Apps & Co.

Die Tarnkappe überziehen

Hilfe, unser gesamtes digitales Leben wird überwacht, gespeichert und per Data Mining auf statistische Anomalien hin überprüft. Ist das noch ein Skandal? Oder ist Prism & Co. die Folge eines quantenphysikalischen Phasenübergangs in ein ziemlich übles Paralleluniversum, einem Meshup aus Franz Kafka und Philip K. Dick? Und wo bleibt Käpt’n Kirk, der uns hier wieder raushaut?

Zur Überbrückung der Wartezeit ein paar wichtige Handreichungen:

Die erste und wichtigste Reaktion: Nutzen Sie Open-Source-Software (OSS). Hier ist die Wahrscheinlichkeit einer von den Diensten dieser Welt eingebauten Hintertür geringer als in kommerzieller, hochgeheimer Closed-Source-Software. OSS wie zum Beispiel der Browser Firefox wird von zahlreichen Einzelentwicklern unterstützt, die sich dem OSS-Gedanken verpflichtet fühlen. Zwar können weder Sicherheitslücken noch bewusst eingefügte “Trojanerfunktionen” grundsätzlich ausgeschlossen werden, doch sie sind zumindest aufzudecken.

Benutzen Sie eine Suchmaschine oder -seite, die sich Datensparsamkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Wer auf die Qualität der Google-Suche nicht verzichten kann oder will, sollte einen Blick auf Startpage.com werfen: Hier werden Suchanfragen anonymisiert und “untrackable” an Google weitergereicht.

Weitere Alternativen zu populären Services und Anwendungen finden Sie hier.

Nutzen Sie Browser-Addons wie Ghostery, um die üblichen Tracking-Funktionen zu sperren - je weniger Daten Sie hinterlassen, desto besser. Zusätzlich sollten Sie den Browser so einstellen, dass Cookies bei jedem Beenden des Programms vollständig gelöscht werden.

Nutzen Sie TOR, um sich (relativ) anonym im Web bewegen zu können. Am einfachsten ist der Einsatz des sich automatisch installierenden “Tor Browser Bundle for Windows”. Wer hinter einer Corporate Firwall sitzt oder mit dem Browser-Bundle auf Probleme stößt, muss sich etwas genauer informieren und die sehr lange Liste mit unterschiedlichen Konfigurationen für den Download durcharbeiten, um das richtige Paket zu finden - Anonymisierung ist kein Spaziergang.

Und nun direkt die Hiobsnachricht: Leider ist TOR unglaublich langsam und längst nicht so sicher wie viele Leute meinen - es eignet sich im Grunde nur für einen gelegentlichen Einsatz. Wer dauerhaft und mit ausreichender Geschwindigkeit anonym im Netz unterwegs sein will, kommt um den Einsatz eines kommerziellen VPN-Services nicht herum.

Bei einem Virtual Private Network (VPN) wird zunächst eine verschlüsselte Verbindung zu einem VPN-Server aufgebaut. Erst dieser Server leitet die Daten an den Bestimmungsort weiter. Damit können IP-Adresse und Standort verschleiert werden. Ein VPN-Anbieter von vielen ist Boleh VPN in Malaysia. Das Unternehmen gibt an, keine Daten von den Kunden aufzuzeichnen und verlangt 85 US-$ pro Jahr. Listen mit weiteren Anbietern gibt es hier und hier.

Bildquelle: Nyobe / sxc.hu

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