Bureaucrazy

Flüchtlinge entwickeln Navigator für den Behördendschungel

Ein Team aus syrischen Entwicklern arbeitet bereits an der App, sucht aber noch weitere praktische und finanzielle Hilfe.

Praktisch jeder ist schon einmal an der Aufgabe verzweifelt, eines der Zillionen Formulare auszufüllen, die jeden Besucher einer Behörde zu ersticken drohen. Da ist ein Bürokratie-Navigator gefragt, der die größten Probleme vermeidet. Vor allem Flüchtlinge haben so ihre Schwierigkeiten mit den Formularen, die sie meist nur mühsam entziffern können. Für sie gibt es bald einen solches Hilfsmittel, es heißt passenderweise Bureaucrazy und wird eine Mobilapp.

Entwickelt wird sie von einem Team aus syrischen Entwicklern, die hier in Deutschland an der Berliner ReDi School for Digital Integration ausgebildet werden. Sie ist eine Nonprofit-Organisation, die technikaffinen Flüchtlingen das Programmieren beibringen will. Dies geschieht anhand von echten Projekten, in erster Linie um Webservices und Apps, die Flüchtlinge in Deutschland helfen sollen.

Die App soll den Flüchtlingen in Deutschland helfen, sich im deutschen Bürokratiedschungel zurechtzufinden. Sie erlaubt es Nutzern, die Formulare in ihrer Muttersprache auszufüllen und anschließend auf Deutsch auszudrucken. Zusätzlich soll es auch Hilfsinformationen geben etwa welche Dokumente zu welchem Zweck notwendig sind oder welche Probleme mit welchen Behörden gelöst werden können.

Die Idee zu diesem Dienst entstand vor kurzem auf einem Hackathon. Munzer Khattab, Ghaith Zamrik und weitere syrische Flüchtlinge haben damit ihre frustrierenden Erfahrungen mit der deutschen Bürokratie kreativ gewendet. Wichtigste Erkenntnis: "Es führt kein Weg an den Formularen vorbei", fasste der 23jährige Khattab seine Erfahrungen für den Guardian zusammen.

Seit März arbeiten die Entwickler an Bureaucrazy, eine Demo-Version für Android existiert bereits. Der offizielle Start der App ist für den Januar nächsten Jahres geplant. Dieser Termin kann aber nur gehalten werden, wenn sich weitere Entwickler für das Projekt interessieren und vor allen Dingen: Sponsoren und Spender sind gesucht.

Bildquelle: Thinkstock

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