Fair, reparierbar und modular

Neue Ideen für Smartphones

Smartphones sind Einweggeräte: Schnell veraltet und leicht verletzlich landen sie oft nach kurzer Zeit im Müll. Einige Leute wollen das jetzt ändern.

Der Smartphone-Markt wächst immer noch und ist offensichtlich attraktiv genug, um auch Konzepte für Nischenprodukte anzuziehen. In den letzten Monaten gab es neben dem Start einiger Nischen-Betriebssysteme auch Versuche, alternative Smartphones zu etablieren.

Eine potentielle Nutzergruppe sind aktive, “smarte” Konsumenten, die sich Gedanken über die Herstellung und die Umweltfolgen ihres Konsums machen. Das Fairphone ist ein Androide und das erste Smartphone, das aus fair gehandelten Rohstoffen von fair bezahlten Arbeitern in China hergestellt werden soll

Vor kurzem wurde ein Prototyp vorgestellt. Das Gerät ist leicht zerlegbar und kann notfalls vom Anwender in Eigenarbeit repariert werden. Damit findet sich das Fairphone am anderen Ende der Skala bei Reparaturfreundlichkeit. Dessen eines, “unfaires” Ende wird von Apple-Geräten markiert, die sogar für einen Akkuwechsel eingeschickt werden müssen.

Das faire Smartphone selbst ist ein relativ durchschnittliches Gerät mit einem 4,3-Zoll-Display. Es arbeitet mit Android 4.2, soll aber von Hause aus auch alternative Betriebssysteme wie Firefox OS oder Ubuntu unterstützen. Auch der Preis weist nicht auf das Highend-Segment hin: 320 Euro.

Noch weiter als das Fairphone geht das Projekt Phonebloks des niederländische Designers Dave Hakkens. Er propagiert ein modulares Smartphone, in dem einzelne Komponenten wie CPU, Display und Speicher über so genannte “Bloks“ einfach ausgetauscht werden. Das Gerät soll auf diese Weise preiswert aufzurüsten oder zu reparieren sein.

Der Designer denkt dabei auch an die Möglichkeit eines Gebrauchtmarkts für einzelne Bloks, so dass zum Beispiel ein “schwächeres” Modul durchaus noch Abnehmer finden kann. Außerdem entfällt die Diversifizierung der Geräte, da ein Nutzer sich sein Wunschgerät aus den Komponenten zusammenstellen kann.

Das Konzept ist aber zur Zeit noch genau dies: Eine Idee ohne genaue Überlegungen zur Verwirklichung, sprich zur “Marktreife”. So ist zum Beispiel - neben der technischen Umsetzung - die Frage ungeklärt, ob die einzelnen Bloks in der Gesamtheit wirklich weniger Umweltressourcen verbrauchen als ein monolithisches Smartphone.

Die Hersteller sind aus Kostengründen ohnehin äußerst sparsam beim Materialeinsatz, zum Beispiel beim Gehäuse. Das weiß jeder, der mal einen “Fallversuch” mit einem Highend-Gerät gemacht hat. Noch weniger Gehäuse ist kaum möglich und ein Modulsystem mit den jeweils notwendigen Minigehäusen braucht vermutlich mehr Material.

Allerdings: Die Idee hat durchaus Anhänger, die das Konzept zur Zeit in einer recht breit gestreuten Diskussion durchdenken und auf der Crowdspeaking-Plattform Thunderclap unterstützen.

Bildquelle: Phonebloks

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