Mobile Shopping-App für Kantenspezialist

Kundenservice ohne Ecken und Kanten

Um den Kundenservice zu verbessern, hat die Rudolf Ostermann GmbH, ein Spezialist für Möbelkanten, die Entwicklung und Umsetzung einer Shopping-App in Auftrag gegeben.

  • Über die Shopping-App können Handwerker nicht nur die passende Kante zu einer Paltte, sondern auch alle anderen Produkte aus dem Sortiment finden und bestellen.

Die Rudolf Ostermann GmbH ist dafür bekannt, ihren Kundenservice mit technischen Innovationen kontinuierlich zu verbessern. Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, hat der Spezialist für Möbelkanten die Entwicklung und Umsetzung einer Shopping-App in Auftrag gegeben.

Die 1947 gegründete Rudolf Ostermann GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Bocholt ist ein Großhandelsunternehmen für Schreinereibedarf. Mit knapp 300 Mitarbeitern, Niederlassungen in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien sowie Großbritannien und bis zu 3.000 Bestellungen täglich nimmt Ostermann eine europaweit führende Position im Versandhandel von Möbelkanten und Beschlägen ein. Der Kantenspezialist bietet ein breites Branchensortiment – von Werkzeugen und Maschinen über Designelemente wie Badausstattung und Schiebetürsysteme bis hin zu Einbau- und Montageartikeln sowie Arbeitsschutzprodukten. Damit Handwerker auch über ihr mobiles Endgerät Kanten sowie Fachartikel für den Möbel- und Innenausbau bestellen können, hat Ostermann die Nionex GmbH mit der Entwicklung und Umsetzung einer Shopping-App beauftragt.

„Wir sind in der Branche dafür bekannt, dass wir neue Technologien frühzeitig aufgreifen, um unseren Kundenservice zu verbessern“, sagt Gerd Terhardt, IT-Leiter der Rudolf Ostermann GmbH. „Darum wollten wir unseren Kunden eine Shopping-App anbieten – als Ergänzung zu unserem bestehenden Service- und Produktportfolio.“ Nachdem diese Entscheidung im Mai 2012 gefallen war, begab sich der Kantenspezialist auf die Suche nach einem geeigneten Dienstleister. Von den vier getesteten Anbietern kamen zwei in die engere Auswahl. Letztlich hat sich Ostermann für die Bertelsmann-Tochter entschieden. „Der Dienstleister hat uns ein überzeugendes Konzept präsentiert. Neben den Referenzprojekten überzeugten uns auch das Preis-Leistungs-Verhältnis und das Team selbst“, fasst Terhardt die Entscheidungsgründe zusammen.

Maßgeschneidertes Konzept

Während eines Workshops analysierte der Dienstleister den individuellen Bedarf des Anwenderunternehmens und erstellte auf dieser Grundlage ein maßgeschneidertes App-Konzept. Das Herzstück der App sollte eine Schnellsuche sein, über die Handwerker nicht nur die passende Kante zu einer Platte, sondern auch alle anderen Produkte aus dem Sortiment finden und bestellen können. Ein QR-Code-Scanner sollte es Anwendern ermöglichen, über einen mit der Kamera des Smartphones gescannten Code das entsprechende Produkt direkt im angebundenen Onlineshop zu ordern. Weitere Anforderungen bestanden darin, die verfügbaren Bilder von allen Produkten anschaulich zu verknüpfen und Informationen über Ostermann bereitzustellen. Und nicht zuletzt war es erforderlich, die App im Backend an SAP anzubinden. „Nach drei Monaten präsentierte uns der Anbieter einen ersten Entwurf“, erinnert sich IT-Leiter Terhardt. „Auf dieser Basis besprachen wir gemeinsam, welche Stellen noch verbessert werden können.“ Der Anbieter optimierte dann die Benutzerführung, passte die Produktbezeichnungen an, versah die Steuerung des Warenkorbs mit einer neuen Logik und nahm Änderungen an der Darstellung der Benutzerhistorie vor.

Über alle Kanäle hinweg

Technisch handelt es sich bei der Shopping-App um eine hybride App. Alle produktbezogenen Daten und Onlineshop-Funktionen liefert der Server zentral als HTML-Templates in das Backend der App aus. Damit ist nicht nur die Aktualität der Produktdaten jederzeit gewährleistet, sondern es besteht für Ostermann auch nicht die zeit- und kostenintensive Notwendigkeit, bei jedem Produktupdate ein neues Release in den App Store einzustellen. Die einzigen nativen Elemente sind die Startseite und die Log-in-Maske des Anmeldeformulars. Eine wichtige Funktionskomponente der App ist die Darstellung der Produktdaten, die aus dem Product-Information-Management-System (PIM) in das Backend der App importiert werden. Der Kantenspezialist nutzt das PIM-System für die zentrale Verwaltung und Pflege der Produktdaten und sorgt so für die korrekte Darstellung der Inhalte über alle Verkaufs- und Kommunikationskanäle hinweg.

Die Shopping-App läuft auf Smartphones und Tablets auf Basis von iOS und Android. Sie bietet alle Funktionen, über die auch der Onlineshop verfügt. Darüber hinaus unterstützt sie einige mobilgerätespezifische Features: Die Schnellsuche erlaubt Handwerkern den Zugriff auf eine Plattenverbundliste mit über 120.000 Zuordnungen zwischen Kante und Platte. „Wir führen Kanten für 65.000 Platten von verschiedenen Herstellern“, so Terhardt. Anwender können sich die Designs sämtlicher Platten auf ihrem Mobilgerät anschauen und diese auf der Baustelle direkt präsentieren und bestellen. Für vereinfachte Prozesse sorgt auch der integrierte QR-Code-Scanner. „Handwerker können sich eine bedarfsgerechte Liste mit den QR-Codes der am häufigsten benötigten Produkte anfordern und sich diese Liste per E-Mail zuschicken lassen“, beschreibt Terhardt. So sei es ihnen möglich, ihre Regale mit den ausgedruckten QR-Codes zu versehen und Produkte nachzubestellen, indem sie durch ihr Lager laufen und eine Bestandsaufnahme machen.

Ein weiterer Vorteil der Shopping-App ist laut Anwender ihre Geschwindigkeit. Für eine Beschleunigung des mobilen Bestellprozesses sorgt die automatische Synchronisierung der Stammdaten. „Unsere Kunden können Waren ordern, ohne dafür jedes Mal ihre Kundennummer, Lieferadresse oder Rechnungsdaten einzugeben“, erklärt Terhardt. „Es genügt, die Stammdaten beim Download der App einmalig zu hinterlegen.“ Alle personenbezogenen Daten sind im angebundenen SAP-System gespeichert und lassen sich in Echtzeit über die App abrufen. Auf Wunsch können sich Kunden sogar die Historie älterer Bestellungen ansehen, die sie über andere Kanäle getätigt haben. Natürlich sei auch für die Sicherheit der Kundendaten gesorgt. Die Shopping-App speichere den Benutzernamen und das Passwort nur, sofern Anwender dies wünschen.

Weitere Zusammenarbeit geplant


Zum Projekt gehörte auch ein Workshop, in dem ein Marketingkonzept erarbeitet wurde, um die spätere Distribution der App in den Stores marketingtechnisch begleiten zu können. Drei Wochen nach dem Launch der App Ende Dezember 2012 lagen die Download-Zahlen im dreistelligen Bereich. Einen weiteren Download-Boom löste die Vorstellung der mobilen Applikation auf einer Fachmesse im Februar 2013 aus. „Der Erfolg der App und das positive Feedback unserer Kunden bestärken uns nicht nur darin, technische Innovationen auch in Zukunft schnell einzuführen, sondern sie zeigen auch, dass die Anbieterwahl richtig war“, so Terhardt. Bislang sei die App auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch verfügbar. Weitere Sprachversionen werden bei Bedarf folgen. Der Dienstleister entwickelt die App kontinuierlich weiter und übernimmt auch den Support für Ostermann. Für die nächste Version soll eine Optimierung des QR-Code-Scanners geplant sein, sodass Anwender nach dem Scan eine vordefinierte Menge an Produkten in den Warenkorb legen können.


Rudolf Ostermann GmbH

Branche: Großhandel für Schreinereibedarf
Gründungsjahr: 1947
Hauptsitz: Bocholt, Deutschland
Niederlassungen: Belgien, Frankreich,
Großbritannien, Italien, Niederlande
Mitarbeiter: 290

www.ostermann.eu


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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