IT-MITTELSTAND https://www.it-zoom.de/it-mittelstand/news/ IT-MITTELSTAND: IT-Business im Mittelstand de ©2019 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH Mon, 22 Jul 2019 16:49:14 +0200 Mon, 22 Jul 2019 16:49:14 +0200 TYPO3 EXT:news news-23463 Mon, 22 Jul 2019 16:06:13 +0200 Fundament für den Dokumenten-Workflow http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/fundament-fuer-den-dokumenten-workflow-23463/ Durch Qualität und Zuverlässigkeit insbesondere beim Bau von schlüsselfertigen Produktionsgebäuden ist die Firmengruppe Harsch über die Region hinaus bekannt. In der Verwaltung des Bauunternehmens unterstützt ein zentraler Dokumenten-Pool das effiziente Arbeiten. Ein Workflow sorgt in der Personalabteilung für die schnelle Auswahl der Bewerber und garantiert den Schutz der Daten. Die Firmengruppe Harsch schreibt mit dem Einsatz von Betonfertigteilen im Industrie-, Gewerbe- und Wohnbau seit 1919 eine Erfolgsgeschichte. Das in dritter Generation familiengeführte Unternehmen gilt als leistungsstarker Partner für gewerbliche und private Bauvorhaben. Auch im Tief- und Straßenbau ist der Mittelständler tätig. Ein weiteres erfolgreiches Geschäftsfeld ist die Projektentwicklung – vom Grundstückserwerb über Planung, Finanzierung bis zum Bau von schlüsselfertigen Wohn- und Geschäftsgebäuden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Dass die Firmengruppe Harsch dank ihrer qualifizierten Fachkräfte sämtliche Bauleistungen aus einer Hand liefern kann, schätzen ihre Auftraggeber besonders. Die technische Ausrüstung im Unternehmen ist immer auf dem neuesten Stand. Auch in der Verwaltung legt man großen Wert auf innovative Prozesse mit leistungsfähiger Informationstechnik. Dort ist neben dem ERP-System Microsoft Dynamics NAV seit Januar 2018 das Dokumenten-Management-System (DMS) Docuware im Einsatz.

Die Buchhaltung arbeitete bereits vor Einführung der Software mit einem digitalen Archivierungssystem. Dieses erwies sich jedoch für die Anforderungen und geplanten Projekte als nicht flexibel genug, erklärt Jannik Watteroth, DMS-Projektleiter der Firmengruppe Harsch. „Wir wollten eine ganzheitliche DMS-Lösung, um mit Workflows Arbeitsabläufe in der Verwaltung optimieren zu können“, so der IT-Spezialist. Im Fokus stand zunächst die Prüfung der täglich etwa 100 eingehenden Rechnungen, die bis dahin per Hauspost in verschiedene Abteilungen und Standorte geschickt werden mussten, was oft mehr als zehn Tage dauerte. Erstes Ziel war deshalb – neben der revisionssicheren Archivierung – die beleglose Bearbeitung der Rechnungen.

Durch klare Regeln und Strukturen sollten Prüfzeiten reduziert und zugleich der Prüfungsprozess besser kontrolliert werden. Für das neue DMS sprach vor allem die Flexibilität des Systems, sagt Watteroth: „Wir haben damit eine Lösung gefunden, die uns kein starres Konzept aufzwingt, sondern sich ganz an unsere Anforderungen anpassen lässt.“ Ein wichtiges Entscheidungskriterium war deshalb auch die Fachkompetenz des Docuware-Partners ikt Gromnitza, der diese Anpassungen ermöglichte.

Bewerbermanagement nach Plan

Nach intensiver Schulung aller involvierten Mitarbeiter wurde Anfang 2018 der DMS-Einsatz mit dem Pilotprojekt „Rechnungsprüfung“ begonnen. Um für weitere Digitalisierungsprojekte gut gerüstet zu sein, wurden 20 Arbeitsplätze in der Buchhaltung sowie 140 Arbeitsplätze in allen Verwaltungsabteilungen der Firmengruppe mit einem zweiten Bildschirm ausgestattet. Für das Scannen der Belege nutzen die Mitarbeiter bereits vorhandene Multifunktionsgeräte. Sämtliche Niederlassungen und Tochterfirmen haben mittels einer Virtualisierungslösung Zugriff auf das DMS. Von den mehr als 525 Mitarbeitern der Firmengruppe arbeiten heute 170 mit dem DMS, das über eine Schnittstelle mit dem ERP-System Navision verbunden ist. Künftig werden damit alle Ausgangsrechnungen automatisch archiviert.

Bereits nach wenigen Tagen Einarbeitungszeit funktionierte der komplexe Workflow zur Freigabe von Eingangsrechnungen problemlos, berichtet Jannik Watteroth. Heute ist die Prüfung meist innerhalb von drei Tagen abgeschlossen, selbst wenn verschiedene Positionen einer Rechnung von Sachbearbeitern in mehreren Niederlassungen freigegeben werden müssen. Durchlaufzeiten von Rechnungen konnten somit um 70 Prozent reduziert und Skontofristen besser eingehalten werden. „Durch den Erfolg dieses Pilotprojekts haben wir schnell neue Einsatzmöglichkeiten gefunden, auch auf Anregung der Mitarbeiter“, sagt der Projektleiter. Innerhalb eines Jahres wurden bereits über 30 kleine und größere Workflows eingerichtet – z. B. der besonders funktionsreiche Workflow zum Bewerbermanagement. Dieser unterstützt die Personalabteilung dabei, Bewerbungsverfahren optimal zu koordinieren und sie so zu beschleunigen.

Sämtliche Bewerbungen werden zunächst archiviert, anschließend erscheinen sie in der Aufgabenliste der Personalentwicklung. Darüber hinaus wird an den Bewerber nahezu automatisch eine Eingangsbestätigung versendet. Im nächsten Schritt werden die Bewerbungsunterlagen an die zuständigen Abteilungsleiter an den verschiedenen Standorten geschickt und von diesen innerhalb des Workflows bearbeitet. Nach deren Entscheidung gelangt die Bewerbung zurück zur Personalentwicklung, welche die weiteren Schritte übernimmt.

Die möglichen weiteren Arbeitsabläufe werden durch den Workflow umfänglich abgebildet, sei es das Schreiben einer Absage als auch die Arbeitsschritte bis zur Einstellung des neuen Mitarbeiters. Alle Berechtigten können sich jederzeit einen schnellen Überblick über den Stand der Dinge verschaffen und bei Nachfragen sofort Auskunft geben. Ein Prüfungsvorgang konnte so auf wenige Tage verkürzt werden, benötigte Fachkräfte stehen dem Mittelständler damit schneller zur Verfügung. Geplant ist, über Docuware Forms Online-Bewerbungen zu ermöglichen, um den Prozess zusätzlich zu beschleunigen.

Unterstützung für den IT-Support

Ein weiterer zeitsparender Einsatz des Formularmanagements ist ein IT-Ticketsystem. Bei Störfällen melden Mitarbeiter das Problem online über ein Webformular. Mit den gesammelten Informationen, die auch die Dringlichkeit des Störfalls einordnen, wird sofort ein Workflow initiiert. „Die IT-Mitarbeiter können damit zeitnah die wichtigen Probleme lösen, gleichzeitig ist alles genau dokumentiert“, sagt Jannik Watteroth.

Bei der Firmengruppe weiß man heute den durch die verschiedenen Workflows viel geringeren zeitlichen und organisatorischen Aufwand in der Verwaltung sehr zu schätzen. Das DMS ermöglicht es den Beschäftigten, effizienter zu arbeiten, obwohl sie ihre bisher gewohnten Arbeitsabläufe kaum ändern mussten. Mehr Sicherheit ist ein weiterer Vorteil.

Die Firmengruppe Harsch

  • Branche: Bauwesen
  • Gründung: 1919
  • Standort: Bretten
  • Mitarbeiter: 525
]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Dokumentenmanagement und ECM
news-23461 Mon, 22 Jul 2019 14:24:55 +0200 „Weiterbildung ist das A und O“ http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/weiterbildung-ist-das-a-und-o-23461/ „Weiterbildung ist das A und O für den Erfolg von Unternehmen und auch von Arbeitnehmern“, betont Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half, im Interview. Jedoch sei es aufgrund der schnellen Entwicklungen und Veränderungen bei den Anforderungsprofilen nicht immer einfach, die richtigen Weiterbildungen anzubieten bzw. für sich zu finden. ITM: Herr Umbs, inwieweit wird der deutsche Mittelstand anno 2019 tatsächlich durch einen IT-Fachkräftemangel ausgebremst?
Christian Umbs:
Die Chancen und Wahlmöglichkeiten für IT-Fachkräfte sind deutlich gestiegen, weil immer mehr Spezialistenwissen gefragt wird, das schwer zu finden ist. Das führt zu einer höheren Wechselbereitschaft bei den Mitarbeitern. Gerade mittelständische Unternehmen müssen jetzt noch stärker die eigenen Vorteile für IT-Fachkräfte deutlich machen und verschiedene – auch individuelle – Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung umsetzen.

ITM: Wie groß sind denn die derzeitigen Qualifikations- und Wissenslücken der Arbeitssuchenden und Mitarbeiter? Woran hapert’s?
Umbs:
Eine der größten Herausforderungen ist, dass sich im Zuge der Digitalisierung und des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz die Anforderungen sehr schnell verändern. Alles ist im stetigen Wandel – da kann die Ausbildung nicht immer mithalten. Es liegt auch an den Unternehmen, sowohl neue als auch bestehende Mitarbeiter ständig weiterzubilden und sie in die Lage zu versetzen, neue Technologien zu nutzen. Um Mitarbeiter in-house zu schulen und Wissenslücken zu schließen, bietet es sich an, mit freiberuflichen Experten oder Interim-Managern zusammenzuarbeiten. Sie geben ihr Know-how an das Team oder einzelne Mitarbeiter weiter.

ITM: Welchen konkreten Einfluss hierauf haben Trends wie Digitalisierung, Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI)?
Umbs:
Diese Trends haben die Arbeitswelt bereits jetzt maßgeblich beeinflusst und verändert und werden dies auch zukünftig tun. Viele monotone Aufgaben werden automatisiert, wodurch Fehler reduziert werden. Zwar besteht die Möglichkeit, dass Jobs wegfallen. Jedoch entstehen andere Aufgabengebiete und Anforderungen, zu denen sich Mitarbeiter fortbilden können. Wir sehen eine Entwicklung hin zu transdisziplinären Teams, die das große Ganze im Blick halten und mehrere Fachbereiche vereinen.

ITM: Welche Rolle spielt demnach das Thema „IT-Weiterbildung“ in mittelständischen Unternehmen – seitens der Arbeitgeber, seitens der Arbeitnehmer?
Umbs:
Eine sehr große – und zwar für beide Seiten. Weiterbildung ist das A und O für den Erfolg von Unternehmen und auch von Arbeitnehmern. Jedoch ist es aufgrund der schnellen Entwicklungen und Veränderungen bei den Anforderungsprofilen nicht immer einfach, die richtigen Weiterbildungen anzubieten bzw. für sich zu finden. Über die Hälfte der mittelständischen Unternehmen setzen laut unserer Arbeitsmarktstudie auf externe Fortbildungen. 39 Prozent arbeiten zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter mit Branchenverbänden zusammen.

ITM: Mit welchen konkreten Maßnahmen lassen sich Qualifikations- und Wissenslücken z.B. hinsichtlich IoT und KI schließen?
Umbs:
Wir empfehlen Unternehmen, aktuelle und individualisierte Seminare und Schulungen anzubieten – extern oder intern. Dabei können Unternehmen ihren Mitarbeitern finanzielle Unterstützung bei Kursen zur beruflichen Zertifizierung oder einem Aufbaustudium bieten. Auch die Teilnahme an Online-Kursen ist eine gute Möglichkeit. Wir empfehlen, sich individuell mit dem Mitarbeiter auszutauschen und seine Bedürfnisse zu klären. Dementsprechend kann das Training gestaltet werden.

ITM: Woran scheitern IT-Weiterbildungsmaßnahmen seitens der Arbeitgeber / seitens der Arbeitnehmer oftmals? Was sind die großen Hemmnisse?
Umbs:
Hier spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle: Die technologischen Entwicklungen sind oftmals schneller als Prozesse im Unternehmen. Wichtig ist, dass die Weiterbildungsmaßnahme mit einem konkreten Ziel bzw. Mehrwert für das Unternehmen verbunden ist. Der Mitarbeiter sollte sein neu erlangtes Wissen direkt einsetzen können. Wenn der Mitarbeiter beispielsweise ein Training zu einer bestimmten Software erhält, sollte sie auch im Unternehmen im Einsatz sein oder zumindest kurz vor der Einführung stehen.

ITM: Inwieweit kann KI gar bei der Jobsuche bzw. Suche nach IT-Talenten helfen?
Umbs:
In vielen Unternehmen wird Künstliche Intelligenz im Bewerbungsprozess getestet, etwa durch Chatfunktionen auf der Webseite. Pre-Screening-Systeme beispielsweise führen Persönlichkeitstests durch. Diese Technologien befinden sich allerdings noch in den Kinderschuhen. Immer mehr Unternehmen setzen auch Applicant Tracking Systems (ATS) ein. Sie scannen Bewerbungen auf bestimmte Inhalte und Schlüsselbegriffe, die wichtig für die Position sind. Bei Diskrepanzen oder fehlender Übereinstimmung wird die Bewerbung aussortiert. Damit können sie den Einstellungsprozess verkürzen und optimieren. Software kann und wird bei der ersten Auswahl des richtigen Bewerbers immer öfter zum Einsatz kommen und unterstützen. Die Auswahl komplett ersetzen kann KI nicht. Ich glaube fest daran, dass am Ende keine KI das persönliche Kennenlernen ersetzen wird.

ITM: Welche Skills müssen Arbeitnehmer anno 2019 und für die Zukunft mitbringen, um für ihre Arbeitgeber attraktiv zu sein und zu bleiben?
Umbs:
Im IT-Bereich ist das Thema „Sicherheit“ nach wie vor ganz weit oben auf der Agenda. Entsprechend gefragt sind Cybersecurity-Spezialisten. Aber auch Experten für Cloud-Technologie oder Künstliche Intelligenz haben wenig Schwierigkeiten, einen neuen Job zu finden. Unabhängig von der fachlichen Kompetenz kommt es aber auch immer auf die Soft Skills an: Zwischenmenschliche und soziale Kompetenzen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit bleiben weiterhin wichtig.

Bildquelle: Robert Half

]]>
Lea Sommerhäuser IT-Mittelstand Startseite it-zoom HR Personal
news-23450 Sat, 20 Jul 2019 16:53:00 +0200 IT-Wartung aus einer Hand http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/it-wartung-aus-einer-hand-23450/ Etliche Unternehmen geben viel Geld für die Wartung von IT-Infrastrukturen, Servern und Rechenzentren aus. Deshalb kann es sinnvoll sein, unabhängige Dienstleister mit dieser Aufgabe zu betrauen. Das Analystenhaus Gartner rechnet in einer Studie aus dem vergangenen Jahr vor, dass eine Kostenreduzierung von bis zu 60 Prozent im Vergleich zu Serviceverträgen bei den Originalherstellern möglich ist. Die laufenden Wartungsverträge von Rechenzentren kosten viel Zeit und Geld – bei nicht selten unbefriedigenden Service Level Agreements. Hinzu kommt, dass kaum ein Unternehmen Hardware eines einzigen Herstellers in seinem Rechenzentrum einsetzt. Dies ergab eine Studie, die durch das Drittwartungsunternehmen Technogroup durchgeführt wurde: 78 Pro-
zent der Unternehmen nutzen in den eigenen Datacentern Hardware mehrerer Hersteller, davon 31 Prozent Komponenten von zwei bis fünf Herstellern, 47 Prozent sogar von fünf bis sieben Anbietern.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Bei der Wartung eines Autos ist es längst normal, nach Ablauf der Garantiezeit anfallende Service- und Reparaturarbeiten in einer freien Werkstatt durchführen zu lassen. Die Komponenten in einem gewöhnlichen Pkw stammen derweil von vielen einzelnen Herstellern: Der Generator kommt von Bosch, die Klimaanlage von Denso und das ganze Fahrzeug wird beispielsweise als Volkswagen verkauft. Dennoch kann ein Servicepartner alle Baugruppen warten und reparieren. Auch in der IT kann ein zentraler Service wertvolle Ressourcen im Unternehmen freigeben, die für andere Tätigkeiten genutzt werden können. Laut der Technogroup-Studie „Report Serverwartung 2018“ haben 66 Prozent der Unternehmen keine vollständige Abdeckung der eingesetzten Hardware durch Laufzeit-Serviceverträge, zwölf Prozent sind sogar komplett ohne Servicepartner.

Mehr Flexibilität durch Drittwartung

Unter Drittwartung – Third Party Maintenance (TPM) – versteht man die einheitliche Gesamtwartung einer IT-Infrastruktur aus einer Hand. Dazu gehört, einzelne Serviceverträge abzulösen und die Wartung zu zentralisieren. Die Folgen eines Ausfalls können dramatisch sein – Experten schätzen, dass es weniger als eine Woche Komplettausfall einer Unternehmens-IT braucht, um eine Insolvenz zu verursachen. Erst vor wenigen Wochen konnten die bundesweit verstreuten Allianz-Vertreter mehrere Tage lang nicht auf das Netzwerk zugreifen und verlangen nun laut der „Süddeutschen Zeitung“ finanziellen Ausgleich. Ein Grund für den Ausfall seien laut Allianz-IT „fehlerhaft vorbereitete und durchgeführte Systemanpassungen“ gewesen. Es zeigt sich, dass eine auf sich allein gestellte Unternehmens-IT in bestimmten Situationen überfordert sein kann. Ein weiterer unnötiger Kostenfaktor ist, dass sich IT-Entscheidungsträger von Herstellern durch vorgegebene Produktlebenszyklen dazu drängen lassen, Hardware schneller als erforderlich auszutauschen. Mit einem Serviceportfolio für alle Hersteller ist der Drittanbieter meist flexibler und ermöglicht eine längere Einsatzdauer der Hardware.

Ob zum reibungslosen Weiterbetrieb bis zu einem Systemwechsel oder zur Weiternutzung bestimmter Produktionsmaschinen, die auf ältere Infrastruktur zurückgreifen müssen: In der Drittwartung können auch Anlagen unterhalten werden, für die der Hersteller längst keinen Support mehr leisten kann und will.  

Bildquelle: Thinkstock/iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom
news-23449 Fri, 19 Jul 2019 11:33:50 +0200 Raus aus dem Motivationsloch http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/raus-aus-dem-motivationsloch-23449/ Mehr als ein Drittel der Mitarbeiter in Unternehmen arbeitet weniger als 30 Stunden wöchentlich wirklich produktiv und motiviert. Das ist das überraschende Ergebnis einer von Sage durchgeführten Studie unter 3.500 Umfrageteilnehmern. Doch wie lassen sich interne Strukturen so verändern, dass Unternehmen zu einer „People Company“ werden, in der sich das Arbeitserlebnis für alle Beteiligten positiv gestaltet? Die Gründe für eine mangelnde Motivation am Arbeitsplatz sind vielschichtig, liegen aber in der Regel im Unternehmen selbst begründet. So wünschen sich beispielsweise 88 Prozent der Befragten ein besseres Personalmanagement. Weitere 33 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Personalabteilung die Basis für ein positives Mitarbeitererlebnis schaffen muss. Dazu zählen u.a. ein offeneres Ohr der Unternehmensführung, mehr Wertschätzung für die geleistete Arbeit sowie mehr Flexibilität im Arbeitsalltag. Für 34 Prozent ist es außerdem wichtig, dass sich Personalentscheidungen wie Leistungsbewertungen, Beförderungen und die Mitarbeiterentwicklung stärker auf Daten und Kennzahlen stützen.

Mitarbeiter sind das wertvollste Gut

Wer diesen Ruf nach Veränderungen ernst nimmt und damit die Transformation seines Betriebs zu einer sogenannten „People Company“ anstrebt, also den Wandel hin zu einem Unternehmen, das seine Angestellten in den Mittelpunkt stellt, der muss seine Mitarbeiter als die wichtigste Ressource des Unternehmens betrachten. Erst wenn diese ihren Arbeitsalltag als positiv wahrnehmen, steigt die Motivation und damit auch die Produktivität. Neben einer wertschätzenden Führungskultur und der nötigen Anerkennung spielt dabei ein unmittelbares und projektbezogenes Feedback eine große Rolle. Es sollte ganzheitlich und nachvollziehbar gestaltet werden und kann besonders bei größeren Unternehmen durch eine umfangreiche Datenanalyse untermauert werden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Firmen, die Mitarbeiter langfristig an sich binden und eine positive Arbeitsumgebung schaffen möchten, sollten sich außerdem kritisch damit auseinandersetzen, ob Mitarbeiter leistungs- und ergebnisorientiert oder nur aufwandsorientiert belohnt werden. Bewertungssysteme, die nur den reinen Umsatz in absoluten Zahlen messen, greifen in vielen Fällen zu kurz: wenn etwa ein Mitarbeiter in einem bestimmten Bereich den Umsatz gegenüber dem Vormonat prozentual überproportional steigern oder einen strategisch wichtigen Neukunden mit hohem Ausbaupotential bei der Rendite gewinnen konnte.

Die Wahl der geeigneten Software

Die richtige Personalverwaltungs-Software kann all diese Faktoren abbilden und unterstützt Firmen auf dem Weg zur „People Company“, da sich damit das Personal-Management verstärkt auf valide Daten stützt. Damit sorgt ein solches IT-System nicht nur für einheitliche software-gestützte HR-Prozesse von der Einstellung bis zum Unternehmensaustritt, sondern ermöglicht auch die Automatisierung zahlreicher Abläufe. Dazu gehören das Recruiting, das Mitarbeiter-Management oder die Karriereplanung sowie -entwicklung.

Ein integriertes Mitarbeiterportal reduziert in diesem Rahmen zudem den administrativen Aufwand und steigert so durch agile und flexibel anwendbare Software-Prozesse die Motivation und Produktivität im Arbeitsalltag. So können beispielsweise die Mitarbeiter durch die entsprechenden Selbstbedienungsfunktionen des Online-Portals vom Tablet oder Smartphone aus zu jeder Zeit und an jedem Ort ihre Urlaubsanträge stellen, persönliche Daten aktualisieren oder HR-Anfragen senden. Angestellte erledigen zudem ihre Reiskostenabrechnung komplett online und papierlos.

All diese Punkte tragen dazu bei, dass das Unternehmen als modern und unbürokratisch wahrgenommen wird – ein wichtiger Aspekt, der zur Zufriedenheit und Bindung an das Unternehmen beiträgt. Das Management wiederum erhält über konsolidierte Reportings, Dashboards und Mitarbeiteranalysen darüber hinaus noch fundierte Echtzeitinformationen zur Belegschaft und kann damit flexibler sein Personal-Management gestalten. Auch Beförderungen fußen so auf Daten und Fakten und weniger auf spontanem Feedback aus dem Bauch heraus.

Bildquelle: Getty Images/iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Studien HR Personal
news-23445 Fri, 19 Jul 2019 09:51:02 +0200 Nötige Orientierung im Weiterbildungs-Dschungel http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/noetige-orientierung-im-weiterbildungs-dschungel-23445/ Anhand von Zahlen erläutert Vérane Meyer, Referentin Bildungspolitik beim Bitkom, wie groß die derzeitigen Qualifikations- und Wissenslücken der Arbeitssuchenden und Mitarbeiter sind und welche Rolle demnach IT-Weiterbildung in mittelständischen Unternehmen spielt. ITM: Frau Meyer, inwieweit wird der deutsche Mittelstand anno 2019 tatsächlich durch einen IT-Fachkräftemangel ausgebremst?
Vérane Meyer:
Der IT-Fachkräftemangel stellt Unternehmen aller Branchen vor große Herausforderungen. Ende 2018 waren 82.000 Stellen unbesetzt – 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Mittelstand ist besonders betroffen. IT-Fachkräfte haben beste Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Bei guter Qualifikation können sie sich den Job in der Regel aussuchen. Das führt dazu, dass gute Kandidaten für viele Unternehmen kaum zu bezahlen sind – gerade für den Mittelstand und die öffentliche Hand.

ITM: Wie groß sind denn die derzeitigen Qualifikations- und Wissenslücken der Arbeitssuchenden und Mitarbeiter?
Meyer:
Die Besetzung von IT-Stellen scheitert nach einer aktuellen Bitkom-Studie vor allem am Geld, aber auch an fehlender Qualifikation und Kompetenz. So lässt die starke Nachfrage nach IT-Spezialisten auch die Gehaltsvorstellungen der Bewerber steigen. Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) erklären, die Bewerber forderten zu viel Gehalt. Vier von zehn (38 Prozent) bemängeln fehlende fachliche Qualifikation, ein gutes Drittel (35 Prozent) vermisst Soft Skills wie etwa Sozialkompetenzen. Erst danach rangieren mangelhafte Testergebnisse im Auswahlverfahren (24 Prozent). Insbesondere Soft Skills spielen in der digitalen Arbeitswelt eine große Rolle; kritisches Denken, Kreativität, Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeit werden immer wichtiger.

ITM: Welche Rolle spielt demnach das Thema „IT-Weiterbildung“ in mittelständischen Unternehmen – seitens der Arbeitgeber, seitens der Arbeitnehmer?
Meyer:
Eine weitere Studie zum Thema „Weiterbildung“ von Bitkom und dem Tüv-Verband ergab im Jahr 2018, dass das Thema auch eine politische Aufgabe ist. Insbesondere der Mittelstand verfügt oft nicht über die nötige Orientierung im Weiterbildungsdschungel. Es fehlen finanzielle Anreize für kleine und mittlere Unternehmen, ihre Mitarbeiter in Zeiten voller Auftragsbücher für Fortbildungen freizustellen. Solche Hindernisse müssen aus dem Weg geräumt werden. Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam handeln, damit fehlende Weiterbildung nicht zur Achillesferse der deutschen Wirtschaft wird.

ITM: Mit welchen Maßnahmen lassen sich Qualifikations- und Wissenslücken z.B. hinsichtlich IoT und KI schließen?
Meyer:
Fast zwei Drittel aller Unternehmen (63 Prozent) bilden der Studie zufolge ihre Mitarbeiter zu Digitalthemen weiter. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor hatten erst 36 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern Fortbildungen angeboten, damit sie digitale Kompetenzen erwerben und vertiefen können. Oft stellen die Fachbereiche den Bedarf für Weiterbildungsmaßnahmen fest (73 Prozent), in gleichermaßen hohen Anteilen bringen aber auch regulatorische oder technische Entwicklungen mit sich, dass Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen ergreifen. In 75 Prozent der Fälle werden Weiterbildungen angestoßen, weil sich die für Unternehmen relevanten regulatorischen Anforderungen ändern, wie im Falle der Einführung der DSGVO, oder aufgrund technischer Anforderungen (74 Prozent). Sechs von zehn Unternehmen (62 Prozent) ergreifen Weiterbildungsmaßnahmen im Zuge ihrer Weiterbildungsstrategie. Der Anstoß für Weiterbildungsmaßnahmen kommt aber auch in 60 Prozent der Fälle aus der Mitarbeiterschaft oder im Rahmen veränderter Kundenanforderungen (59 Prozent).

ITM: Woran scheitern IT-Weiterbildungsmaßnahmen oftmals?
Meyer:
Befragt nach möglichen Hürden im Zusammenhang mit der Weiterbildung gibt gut die Hälfte der Unternehmen an, dass es keine Zeit für entsprechende Freistellungen gibt (52 Prozent). Weiterhin spielen finanzielle Aspekte eine Rolle: Vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) sagen, Weiterbildungen seien zu teuer oder es sei nicht ausreichend Budget vorhanden. Die Unübersichtlichkeit des Weiterbildungsmarktes in Deutschland wird ebenfalls deutlich: Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) findet keine passenden Angebote und jedem fünften (21 Prozent) fehlt der Überblick über das Angebot auf dem Weiterbildungsmarkt. Immerhin ein Viertel (24 Prozent) sagt, dass die Mitarbeiter wenig Interesse an Fortbildungen haben. Auch Mitarbeiter sollten Initiative ergreifen und Weiterbildungen aktiv einfordern, da sie meistens am besten einschätzen können, welche Weiterbildungsmaßnahmen den größten Nutzen bringen.

ITM: Inwieweit kann KI bei der Jobsuche bzw. Suche nach IT-Talenten helfen?
Meyer:
Künstliche Intelligenz kann durchaus eine Entscheidungshilfe bei der Jobsuche darstellen, nämlich dort, wo große Datenmengen verfügbar sind. Immerhin vier von zehn Bundesbürgern (40 Prozent) können sich vorstellen, sich bei der Suche nach einem bei der Auswahl eines potentiellen Arbeitgebers Hilfe durch KI in Anspruch zu nehmen.“

Bildquelle: Bitkom

]]>
Lea Sommerhäuser IT-Mittelstand Startseite it-zoom HR Personal
news-23443 Thu, 18 Jul 2019 16:25:14 +0200 Schwachstellen aufspüren und beheben http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/schwachstellen-aufspueren-und-beheben-23443/ Aktuelle Studien zeigen, dass deutsche Unternehmen besonders von Cyberattacken bedroht sind. Dabei lassen sich mit Penetrationstests Schwachstellen beheben bevor Schäden entstehen. Die Digitalisierung hilft Unternehmen, effektiver zu wirtschaften und neue Geschäftsmodelle zu verfolgen. Ohne entsprechende Sicherheitsmaßnahmen besteht allerdings die Gefahr, Opfer von Cyberattacken zu werden. Die Schäden für die betroffenen Firmen liegen in Deutschland bereits bei über 20 Milliarden Euro. Mit gezielten Penetrationstests lassen sich Sicherheitslücken allerdings beheben, bevor es zu Hackerangriffen kommt.

Die weltweite Schadenssumme, die auf Hackerangriffe zurückzuführen ist, liegt Schätzungen zufolge bei 500 Milliarden US-Dollar. Deutschland bildet dabei keine Ausnahme. Im Gegenteil: Auf Basis von umfangreichen Recherchen und Befragungen kommen der Branchenverband Bitkom und das Bundesamt für Verfassungsschutz zu dem Schluss, dass Datendiebstähle und Spionageaktivitäten die hiesige Wirtschaft mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr kosten. Großunternehmen wie Siemens sind quasi unter Dauerbeschuss. Im Schnitt wird der Konzern 1.000 Mal angegriffen – pro Tag.

Laut einer Umfrage des Bitkom-Verbands haben in den letzten beiden Jahren nahezu 70 Prozent der Firmen in Deutschland eine digitale Attacke registriert. Bei nahezu jedem zweiten Unternehmen führten die Angriffe trotz aller Sicherheitsvorkehrungen zu teils erheblichen Schäden. Bitkom-Präsident Achim Berg geht davon aus, dass die deutsche Industrie mit ihren Weltmarktführern besonders interessant für Kriminelle ist. Ein zusätzlicher Faktor dürfte sein, dass immer mehr deutsche Unternehmen von der Digitalisierung profitieren wollen. Schließlich können zahlreiche Prozesse im Rahmen von Industrie 4.0 und mit Hilfe des Internet of Things (IoT) effektiver und damit auch wirtschaftlicher gestaltet werden. Ohne entsprechende Sicherheitsmaßnahmen steigt dabei allerdings auch das Risiko, Opfer von Hackerangriffen zu werden.

Schwachstellen rechtzeitig erkennen

Wie gut geschützt ein Unternehmen vor Cyberattacken ist, lässt sich beispielsweise mit Penetrationstests ermitteln. Gewissermaßen als „freundliche Hacker“ versetzen sich IT-Sicherheitsexperten dabei in die Rolle der potentiellen Angreifer. Mit speziellen Tools und Programmen werden so strukturiert die unterschiedlichsten Attacken durchexerziert, um die vorhandene IT-Infrastruktur auf Schwachstellen hin zu testen. Webapplikationen und Mobile Apps werden dabei ebenso auf Schwachstellen hin überprüft wie virtuelle Server. Werden dabei potentielle Probleme erkannt, werden diese systematisch untersucht und behoben, bevor ein Angreifer die Schwachstelle ausnutzen kann.

Bei Webapplikationen reicht häufig ein Remote-Test, da hier bewusst die „Außensicht“ getestet wird. Die Tests simulieren in der Regel Angriffe durch echte, externe Hacker, die üblicherweise nicht über interne Zugänge verfügen. Es gibt allerdings auch Testarten und -szenarien, die eine Anwesenheit von entsprechenden Experten vor Ort oder Zugang zum internen Netzwerk erfordern.

Wie bei einem Haus, bei dem vom Kellerfenster bis zur Dachluke jede Öffnung überprüft wird, ob ein Einbrecher eindringen kann, gilt es alle Eventualitäten abzudecken. „Wichtig ist, dass bei derartigen Penetrationstest stets strukturiert vorgegangen wird“, erklärt Sascha Hellermann vom Software- und Beratungsunternehmen Cocus. „Bei Zugriffsberechtigungen können beispielsweise schon kleine Fehler große Konsequenzen haben“, warnt der Experte. Entsprechende Tools helfen dabei, das System auf Schwachstellen hin zu untersuchen. „Die Tools sind, wie der Name schon sagt, die Werkzeuge. Wichtig ist, dass derjenige, der die Tools bedient, genau weiß was er macht. Nur wenn die Werkzeuge richtig eingesetzt und die Schwachstellen dann auch kompetent beseitigt werden, ist man als Unternehmen effektiv geschützt“, so Sascha Hellermann.

Lücke ist nicht gleich Lücke

Sehr häufig lassen sich sogenannte Injection Vulnerabilities finden. Hierbei wird bösartiger Code über Eingabefelder in Webapplikationen eingeschleust. Ist eine solche Lücke vorhanden, kann der Schadcode unter Umständen großen Schaden anrichten wie die Löschung oder die unberechtigte Anzeige von Daten. Diese Art von Schwachstellen lassen sich zumeist gut über Prüfung des Source Codes sowie mit Tools wie Fuzzern finden. Auch Fehler in der Passwortsicherheit lassen sich mit Tools zur Durchführung von Dictionary Attacks oder Passwortlisten gut automatisiert testen. Ein schlecht durchgeführter, tool-basierter Test kann unter Umständen allerdings gefährlich sein, da das Unternehmen sich unberechtigt in Sicherheit wiegt.

Bei anderen Arten von Schwachstellen, beispielsweise im Bereich Access Control, wird es zudem deutlich schwieriger. Diese ermöglichen die Umgehung von Zugangskontrollen oder die unbefugte Erweiterung von Zugriffsrechten. In der Regel lassen sich solche Fehler nur durch manuelle Tests durch ausgebildete Penetrations-Tester finden.

Das Testing sollte prinzipiell stets den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechend zusammengestellt werden. Penetrationstests können in Aufwand und Komplexität stark variieren. Üblicherweise wird gemeinsam mit den Unternehmen zunächst der Testumfang geklärt und die zu testende Applikation geprüft. Daraufhin wird der Testaufwand abgeschätzt und ein entsprechendes Angebot erstellt.

Mithilfe eines ausführlichen Abschlussberichts, der konkrete Handlungsempfehlungen umfasst, kann das Unternehmen dann letztlich mit den Testern das weitere Vorgehen besprechen und planen. Mit entsprechenden Maßnahmen lassen sich die ermittelten Schwachstellen so schließen, bevor es zu tatsächlichen Angriffen durch Hacker kommt – und teure Folgeschäden vermeiden.

Bildquelle: iStock/Getty Images Plus

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Sicherheit
news-23440 Thu, 18 Jul 2019 14:09:13 +0200 Mehr Power für die BI http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/mehr-power-fuer-die-bi-23440/ Für die Steuerung des Geschäfts in Echtzeit gewinnen Business-Intelligence-Lösungen (BI) zunehmend an Bedeutung, gerade auch für mittelständische Unternehmen. Proalpha baut daher sein BI-Team weiter aus und erwirbt dazu 100 % der Anteile an C4BI. Der ERP-Anbieter verfügt mit den Business Cockpits auf Basis von Qlik-Technologie sowie dem „Analyzer“ seines Tochterunternehmens HumanIT über Lösungen, die mit seinem eigenen ERP integriert und bereits bei hunderten von Kunden im Einsatz sind. C4BI ist ein Beratungshaus mit Sitz in Böblingen, das sich auf die Einführung und Betreuung von BI-Lösungen auf Basis von Qlik-Technologie spezialisiert hat. Zahlreiche Kunden des ERP-Spezialisten arbeiten bereits mit Business Cockpits der C4BI. Beide Unternehmen wollen künftig ihre Kräfte rund um BI Cockpits bündeln.

Bild: Gettyimages / iStock

]]>
IT-Mittelstand Business Intelligence / Big Data ERP
news-23437 Thu, 18 Jul 2019 11:18:42 +0200 Partnerschaft im Bereich CRM und CXM http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/partnerschaft-im-bereich-crm-und-cxm-23437/ Der CRM-Hersteller Adito und das Wiener IT-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Qualysoft haben eine Partnerschaft im Bereich Customer Relationship Management und Customer Experience Management gestartet. Durch die Kooperation will der CRM-Anbieter sein Partnernetzwerk im DACH-Raum ausbauen und seinen Wachstumskurs fortführen. Kunden sollen von der Kooperation der beiden Unternehmen durch stärkere lokale Nähe und Expertenwissen profitieren. Die Berater von Qualysoft bringen dabei Erfahrung aus diversen CRM-Projekten mit und unterstützen Unternehmen über den gesamten Verlauf ihrer CRM-Initiative. Als Partner übernimmt der IT-Dienstleister künftig die Implementierung, Betreuung und Weiterentwicklung maßgeschneiderter CRM-Lösungen von Adito. Mit der Plattform für Marketing, Vertrieb und Service bewältigen Unternehmen ihre täglichen Herausforderungen und bereiten komplexe Daten und Prozesse auf.

Die Lösung von Adito bilde wichtige CRM-Funktionalitäten bereits im Standard ab. Eine Eigenschaft sei, dass es sich einfach weiterentwickeln lasse und zahlreiche Möglichkeiten zur Kundenindividualisierung biete. Daher sei die Umsetzung von kundenindividuellen Anforderungen über den klassischen CRM-Bereich hinaus möglich.

Bild: Adito

]]>
IT-Mittelstand CRM Unternehmen
news-23432 Wed, 17 Jul 2019 16:43:23 +0200 Zunehmende Probleme mit falschen Online-Bewertungen http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/zunehmende-probleme-mit-falschen-online-bewertungen-23432/ Falsche Online-Bewertungen können ganze Geschäftsfelder zerstören. Bei der Lösung der immer größer werdenden Probleme sind die Portalbetreiber allerdings auf sich alleine gestellt. Die Lage traumhaft, das Essen fantastisch und die Zimmer vorbildlich sauber - wer möchte in so einem Hotel nicht Urlaub machen? Umso schlimmer das Erwachen, wenn sich die verheißungsvolle Buchung als Fehlgriff erweist. Hier könnten Online-Bewertungen helfen, theoretisch. Denn woher weiß man, dass die nicht gefälscht wurden? Das sei für normale Kunden kaum zu erkennen, glaubt die Juristin Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Wie viel wirklich gefälscht wird, lasse sich nicht sagen.

Problematisch ist nach Ansicht Halms, dass die Regeln für Bewertungen und die Sicherheitsvorkehrungen so vielfältig sind, wie die Portale. Die einen suchen auf mehreren Wegen nach Fälschungen, andere seien da zurückhaltend. Verbraucherschützer fänden deshalb feste Regeln gut: Wer darf bewerten? Nach welchen Kriterien muss ich mich richten? Und wie sorgen Online-Portale dafür, dass Fake-Bewertungen gar nicht erst öffentlich werden?

Mit Algorithmen gegen Fälschungen

Große Anbieter sehen sich bei der Sicherheit als Vorreiter. Bei Jameda (München) sucht ein Algorithmus automatisch nach verdächtigen Inhalten, wenn Patienten Kommentare zu Ärzten abgeben. Außerdem gebe es 15 Leute, die zusätzlich prüften, erklärt Geschäftsführer Florian Weiß. Ähnlich sieht es bei Portalen wie der Seite Kununu aus Österreich aus, auf der Arbeitgeber bewertet werden können.

Die Urlaubsseite Holidaycheck aus München sortiert im Schnitt 10 bis 15 Prozent der Bewertungen aus, etwa weil Nutzer eine falsche E-Mail-Adresse angeben oder weil Inhalte zum Beispiel beleidigend oder rassistisch sind. Auch Manipulationsversuche seien darunter, im unteren einstelligen Prozentbereich, erklärt Georg Ziegler, der bei Holidaycheck den Bereich leitet, der unter anderem für Bewertungen und Hoteldaten zuständig ist.

Doch auch das System des zum Medienkonzern Burda gehörenden Urlaubsportals war angreifbar. Erst durch die Recherche eines Journalisten sei man auf einen Fall von Fälschungen aufmerksam geworden, gab Ziegler zu. Holidaycheck verklagte daraufhin die Firma Fivestar Marketing aus dem zentralamerikanischen Kleinstaat Belize. Sie soll Top-Bewertungen an Gastwirte verkauft haben, so der Vorwurf. Am 16. August soll das Urteil in dem Zivilprozess vor dem Landgericht München fallen.

Professionelles Vorgehen

Tricks, die für Laien erst recht nicht zu erkennen sind, glaubt Halm. Fälscher arbeiteten inzwischen professionell und agierten nicht mehr aus dem Hinterzimmer. Und sie lernen dazu: „Wenn wir davor warnen, wie gefälschte Bewertungen erkennbar sind, wird darauf natürlich auch reagiert und diese Fehler werden dann künftig ausgemerzt“, erklärt die Verbraucherschützerin. Auch bei der Technik sei man mit den Fälschern in einem Wettbewerb.

Trotzdem ist es vielen Internet-Nutzern extrem wichtig, was andere sagen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern haben zwar drei Viertel der Kunden das Gefühl, dass sie Bewertungen nicht vertrauen können. Gewünscht sind sie trotzdem: Nach dem Preis seien Kommentare anderer Käufer die zweitwichtigste Orientierungshilfe.

Kein Wunder, dass viele Verkäufer findig sind, wenn es darum geht, möglichst gut dazustehen und mitunter Anreize für gute Bewertungen geben. Verbraucherschützer berichten von kostenlosen Testprodukten oder von der Aufnahme in Produkttester-Clubs. „Solche Tester können sich durch die Aufnahme geschmeichelt fühlen“, schreibt die Verbraucherzentrale Bayern. „Außerdem bangen sie bei zu vielen schlechten Bewertungen vielleicht um ihren Status beim Händler.“ Das müsse eigentlich gekennzeichnet werden, „wird es aber nicht immer“.

Außerdem sind die Anreize oft subtiler, etwa wenn Hotels den Gästen ein gratis Frühstück versprechen, wenn sie eine Bewertung abgeben. „Man fühlt sich einfach genötigt, dann da eine Art Dankeschön, ein Entgegenkommen zu zeigen“, sagt die Wirtschaftspsychologin Sarah Diefenbach von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Wer sich im Dschungel aus Sternen, Erfahrungsberichten und Bewertungen zurecht finden will, dem bleibt nach Ansicht von Verbraucherschützerin Halm deshalb nur eines: „Ein gesundes Misstrauen bewahren“.

dpa/Cordula Dieckmann/pf

]]>
Startseite it-zoom IT-Mittelstand E-Commerce / Marketing
news-23427 Wed, 17 Jul 2019 16:02:18 +0200 Das Lager spielend im Griff http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/das-lager-spielend-im-griff-23427/ Am Zentrallagerstandort in Lotte/Osnabrück hat Vedes, ein Handelsunternehmen für Spiel und Freizeit, umfassende logistische Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen. Termingerecht wurde die Bündelung sämtlicher Logistikaktivitäten durch den Einsatz des Warehouse Management Systems InconsoWMS realisiert. Im März 1904 von 14 Spielwarenfachhändlern als traditionelle Einkaufsgenossenschaft gegründet, hat sich Vedes in den letzten 115 Jahren zu einer Omnichannel-Plattform im B2B2C der europäischen Spielwarenbranche für über 3.700 Kunden mit mehr als 7.000 Standorten entwickelt. Die Omnichannel-Abwicklung werde durch die zentrale Planungs- und Steuerungsplattform des WMS optimal unterstützt.

Ein Feature des Systems sei die intelligente Auftragsplanung auf Basis einer flexiblen, ressourcenoptimierten Kommissionierung in Wellen bzw. Batches. Darauf aufbauende Kommissionierstrategien sorgen durch eine effiziente Abwicklung für Qualität bei der Belieferung aller Absatzkanäle. Außerdem setzt der Händler im Kommissionierbereich das Voicesystem (Voice Management System) des Herstellers ein. In Spitzenzeiten nutzen bis zu 100 Anwender das System parallel. Zudem bewältigt der Spielwarenspezialist die Versandabwicklung mit einem Shipping & Dispatch Add-on desselben Anbieters

Ebenfalls wurde am Standort Lotte eine mobile Lösung zum Einsatz gebracht, die Anwender bei der Einlagerung, lagerinternen Warentransporten und Kommissionierung unterstützt. Mit rund 90 mobilen Endgeräten seien die Prozesse und der Arbeitsfluss optimiert und Fehlerquoten in der Kommissionierung reduziert worden. Seit dem ersten Tag arbeiten rund 160 Kommissionierer und Verpacker im Mehrschichtbetrieb mit dem neuen System. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen setzt sich in Form von Supportleistungen fort, über welche die Überwachung und Verfügbarkeit des Betriebs gewährleistet wird.

„Nun geht es ans Feintuning, um weitere Effekte zu erzielen – dazu zählen u. a. die systemgestützte Einführung einer permanenten Inventur, eine verbesserte Auftragssteuerung, die Optimierung der Verpackungsprozesse und die weitere Reduzierung von Fehlerquellen im gesamten Materialfluss. Alles ausgerichtet auf unser Motto: ‚Kunde bestellt, Kunde erhält‘“, so Detlev Hornhues, Bereichsleiter Logistik bei Vedes.

Bild: Inconso

]]>
IT-Mittelstand Lager und Logistik Logistik
news-23419 Wed, 17 Jul 2019 10:24:33 +0200 Kampf gegen Digitalisierungsstau http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/kampf-gegen-digitalisierungsstau-23419/ Trotz beeindruckender Unternehmenszahlen des deutschen Mittelstandes fehlt es den kleinen Unternehmen oftmals an Bekanntheit und Reichweite. Gerade im Marketing verschenken sie ihre Potentiale. Ein Grund: „Digitalisierungsstau“. Mittelständische Unternehmen sind zumeist inhabergeführt, besitzen über Generationen hinweg etablierte Strukturen und sind auf Kontinuität ausgerichtet. Was im Hinblick auf die Stabilität der eigenen Geschäftsmodelle ein Vorteil ist, kann zum Hemmschuh für Innovation werden – insbesondere beim Schritt in die sich rapide verändernde digitale Welt.

Laut dem Digitalisierungsindex 2018 des IT-Marktforschers Techconsult haben bereits 45 Prozent der Unternehmen den digitalen Wandel in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Doch wie ist es um den Internetauftritt von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland bestellt? Laut der Landscape Study 2018 des Europäischen Branchenverbandes Siinda haben 72 Prozent der untersuchten Unternehmen einen eigenen Internetauftritt, von denen wiederum 95 Prozent Optimierungspotential haben. Auf nur acht Prozent der Websites werden Videos eingesetzt und nur 31 Prozent nutzen ein Tracking-Tool, um die Seitenbesuche oder den Weg auf ihre Website nachzuverfolgen.

Im Marketing, einem zentralen Element im Digitalisierungsprozess, führt das dazu, dass zahlreiche Kanäle ungenutzt bleiben. Das beginnt bei vermeintlich einfachen Maßnahmen wie E-Mail-Marketing. Bei einer Umfrage der Hochschule Offenburg gaben 2015 nur 14 Prozent der Befragten an, diesen Kanal häufig zu nutzen. 62 Prozent griffen selten oder nie darauf zurück. Ebenso bei der Suchmaschinenoptimierung: Nur 51 Prozent geben an, häufig oder regelmäßig darauf zurückzugreifen. Beinahe gänzlich ignoriert werden moderne Marketing-Ansätze wie das Affiliate-Marketing, bei dem drei Prozent der Befragten angaben, es regelmäßig einzusetzen, und das nur 23 Prozent überhaupt bekannt war. Obwohl Suchmaschinenwerbung für Unternehmen eine gute Möglichkeit ist, schnell im Internet gefunden zu werden, nutzen laut Siinda nur neun Prozent der Mittelständler Google-Werbung und ein Prozent Facebook-Anzeigen.

Social Media: Trotz hohem Stellenwert kaum eingesetzt

Der Einsatz von sozialen Medien ist im Mittelstand nicht weit verbreitet. Die Siinda-Studie belegt, dass 81 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen nicht in Social Media präsent sind. Der Rest verteilt sich auf Facebook mit 17 Prozent, Twitter mit vier Prozent und Instagram mit acht Prozent. Laut einer 2018 von der Hochschule Rhein-Main durchgeführten Studie konnten über 60 Prozent die Frage nach einer Social-Media-Zielsetzung für das nächste Geschäftsjahr nicht beantworten. Ein Fünftel nannte die Reichweitensteigerung als Ziel. Für Planung und Betreuung des Social-Media-Auftritts sind in über 80 Prozent der befragten Unternehmen nur ein bis drei Mitarbeiter zuständig. In jedem vierten Unternehmen liegt die Verantwortlichkeit dafür beim Geschäftsführer, zusätzlich zu dessen Haupttätigkeiten. Da fast die Hälfte der Unternehmen Social-Media-Marketing als notwendig erachten, scheint es trotz allem einen hohen Stellenwert zu haben. Lediglich zwei Prozent sind der Nutzung gegenüber abgeneigt.

Wachstum nur mit Digitalstrategie

Von zeitgemäßen Strategien im Online-Marketing sind die meisten Mittelstandsunternehmen noch weit entfernt. Dabei sind die Chancen hier besonders groß, denn das Marketing ist ein zentrales Element im Digitalisierungsprozess. Kleinere Unternehmen haben einige strukturelle Vorteile gegenüber Großkonzernen. Die abteilungsübergreifende Kommunikation und der Informationsaustausch funktionieren in kleinen und mittelständischen Unternehmen schneller und auch die Umstellung alter Systeme ist wesentlicher unkomplizierter. Mit entsprechendem Investment gewinnen Unternehmen so einen umfassenden Überblick über ihre Daten und können Potentiale genauer analysieren.

Im Digital-Marketing wird damit eine maßgeschneiderte Ansprache der Zielgruppen möglich. Die digitalen Kanäle erlauben es, die entsprechenden Botschaften passgenau auszusteuern. So lassen sich Kampagnen crossmedial planen. Social Media bietet viele Möglichkeiten für Neukundengewinnung, Interaktionen mit Kunden, Umsatzsteigerung und Markenbekanntheit. Gerade Mittelständler, deren Marketing-Budgets eher im vier- oder fünfstelligen Bereich liegen, profitieren davon, da ihnen schlichtweg die finanziellen Mittel fehlen, groß angelegte Kampagnen zu realisieren. Mit gezieltem Online-Marketing würden sie einen Großteil ihrer Zielgruppe erreichen, ohne Ressourcen zu verschwenden. Marketing und Vertrieb kommen auf der Höhe der Zeit an: Sie nutzen neue Kanäle und eröffnen damit bisher unerschlossene Wachstumspotentiale.

Experten fragen!

Mit entsprechendem Know-how und der richtigen Infrastruktur bietet sich die Möglichkeit, Prozesse von Grund auf datengetrieben aufzustellen. Das ermöglicht eine gezielte Ansprache sowohl bestehender Kunden als auch neuer Leads. Voraussetzung ist die Bereitschaft, die Digitalisierung nicht nur als punktuelles Problem für die IT-Abteilung zu begreifen, sondern als umfassenden Prozess, der alle Bereiche eines Unternehmens und die gesamte Wertschöpfungskette betrifft. Das reicht von der Anschaffung neuer Software über die Einstellung von Digitalspezialisten bis zur Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern und Beratern wie etwa Tectumedia.

Bei Letzteren können sich Unternehmen nicht nur strategisch beraten lassen, sondern sich auch für die Implementierung und Umsetzung ihrer Digitalstrategie Unterstützung holen. Egal, ob ein Mittelständler Digitalmaßnahmen letztlich inhouse selbst übernimmt oder sich für die Umsetzung von einem externen Dienstleister entscheidet – eine strategische Beratung ist in jedem der erste sinnvolle Schritt in die digitale Zukunft.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Marketing
news-23418 Tue, 16 Jul 2019 16:50:45 +0200 Mit KI IT-Talente finden http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/mit-ki-it-talente-finden-23418/ René Jacobsen, Recruiting Consultant bei D.vinci Recruitinglösungen, erläutert im Interview, welche Rolle Künstliche Intelligenz bei der Jobsuche bzw. beim Finden von IT-Talenten spielt und welchen Stellenwert hier Google for Jobs besitzt. ITM: Herr Jacobsen, inwieweit wird der deutsche Mittelstand anno 2019 tatsächlich durch einen IT-Fachkräftemangel ausgebremst?
René Jacobsen:
Sicherlich bremst der IT-Fachkräftemangel dort, wo Bedarf ist, den technischen Fortschritt und Expansionsvorhaben aus. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen z.B. Produktions- oder Logistikprozesse effizienter und kostengünstiger abbilden. Dies gelingt durch Automatisierungs- oder BI-Lösungen. Fachkräfte für diesen Bereich sind schwer und nur mit sehr hohem Aufwand zu finden. Was bei den meisten mittelständischen Unternehmen allerdings noch schwerer wiegt, ist der Mangel an Nachwuchskräften generell – auch in den Bereichen, die nicht von der IT geprägt sind. Wir befinden uns nach wie vor in einer expansiven Wirtschaftsphase. Der Fachkräftemangel wirkt sich hier in nahezu allen Branchen und über alle Bereiche eines Unternehmens aus, angefangen bei den Auszubildenden über die gewerblichen Facharbeiter bis hin zu Fach- und Führungskräften. Besonders schwierig wird es für den Mittelstand auf dem Land, da es die jungen Fachkräfte besonders in die Ballungszentren zieht.

ITM: Wie groß sind denn die derzeitigen Qualifikations- und Wissenslücken der Arbeitssuchenden und Mitarbeiter? Woran hapert’s?
Jacobsen:
Meiner Erfahrung als Personalberater nach stimmt es, dass zwischen den Anforderungen der Industrie und den Grundlagen, die im Rahmen einer Ausbildung (Schule, Studium) vermittelt werden, eine große Divergenz besteht. Das Studium ist oft nicht so realitätsnah wie es sein müsste, die Vorbereitung auf den Beruf unzureichend. Gut geeignet aus meiner Sicht ist ein duales Studium, in dem alle Fachkompetenzen erlernt werden und zugleich Berufserfahrung gesammelt wird. Aber etwas provokativ gesagt: Die Frage ist nicht allein in Richtung der Mitarbeiter, sondern auch in Richtung der Unternehmen zu stellen. Gute Mitarbeiter im Allgemeinen, in diesem Fall jedoch Fachkräfte aus der IT-Landschaft, haben auch einen Anspruch an ihren Arbeitgeber, der nicht immer erfüllt wird. Wenn agile Arbeitsweisen für Arbeitgeber ein Fremdwort sind, trifft das nicht mehr den Zahn der Zeit – und nicht die Wünsche der Arbeitnehmer. Es gibt also eine beidseitige Verantwortung.

ITM: Welchen konkreten Einfluss hierauf haben Trends wie Digitalisierung, Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI)?
Jacobsen:
Digitalisierung ist kein Trend mehr, sondern in unserer Gegenwart angekommen. Wir haben heute ganz andere Methoden, um uns zu informieren, uns weiterzubilden – oder auch, um neue Mitarbeiter zu akquirieren. Ein Beispiel ist Google for Jobs. Das Wichtigste ist, als Unternehmen das entsprechende Umfeld zu schaffen und sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Es bringt nichts, Mitarbeiter extern schulen zu lassen, wenn es intern letztlich an Anwendungsmöglichkeiten scheitert.

ITM: Welche Rolle spielt demnach das Thema „IT-Weiterbildung“ in mittelständischen Unternehmen – seitens der Arbeitgeber, seitens der Arbeitnehmer?
Jacobsen:
Eine große Rolle! Diese beginnt bereits bei der Ausbildung. Leider liegt das Augenmerk sehr auf Abiturienten – Haupt- und Realschüler fallen hinten runter. Wir empfehlen, nicht nur auf die Noten zu schauen, sondern auch weniger qualifizierte Menschen einzustellen, diese jedoch gezielt im Bereich „IT“ weiterzubilden und in sie zu investieren. Viele Unternehmer fragen hier nach dem Return-on-Investment. Dieser entsteht durch die Bindung und Loyalität der geförderten Mitarbeiter. Bleiben die gut ausgebildeten Arbeitnehmer bei der Firma, bedeutet das schließlich auch geringere Recruiting-Kosten in der Zukunft und die damit einhergehende Sicherstellung der Fachkräfte.

ITM: Woran scheitern IT-Weiterbildungsmaßnahmen seitens der Arbeitgeber/seitens der Arbeitnehmer oftmals? Was sind die großen Hemmnisse?
Jacobsen:
IT-Weiterbildungsmaßnahmen scheitern oftmals daran, dass sich die Ziele der Schulung nicht an den realen Bedürfnissen des Unternehmens orientieren. Die eigentliche Qualifizierung findet auch eher „on the job“, auf Meetups, über private Projekte oder auch in Fachforen und IT-Communities statt. Zudem sollte den Entwicklern z.B. in Form von Open-Space-Büros ein Umfeld geschaffen werden, wo sie sich gegenseitig inspirieren und gemeinsam Lösungen finden können. Wichtig ist auch, die Mitarbeiter, die ja in ihrem Feld die Experten sind, mitentscheiden zu lassen. Insbesondere im Bereich der IT finden sich heute Arbeitsmethoden wieder, die vielleicht nicht in jedem Fachbereich gängig sind. Agile Arbeitsmethoden, Sprintplanung und Scrum sind zunächst vielleicht Fremdwörter, in der IT-Landschaft mittlerweile jedoch State of the Art und gängige Praxis. Genaues Zuhören lohnt sich hier. Zum Teil können die Methoden auch auf andere Fachbereiche transferiert werden und so einen hohen Effizienzzuwachs im gesamten Unternehmen mit sich bringen.

ITM: Inwieweit kann KI gar bei der Jobsuche bzw. Suche nach IT-Talenten helfen?
Jacobsen:
Es gibt bereits heute im Recruiting selbstlernende Tools, die bei der Vorauswahl von Kandidaten unterstützen können. Derzeit ist zudem Google for Jobs ein großes Thema, es wird aktuell in Deutschland ausgerollt. Ziel von Google for Jobs ist es, das Finden von Arbeitsplätzen leichter zu machen. Da Google unsere Bewegungsprofile trackt, könnte es dahin gehen, dass einem z.B. Stellenanzeigen in Stuttgart angezeigt werden, wenn man sich öfter in Stuttgart einloggt oder auch nach Wohnungen in Stuttgart googelt. Wer seine Jobsuche direkt bei Google eingibt, dem werden künftig konkrete offene Stellen angezeigt. Klickt der Suchende darauf, wird er auf die Karrierewebseiten des Unternehmens geleitet. Unser Bewerbermanagement bietet hierzu seit Anfang des Jahres alle notwendigen Felder und Einstellungsmöglichkeiten, um Google die geforderten Informationen in der geforderten Struktur zu liefern. Ich bin mir sicher, dass Google for Jobs die Stellensuche stark beeinflussen wird. Unternehmen sollten sich darauf vorbereiten, indem sie die Karrierewebseiten so attraktiv wie möglich gestalten und aktuell halten.

ITM: Welche Skills müssen Arbeitnehmer anno 2019 und für die Zukunft mitbringen, um für ihre Arbeitgeber attraktiv zu sein und zu bleiben?
Jacobsen:
Die Frage richtet sich meines Erachtens eher an die Arbeitgeber. Wir befinden uns nicht mehr auf einem Arbeitgeber-, sondern Arbeitnehmermarkt. Unternehmen sind zwar in der Position, Anforderungen an eine Vakanz zu definieren – was auch notwendig ist –, sie sollten sich aber auch darüber im Klaren sein, dass ein modernes und zeitadäquates Arbeitsumfeld geboten werden sollte. Damit meine ich nicht, einen Kickertisch bereitzustellen, sondern für eine vernünftige IT-Ausstattung zu sorgen und eine kontinuierliche fachliche und persönliche Weiterentwicklung zu bieten. Jedoch spreche ich mich auch klar dafür aus, dass seitens der Arbeitnehmer ebenfalls mit Mittel und Maß vorgegangen wird. Das Gesamtpaket sollte im Vordergrund stehen. Absurd hohe Gehaltsvorstellungen, die aktuell durch die hohe Nachfrage an Fachkräften determiniert werden, stellen sich kurzfristig für den Arbeitnehmer als vorteilhaft heraus, erzeugen jedoch ein Ungleichgewicht im Arbeitgeber-/Arbeitnehmerverhältnis. Letztendlich sollte ein ausgewogenes Gesamtpaket avisiert werden, wo nicht nur das Gehalt, sondern auch weitere berufsbegleitende Faktoren wie Entwicklungsmöglichkeiten, der Fit zum Team und die Identifikation mit dem Unternehmen mit einbezogen werden. Das schafft langfristig Zufriedenheit und Erfolg auf beiden Seiten.

Bildquelle: D.vinci

]]>
Lea Sommerhäuser IT-Mittelstand Startseite it-zoom HR Personal
news-23410 Mon, 15 Jul 2019 15:44:28 +0200 Leichten Fußes in die Cloud http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/leichten-fusses-in-die-cloud-23410/ E-Spirit hat Lashoe, einen deutschen Online-Händler und Experten für Schuhe für empfindliche Füße und Hallux valgus, als Neukunden gewonnen. Der Schuhhändler will mit einer CMS-Cloud-Lösung und einer nahtlosen Integration der Commerce-Plattform des Anbieters das Wachstum seines Webshops beschleunigen.

Der Händler setzt auf ein hybrides Content-Management-System (CMS) des Anbieters, um mit Shopping-Erlebnissen das Interesse potenzieller Kunden zu wecken. Der Funktionsumfang des eingesetzten E-Commerce-Systems Spryker soll mit Firstspirit in den Bereichen Content Management und Omnichannel Marketing erweitert werden. Die Content-Module von Firstspirit (z.B. Fotogalerien, Blogs und Videos) seien vorkonfiguriert und unterstützten Marketer dabei, Einkaufserlebnisse zu kreieren. Der Händler soll damit zudem Inhalte und Produkte digital kuratieren, Storytelling-Strategien international ausrollen und Kunden somit Kaufimpulse bieten können.

Die Content-Module von Firstspirit (z.B. Fotogalerien, Blogs und Videos) sind vorkonfiguriert und unterstützen Marketer dabei, einzigartige Shopping-Experiences zu kreieren. LaShoe kann damit zudem Inhalte und Produkte optimal digital kuratieren, Storytelling-Strategien international ausrollen und Kunden somit interessante Kaufimpulse bieten.

Die hybride CMS-Architektur kombiniere verschiede Ebenen: Die Tiefenintegration mit der Commerce-Plattform gewährleiste zum einen maximalen Funktionsumfang für Redakteure, die Headless-Komponenten sorgten zudem für Agilität und Leistungsfähigkeit im Omnichannel-Einsatz. Mit dem Feature  Omnichannel Manager sollen Marketer sämtliche digitalen Experiences in allen Kanälen ansehen und bearbeiten können – nicht nur auf Websites, mobilen Geräten und in Webshops, sondern auch innerhalb von Progressive Web Apps (PWA), auf Kiosk-Systemen, Digital Signage- und IoT-Devices.

Bild: Gettyimages/iStock

]]>
IT-Mittelstand E-Commerce / Marketing Marketing
news-23408 Mon, 15 Jul 2019 11:35:48 +0200 Jürgen Metko ist neuer Geschäftsführer Vertrieb http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/juergen-metko-ist-neuer-geschaeftsfuehrer-vertrieb-23408/ Jürgen Metko ist seit Juli 2019 Geschäftsführer Vertrieb (CSO) bei Plusserver. Der Vertriebs-Executive soll mit seiner Expertise helfen, die Transformation von Plusserver hin zum Managed Cloud Service Provider zu vollziehen. Jürgen Metko kommt von Akamai Technologies, wo er zuletzt für die DACH- und Osteuropa-Region in der Gesamtvertriebsverantwortung gestanden hat.

Metko studierte IT an der Technischen Universität in München und im Nebenfach Musik an der benachbarten Musikhochschule. Anschließend ging er als IT-Leiter in ein regionales Geldinstitut, wo er im Bereich Banken und Versicherungen unter anderem die Allianz als Global Account Director betreute. Auch für Hyperwave, einen österreichischen Anbieter für Private-Cloud- und Intranet-Lösungen war er tätig.
2005 wechselte er zu Akamai, einem Anbieter für die Auslieferung und Beschleunigung von Online-Anwendungen und -Inhalten. Hier baute er das Team aus, steigerte den Umsatz und trieb die Erschließung neuer Marktfelder voran.

Nun soll er mit die Plusserver GmbH auf ihrem Weg zum Managed Cloud Service Provider unterstützen.

]]>
IT-Mittelstand Leute
news-23405 Mon, 15 Jul 2019 09:49:24 +0200 Mit KI passende IT-Talente finden http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/mit-ki-passende-it-talente-finden-23405/ Bedingt durch die allgegenwärtige Digitalisierung und Trends wie IoT und KI müssen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitssuchende die eine oder andere Qualifikations- und Wissenslücke füllen, damit der deutsche Mittelstand letztlich nicht durch einen IT-Fachkräftemangel ausgebremst wird. Zugleich kann Künstliche Intelligenz aber auch dabei helfen, die passenden IT-Talente bzw. Jobs zu finden. Gerade dieser Mangel an IT-Spezialisten stellt Unternehmen aller Branchen derzeit vor große Herausforderungen. Laut Bitkom waren Ende 2018 rund 82.000 Stellen unbesetzt – 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Mittelstand sei hier besonders betroffen. Daher muss er jetzt die eigenen Vorteile für IT-Fachkräfte noch stärker deutlich machen und verschiedene – auch individuelle – Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung umsetzen. „Das Recruiting von Spezialisten ist ein entscheidendes Thema, das durchaus ‚zur Chefsache‘ gemacht werden sollte“, bestätigt Florian Walzer, Head of Sales & Marketing bei Rexx Systems. Laut Schätzungen des Beratungshauses EY würden dem deutschen Mittelstand pro Jahr knapp 50 Mrd. Euro Umsatz entgehen, weil er nicht genügend Mitarbeiter finden könne und deshalb Aufträge ablehnen müsse.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Laut einer aktuellen Bitkom-Studie scheitert die Besetzung von IT-Stellen vor allem am Geld, aber auch an fehlender Kompetenz. Denn die starke Nachfrage nach IT-Spezialisten lässt mitunter die Gehaltsvorstellungen der Bewerber steigen, zugleich bemängeln 38 Prozent der befragten Unternehmen fehlende fachliche Qualifikation und 35 Prozent vermissen Soft Skills wie etwa Sozialkompetenzen, kritisches Denken und Kreativität. „Meiner Erfahrung als Personalberater nach stimmt es, dass zwischen den Anforderungen der Industrie und den Grundlagen, die im Rahmen einer Ausbildung vermittelt werden, eine große Divergenz besteht“, berichtet René Jacobsen von D.vinci Recruitinglösungen. Das Studium sei oft nicht so realitätsnah, wie es sein müsste, die Vorbereitung auf den Beruf unzureichend. Gut geeignet aus seiner Sicht sei ein duales Studium, in dem alle Fachkompetenzen erlernt würden und zugleich Berufserfahrung gesammelt werde.

Achillesferse der deutschen Wirtschaft

Eine der größten Herausforderungen ist, dass sich im Zuge der Digitalisierung und des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz die Anforderungen an die Arbeitnehmer sehr schnell verändern. Und gerade weil sich alles im stetigen Wandel befindet, kann die Ausbildung auch nicht immer mithalten. Es entstehen letztlich andere, neue Aufgabengebiete, zu denen sich Mitarbeiter fortbilden müssen. Das bekräftigt denn auch Florian Walzer: „Das Thema ‚Weiterbildung‘ ist ganz entscheidend, insbesondere in mittelständischen Unternehmen. Die Menge an Informationen in unserer Gesellschaft im Verhältnis zu anderen Bereichen der Gesellschafts- oder Wirtschaftsordnung nimmt überproportional zu. Andere nennen das bereits Informationsexplosion.“ So sei es insbesondere für die Arbeitgeber wichtig, sich gezielt um die Weiterbildung der Mitarbeiter zu kümmern, auch im Sinne des Employer Branding, also der Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, sowie um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. René Jacobsen schließt sich dieser Meinung an: „Bleiben die gut ausgebildeten Arbeitnehmer bei der Firma, bedeutet das schließlich auch geringere Recruiting-Kosten in der Zukunft und die damit einhergehende Sicherstellung der Fachkräfte.“

Das Thema „IT-Weiterbildung“ sei aber auch eine politische Aufgabe, ergänzt Vérane Meyer, Referentin für Bildungspolitik beim Bitkom. Das habe sich im Rahmen einer gemeinsamen Studie mit dem Tüv-Verband im vergangenen Jahr herausgestellt. „Insbesondere der Mittelstand verfügt oft nicht über die nötige Orientierung im Weiterbildungsdschungel“, so die Referentin. „Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam handeln, damit fehlende Weiterbildung nicht zur Achillesferse der deutschen Wirtschaft wird.“

Fehlende Budgets und zeitliche Kapazitäten

Doch mit welchen konkreten Maßnahmen lassen sich die Qualifikations- und Wissenslücken z.B. hinsichtlich IoT und KI schließen? Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half, empfiehlt Unternehmen an dieser Stelle, „aktuelle und individualisierte Seminare und Schulungen anzubieten – extern oder intern“. Dabei könnten Unternehmen ihren Mitarbeitern finanzielle Unterstützung bei Kursen zur beruflichen Zertifizierung oder einem Aufbaustudium bieten. Auch sei die Teilnahme an Online-Kursen eine gute Möglichkeit, sich hinsichtlich eines speziellen Gebietes fortzubilden. „Wir empfehlen, sich individuell mit dem Mitarbeiter auszutauschen und seine Bedürfnisse zu klären“, so Umbs. Dementsprechend könne dann das Training gestaltet werden. Laut der 2018er-Bitkom-Studie bilden fast zwei Drittel aller Unternehmen (63 Prozent) ihre Mitarbeiter zu Digitalthemen weiter. Zwei Jahre zuvor sollen erst 36 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern Fortbildungen angeboten haben, damit sie digitale Kompetenzen erwerben und vertiefen können.

Befragt nach möglichen Hürden im Zusammenhang mit der Weiterbildung gibt gut die Hälfte der Unternehmen an, „dass es keine Zeit für entsprechende Freistellungen gibt (52 Prozent)“, bemerkt Vérane Meyer. Das sieht Florian Walzer von Rexx Systems ebenso: Die wesentliche Ursache für das Scheitern von Weiterbildungsmaßnahmen sei fehlende zeitliche Kapazität. Für Arbeitgeber geht es also nicht nur um das finanzielle Investment in eine entsprechende Maßnahme – denn spezifische Fortbildungen sind oftmals teuer und dem Mittelstand steht nicht immer das nötige Budget zur Verfügung –, sondern vor allem um Zeitverlust. Wenn Mitarbeiter auf Fortbildung sind, stehen sie schließlich nicht zur Verfügung, um ggf. wichtige, zeitkritische Projekte zu bearbeiten.

„Auf Seite der Arbeitnehmer beobachten wir teilweise ein ungesundes Selbstvertrauen, das vor allem bei ITlern etwas ausgeprägter ist als in anderen Bereichen“, fügt Walzer hinzu. So falle es ITlern oftmals schwerer, inhaltlich von anderen etwas anzunehmen. Das basiere auf dem eigenen Stolz, selbst zu wissen, was richtig ist. Aber auch hier hindern fehlende zeitliche Ressourcen den Erfolg von Weiterbildungsmaßnahmen. Weiterhin scheitern sie oftmals daran, „dass sich die Ziele der Schulung nicht an den realen Bedürfnissen des Unternehmens orientieren“, weiß René Jacobsen. Die eigentliche Qualifizierung findet seiner Meinung nach eher „on the job“, in Meetings, über private Projekte oder auch in Fachforen und IT-Communities statt. Zudem sollte den Entwicklern z.B. in Form von Open-Space-Büros ein Umfeld geschaffen werden, wo sie sich gegenseitig inspirieren und gemeinsam Lösungen finden können. „Wenn agile Arbeitsweisen für Arbeitgeber ein Fremdwort sind, trifft das nicht mehr den Zahn der Zeit – und nicht die Wünsche der Arbeitnehmer“, so Jacobsen. Und das führe letztlich auch dazu, dass der Mittelstand durch den IT-Fachkräftemangel ausgebremst wird.

Arbeitsplätze leichter finden

Übrigens können sich Unternehmen Innovationen wie eben Künstliche Intelligenz ebenso zunutze machen, um passende Mitarbeiter zu finden. „Es gibt bereits heute im Recruiting selbstlernende Tools, die bei der Vorauswahl von Kandidaten unterstützen können“, weiß Jacobsen. So kann KI Lebensläufe automatisch durchforsten und häufig gestellte Fragen von Bewerbern beantworten, was letztlich die Effizienz und Geschwindigkeit bei der Personalauswahl steigert. „Immer mehr Unternehmen setzen auch auf Applicant Tracking Systems (ATS). Sie scannen Bewerbungen auf bestimmte Inhalte und Schlüsselbegriffe, die wichtig für die Position sind. Bei Diskrepanzen oder fehlender Übereinstimmung wird die Bewerbung aussortiert“, erklärt Christian Umbs von Robert Half. Andersherum hilft KI aber auch Bewerbern bei der Jobsuche. „Das ist beispielsweise bei Apps wie dem ‚Jobbringer‘ der Fall“, berichtet wiederum Florian Walzer. Jene Applikation selektiere Stellenangebote nach den individuellen Wünschen der Nutzer und durch Algorithmen der KI aus der Jobbörse finest-jobs.com.

Derzeit scheint zudem „Google for Jobs“ ein großes Thema zu sein. Aktuell wird es in Deutschland ausgerollt. Ziel der Lösung ist es, das Finden von Arbeitsplätzen leichter zu machen. „Da Google unsere Bewegungsprofile trackt, könnte es dahin gehen, dass einem z.B. Stellenanzeigen in Stuttgart angezeigt werden, wenn man sich öfter in Stuttgart einloggt oder auch nach Wohnungen in Stuttgart googelt“, überlegt Jacobsen. Wer seine Jobsuche direkt in der Suchmaschine eingebe, dem würden künftig konkrete offene Stellen angezeigt werden. Klicke der Suchende darauf, werde er auf die Karrierewebseiten der entsprechenden Unternehmen geleitet. Der Recruiting Consultant ist sich sicher, dass Google for Jobs die Stellensuche stark beeinflussen wird. Unternehmen sollten sich darauf vorbereiten, indem sie ihre Karriereseiten so attraktiv wie möglich gestalten und aktuell halten.

Damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer letztlich zueinander finden, ist in erster Linie eine gewisse Offenheit gefordert. „Eine Offenheit für Veränderung und Change-Prozesse aktiv mitzugehen, die Fähigkeit, sich selbst zu öffnen und zu vernetzen, aber auch der Erwerb und die Vermittlung digitaler Kompetenz“ hält Florian Walzer für besonders wichtig. Aber natürlich gehe es auch um die Fähigkeit, konzeptionell denken zu können und auch zu wollen. Dazu noch etwas Spritzigkeit, die Gabe von Inspiration und Innovation – und schon hätte man den perfekten Mitarbeiter „gebacken“.

]]>
Lea Sommerhäuser IT-Mittelstand Startseite it-zoom HR Personal
news-23402 Fri, 12 Jul 2019 15:41:57 +0200 Millionen für den Mittelstand http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/millionen-fuer-den-mittelstand-23402/ Der Europäische Investitionsfonds (EIF) und die Procredit-Gruppe stellen weitere 800 Millionen Euro für innovative kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in elf Ländern bereit. Damit stehen diesen nun 1,62 Milliarden Euro zur Verfügung. Die durch den EIF garantierten Mittel werden über südost- und osteuropäische Procredit-Banken an Unternehmen vergeben, die neue Technologien einsetzen und neue Produkte herstellen. Die Fazilität ist in elf Ländern verfügbar (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Deutschland, Griechenland, Moldau, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Ukraine). Vorherige Vereinbarungen mit der Gruppe kamen bereits rund 2.000 innovativen KMU zugute, vor allem im verarbeitenden Gewerbe sowie im Groß- und Einzelhandel. In den kommenden Jahren soll ihre Zahl weiter steigen.

Die Vereinbarungen wurden im Rahmen der InnovFin-Initiative der Europäischen Kommission unterzeichnet, die aus dem EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 finanziert wird. Durch diese Initiative können die teilnehmenden Banken Kredite an innovative Unternehmen vergeben, die durch eine EIF-Garantie besichert sind. Die in EU-Mitgliedstaaten unterzeichneten Vereinbarungen wurden durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ermöglicht, das Kernstück der Investitionsoffensive für Europa der Europäischen Kommission („Juncker-Plan“).

Bild: Gettyimages/iStock


]]>
IT-Mittelstand Organisation
news-23393 Thu, 11 Jul 2019 15:23:55 +0200 Die Chemie muss stimmen http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/die-chemie-muss-stimmen-23393/ Da sich Follmann im Wachstum befindet und seine Prozesse nicht länger mit Excel abbilden konnte, hat sich das Chemieunternehmen für eine CPM-Lösung von Unit4 Prevero entschieden. Die Gruppe befindet sich im Wachstum: Pro Jahr kommen ein bis zwei Auslandsgesellschaften hinzu. Beschäftigt werden derzeit rund 800 Mitarbeitende. Das bedeutet, dass die Komplexität der Planungsprozesse zunimmt – eine Herausforderung, die mit Excel nicht mehr zu bewältigen war. Insbesondere weil die Mitarbeitenden im Controlling bei ihren Hochrechnungen, Forecasts und Planungen systembedingt an ihre Grenzen stießen, war man auf der Suche nach einem neuen Planungstool. Dabei fiel die Entscheidung zugunsten Unit4 Prevero, einen Münchner Hersteller für Corporate-Performance-Management- und Business-Intelligence-Lösungen. Das Go-Live mit der Vertriebsplanung als erstem Teilprojekt soll im Oktober stattfinden, im Anschluss daran will man sich der gesamten Unternehmensplanung annehmen.

Die Controller bei des Chemieunternehmens betonen: „Unsere Excel-Auswertungen waren immer von guter Qualität, allerdings waren der zeitliche Aufwand und die mangelnde Flexibilität eine echte Herausforderung. Wenn man kurz vor Abgabe noch etwas ändern wollte, war das mit einem enormen Aufwand verbunden.“ Teilweise wurden Planungszyklen reduziert, um Kapazitäten für wichtige Projekte zu gewinnen. Die Einführung des neuen Tools geht einher mit einer Verschlankung und Beschleunigung der gesamten Planung.

Bild: Gettyimages/iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Business Intelligence / Big Data Software
news-23384 Thu, 11 Jul 2019 11:06:11 +0200 Digitale Sprachgenies? http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/digitale-sprachgenies-23384/ Beim Anruf im Call Center meldet sich statt eines Menschen ein Computer – viele sind darüber verärgert. Glaubt man jedoch einer neue Studie der Schweizer Spitch AG, ist dieser Ärger eigentlich völlig überflüssig, weil der Computer in der Regel viel rascher helfen könne, als wenn ein Mensch abhebe. Meldet sich beim Anruf ein Spracherkennungssystem, so werden Anfragen deutlich schneller bearbeitet, meine demnach eine satte Mehrheit von 54 Prozent der 100 Experten, die für die Studie „Spitch-Report: Sprachsysteme“ befragt wurden. Vor allem werde man durch den Computerdialog zu Beginn rascher zum zuständigen Sachbearbeiter durchgestellt, der sich um das Anliegen kümmern kann, sagen 52 Prozent der Fachleute.


Bei modernen Anlagen muss man nicht seine „gesamte Geschichte“ von vorne bis hinten erzählen, sondern das Computersystem bezieht automatisch alle Daten etwa auch aus E-Mails zur jeweiligen Anfrage ein, meint beinahe ein Viertel (74 Prozent) der Experten. Hinzu kommt: Wenn man häufiger im Call Center anruft – etwa bei einer automatischen Bestellannahme – kenne man schon die computerisierten Abläufe, komme also ebenfalls einfacher und schneller voran, sagen 54 Prozent der Fachleute.

Georg Theunissen, Studienleiter und Beratungsdirektor bei Spitch, erklärt: „Der Einsatz von Sprachsystemen in Call Centern hat in Wahrheit viele Vorteile für die Verbraucher, auch wenn manche zunächst genervt reagieren, sobald sich Kollege Computer meldet. Aber das Anliegen, weshalb man zum Hörer greift, ist mit einem Spracherkennungssystem in der Regel viel schneller erledigt. Allein die Tatsache, dass der Computer binnen Sekunden abhebt und man keine lange Wartezeit hinnehmen muss, bevor sich überhaupt jemand meldet, ist von Vorteil. Daher ist die Anfrage durch den Computer häufig schon längst beantwortet, bevor man bei Call Centern ohne Sprachsystem überhaupt jemanden am Hörer hat.“

Mensch hat im Erstkundenkontakt die Nase vor

Vor allem für die Kundenbetreuung eignen sich Sprachsysteme am besten, ist für ein knappes Viertel der kontaktierten Experten ausgemacht. Beim Überzeugen neuer Kunden hingegen ist der Mensch wohl noch besser als der Computer, räumen 74 Prozent der Fachleute ein. „Letztlich hängt es von der Qualität der Spracherkennung und der Dialogführung ab“, erläutert Studienleiter Georg Theunissen, und erklärt: „Die Verbraucher verlangen heutzutage zu Recht intelligente Sprachsysteme, bei denen man in ganzen Sätzen einfach sein Anliegen darlegt und sofort eine angemessene Auskunft erhält oder zielgerichtet an den richtigen Sachbearbeiter durchgestellt wird. Auf Pseudodialoge wie ‚drücken Sie eins‘ oder ‚sagen sie ja‘ hat niemand Lust.“

Computer verstehen immer besser

Bei den für die Zufriedenheit kritischen Aspekten der Spracherkennung und der Dialogführung erwarten die Experten massive Fortschritte in den nächsten Jahren. 65 Prozent gehen davon aus, dass selbst schwierige Sprecher dank neuerer Technologie schon bald bestens zu verstehen sein werden. 55 Prozent erwarten zudem gravierende Verbesserungen beim Erkennen von Zusammenhängen im Mensch-Computer-Dialog. Dazu gehört beispielsweise, dass das System an die Erstfrage „wann fährt morgen der früheste Zug von Frankfurt nach Hamburg“ anschließende Folgefragen wie „und von München aus“ oder „und nach Berlin nach 10 Uhr“ korrekt interpretiert und beantwortet.

„Gesprochene Sprache ist nun einmal die natürlichste Mensch-Maschine-Schnittstelle“, stimmt Georg Theunissen mit 65 Prozent der im Rahmen der Studie kontaktierten Fachleute überein. Dem entsprechend gehen 89 Prozent davon aus, dass die Spracherkennung in den nächsten Jahren stark an Bedeutung gewinnen wird. 77 Prozent sehen dies für die natürliche Sprachausgabe voraus. 71 Prozent erwarten eine massive Ausweitung bei automatischen Dialogsystemen.

Allerdings soll es laut Studie noch bis zum Jahr 2030 dauern, bis ein Telefonat mit einem Computer nicht mehr vom Gespräch mit einem Menschen zu unterscheiden sein wird, meint die klare Mehrheit (54 Prozent) der Befragten. 2020 gehen allerdings schon die ersten Sprachdialogsysteme in Betrieb, bei denen der Anrufer zumindest in einigen Fällen gar nicht mehr erkennt, dass er mit einem Computer spricht, sagt ein gutes Fünftel der Experten. 2025 soll dies bereits bei den meisten Anrufen der Fall sein, nehmen 29 Prozent der Befragten an.

Bild:Gettyimages/iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom
news-23383 Thu, 11 Jul 2019 09:08:00 +0200 Neue Rechenzentren braucht das Land http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/neue-rechenzentren-braucht-das-land-23383/ Glücklich schätzen sich heutzutage die Mittelständler, die ihre Daten in die Hände von Dienstleistern legen können, deren Rechenzentren sich in Deutschland befinden. Denn sollten die Energiekosten hierzulande weiter steigen und hiesige RZ-Standorte an Attraktivität verlieren, könnten viele davon ins kühlere Nordeuropa abwandern. Die Zeit kann – und will vermutlich auch – keiner mehr zurückdrehen. Von daher werden Themen wie Digitale Transformation, Internet der Dinge oder auch Künstliche Intelligenz (KI) mittelständische Unternehmen auf lange Sicht beschäftigen. Immer mehr Apps und Geschäftsanwendungen überfluten den Markt, wodurch immer mehr Daten erhoben, bearbeitet und letztlich auch vorgehalten und abgespeichert werden. Dabei sind die Kapazitäten vorhandener Server-Räume oder Rechenzentren in vielen mittelständischen Betrieben jedoch begrenzt, sodass der Bedarf an externen Ressourcen wohl weiter steigen wird.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Doch wohin genau mit all den im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung entstehenden Daten? Sowohl Unternehmen als auch staatliche Institutionen inklusive der Bundesregierung sollten großes Interesse daran haben, dass diese nicht in die kostengünstigen Speicherwolken öffentlicher Clouds und damit zumeist in die Mega-Rechenzentren von Amazon und Google nach Nordeuropa oder gar in die USA wandern. Denn allein aufgrund der seit Mai 2018 geltenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der damit verbundenen Handhabung personenbezogener Daten ist der Speicherort nicht beliebig. Wollen die Verantwortlichen diesbezüglich auf der sicheren Seite sein, sollten sie sensible und kritische Daten besser in hiesigen Rechenzentren vorhalten.

Aktuell gibt es in Deutschland eine Vielzahl an Rechenzentren, deren Betreiber unisono seit geraumer Zeit eine gestiegene Nachfrage nach Services und Rechenzen-trumsflächen verzeichnen. Doch schon bald könnte es mit den verfügbaren Flächen und RZ-Ressourcen knapp werden. Denn seitens der Politik wird nicht alles getan, um die Betreiber in Deutschland zu halten oder gar den Neubau von Rechenzen-tren voranzutreiben. Vielmehr werden sie an der einen oder anderen Stelle regelrecht ausgebremst. Dies zeigt zumindest das jüngst veröffentlichte Positionspapier des Digitalverbands Bitkom. Fairerweise sollte man an dieser Stelle berücksichtigen, dass es sich um die Veröffentlichung eines Verbands der ITK-Anbieter und damit auch der Rechenzentrumsbetreiber handelt. Dass deren Interessen demnach besondere Berücksichtigung erfahren, scheint klar zu sein. Dennoch beschreibt das Papier aktuelle Nachteile hinsichtlich des Standorts Deutschland und liefert durchaus sinnvolle Denkanstöße.

Laut dem Papier haben es hiesige Rechenzentrumbetreiber alles andere als leicht. Zum einen haben sie mit der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) zu kämpfen. Zum anderen gibt es in Ballungszentren, in denen die Nachfrage nach RZ-Ressourcen naturgemäß besonders hoch ist, schlichtweg kaum noch Platz für neue Datacenter. „Hohe Stromkosten, ungenutzte Wärmepotentiale, schrumpfende Weltmarktanteile: Rechenzentren verfügen in Deutschland nicht über ideale Standortfaktoren“, heißt es denn auch aus Kreisen des Branchenverbands. Hintergrund seien die im internationalen Vergleich hohen finanziellen Zusatzbelastungen durch die Energiewende, die ungelöste Frage der Abwärmenutzung und die sinkenden Anteile gegenüber konkurrierenden Märkten in Europa den USA und Asien – trotz steigender Investitionen am Standort Deutschland.

Angesichts dieser Herausforderungen wurden im Positionspapier die Ziele formuliert, Rechenzentren von der Ökostromumlage zu befreien und bessere Rahmenbedingungen zur Einspeisung von Abwärme in die Fernwärmenetze zu schaffen. Laut dem Papier stellt die im EEG festgelegte Umlage eine massive Benachteiligung deutscher Rechenzentren dar, die im internationalen Vergleich ein Vielfaches der Stromkosten zahlen müssen. „Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung. Um international faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, sollten Rechenzentren in die Liste der stromkosten- oder handelsintensiven Branchen aufgenommen werden. Stromkosten machen oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus“, betont Roman Bansen, Experte für IT-Infrastrukturen beim Bitkom.

Desweiteren sei die Politik gefordert, bessere Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Energienutzung schaffen. Bei dem stromintensiven RZ-Betrieb entstehen große Mengen Abwärme, die bislang ungenutzt freigesetzt werden. Der Strombedarf aller Datacenter in Deutschland beträgt derzeit gut zwölf Milliarden Kilowattstunden pro Jahr – das ist in etwa so viel, wie die Millionenstadt Berlin jährlich verbraucht. „Die Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union fordert eine bessere Abwärmenutzung. Für Betreiber von Fernwärmenetzen sollten regulatorische Anreize geschaffen werden, um die Wärme aus Rechenzentren abzunehmen, sofern dies wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist“, sagt Bansen. „Für große Abnehmer wie Hotels oder Schwimmbäder sollte es günstiger sein, Abwärme aus Rechenzentren zu beziehen, statt wie bisher teure Primärenergie für Heizung und Warmwasser einzukaufen. Das würde einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der CO² -Bilanz bei der Wärmeversorgung leisten.“

Frankfurt als neue RZ-Hochburg?

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der zur Verknappung von hiesigen RZ-Ressourcen beitragen könnte: Der Brexit und damit das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU scheint unwiederbringlich bevorzustehen. Im Zuge dessen ziehen immer mehr Unternehmen ihre Standorte von der Insel ab und planen die Eröffnung neuer Datacenter auf dem EU-Festland. Bei vielen rücken dabei europäische Metropolen in den Vordergrund. So verzeichneten zuletzt insbesondere die RZ-Standorte in Amsterdam und Paris große Zuwächse. Doch auch Deutschland gilt als attraktiver Standort, wobei hier insbesondere das Finanzzentrum Frankfurt am Main in den Fokus rückt.

Laut der Telekom-Tochter Itenos steigt die Nachfrage nach sicheren und zuverlässigen RZ-Leistungen aus der Mainmetropole momentan weiter an. Aus diesem Grund steigert man bewusst das eigene Engagement: Mit dem Daten-Hub Frankfurt 1 betreibt der Anbieter vor Ort auf 14.000 m²
ein eigenes Rechenzentrum. Überdies hat man die Kapazi-
täten mit Frankfurt 2 gerade erst nochmals erweitert.

Weitere Beispiele für die rege Bautätigkeit ist das Vorhaben FRA15 des Colocation-Spezialisten Interxion, der im Frankfurter Ostend 10.000 m² Rechenzentrumsfläche mit einer IT-Leistung von 20 MW erschließen will. Die ersten beiden Flächen des RZs sollen im April 2020 an Kunden übergeben werden, wobei man mit der Fertigstellung des Rohbaus bereits bis September rechnet. Die restlichen Komplexe werden laut Interxion bis zum dritten Quartal 2021 übergeben. Die Investitionssumme des Projekts beläuft sich auf 176 Mio. Euro. Die redundante Anbindung an den Campus des RZ-Betreibers soll für die entsprechende Konnektivität sorgen. Mit einer maximalen Kälteleistung von 22 MW und den Möglichkeiten für eine mechanische Kühlung könne man zudem auch einen erhöhten Leistungsbedarf stemmen. Die benötigte Gesamtanschlusskapazität von 32 MW soll durch das hauseigene Umspannwerk gewährleistet werden.

Kurz hinter der Frankfurter Stadtgrenze, nämlich in Offenbach, stößt man auf ein weiteres Bauprojekt. Hier errichtet die DC-Datacenter-Group aus Wallmenroth für die Data Center Offenbach Rhein-Main GmbH ein modernes Dienstleistungsrechenzentrum. Die Westerwälder planen und bauen für die Gesellschaft ein Hochverfügbarkeitsrechenzentrum als Generalübernehmer und bedienen damit die Nachfrage nach Rechenzentren, in die sich Unternehmen einmieten können. In Kooperation mit Etix Everywhere S.A., einem weltweit operierenden Betreiber von Rechenzentren, und EVO, der Energieversorgung Offenbach AG, entsteht auf einer Grundfläche von rund 7.800 m²
ein Gebäudekomplex für ca. 3.000 Racks. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 120 Mio. Euro.

Zahlen und Fakten: Rechenzentren in Deutschland

Rechenzentren sind ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für eine funktionierende digitale Gesellschaft:

  • Jedes Unternehmen, jede Behörde, jede Institution und selbst Privatpersonen nutzen ständig, direkt oder indirekt Rechenzentrumsleistungen.
  • An den hiesigen Standorten arbeiten 130.000 Beschäftigte, weitere 80.000 Jobs hängen indirekt an der Branche.
  • Die auf funktionierende Rechenzentren angewiesene Internetwirtschaft erzielt allein in Deutschland einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro jährlich.
  • In Deutschland machen die Stromkosten in der Regel über 50 Prozent der Betriebskosten moderner Rechenzentren aus.

Quelle: Bitkom e.V.

]]>
Ina Schlücker IT-Mittelstand Startseite it-zoom Rechenzentrum / Server
news-23379 Wed, 10 Jul 2019 14:47:04 +0200 Kostenfaktor Verwaltung http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/kostenfaktor-verwaltung-23379/ Firmen verlieren laut einer neuen Studie durchschnittlich rund vier Prozent ihrer Wertschöpfung aufgrund zu hohen administrativen Aufwands. Durch die fortschreitende Digitalisierung haben viele Unternehmen ihre Prozesse effizienter organisiert. Dies gilt vor allem für den Produktionsbereich, der von der Automatisierung im Besonderen profitiert. Gleichzeitig sollen Betriebe aber viel Zeit und Geld aufgrund ineffizienter und unproduktiver manueller Abläufe im Verwaltungsbereich verlieren, wie eine Studie des Softwareanbieters  Sage ergeben hat. Das Meinungsforschungsinstitut Yougov hat dafür im Frühjahr 2019 2.994 Entscheidungsträger von Unternehmen verschiedener Größen in zwölf Ländern (Deutschland, Großbritannien, USA, Kanada, Australien, Irland. Spanien, Frankreich, Brasilien, Südafrika, Schweiz und Malaysia) befragt.

Schlechte Produktivitätsentwicklung bei deutschen Firmen

Die Umfrage zeigt, dass deutsche Unternehmen 2019 3,9 Prozent ihrer Zeit mit unproduktiven administrativen Tätigkeiten verbringen, was Einbußen von rund 30 Milliarden Euro entspricht. Diese entstehen dadurch, dass Kapazitäten für Verwaltungsaufgaben gebunden sind, die damit nicht für die eigentliche Wertschöpfung des Betriebs genutzt werden können. Im Jahr 2018 waren es noch 3,7 Prozent zeitliche Ressourcenbindung, was 28,2 Milliarden Euro entsprach. Damit hat sich zwischen 2018 und 2019 der Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten um 5,4 Prozent gesteigert, was 6,4 Prozent höheren Umsatzeinbußen entspricht.

Unter allen befragten Ländern hat sich die Produktivität nur in Irland noch stärker verschlechtert. Im Blick auf den Anstieg der zeitlichen Verluste hat Deutschland sogar den höchsten Wert zu verzeichnen. Die weltweiten wirtschaftlichen Einbußen, die in den vergangenen Monaten durch zeitraubende Verwaltungsprozesse entstanden sind, beliefen sich laut Umfrage auf rund 500 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten betrieblichen Kapazitäten werden laut Studie im administrativen Bereich durch die manuelle Verfolgung noch nicht bezahlter Rechnungen, die Rechnungsbearbeitung allgemein oder Abläufe in der HR-Abteilung gebunden.

Verschlankung durch Automatisierung

Dabei lassen sich gerade in den Bereichen der Buchhaltung und des Personalwesens durch den Einsatz intelligenter Technologien und digitaler Tools Prozesse spürbar verschlanken, indem beispielsweise die Kreditoren- und Debitorenverwaltung durch entsprechende Software-Systeme automatisiert wird. Auch HR-Abläufe können etwa durch den Einsatz von Mitarbeiterportalen effizienter gestaltet werden. Urlaubsanträge oder Krankmeldungen, die bislang über das Personalbüro eingereicht und bearbeitet werden mussten, können zum Beispiel direkt zwischen dem Mitarbeiter und dem Vorgesetzten abgewickelt und Verwaltungsaufwände reduziert werden.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Studien
news-23372 Wed, 10 Jul 2019 09:27:52 +0200 Vorsicht vor Charme-Attacken http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/vorsicht-vor-charme-attacken-23372/ Social Engineering sorgt immer wieder für schockierende Schlagzeilen in Deutschland. Dabei werden Charme, Überzeugungskraft und vor allem technisches Know-how von Cyberkriminellen strategisch eingesetzt, um Kampagnen erfolgreich durchzuführen. Viele mittelständische Unternehmen und deren Mitarbeiter sind sich der Bedrohungslage im Internet nicht bewusst bzw. nicht bewusst genug. Vielfach müssen sie zunächst entweder selbst Opfer von Cyberkriminalität werden oder durch Vorfälle in den Medien sensibilisiert werden. In diesem Zusammenhang prognostizieren die Marktforscher von Gartner, dass „bis 2020 60 Prozent der digitalen Unternehmen unter größeren IT-Ausfällen leiden werden, da die IT-Sicherheitsteams nicht in der Lage wären, digitale Risiken zu managen“. Dabei, so betonen verschiedene Sicherheitsexperten, ist Social Engineering eine beliebte und effektive Strategie der Cyberkriminellen, um kritische Geschäfts- und personenbezogene Daten zu stehlen. Bislang werden sogar ganze 98 Prozent der Cyberangriffe als Social-Engineering-Attacken klassifiziert. Im Zuge dessen sind die Cyberkriminellen auch viel kreativer darin geworden, wie sie diese gestohlenen Informationen zu ihrem Vorteil nutzen können.

Krasser Anstieg der Attacken

In den letzten Jahren ist die Zahl der Social-Engineering-Angriffe in Deutschland stark angestiegen. So berichtete das Bundeskriminalamt 2017 in seinem Lagebericht Cybercrime, dass 85.960 Fälle von Hackerangriffen in Deutschland gemeldet wurden. Eine deutliche Zunahme im Vergleich zu den 82.649 Fällen im Jahr 2016. Die absoluten Zahlen bedeuten einen Anstieg um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2017 wurde jeder zweite deutsche Internetnutzer bereits Opfer von Cybercrime – viele Zugangsdaten von Deutschen zu Online-Diensten wie sozialen Netzwerken oder Online-Shops wurden gestohlen oder persönliche Daten illegal genutzt. Und in jedem zweiten Fall von Cyberkriminalität ist auch ein finanzieller Schaden entstanden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Eine spezielle Form von Social Engineering, die von den Cyberkriminellen zunehmend verwendet wird, stellt die Manipulation von Suchergebnissen dar. Laut dem Sicherheitstrainingsexperten KnowBe4 werden Suchergebnisse erstellt bzw. manipuliert, um die Benutzer auf eine Website zu leiten, die mit einem Exploit-Kit kompromittiert wurde. Dieses lädt sich dann automatisch auf das Gerät des Nutzers und baut eine Kommunikation zu dem Command-and-Control-Server des Angreifers auf. In der Folge etabliert dieser eine geschützte Kommunikation und kann dadurch immer mehr Schadsoftware nachladen. Mit verschiedenen Varianten kann dann der Nutzer u. a. durch die Verschlüsselung bestimmter Daten erpresst werden.

Dabei verfolgen Social-Engineering-Angriffe in Deutschland ähnliche Ziele wie die in anderen Teilen der Welt. Denn letztlich geht es den Cyberkriminellen darum, Geld zu generieren. Besonders beliebt sind hierbei E-Mails mit angeblichen Lieferungen von DHL oder Amazon. Laut dem Blog Onlinewarnungen.de nutzen die Cyberkriminellen u. a. folgende E-Mail-Absenderadressen:

  • DHL.de
  • DHL Paket
  • DHL Support
  • Kundenservice DHL Express
  • DHL Logistik-Team
  • Kundenservice DHL Logistik
  • DHL Transport-Team
  • DHL-Sendezentrum <sendungsabteilung@dhl.de>

Im gleichen Blog werden auch zahlreiche Amazon-Phishing-E-Mails aufgeführt, die von Privatnutzern zur Verfügung gestellt wurden. Weitere Beispiele werden von der Verbraucherzentrale NRW gesammelt. Relativ einfach zu durchschauende Phishing-E-Mails versuchen zwar, mit perfektem Deutsch und entsprechendem Disclaimer eine Echtheit und Vertrauen zu generieren, sind allerdings relativ plump und unglaubwürdig formuliert.

Den Absender intensiv prüfen

Generell sollten die Empfänger solcher Phishing-E-Mails zunächst den Absender prüfen, bevor sie die E-Mail öffnen. Wer sich nicht sicher ist, sollte die E-Mail zunächst in Quarantäne schieben und dort überprüfen lassen. Es gilt die Regel, auf keinen Fall auf einen Link oder Anhang in den E-Mails zu klicken, bevor der Absender nicht überprüft wurde. Bislang galt, dass die E-Mails durch fehlerhaftes Deutsch einfach auszusortieren waren, doch die Cyberkriminellen werden immer geschickter darin, einen echten Eindruck zu erwecken. Darüber hinaus werden auch Disclaimer und Werbebanner der gefälschten Firmenmarken immer besser nachgebildet. Von daher gilt auch hier, immer misstrauisch gegenüber unerwarteten E-Mails zu bleiben.

Unternehmen, die sich und ihre Mitarbeiter vor solchen Angriffen schützen wollen, sollten auf eine Sensibilisierung der Nutzer setzen, wie sie etwa durch entsprechende Trainingsprogramme und -inhalte vermittelt werden. Hierbei versuchen die Mitarbeiter, bei der Konfrontation mit verdächtigen Mails auch einen möglichen Phishing-Betrug zu erkennen. Denn nicht selten stellen die Mitarbeiter die letzte Verteidigungslinie und damit eine „menschliche Firewall“ dar. Doch diese ist – wie eine IT-Firewall – nur so effektiv, wie sie trainiert oder „konfiguriert“ wurde.

Was ist Social Engineering?
Unter Social Engineering versteht man eine Betrugsform, bei der Cyberkriminelle versuchen, unachtsame Benutzer dazu zu bewegen, vertrauliche Informationen an den Angreifer zu senden, nachdem dieser die Person unter Druck gesetzt oder zumindest dahingehend beeinflusst hat. Während des E-Mail-Austauschs oder Telefongesprächs wird eine Schad-Software auf dem Rechner des Opfers installiert oder der Benutzer mithilfe eines Links zu einer infizierten Webseite geleitet.

Das Ziel bleibt in allen Fällen gleich: Daten und Informationen sammeln und in den meisten Fällen Geld vom Opfer für die Herausgabe und Verhinderung der Veröffentlichung der Daten erpressen. Es gibt verschiedene Arten von Social Engineering, dazu zählen Vishing (per Telefon), Smishing (per SMS) und Phishing (per E-Mail). Hinzu kommen Spear-Phishing oder Whaling, worunter man Phishing-Angriffe versteht, die auf CEOs, Politiker und Prominente ausgerichtet werden. Quelle: KnowBe4

Bildquelle: Getty Images/iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Sicherheit
news-23364 Tue, 09 Jul 2019 15:18:28 +0200 Wenn „Outdoor“ online geht http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/wenn-outdoor-online-geht-23364/ Der Schweizer Travel- und Outdoor-Ausrüstungsanbieter Transa Backpacking hat seinen Onlineshop neu aufgestellt und gestartet. Die bisherige Alt-Lösung SAP Hybris wurde abgelöst und durch Novomind iShop ersetzt. Das SaaS-Shopsystem des Hamburger Softewareunternehmens soll die Performance optimieren und eine verbesserte Customer Experience liefern. Dazu wurde parallel auch das Product-Information-Management-System iPim für eine Versorgung mit aktuellen Produktdaten eingeführt. Der neue Online-Shop ist im Juni 2019 live gegangen. Man verbinde nun Content – zum Beispiel Erlebnisse, Wissen oder Services – enger mit einem Online-Shop und könne so das Einkaufserlebnis für die Kunden verbessern, teilte der Outdoor-Ausrüster mit. Innerhalb weniger Wochen habe sich die Conversion Rate verdoppelt. Das neu überarbeitete Frontend der Zürcher Agentur Station AG biete den Usern alles nötige. 

iShop ermögliche der Online-Plattform schnellere Seitenladezeiten sowie eine verbesserte Darstellung aller Shop-Bereiche im Full Responsive Design auf allen Endgeräten. Zudem lassen sich zusätzliche Inhalte wie Reiseberichte oder Ratgeberbeiträge direkt im Shopsystem erstellen. Dieser Content kann unabhängig für sich stehen oder mit Produkten verknüpft werden. Das PIM-System des Anbieters soll zusätzlich für eine schnelle und zuverlässige Datenversorgung des Webshops sorgen. Während der Projektphase wurden die Produktdaten von über 56.000 Artikeln überarbeitet und zielgruppenorientiert ausgebaut.

Gettyimages/iStock

]]>
IT-Mittelstand E-Commerce / Marketing
news-23354 Tue, 09 Jul 2019 09:28:00 +0200 Das Management von Stammdaten meistern http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/das-management-von-stammdaten-meistern-23354/ Die Auswirkungen und Kosten schlechter Datenqualität in mittelständischen Unternehmen müssen transparent gemacht werden. Erst dann klappt der Weg in die Digitalisierung. Daten und Datenmanagement sind für viele Menschen ein sehr abstraktes Thema. Daten lassen sich nicht anfassen. Die Kosten schlechter Datenqualität sind selten offensichtlich. Eine Kostenstelle für schlechte Datenqualität gibt es nicht. Aber auch wenn die Kosten schlechter Datenqualität meist nicht sichtbar sind, so sind sie doch immer signifikant. Um das Management für das Thema Datenmanagement zu sensibilisieren, helfen gute Beispiele. Mit ihnen lassen sich die Auswirkungen und Kosten aufzeigen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Aufgabe des Datenmanagements ist es, Daten systematisch zu sammeln, aufzubereiten und in der Kommunikation zu nutzen. Das gilt insbesondere auch für das Stammdatenmanagement. Vor diesem Hintergrund hat die CDQ AG sechs strategische Treiber identifiziert, die belegen, warum bei vielen Unternehmen Stammdatenmanagement ganz oben auf der Agenda steht.

Digitalisierung

Schon der relativ schlichte Versuch, Kunden- und Produktdaten für Multichannel-Marketing und Vertrieb zu nutzen, kann ungeahnte Probleme bereiten. So scheiterte eine digitale Marketing-Kampagne einer Versicherung an der schlechten Qualität der E-Mail-Adressen. Die Marketingkampagne wurde am Ende zwar durchgeführt – aber per Post. Ein Hersteller von Elektrowerkzeugen lieferte an einen Online-Versandhändler mehrfach von den tatsächlichen Verhältnissen abweichende Produktdaten zu Maßen und Gewichten. Dies führte zu Komplikationen in den automatisierten Logistikprozessen des Versandhändlers und letztlich dazu, dass die Produkte ausgelistet wurden.

Geschäftsprozesse

Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse standardisieren und harmonisieren sowie Kosten und Durchlaufzeiten reduzieren wollen, müssen die Qualität ihrer Stammdaten im Griff haben. In die Zehntausende gehende Postretouren aufgrund falscher Adressdaten, unnötige Prozesskosten aufgrund von Dubletten bei den Kundendaten – das sind keine Einzelfälle. Bei einer Versicherung beispielsweise sind mehr als ein Drittel der Kundenadressen fehlerhaft, sodass rund 50.000 Briefe zurückgesandt werden – pro Jahr. Die Kosten für die Postretouren belaufen sich auf über 350.000 Euro p.a. Zusätzlich entstehen durch die Mehrfacherfassung derselben Kunden (Dubletten) unnötige Datenerfassungskosten und Mehraufwände in den Prozessen. Die Suche nach Informationen und Datenbereinigungsaktionen führen zudem zu Folgekosten von über 1,5 Mio. Euro – auch das pro Jahr.

Reporting und Analytics

Unternehmen haben ein Interesse an einem transparenten, schnellen und richtigen Berichtswesen. Bekannt sind Fälle, in denen teuer bezahlte Data Scientists aufgrund schlechter Datenqualität zwei Drittel ihrer Zeit mit der Suche und Bereinigung von Daten verbringen, etwa weil in einem Unternehmen bei 30 Prozent der Firmenkundendaten die Branchenklassifizierung fehlte. Zudem waren die Umsatzsteuernummern oftmals falsch oder veraltet. Aufgrund von Dubletten bei den Lieferanten- und Materialdaten erzeugen Analysen des gesamten Einkaufsvolumens einen hohen manuellen Bearbeitungsaufwand. Um es zu ermitteln, müssen die jeweiligen Einzeleinkaufsvolumina manuell aggregiert werden. Durch die erforderliche Bereinigung entsteht unnötiger Mehraufwand im Controlling respektive in der Supply-Chain-Organisation.

Compliance und Risikomanagement

GDPR, BCBS 239, FACTA, EU 1169, IDMP und viele andere – an regulatorischen Anforderungen herrscht kein Mangel. Sie erhöhen die Ansprüche an das Datenmanagement signifikant. Das gilt beispielsweise für die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung. Um Anfragen zu den vorhandenen Informationen oder gar Löschaufträge eines Kunden zügig vornehmen zu können, muss klar sein, welche Kundendaten in welchen Systemen gespeichert sind. Wird publik, dass ein Unternehmen Probleme mit dem Datenmanagement hat, schadet das der Reputation. Aber nicht nur das: Bei Verstößen gegen die EU-DSGVO drohen Strafen bis zu 20 Mio. Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes.

IT-Landschaft

Bei großen Systemtransformationen wurde das Stammdatenmanagement früher nicht selten eher stiefmütterlich behandelt. Aber auch heute wird der Aufwand für die Bereitstellung der Stammdaten oftmals unterschätzt – insbesondere bezogen auf die Aufbereitung der Daten für die Migration. Die Folge: Teilweise werden qualitativ schlechte Altdaten in ein neues System migriert; die mit der Einführung des neuen Systems verbundenen Effizienz- und Anwenderzufriedenheitsziele lassen sich dann nicht realisieren.

Mergers und Akquisitionen

Sei es die Integration der Daten von zugekauften Unternehmen oder die Trennung von Datenbeständen, wenn Unternehmensteile abgespalten werden: Kosten und Zeitaufwand liegen oftmals höher als gedacht. Dadurch können Zeitpläne für die Integration oder Abspaltung nicht eingehalten werden. Zudem lassen sich durch die teilweise Migration von qualitativ schlechten Daten in neue Systeme die Einsparungs- und Synergieziele nicht vollständig erreichen.

All diese Beispiele zeigen: Beim Stammdatenmanagement geht es nicht nur um das Anlegen von Produkt-, Kunden- oder anderen Stammdaten und deren Pflege. Das Thema ist viel, viel breiter. Stammdaten gehen fast alle im Unternehmen an. Entscheidend ist daher, das Verständnis für die Bedeutung von Datenmanagement in die Köpfe der Beteiligten zu bekommen. Es geht vorrangig um einen Wandel der Einstellung, nicht etwa darum, jemanden zu inthronisieren, der für das Thema verantwortlich ist. Damit dieser Wandel gelingt, ist es unerlässlich, den Wertbeitrag des Stammdatenmanagements deutlich herauszuarbeiten. Anhand von Beispielen muss belegt werden, was Stammdatenmanagement – monetär – bringt respektive welchen Schaden schlechtes Datenmanagement verursacht.

Datenqualität: Wie man das Thema im Unternehmen angeht

  • Datendubletten haben alle. Ihre Kosten lassen sich immer quantifizieren. Zudem kann man oftmals die Folgekosten der Dubletten ermitteln: beispielsweise zusätzlicher Aufwand bei der Suche des richtigen Kunden oder Kosten für die Bereinigung von doppelten Materialdaten.

  • Bei den Kosten, die durch fehlerhafte Stammdaten ausgelöst werden, denken viele primär an die unnötigen Mehraufwände in den Geschäftsprozessen. Zusätzlich muss man aber auch die Kosten für die Analyse und Bereinigung der Datenqualitätsdefekte betrachten.

  • Gute Beispiele helfen laut der Zetvisions AG aus Heidelberg dabei, das Thema Datenqualität greifbar zu machen. Das ist wichtig, um die erforderlichen Budgets vom Topmanagement zu bekommen und um den Kollegen die Bedeutung des Themas zu vermitteln.

Bildquelle: Getty Images/iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Business Intelligence / Big Data
news-23350 Mon, 08 Jul 2019 15:00:36 +0200 Willkommen im Hotel von morgen! http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/willkommen-im-hotel-von-morgen-23350/ Zum dritten Mal veröffentlichen Roland Berger, der Hotelverband Deutschland (IHA) und die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) die länderübergreifende Benchmark-Studie „Hotellerie 4.1“ zum Digitalisierungsstand in der Branche. Die Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung zum festen Bestandteil der Hotellerie ist. „Die Hotelmanager haben ein Gespür für die Tragweite der laufenden Entwicklungen ausgebildet und wissen, dass sie in nicht ins Hintertreffen geraten dürfen", fasst Studienautor Dr. Vladimir Preveden, Partner bei Roland Berger, die Ergebnisse zusammen.

Weitgehend unbestritten sehen die knapp 600 befragten Hoteliers aus Deutschland und Österreich die tiefgreifenden Auswirkungen (86 Prozent respektive 92 Prozent) und bewerten die Auswirkungen des Trends auf die Branche und den eigenen Betrieb als sehr wichtig oder wichtig.

„Eine Start-up-Mentalität und der damit verbundene offene und agile Zugang zum Thema Technologie halten Einzug in die Branche: Knapp jeder zweite Hotelier sieht sich bei der Umsetzung neuer digitaler Trends vorne mit dabei. Wer rastet, rostet in dem Fall nicht nur, sondern läuft Gefahr auf der Strecke zu bleiben", unterstreicht IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe und verweist auf zahlreiche verbandliche Informationsangebote, wie z.B. das kürzlich abgehaltene Innovation Summit im Rahmen des IHA-Hotelkongresses in Böblingen.

Bedarf an Know-how steigt rasant

Voraussetzung dafür ist für Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der ÖHV, vor allem das Wissen um die Möglichkeiten und deren Einsatz im Betrieb. Dabei geht es vor allem um einfache operative Anwendbarkeit der Lösungen. Das spiegelt sich in den Ergebnissen der Befragung wider: Um auf dem Feld noch fitter zu werden, benötigen die Unternehmen mehr digitalen Support von außen und gleichzeitig mehr Know-how im Betrieb

Gratzer verweist daher auf die Weiterbildungs- und Partnerprogramme beider Vereine. Gefordert in dem Zusammenhang seien eine zeitgemäße Ausbildung für die Fachkräfte von morgen. Die Schulen müssten dem Nachwuchs die Tools von morgen mit Lerninhalten beibringen, die laufend evaluiert und mit Inputs aus der Praxis angereichert werden", so die Interessenvertreter unisono.

Potenziale und Risiken klar identifiziert

Als Topchancen sehen laut Studie die Betriebe nach wie vor, neue Gäste zu gewinnen und die Auslastung zu steigern. Als interessanter bewertet Preveden die Nennungen hinter den Spitzenplätzen: mehr Effizienz, maßgeschneiderte Lösungen oder Entlastung der Mitarbeiter.

Gleichzeitig würden die Herausforderungen bewusster wahrgenommen. Mit den neuen Möglichkeiten steigen der Wettbewerbsdruck, Komplexität und Anforderungen an die Datensicherheit. Luft nach oben ortet der Experte noch mit Blick auf die Customer Journey. Während der Gast an einigen Touchpoints, wie der Buchung oder Hotelsuche, bereits digital gut abgeholt wird, sieht Preveden speziell noch während des Aufenthaltes und bei der Buchung von Zusatzangeboten Potential.

Mitarbeiterkommunikation und App-basiertes Lernen

„Online buchbare Zimmer, eine responsive Website und die aktive Betreuung von Facebook und Instagram sind schon lange nicht mehr Kür, sondern Pflicht", führt Gratzer weiter aus. Wenig Durchdringung attestiert die Studie momentan noch Chatbots und Sprachassistenten wie Siri, Alexa und Co., was sich in den nächsten Jahren deutlich ändern wird, ist Gratzer überzeugt: „Die Zukunft gehört der der automatisierten Kommunikation und der Sprachsteuerung, sofern sie die ihr immanenten und für ein Hotelzimmer besonderen Datenschutzprobleme in den Griff bekommt. Das wird sich bei der nächsten Neuauflage der Studie zeigen."

Auch hinter den Kulissen hält die Digitalisierung immer mehr Einzug. „Suchmaschinenoptimierung und Revenue Management sind aus dem Hotelalltag nicht mehr wegzudenken, aber auch die Mitarbeiterkommunikation wird immer digitaler", zeigt Luthe auf. Laut Studie möchten die Betriebe intern vor allem in Lösungen zur mobilen Weiterbildung und Tools für Teamkommunikation in den nächsten Jahren investieren.

Bild: Gettyimages/iStock

]]>
IT-Mittelstand Organisation Studien
news-23346 Mon, 08 Jul 2019 11:11:20 +0200 Qualitätsmerkmal SSL-Verschlüsselung http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/qualitaetsmerkmal-ssl-verschluesselung-23346/ In der Schweiz scheint die IT-Sicherheit in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) noch ausbaufähig zu sein: Ein Großteil aller KMUs verzichtet auf SSL-Verschlüsselung. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf Informationen der Swisscom-Tochter Localsearch aufmerksam. Für eine Studie wertete das Telekommunikationsunternehmen mehr als 18.000 Schweizer KMU-Websites aus. Dabei zeigte sich: 41 Prozent der KMU-Webseiten verzichteten auf ein SSL-Zertifikat. Der Sicherheitsanbieter warnt, dies habe zur Folge, dass weder die Identität der Webseite authentifiziert, noch dass Daten verschlüsselt an Server übermittelt würden. Daraus ergebe sich wiederum ein Sicherheitsrisiko, das auch vom Suchmaschinenriesen Google als überdurchschnittlich relevant eingestuft werde. In Deutschland zeige sich da übrigens ein ganz anderes Bild: Laut einer aktuellen Studie zur IT-Sicherheit in kleinen und mittleren Unternehmen des BSI zeigt sich, dass mehr als 86 Prozent der Unternehmen ihre Netzwerkverbindungen durch die Verwendung von VPN und Webverbindungen durch den Einsatz von SSL insgesamt gut schützen.

Warum sich HTTPS lohnt

Bereits seit geraumer Zeit müssen Webseiten ohne SSL-Zertifikat mit einem schlechteren Suchmaschinenranking rechnen: Bereits 2014 beschloss Google das Thema Sicherheit zum Ranking-Faktor zu machen. Das bedeutet für Webseitenbetreiber: Wer auf die Umstellung auf HTTPS verzichtet, nimmt in Kauf, dass gleichwertige, aber verschlüsselte Webseiten, besser ranken als die eigene Seite – und das kann durchaus die Website des unmittelbaren Konkurrenten sein.

Bei der Umstellung der Webseite auf HTTPS gehe es laut PSW jedoch nicht nur um optimierte Ranking-Positionen in Suchmaschinen. Zwar unterstütze eine SSL-Verschlüsselung die Suchmaschinenoptimierung und mache fünf Prozent der Sichtbarkeit einer Website aus – Unternehmen, die ihre Website verschlüsseln, erlangten vor allem aber Rechtssicherheit. Denn das TMG und die DSGVO verlangen das Schützen sensibler Daten auf dem aktuellen Stand der Technik – und dies lasse sich mit einem SSL-Zertifikat erreichen. Insgesamt kommt der IT-Security-Anbieter zu dem Schluss, dass aus technischer Sicht SSL-Zertifikate die Sicherheit von Websites optimieren, da nur so unbefugte Dritte die Daten von Website-Besuchern weder mitlesen noch abhören oder manipulieren können.

Bildquelle: Gettyimages / iStock

]]>
IT-Mittelstand Startseite it-zoom Sicherheit