In-Ear- vs. Overhead

Ergonomie bei Headphones gefragt

Im Interview erklärt Oliver Kinne, Marketing & Sales Director Mobile Communication bei LG, dass Overhead-Produkte in der Regel eine sehr gute Soundqualität haben, aber groß und auffällig sind, weshalb man diese außerhalb von Telefonaten im Businessumfeld meist abnehmen müsse.

Oliver Kinne, LG

„Ergonomie ist insbesondere im Businessbereich ein sehr wichtiges Thema“, betont Oliver Kinne, Marketing & Sales Director Mobile Communication bei LG.

Herr Kinne, auf welche Funktionen legen Nutzer von Business-Headphones/-Headsets besonders Wert?
Oliver Kinne:
Ein wichtigster Anreiz zur Nutzung von Headsets im Businessbereich ist sicherlich das Thema Multitasking. Dadurch, dass man telefonieren und dennoch beide Hände frei benutzen kann, kann man nebenbei noch effektiv andere Dinge erledigen. Hierbei spielt die Bluetooth-Funktion eines Headsets natürlich auch eine große Rolle.

Welche Rolle spielt für die Anwender generell die Ergonomie von Headphones/Headsets?
Kinne:
Ergonomie ist insbesondere im Businessbereich ein sehr wichtiges Thema. Das Gerät muss vor allem bequem sein, darf aber darüber hinaus nicht zu auffällig sein, was aber bei allen On-Ear-Kopfhörern/-Headsets der Fall ist. Gleichzeitig sollte es idealerweise immer schnell einsatzbereit sein. Nichts ist nerviger als ein Headset, das zu unbequem/auffällig ist, um es permanent zu tragen, weshalb man es immer weglegen und wieder anlegen muss. Genau diesen Vorteil bietet unsere Tone-Serie mit dem ungewöhnlichen „Over-the-neck“-Design. Damit ist das Headset immer einsatzbereit, ohne auffällig zu sein, und zwar in jeder Situation – ob geschäftlich oder auch privat. Es eignet sich z.B. auch für Sportaktivitäten.

Welche ergonomischen Vorteile bieten Headphones/Headsets konkret im Vergleich zum Telefonhörer?
Kinne:
Abgesehen davon, dass es ein deutlicher Nachteil ist, wenn man nicht beide Hände beim Telefonieren frei hat, ist vor allem bei längeren Telefon-Sessions das Wärmephänomen zu beobachten: Jeder, der den Telefonhörer lange am Ohr hat, kennt die Wärmeentwicklung bei der das Ohr warm oder schlimmstenfalls sogar heiß wird. Diesen Nachteil gibt es bei Headsets typischerweise nicht. Darüber hinaus muss man bei einem Anruf nicht erst in seiner Hosen- oder Jackentasche nach dem Handy suchen, sondern kann das Gespräch bequem und schnell annehmen.

Wie wird bei der Entwicklung von Headphones/Headsets die entsprechende Ergonomie berücksichtigt? Wie gehen die Hersteller vor? Woran orientieren sie sich?
Kinne:
Wir stellen gerne die bestehenden Trends und Designs in Frage, um anschließend mit neuen, innovativen und teilweise sogar revolutionären Technologien unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Das konnte man z.B. bei dem Rear-Key-Design beobachten, das wir beim G2 eingeführt haben und welches inzwischen eine hohe Wertschätzung bei unseren Kunden genießt. Es gibt inzwischen sogar Hersteller, die uns nachahmen. Im Zubehörbereich setzen wir auf die gleiche Strategie. Das ergonomische Design der Tone-Serie ist, ähnlich wie der Rear Key, momentan noch untypisch für den Headset-Markt. Wir sind von dem „Over-the-neck“-Konzept aber überzeugt. Es ist gleichzeitig schnell einsatzbereit, da es beim Nutzer immer um den Hals liegt. Gleichzeitig ist es stylisch und kann somit zu jedem Anlass getragen werden, ohne dass es störend auffällt.

Inwiefern fließen die Wünsche und Vorstellungen der Nutzer konkret in die Entwicklungen ein?
Kinne:
Wir hören den Kundenwünschen immer aufmerksam zu. So wurde bspw. angemerkt, dass die langen Kabel bei Nicht-Gebrauch irgendwo verstaut werden müssen, damit diese nicht herum baumeln. Daher haben wir für unsere Premium-Modelle ein System entwickelt, bei welchem die Kabel auf Knopfdruck einfach eingezogen werden können, so ähnlich wie beim Stromkabel in Staubsaugern.

Was gilt es anno 2015 im Vergleich zu den vorangegangen Jahren bei den Headphones/Headsets zu verbessern?
Kinne:
Wir arbeiten aktuell daran, unsere Geräte noch komfortabler und stylischer zu machen. Ziel ist es z.B., die Headsets noch kleiner und handlicher zu machen und diese noch mehr als ein Style-Element zu etablieren.

Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile von In-Ear- im Vergleich zu Overhead-Produkten?
Kinne:
Overhead-Produkte haben in der Regel eine sehr gute Soundqualität, sind aber groß und auffällig, weshalb man diese außerhalb von Telefonaten im Businessumfeld meist abnehmen muss. In-Ear ist dagegen sehr komfortabel und unauffällig. Bei Reisen können sie selbst in der Hosentasche getragen werden, was mit Overhead-Produkten nicht geht.

Welche Rolle spielt das Thema „Strahlung“ bei kabellosen Modellen?
Kinne:
Das Thema ist uns sehr wichtig. Es darf nicht dazu kommen, dass unsere Produkte in irgendeiner Art und Weise gesundheitsschädlich sind – ob kurz oder langfristig. Wir verfolgen aufmerksam die neusten Forschungsergebnisse und halten natürlich alle verordneten Strahlungsnormen ein. Die Produkte erfüllen alle sicherheitsrelevanten Auflagen und durchlaufen einen strengen Zertifizierungsprozess, bevor sie auf den Markt kommen. Das ist im Übrigen ein Vorteil gegenüber Billigprodukten von No-Name-Herstellern, wo das meist nicht gewährleistet ist.

Inwiefern tragen Headphones/Headsets zum sogenannten „Arbeitsplatz der Zukunft“ bei?
Kinne:
Der Workplace of the Future zeichnet sich u.a. durch die Themen Mobilität und Kompatibilität/Geräteunabhängigkeit aus. Neben der Möglichkeit für Multitasking, was die Headsets durch die Möglichkeit, freihändig zu telefonieren, schon jetzt bieten, wollen wir auch das Thema Effektivität und Effizienz angehen. Ein Ziel in dieser Hinsicht ist es z.B., das Smartphone mit dem Headset zu bedienen. Dazu zählen schon vorhandene Features wie z.B. Sprachbefehle, um sich beispielsweise eine E-Mail ansagen zu lassen, während man etwas anderes erledigt (Voice-to-Text), oder die Möglichkeit, sich Nachrichten – auch von Third-Party-Apps wie Whatsapp – vorlesen zu lassen.

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