Smartphone-Sicherheit

Eingeschränkt tauglich: iOS und Android im Unternehmen

Mobilgeräte unter iOS und Android verbreiten sich im Business. Doch die beiden Systeme sind nur bedingt dafür geeignet. Die aktuellen Systemversionen bringen aber Fortschritte.

Smartphones verdrängen Handys in den Unternehmen

Sowohl iOS als auch Android haben in den aktuellen Versionen bei der Sicherheit im Unternehmenseinsatz stark aufgeholt. Beide Systeme bringen endlich eine Reihe von lange vermissten Funktionen für Anwender in Unternehmen. So gibt es jetzt zusätzliche Management- und Sicherheitsfunktionen, so dass die Unternehmens-IT mehr Übersicht über die mobilen Geräte erhält.

Neue Sicherheitsfunktionen

Das iPhone und das iPad haben hierbei auch weiterhin die Nase vorn. Dies liegt an der einheitlichen Architektur der iOS-Systeme. Das nach Hardware und Software ziemlich heterogene Android-Ökosystem hat hier eindeutig das Nachsehen. Immerhin: Die größten Funktionslücken für den Unternehmenseinsatz sind bei Android 4.0 endlich geschlossen, unter anderem hat es eine umfassende VPN-Anbindung und unterstützt grundlegende Funktionen von Exchange Active Sync.

Neu in iOS 5 ist zum Beispiel das Sperren der Möglichkeit, E-Mails weiterzuleiten oder aus Apps heraus zu senden. Zudem unterstützt das System nun die Verschlüsselung von Mails. Die Synchronisation von Apps mit iCloud oder iTunes kann gesperrt werden und remote installierte Apps können auch remote wieder gelöscht werden.

Einige weitere Funktionen dienen der Sicherheit und der Kostenkontrolle. So können der Zugriff iCloud sowie das Sprach- und Daten-Roaming bei der Nutzung im Ausland vollständig gesperrt werden. WLAN-Zugriff, Web-Proxies und Zertifikate können mit Hilfe von Regeln gesteuert werden.

Die neuen Sicherheitsfunktionen von Android 4.0 wirken dagegen nicht so spektakulär. Unter anderem erlaubt die neue Android-Version jetzt die vollständige Verschlüsselung aller Daten auf dem Gerät. Dies war zwar schon bei der Vorgängerversion 3.0 möglich, galt aber nur für Tablets. Außerdem kann die Datenübertragung von Hintergrund-Apps gesperrt werden und die vorinstallierten Apps sind selektiv ausschaltbar.

Mobile Device Management

Leider profitieren nur einige wenige (meist recht aktuelle) Android-Smartphones von der neuen Version. Die Hersteller bieten schlicht und einfach keine Updates an. Dieses Manko ist der Hauptgrund, warum sich Android bislang nicht so recht in Unternehmen durchsetzen konnte. Es ist kaum vorhersehbar, welche Updates und Patches von den Herstellern ausgeliefert werden und welche nicht.

Doch beide Systeme haben auch eine Gemeinsamkeit in Sachen Sicherheit: Mobile Device Management kann nur mithilfe von zusätzlicher Software verwirklicht werden, zu den entsprechenden Kosten. Zahlreiche Dritthersteller bieten MDM-Lösungen für iOS oder Android an. Zusätzlich gibt es noch einen speziellen MDM-Service von Google, der allerdings ein bezahltes Benutzerkonto bei Google Apps erfordert.

Wer eine solche Lösung einsetzt, hat im Prinzip die wichtigsten Sicherheitsfunktionen für den Unternehmenseinsatz zur Verfügung: Lokalisierung, Sperren, Fernlöschen und selektive Sperrung von bestimmten Apps oder Funktionen. Geräte unter Android 3.0/4.0 erlauben zusätzlich eine via Policy geforderte Pflichtverschlüsselung.

Android schließt also beim Business-Einsatz langsam zum iPhone auf. Doch Unternehmen sollten nur Android-4-Geräte einsetzen, wenn sie alle Vorteile der Android-Sicherheitsfunktionen haben wollen. Das ist ein großes Hindernis, wenn es um das Thema "Bring Your Own Device" geht. Hier hat das iPhone deutliche Vorteile, denn das neue iOS 5 läuft auch auf dem immer noch sehr verbreiteten iPhone 3GS.

Bildquelle: Harald Wanetschka / pixelio.de

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