„Konvergenz ist das Schlüsselwort“

Consumer- und Profi-Headsets wachsen zusammen

Im Interview betont Bjoern Ekner, Senior Director Global Product Marketing bei Jabra, dass Consumer-Headsets und professionelle Audiolösungen in Zukunft stärker zusammenwachsen werden.

Bjoern Ekner, Jabra

„Mit einohrigen Modellen nehmen Nutzer wahr, was im Raum um sie herum passiert“, erklärt Bjoern Ekner von Jabra.

Herr Ekner, wie haben sich Headsets über die letzten Jahre generell entwickelt? Ist ein Trend erkennbar?
Bjoern Ekner:
Durch die zunehmende Nutzung von Smart- und Softphones sowie UC-Anwendungen wie Skype for Business beobachten wir einen klaren Trend hin zu mobilen Lösungen. Nutzer erwarten von modernen Audiolösungen, dass diese sie noch umfassender als bisher unterstützen – im Beruf und in der Freizeit.

Was wurde vonseiten der Anwender zuletzt häufig an entsprechenden Produkten bemängelt? Wo gab/gibt es Verbesserungsbedarf bei Headsets?
Ekner:
Der Hauptkritikpunkt ist, dass die Produkte zunehmend multiuse-fähig sein müssen, sprich mit verschiedenen mobilen Endgeräten gleichzeitig nutzbar sein sollten. Nutzer wollen nicht zwischen zwei Headsets wechseln müssen – sie erwarten mehr von Seiten der Technologie.

Was ist den Nutzern anno 2016 bei Headsets besonders wichtig?
Ekner:
Je nach Beruf der Nutzer variieren ihre Bedürfnisse sehr stark. Sind sie etwa in der professionellen Kommunikation wie dem Contact-Center-Bereich tätig, werden schnurlose Dect-Lösungen auch 2016 von großer Bedeutung sein. Im allgemeinen Bürobereich sind Technologien wie aktive Geräuschunterdrückung (ANC) entscheidend, denn sie lassen Mitarbeiter konzentrierter arbeiten und bieten eine gute Musik- und Multimedia-Erfahrung. Hier ist die Möglichkeit, unterschiedliche Endgeräte einzubinden, ebenso wichtig wie der Designaspekt.

Welche Präferenz haben Business-Anwender bezüglich der „Bauform“ (Overhead, In-Ear, mit nur einer Ohrmuschel, beidseitige Ohrmuschel, kabelgebunden, kabellos...) eines Headsets? Inwiefern ist dies branchen-/berufsfeldabhängig?
Ekner:
Auch hier ist der Job entscheidend: Wenn Nutzer berufsbedingt tagtäglich viele Anrufe führen, ist ein Mono- und Duo-Headset mit Überkopfbügel und Dect-Technologie die erste Wahl. In anderen Arbeitsumgebungen sind oftmals Duo-Headsets beliebter, weil Mitarbeiter sich besser auf ihre Aufgaben konzentrieren können.

Wo liegen insbesondere die Vor- und Nachteile von einseitigen Headsets?
Ekner:
Mit einohrigen Modellen nehmen Nutzer wahr, was im Raum um sie herum passiert. Das kann in den meisten Arbeitsumgebungen von großer Bedeutung sein. Der Nachteil ist natürlich, dass Mitarbeiter so auch störenden Hintergrundgeräuschen ausgesetzt sind.

Welche Tests müssen Headsets grundsätzlich bestehen, ehe sie in die Produktion gehen können?
Ekner:
Wir führen konsequent Tests in eigenen Akustiklaboren durch, unterziehen alle Produkte strengen Qualitätskontrollen und prüfen sie auf Compliance. Dazu gehören unterschiedliche Produktqualitätstests sowie Audiotests für haltbare und zertifizierte Lösungen.

Welche zukünftigen Entwicklungen sind im Bereich „Headsets“ denkbar?
Ekner:
Konvergenz ist hier das Schlüsselwort. Wir glauben, dass Consumer-Headsets und professionelle Audiolösungen stärker zusammenwachsen werden. Neue Headsets werden auf den Markt kommen, die nicht mehr dafür konzipiert sind, ob Endverbraucher sie in ihrer Freizeit oder ob Mitarbeiter sie professionell im Unternehmen nutzen. Diese Modelle stellen den Klang in den Mittelpunkt und unterstützen Nutzer bestmöglich, damit diese in jeder Situation ihr Bestes geben können.

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