Handhelds und Datenbrillen

Digitalisierung in der Lagerlogistik

Im Interview erklärt Mario Gladbach, Channel Sales Manager DACH bei Honeywell, dass Handhelds stets an die jeweilige Arbeitsumgebung angepasst sein müssen. In Lagerhallen herrsche zumeist eine recht raue Umgebung, daher sollten auch die Geräte robust und stabil sein.

Mario Gladbach, Honeywell

„Der Mensch wird nach wie vor eine bedeutende Rolle spielen, da es immer gewisse Bereiche gibt, in denen der gesunde Menschenverstand der Maschine überlegen ist“, betont Mario Gladbach, Channel Sales Manager DACH bei Honeywell.

Herr Gladbach, welchen Einfluss übt die zunehmende Digitalisierung auf die Lagerlogistik aus?
Mario Gladbach:
Wie bei allen anderen Branchen hat die Digitalisierung auch auf die Lagerlogistik enorme Auswirkungen – sowohl positive als auch herausfordernde. Mit der Digitalisierung entstehen völlig neue Geschäftsmodelle und somit auch Chancen, nicht nur durch die hohen Zuwachsraten im E-Commerce. Logistiker müssen sich darauf einstellen, noch schneller und noch flexibler zu werden. Durch die Digitalisierung entstehen natürlich auch neue Anforderungen an eine durchgängig digitale Lieferkette von der Auslösung einer Bestellung bis hin zur Auslieferung beim Kunden. Mit mobilen Scan- und Drucklösungen werden Anwender dabei unterstützt, produktiver zu werden und gleichzeitig geringere Fehlerquoten zu erreichen. Die Digitalisierung hat der Branche letztendlich einen enormen Schub verlieren und bringt viele Vorteile mit sich.

Welche konkreten Möglichkeiten bringen die „mobilen Helfer“ mit sich?
Gladbach:
Die mobilen Helfer sorgen vor allem für mehr Effizienz und leichteres Arbeiten. Wir wollen mit unseren Geräten den Lagermitarbeitern helfen, ihre Arbeit schneller und besser zu machen. Die Möglichkeiten hier sind vielfältig: Unsere Geräte unterstützen die Arbeiter bei den operativen Aufgaben, leiten sie aber auch an und führen sie durch die Prozesse. Die Anweisungen, die das Gerät gibt, erleichtern dem Kommissionierer schlicht die Arbeit, was dazu führt, dass er sie effizienter ausführen kann.

Welche Kriterien sollten Rugged Devices wie etwa Handhelds und auch Datenbrillen im Lager erfüllen?
Gladbach:
Die Geräte müssen natürlich an die jeweilige Arbeitsumgebung angepasst sein. In Lagerhallen herrscht zumeist eine recht raue Umgebung, daher sollten auch die Geräte robust und stabil sein. Ein Kommissionierer muss natürlich auch im freien Arbeiten, z.B. wenn die Ware vom LKW geliefert wird. Daher ist es unabdingbar, dass die Devices wetterfest sind, also wasser- und schneeresistent nach IP67. In Kühllagern gilt es für die Geräte, die teilweise extremen Temperaturunterschiede auszuhalten. Um die Produktivität zudem stets hochzuhalten, sollten die Geräte natürlich ausfallsicher sein und über eine lange Akkulaufzeit verfügen.

Stichwort Datensicherheit: Wie wird dieses Problem angegangen?
Gladbach:
IT-Security ist für jede Branche wichtig, nicht nur für die Lagerlogistik. Hier sind natürlich die jeweiligen IT-Abteilungen gefragt, um das Firmennetzwerk dementsprechend abzusichern. Zudem bieten unsere Geräte die Funktion, den Zugang zum Internet bzw. speziellen Internetseiten zu blockieren, so dass hier keine Gefahr durch Viren droht.

Welche Rolle spielt „Industrie 4.0“ im Lager, sprich die automatische Kommunikation von Waren, Transportbehältern und Beförderungsmitteln?
Gladbach:
Natürlich wird das Thema in Zukunft eine große Rolle spielen, ganz klar. Die Vorstellung, dass der Transportbehälter mit dem Eingangstor kommuniziert, ist beileibe keine Utopie mehr, sondern die nahende Realität. Bei vielen Prozessen könnte eine Automatisierung von großem Vorteil sein, um noch schneller und effektiver zu arbeiten.

Welche Rolle kommt dem Menschen zu, wenn die Waren, Transportbehälter und Beförderungsmittel im Lager zukünftig nur noch selbst kommunizieren?
Gladbach:
Der Mensch wird nach wie vor eine bedeutende Rolle spielen, da es immer gewisse Bereiche gibt, in denen der gesunde Menschenverstand der Maschine überlegen ist. Vor allem kleine Lager müssen jedoch abwägen, ob sich so eine bedeutende Investition überhaupt lohnt. Es ist klar, dass die Automatisierung unaufhaltsam voranschreitet, letztendlich muss man aber von Fall zu Fall entscheiden. Es gibt auch hier Grenzen.

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