Jeden Schritt per QR-Code-Scan erfassen

Nichts zu beanstanden

Im Herbst 2012 hat die Sachverständigenorganisation Dekra Bremen ein Kfz-Logistikzentrum eines Leasinganbieters übernommen – mittlerweile führt das Unternehmen Logistikarbeiten, Kfz-Bewertungen und Fahrzeugfotografie mithilfe mobiler IT-Lösungen durch.

  • Die Dekra entschied sich für drei mobile Anwendungen: der Gebrauchtwagencheck, Kfz-Logistik und die Photobox.

Statt papierbasierten und zeitaufwendigen Prozessen sollten neue mobile IT-Lösungen die Organisation auf dem mehrere tausend Quadratmeter großen Gelände flexibler gestalten – diese Systeme mussten jedoch erst geschaffen werden. Da die Zeit drängte, wurden innerhalb kurzer Zeit drei mobile Anwendungen für unterschiedliche Aufgabenbereiche von einem Projektpartner konzipiert, umgesetzt und eingeführt.

„Das Zeitfenster von nur wenigen Wochen von der Auftragserteilung bis zum Go-Live der Apps war eine echte Herausforderung“, berichtet Dekra-Projektleiter Uwe Dierks. „Bei der Suche nach Alternativen zu windows-basierten Industriehandhelds stellte uns die Neusta Mobile Solutions ein Konzept auf Android-Basis vor.“ Als Smartphone für die Apps mit den Namen „Gebrauchtwagencheck“ und „Logistik“ stand schnell das Samsung Galaxy Note fest. „Der große Bildschirm bei noch taschentauglichen Abmessungen überzeugte uns“, so Dierks. Zudem helfe der vorhandene Stift, den Übergang vom gewohnten Kugelschreiber zum Smartphone zu erleichtern. Darüber hinaus seien für das Galaxy Note diverse Cases zum Schutz vor Umwelteinflüssen erhältlich.

Hardware gewählt – Software folgt

Als erste App entstand der „Dekra Gebrauchtwagen­check“. Damit können Anwender per Smartphone standardisierte Checklisten mit über 200 Prüfpunkten für Gebrauchtwagen ausfüllen. Ist die Begutachtung abgeschlossen, geht das Ergebnis per UMTS oder WLAN direkt an den Server. Am Server selbst kann der Gutachter per Webanwendung seinen Fragebogen nachbearbeiten und die Dokumentation sowie eine Urkunde zum Gebrauchtwagenzustand ausdrucken. Zur Zeitersparnis kann das Fahrzeug von der Check-App über einen im Rahmen der Logistikprozesse erstellten QR-Code automatisch identifiziert werden. „Es blieben uns nur sechs Wochen vom Projektstart bis zur Anwenderschulung und dem Produktivbetrieb“, erläutert Reinhard Ebeling, Dekra-Projektleiter für den Gebrauchtwagencheck. „Dennoch waren wir beispielsweise in der Lage, Änderungen in der Fragebogenstruktur einzuarbeiten. Unserem Projektpartner ist es gelungen, alle fachlichen Anforderungen in einer App abzubilden."

Auch für das Logistiksystem wurde eine eigene mobile Anwendung entwickelt. Sie bildet den Kern der Arbeiten im Kfz-Logistikzentrum ab, unterstützt Mitarbeiter durch ihre Funktionen und dokumentiert den Prozess, den die Fahrzeuge durchlaufen. Alle Fahrzeugbewegungen verwaltet eine angeschlossene Datenbank – über eine Webanwendung sind Auswertungen möglich. Ein typischer Ablauf sieht so aus: Jedes anzuliefernde Kfz wird vorab per Datentransfer vom Leasing-Unternehmen angekündigt. Bei der Kfz-Anlieferung erhalten alle Fahrzeuge einen aus der Webanwendung heraus generierten Aufkleber mit QR-Code – der Kfz-Eingang ist quittiert und es wird im aktiven Bestand geführt. Jeder Prozessschritt, jede Bewegung und die Parkpositionen werden per QR-Code-Scan erfasst und mobil an den Server zurückgemeldet – GPS wird dabei zur Plausibilitätsprüfung genutzt. Die Android-Clients helfen, Fahrzeuge mittels der Logistik-App auf dem Gelände zu finden. Hierzu stehen Suchfunktionen, eine Kartendarstellung sowie eine schematische Darstellung des Platzes und seiner Abstellbereiche zur Verfügung. Eine zusätzliche Funktionalität ist die Inventurhilfe: Einmal im Monat müssen alle Fahrzeuge erfasst und gemeldet werden – per App soll dies bei den etwa 2.000 Fahrzeugen auf den Gelände in weniger als einem halben Tag erledigt sein.

Ins rechte Licht rücken

Als dritte mobile Anwendung nutzt Dekra die Photobox-App, die bei der Eingangserfassung zum Einsatz kommt. Dabei wird jedes Kfz fotografiert, um die Bilder beispielsweise für Verkaufsanzeigen in Onlineportalen zu nutzen. Das „Fotoshooting“ erfolgt im mit fest installierten Kameras und Fotoleuchten ausgestatteten Fotostudio – als Kameras kommen die android-basierten Nikon Coolpix S800c zum Einsatz. Die Funktion der App ermöglicht es Dekra schließlich, die Kameras fernauszulösen.

Insgesamt wurden alle drei Projekte in einem Zeitraum von rund drei Monaten umgesetzt. „Bei allen Apps wurde der Fokus auf intuitive Oberflächen gelegt, so dass die Einführung mit geringem Schulungsaufwand erfolgte“, resümiert Uwe Dierks.

Dekra

Branche: Technische Untersuchung und Beratung
Gründung: 1925
Hauptsitz: Stuttgart
Mitarbeiter: 27.300
Umsatz: 2,15 Mrd. Euro
Services: u.a. Fahrzeugprüfungen, Gutachten, internationale Schaden­regulierung, Consulting, Industrieprüfdienstleistungen, Produktprüfungen
www.dekra.de

Bildquelle: Dekra

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