Von der Idee zum erfolgreichen Startup

5 Handbücher für Gründer

Mit einer kleinen Bibliothek aus nur fünf Büchern kann jeder zum Gründer werden.

Auch wenn erfolgreiche Startups aus dem Silicon Valley immer so locker-flockig wirken: Das Gründen eines Unternehmens ist eine anstrengende Sache. Es erfordert eine enorme Menge an Energie, aber auch ein großes Hintergrundwissen über Geschäftsmodelle, Marketing, Projektleitung, Management und Finanzen.

Informationen für Gründer werden inzwischen sogar an zahlreichen Universitäten vermittelt, finden sich aber auch in zahlreichen Fachbüchern. Ihre Grundaussage: Entscheidend bei der Gründung eines Unternehmens ist eine systematische Vorgehensweise, die grobe Fehler vermeidet. Was im Silicon Valley immer so einfach aussieht, ist meist eher die nachträgliche Legende vom blitzartigen Aufstieg.

Leider gibt es keinen supereinfachen Chuck-Norris-Kick, der praktisch jedes Startup über Nacht zum Unicorn macht. Aber es gibt eine empfehlenswerte Gründerbibliothek, die aus lediglich fünf Büchern besteht und alle wichtigen Aspekte der Unternehmensgründung abdeckt.

Die vorgestellten Bücher verallgemeinern die Vorgehensweise beim Aufbau von Startups, die in den letzten Jahren im Silicon Valley, aber nicht nur dort entwickelt worden ist. Besonders wichtig dabei ist die Übertragung in die Besonderheiten der deutschen Unternehmens- und Gründungslandschaft, die sich nur in Grenzen mit der Situation in den USA vergleichen lässt.

Geschäftsideen finden, formulieren und umsetzen

Eines der wichtigsten deutschen Grundlagenwerke für Digitalunternehmen ist „E-Entrepreneurship. Grundlagen der Unternehmensgründung in der Digitalen Wirtschaft“ von Tobias Kollmann. Der Autor ist BWL-Professor an der Uni Duisburg-Essen und spezialisiert auf alle Themen rund um digitale Gründungen.

Das Buch ist als klassisches Lehrbuch strukturiert und befasst sich mit allen Phasen der Unternehmensgründung und Finanzierung von Ihrem Unternehmen in der Digitalwirtschaft. Es lässt sich ebenso wie das Handbuch für Startups als Anleitung zum selber gründen lesen. In einem ersten großen Abschnitt werden die Grundlagen der Unternehmensgründung erklärt, insbesondere auf der Basis von digitalen Geschäftsprozessen.

Ein besonders wichtiger Abschnitt sind die Kapitel zur Ideenfindung und Ideen Formulierung. Hier werden strukturierte Methoden erläutert, mit denen Gründerteams Geschäftsmodelle entdecken und definieren können. Anschließend geht es dann an die Umsetzung der Geschäftsidee. In diesem Abschnitt geht es um Themen wie Unternehmenssteuerung bei Startups, Projektmanagement, Controlling und Markteintrittsstrategien.

Das Buch bleibt allerdings nicht bei der Gründung stehen, sondern unterstützt Gründerteams auch in der schwierigen ersten Phase nach der Gründung, wenn neue Kunden gewonnen und das Produkt verbessert werden soll. Auch das Thema Krise kommt vor, denn vollständig problemlos verläuft eigentlich keine Unternehmensgründung.

Kürzlich ist die 6. Auflage des Buches erschienen, die erneut überarbeitet und um aktuelle Entwicklungen wie Lean Startup oder Shareconomy ergänzt wurde. Ein besonders praktisches Hilfsmittel der Neuauflage ist der E-Business-Model-Generator. Dahinter bewirkt sich ein Rahmen für den schrittweisen und strukturierten Aufbau von neuen Geschäftsmodellen.

Vom Silicon Valley lernen heißt gründen lernen

Startups sind anders als herkömmliche Unternehmen und Silicon Valley Startups sind noch einmal etwas ganz, ganz anderes. Wer viele der ungewöhnlich erfolgreichen Methoden und Tricks der Startups aus der Bay Area nachlesen möchte, sollte unbedingt zu dem „Handbuch für Startups“ von Steve Blank und Bob Dorf greifen.

Das umfangreiche Nachschlagewerk basiert auf dem Lean-Startup-Ansatz von Eric Ries, der Methode der Business Modell Generation von Alexander Osterwald und dem Customer-Development-Ansatz von Steve Blank. Schritt für Schritt führt es seine Leser durch den Aufbau eines Startups.

Die praxisorientierten Erklärungen des Buches helfen bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells, der Suche nach den ersten Kunden und der Ermittlung von Kundenwünschen. Im Vordergrund steht die iterative Verbesserungen des Produktes oder Services und die Anpassung des Geschäftsmodells an die Kundenreaktionen.

Im Unterschied zum Buch von Tobias Kollmann wird hier lediglich ein ganz bestimmter Weg zu einem Unternehmen erläutert. Doch bei Startups im englischsprachigen Raum ist die in diesem Buch geschilderte Vorgehensweise allerdings zum Mainstream geworden. Grundsätzlich gelten die Aussagen auch für Deutschland, doch das Buch berücksichtigt nur in Grenzen die Besonderheiten des hiesigen Marktes.

Geschäftsideen und Geschäftsmodelle entwickeln

Zündende Geschäftsideen kommen nicht von allein. Es gibt zahlreiche strukturierte Verfahren, mit denen aussichtsreiche Ideen für neue Geschäftsfelder planmäßig erzeugt werden können. Das Handbuch „Die Entwicklung von Geschäftsideen“ von Tom H. Lautenbacher bietet Hilfen und Werkzeuge für das systematische erzeugen und Bewerten von Geschäftsideen.

Doch eine Idee alleine reicht nicht, der nächste Schritt ist die Konstruktion eines funktionierenden Geschäftsmodells. Zahlreiche Anleitungen hierfür finden sich in „Business Model Generation“ von Alexander Osterwalder, dem Standardhandbuch für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Es schildert den Einsatz des berühmten Business Model Canvas, mit dem Startups Geschäftsmodelle visualisieren und genau definieren können.

Allerdings: Es gibt nicht beliebig viele Geschäftsmodelle, nach Ansicht von Professor Dr. Oliver Gassmann von der Universität St. Gallen sind es nicht einmal fünf Dutzend. In seinem Buch „Geschäftsmodelle entwickeln. 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator“ stellen er und einige Co-Autoren die gängigen Geschäftsmodelle praxisorientiert vor. Der Business Model Navigator hilft beim Finden und Anpassen von geeigneten Geschäftsmodellen.

Bildquelle: Thinkstock

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