Mobiles Arbeiten

Business-Apps erobern die Unternehmen

Drei Viertel der Unternehmen nutzen Apps für interne Zwecke, mehr als die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet inzwischen vorwiegend mobil.

In diesen Tagen wird das iPhone zehn Jahre alt und das Konzept der mobilen Apps wird neun - auf dem ersten iPhone gab es noch keinen Appstore. Und in der Anfangszeit konnte von sinnvollen Apps noch nicht die Rede sein, es gab viele Fun-Apps mit Wählscheibe, Wasserwaage oder digitalem Bier, das man durch Kippen des iPhones sogar „trinken“ konnte.

Die frühen Apps waren eher Gimmicks als sinnvolle Anwendungen. Doch bereits wenige Jahre darauf entstand ein System aus Business-Apps, das unter dem Namen Enterprise Mobility heute zum Standard in den IT-Organisationen gehört. Praktisch alle größeren Unternehmen setzen auf mobile Zugriffe zu ihren internen Systemen. Nach dem „Adobe Enterprise Mobile Apps Survey“ nutzen etwa 75 Prozent aller Unternehmen spezielle Business-Apps für ihre täglichen Aufgaben. Auch die Softwareanbieter setzen auf Mobility.

So gibt es sogar für die als funktionsreich, aber umständlich verschrienen SAP-Anwendungen mit Fiori ein gutes Konzept für Enterprise Mobility. Es verdient einen genaueren Blick, denn es hat sich vom herkömmlichen App-Modell weitgehend verabschiedet. Eine typische Business-App ist eine Art Miniversion einer Geschäftsanwendung. Häufig ist das eine sogenannten native App, die speziell für ein bestimmtes Mobilbetriebssystem kompiliert worden ist und meistens recht stark an eine klassische Windows-Anwendung erinnert, nur mit an Display und Rechenleistung angepassten Funktionsumfang.

SAP dagegen propagiert ein auf HTML5-Anwendungen basierendes Mobility-Konzept, bei dem die „Absichten“ der Nutzer entscheidend sind. Hinter dem etwas sperrigen Begriff der absichtsbasierten Navigation verbirgt sich eine starke Individualisierung der Benutzeroberfläche anhand der Rollen und Funktionen eines Nutzers. Wer also im Außendienst arbeitet, hat keine besondere Außendienst-App mehr, sondern muss bloß noch Kacheln antippen, die bestimmte Aufgaben erledigen etwa die Eingabe eines neuen Kundendatensatzes, die Erfassung einer Bestellung oder die Abrechnung der Dienstreise.

Apps machen die Mitarbeiter zufrieden

Diese Aufschlüsselung von Apps nach wichtigen Aufgaben ist für Mitarbeiter in Unternehmen von Vorteil. Sie sehen auf den Oberflächen nur diejenigen Funktionen, die tatsächlich von Ihnen erfüllt werden müssen. Der Vorteil: der Überblick fällt leichter, die Bedienung ist einfacher.

Dementsprechend ist das mobile Arbeiten im Aufwärtstrend. Gaben bei einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) im Jahr 2016 etwa die Hälfte der befragten Mitarbeiter an, vorwiegend mobil zu arbeiten, so taten dies ein Jahr später bei der Nachfolgestudie bereits sechs von zehn Mitarbeitern. Die stationäre Arbeit an Desktopcomputern ist auf dem Zug.

Dabei gibt es drei Arten von mobilen Arbeitern, je nach der Nutzung von Mobilgeräten. Etwa sechs Prozent der Mitarbeiter arbeiten ausschließlich extern mit ihr Mobilgeräten und zehn Prozent ausschließlich intern mit mobilen Geräten an wechselnden Arbeitsplätzen. Diese beiden Arbeitsformen stehen aber nur für eine Minderheit, fast 45 Prozent arbeiten sowohl innerhalb als auch außerhalb des Betriebs mit mobilen Geräten.

Dabei zeigt sich, dass die Zufriedenheit mit der mobilen Arbeit sehr hoch ist. Besonders hohe Zufriedenheitswerte erreichen Fragen nach der Arbeitszeit, der Arbeitsumgebung und der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Doch auch die Arbeitsergebnisse leiden nicht. Mehr als 80 Prozent der befragten Mitarbeiter finden, dass durch mobiles Arbeiten gute bis sehr gute Arbeitsergebnisse möglich sind.

Bildquelle: Thinkstock

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