Wieder mal App-Boom

Download-Zahlen von Apps steigen und steigen

Smartphone-Besitzer laden immer mehr Apps herunter, die Downloads steigen um 22 Prozent - ein neuer Rekordwert.

Hand mit Smartphone, aus dem App-Symbole strömen

Apps sind nach wie vor beliebt, die Downloads sind auf Rekordhöhe

Das nennt man einen Boom: Im ersten Quartal des Jahres 2018 sind die App-Downloads weltweit um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, wie eine Statistik der Marktforscher von App Annie ergab. Die Statistik zum Quartal davor ergab dagegen „magere“ acht Prozent Wachstum. Dabei verfestigt sich ein klarer Trend, der bereits seit Jahren erkennbar ist: Aus dem Google Play Store werden deutlich mehr Apps heruntergeladen als aus dem App Store von Apple, doch das Unternehmen aus Cupertino spielt mit Apps deutlich mehr Umsatz ein als Google.

Warum der Boom? Zumindest bei iOS könnte einer der Gründe die Überarbeitung des Store-Designs sein. Apple setzt seit einiger Zeit verstärkt auf redaktionell gepflegte Inhalte. Davor waren die automatisch generierten Toplisten die einzige Möglichkeit, sich über bestimmte App-Genres zu informieren. Sie entstehen anhand von Download- und Verkaufszahlen, haben also eine Tendenz zur Verstärkung ohnehin bestehender Trends. Eine redaktionelle Auswahl dagegen ist subjektiv, sie ermöglicht Entdeckungen, die auf den Toplisten nicht zu finden sind.

So ist für die Entwickler von Apps die Erwähnung auf einer Seite mit einer redaktionellen Auswahl echtes Geld wert: In der Woche danach steigen die Downloadzahlen um bis zu 800 Prozent. Der Haken dabei: Die redaktionellen Empfehlungen berücksichtigen nach Ansicht von Kritikern aus der Entwickler-Community zu sehr die üblichen Verdächtigen, also die großen Firmen wie Electronic Arts, Square Enix, Gameloft, Zynga oder Disney.

Die Umsätze mit Apps steigen ungebremst

Eine weitere Zahl zeigt, dass vor allem iPhone-Nutzer durchaus bereit sind, Geld in Apps und Spiele zu investieren. So haben die App Store-Experten von Sensortower ermittelt, dass die iPhone-Besitzer in den USA im letzten Jahr 23 Prozent mehr Geld für In-App-Käufe ausgegeben haben als im Jahr davor. Das sind durchschnittlich etwa 58 Dollar pro iPhone. Das meiste Geld fließt dabei in Games, die auch bei der installierten Basis vorne liegen. So finden sich auf einem iPhone im Durchschnitt 13 Spiele, aber nur zwölf Apps aus anderen Genres zusammen, etwa Foto und Video oder soziale Netzwerke .

Insgesamt haben die Nutzer im letzten Quartal 27,5 Milliarden Downloads produziert. Dabei hat Google Play die Nase vorn mit etwa 19 Milliarden Downloads. Doch welche Apps nun in großer Zahl heruntergeladen werden, ist immer wieder eine Überraschung. So war zum Beispiel die in Deutschland populärste Android-App im März 2018 die App der Burgerbrater von McDonalds. Sie ist ungefähr 1,75 Millionen Mal heruntergeladen worden. Mit knapp 1,1 Millionen Downloads folgt mit Abstand auf Platz zwei das populäre Spiel Sims Mobile.

Das Geheimnis dieses enormen Vorsprungs der Schnellrestaurantkette ist allerdings leicht aufgeklärt: Es gab eine neue Version der Android-App, mit einem deutlich erhöhten Funktionsumfang in Sachen Bestellung und Kundenbindung. Um die Download-Zahlen zu pushen, fügte McDonald‘s ganz einfach einige exklusive Gutscheine in die App ein. Darauf wollten wohl viele Leute nicht verzichten.

Bildquelle: Thinkstock

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