluss eine existentielle Frage – zumindest was einzelne Unternehmensstandorte anbelangt. Da machen sich die Unternehmen über das Thema „Eigenbeteiligung“ auch in sofern weniger Gedanken, zumal sie diese Beteiligung an den Baukosten steuerlich geltend machen können.

„Nichtsdestotrotz bieten wir in der Business-Sparte den Netzausbau ohne Kostenbeteiligung an, wenn eine bestimmte Vertragsabschlussquote in einem Gewerbegebiet erreicht wird“, verweist Christof Sommerberg auf ein Angebot der Deutschen Glasfaser. Dieses werde von vielen Firmen in den entsprechenden Ausbaugebieten dankbar angenommen. Und auch der Konzern EWE ist gerne bereit, „mit den Unternehmen individuelle Möglichkeiten zu finden, den Ausbau gemeinsam zu gestalten“, berichtet Ludwig Kohnen, Geschäftsführer von EWE Tel / EWE Vertrieb. „Einige Unternehmen nehmen dieses auch in Anspruch, um die Investitionskosten zu reduzieren.“

Dass die Bundesregierung erst im August dieses Jahres einem milliardenschweren Fonds für den Breitbandausbau zugestimmt hat, der u.a. durch die Versteigerung der 5G-Frequenzen finanziert werden soll, sieht Kohnen kritisch: „Wir sollten nicht den Fehler machen, jetzt mit noch mehr Fördermitteln auf einen sehr schnellen, flächendeckenden Ausbau zu setzen. Der Glasfaserausbau benötigt Zeit.“ Noch mehr Fördermittel in noch kürzerer Zeit würden nicht zu einem erhöhten Ausbauvolumen führen. „Dadurch werden nur die Tiefbaumaßnahmen weiter verteuert, weil die Nachfrage nach diesen Leistungen extrem steigt“, ist sich Kohnen sicher.

Christof Sommerberg scheint da zuversichtlicher zu sein: „Wenn die staatlichen Mittel flexibel und intelligent an den richtigen Stellen eingesetzt werden, unterstützen sie die privatwirtschaftliche Wettbewerbs- und Investitionsdynamik und stellen so den schnellen und flächendeckenden Netzausbau sicher.“

Auch soll ein jüngst zusammengestelltes zehnköpfiges Gremium – der Digitalrat der Bundesregierung – ab sofort Tempo bei der Digitalisierung machen. Ob diese Rechnung aufgeht, da sind sich die Glasfaseranbieter und -experten allerdings uneinig. „Der Fokus des neu geschaffenen Digitalrats liegt nicht primär auf dem aus unserer Sicht zunächst wichtigsten Thema: der Schaffung der besten digitalen und zukunftssicheren Infrastruktur in Deutschland“, meint Marc Kessler vom Breko. Gleichwohl sei man aber optimistisch, dass der Digitalrat die Nachfrage nach zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen und das Bewusstsein hierfür in Politik und Gesellschaft vorantreiben könne.

Meinungen gehen auseinander

Laut Wahl wurde der Digitalrat installiert, um Erkenntnisse zu sammeln. Dabei sei das überhaupt nicht der Kern des Problems. „Es ist bekannt, woran es hakt“, betont der BVDW-Präsident. „Vielmehr gibt es ein Umsetzungsproblem, das ein solcher Digitalrat kaum lösen kann.“ Das müsse im Kabinett passieren. Nach Auffassung des Voice Bundesverband der IT-Anwender e.V. würde ein um das Thema Digitalisierung ausgebautes Bundesministerium, das die Defizite in Breitbandausbau, E-Government, Aus- und Weiterbildung sowie gesellschaftlicher Awareness direkt angehe, sehr viel mehr bewirken als ein rein beratendes Gremium. „Die Einrichtung eines Digitalrats soll den Eindruck von Aktivität vermitteln und beruhigen. Doch mit ihm drohen konkrete Maßnahmen, die jetzt dringend eingeleitet werden müssten, wieder auf die lange Bank geschoben zu werden, obwohl längst konkretes Regierungshandeln angesagt wäre“, kritisiert Wolfgang Storck, Geschäftsführer des Bundesverbandes, in einer aktuellen Pressemitteilung.

Bitkom-Präsident Achim Berg begrüßt hingegen sehr, dass die Bundesregierung beim Thema „Digitalisierung“ den Rat von außen sucht und auf Experten aus Wissenschaft und Praxis setzt. „Mit Katrin Suder wurde eine starke, digital hochkompetente und engagierte Frau mit der Leitung des Digitalrats betraut. Sie kennt Wirtschaft und Politik gleichermaßen und steht für Professionalität und Entscheidungsfreude“, so Berg in einer jüngst veröffentlichten Bitkom-Pressemitteilung.

Wo wird Deutschland demnach Ende 2018 in Sachen Breitbandausbau stehen? „In dieser kurzen Zeit wird es kaum einen entscheidenden Fortschritt geben“, ist sich Matthias Wahl sicher. Zwar werde man – so wiederum Christof Sommerberg – bis zu jenem Zeitpunkt „viele weitere Projekte auf den Weg gebracht haben, welche die weißen Flecken in unserem Land nachhaltig farbig machen.“ Doch letztlich sei Ende 2018 nur eine kleine Station auf dem Marathon bis zum Jahr 2025 und darüber hinaus – bis eine flächendeckende, reine Glasfaserinfrastruktur in Deutschland Unternehmen und private Nutzer nachhaltig für die Zukunft rüstet.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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