Blitzmerker

Das Ende des Staus im Blick

Was gibt es nervtötenderes als einen Stau? Um diese Zeitver-schwendung zu vermeiden, bietet das französische Unternehmen Coyote eine App an, mit der sich Autofahrer in einer Community in Echtzeit über Blitzer, Staus, Unfälle und Hindernisse informieren können. Europaweit nutzen bereits über 2,2 Millionen Autofahrer die Möglichkeit, sich zu vernetzen. Vincent Peña, Vicepresident Business Development bei Coyote, erläutert das Prinzip.

Vincent Peña, Vicepresident Business Development bei Coyote

Herr Peña, bei Coyote werden neben Verkehrsstörungen auch die Standorte von mobilen und festen Blitzern kommuniziert. Ist das in Deutschland legal?
Vincent Peña:
Ja. Die App iCoyote zeichnet sich dadurch aus, dass sich eine Community von Autofahrern gegenseitig vor potentiellen Gefahrenstellen auf der Straße warnt. Das kann ein Unfall oder ein Stauende sein, aber auch ein riskanter Straßenabschnitt, in dem ein Blitzer aufgestellt wurde. Laut Straßenverkehrsordnung verboten sind lediglich die physischen Geräte, die auf das Armaturenbrett montiert werden und Radarkontrollen erkennen oder stören. Eine App auf Basis von Community-Informationen fällt nicht unter diese Regelung.

Welche weiteren Möglichkeiten bietet die App?
Peña:
Innerhalb der App können neben Blitzern sieben verschiedene Verkehrsstörungen gemeldet werden, denen Autofahrer in Deutschland erfahrungsgemäß am häufigsten begegnen: Staus, Unfälle, Fahrbahnverengungen, Hindernisse auf der Fahrbahn und stehende Fahrzeuge fallen ebenso darunter wie gefährliche Wetterbedingungen. Die Angaben der Community sind dabei wesentlich aktueller als beispielweise Radioansagen oder sogenannte „Floating Car Data“, die automatisch errechnet werden. Darüber hinaus wissen die Nutzer jederzeit, wie aktuell die Informationen sind, die sie erhalten: Sie können nämlich sehen, wie viele andere „Scouts“ in ihrem Umfeld unterwegs sind und wie vertrauenswürdig deren Angaben sind.

Die App ist in den deutschen Appstores momentan kostenlos. Womit verdient Coyote in Deutschland heute und in Zukunft sein Geld?
Peña:
Unser Geschäftsmodell umfasst drei Produktsäulen: Apps, Hardware und OEM-Lösungen für Automobilhersteller. Die Basis für alle drei Säulen ist unsere Community: Je mehr Mitglieder auf den Straßen unterwegs sind, desto aktueller und präziser werden die Verkehrsinformationen. Die App wurde seit dem Launch im Dezember 2012 eine halbe Million Mal heruntergeladen. Wir sehen also einen großen Bedarf in Deutschland, dem wir nach und nach mit verschiedenen Produktangeboten begegnen möchten.

In anderen Ländern, beispielsweise Frankreich, verkauft Coyote auch Hardware, ähnlich herkömmlichen Navigationsgeräten – bald auch in Deutschland?
Peña:
Wir führen derzeit Marktanalysen durch und sind mit vielen Partnern im Gespräch, um die nächsten Schritte diesbezüglich zu definieren.

Coyote ist bereits in einigen französischen Fahrzeugmodellen enthalten. Wann wird sich der Service auch in deutschen Autos wiederfinden?
Peña:
Wir sind mit mehreren Automobilherstellern im Gespräch und stoßen auf großes Interesse. Die Integration eines communitybasierten Verkehrsmeldesystems liegt im „Connected Car“-Trend. Wir werden die ersten Kooperationen für den deutschen Markt zeitnah kommunizieren können.

In anderen Ländern kooperiert Coyote mit Ministerien und Polizei. Wie sehen diese Kooperationen aus?
Peña:
Wir arbeiten mit französischen Behörden zusammen, um Risikogebiete im Straßennetz zu identifizieren. In Italien und Belgien hat Coyote mit Polizei und Transportministerium eine Notfallschnittstelle entwickelt, die es den Behörden ermöglicht, GPS-basierte Nachrichten an alle Mitglieder unserer Gemeinschaft zu senden. Eine ähnliche Kooperation streben wir auch in Deutschland an.

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