Outdoor Smartphones von Cat

Rugged Devices im Einsatz

Der Markt für robuste Mobiltelefone wächst seit Jahren konstant, meint Axel Reintges, Country Manager DACH und Benelux beim Konsumelektronikgeräte-Hersteller Bullitt, der zugleich Lizenznehmer u.a. für die Marke Caterpillar ist, im Interview mit MOBILE BUSINESS. Triebfeder für das Wachstum seien neue Zielgruppen sowohl im Geschäfts- als auch im Endkundenbereich.

  • Axel Reintges, Country Manager DACH und Benelux beim Konsumelektronikgeräte-Hersteller Bullitt

  • Unter „tough and trendy“ versteht der Anbieter, dass seine Produkte auf der einen Seite den widrigsten Bedingungen trotzen, aber auf der anderen Seite auch die neuesten Anforderungen im Bereich Technik erfüllen.

Herr Reintges, wo kommen mobile Rugged-Geräte konkret zum Einsatz?
Axel Reintges:
Egal ob ich tagtäglich auf der Baustelle arbeite oder nach Feierabend noch eine Runde mit dem Rad durchs Gelände drehe: Ich brauche ein Telefon, das diesen Belastungen ohne Wenn und Aber standhält. Aber auch ganz gewöhnliche Probleme führen dazu, dass sich ein Nutzer für ein Rugged Phone entscheidet: Jeder, dem schon einmal sein Mobiltelefon auf den Boden oder in die Toilette gefallen ist und der sein Geld für eine kostspielige Reparatur ausgeben musste, weiß ein robustes Telefon zu schätzen. Zudem ist es Unternehmen zunehmend wichtig, dass ihre Außendienstmitarbeiter mit robusten Geräten ausgestattet sind, damit sie auch unterwegs ständig mobil zu erreichen sind.

Welche Rolle spielen die Soft- und Hardware für die effektive Nutzungsdauer von robusten Mobiltelefonen?
Reintges:
Rugged-Mobiltelefone werden mit einer anderen Zielausrichtung als normale Mobiltelefone entwickelt. Sie müssen besonderen äußeren Einflüssen trotzen: Die Einwirkung von extremer Hitze oder Kälte sowie Wasser, egal ob Süß- oder Salzwasser, dürfen dem Handy nichts anhaben. Und auch Schmutz und Staub sollten keinerlei Problem darstellen. Selbst Handys mit IP67-Zertifizierung bekommen hier Probleme. Aus diesem Grund legen wir z.B. besonderen Wert darauf, dass unsere Geräte nicht nur der IP-Zertifizierung entsprechen, sondern auch den höheren Belastungen standhalten, die durch den Mil-Spec-Standard vorgegeben werden. Allerdings muss das Gesamtkonzept stimmen: Entscheidend für die Performance ist natürlich auch die Software. Hier haben wir bewusst auf Android gesetzt.

Warum haben Sie sich für dieses Betriebssystem ­entschieden?
Reintges:
Android ist ein weit verbreitetes Betriebssystem, das auf dem Markt als stabil gilt. Außerdem ist es eine freie Software, was bedeutet, dass der Quelltext öffentlich zugänglich ist. Damit steht jedem Programmierer die Weiterentwicklung offen. Eine Vielzahl an nützlichen Apps gerade für Outdoor-Fans, wie beispielsweise Wander-Apps und GPS-Tracking, sind für Android optimiert und eigens programmiert. Hier sehen wir bei anderen Betriebssystemen durchaus Nachholbedarf.

Was halten Sie persönlich von den ganzen „überdesignten“ Smartphones?
Reintges:
Es kommt auf die persönlichen Bedürfnisse der Nutzer an. Es gibt mittlerweile für jeden Gebrauchstypen das ideale Mobiltelefon. Wir haben uns darauf spezialisiert, robuste Handys für den Einsatz im harten Arbeitsalltag und im Outdoor-Bereich herzustellen. Ich finde es aber grundsätzlich großartig, dass die Auswahl so vielfältig ist, sodass jeder Nutzer das für sich optimale Handy findet.

Ihre Geräte sollen „tough and trendy“ zugleich sein – doch ist es z.B. einem Bauarbeiter nicht egal, wie „trendy“ sein Gerät ist?
Reintges:
Unter „tough and trendy“ verstehen wir, dass die Produkte auf der einen Seite den widrigsten Bedingungen trotzen, aber auf der anderen Seite auch die neuesten Anforderungen im Bereich Technik erfüllen. „Trendy“ steht hier nicht nur für ein ansprechendes, modernes Design, sondern auch für neueste technische Raffinessen. So haben wir beispielsweise die Telefone mit LTE und NFC ausgestattet, um dem Nutzer technische Weiterentwicklungen anzubieten, die seinen Alltag erleichtern.

In Ihrem Portfolio sind ebenso robuste Schutzhüllen für iPhones und Samsung-Galaxy-Modelle zu finden. Für welche Einsatzszenarien sind grundsätzlich Rugged Cases ausreichend, für welche Szenarien benötigt man Full-Rugged-Geräte?
Reintges:
Rugged Cases schützen das Telefon im normalen täglichen Einsatz vor Stürzen, bieten aber bei weitem nicht den Schutz eines Rugged-Modells gegen diverse äußere Einflüsse wie Hitze, Kälte, Wasser, Schmutz und Staub. Im rauen Arbeitsalltag oder bei Outdoor-Fans muss sich das Smartphone bewähren. Deshalb garantieren Rugged Phones mit der IP67-Zertifizierung und Mil-Spec-810G-Norm, dass sie mehr als ein paar Stürze und Kratzer aushalten können.

Was besagen die Zertifizierung und Norm konkret? Und welche Tests müssen Ihre Geräte bestehen, ehe sie in die Produktion gehen bzw. vertrieben werden? Reintges: Die IP67-Zertifizierung garantiert schadenfreie Stürze aus 1,80 Meter Höhe auf Fels oder Beton sowie das Eintauchen in bis zu einen Meter tiefes Wasser über eine Dauer von 30 Minuten. Die Mil-Spec-810G-Norm umfasst so ziemlich jeden Umwelteinfluss, dem militärische Ausrüstung ausgesetzt sein könnte, wie z.B. niedriger Druck, Temperaturschock, Feuchtigkeit, Pilzbefall, Sand und Staub, explosionsfähige Atmosphären, Beschleunigung, Vibrationen, Stöße, Explosionen etc. Die Tests werden bei uns entsprechend dieser Normen und Spezifizierungen für IP67 und Mil-Spec 810G durchgeführt. Zudem lassen wir unsere Geräte von ausgewählten Kunden vor Markteintritt im täglichen Einsatz testen.

Outdoor- und Rugged-Design sind durchaus Trends im Kleidungs- und Automobilbereich. So sieht man immer wieder Menschen, die z.B. Jack-Wolfskin-Jacken in der Stadt tragen oder mit ihrem Jeep oder SUV durch die City kurven. Gern suggerieren die Konsumenten damit ihren aktiven Lebensstil. Warum funktioniert dies für Smart­phones bisher nur bedingt? Hier dominieren eher dünne, elegante Geräte ...
Reintges:
Das angesprochene Beispiel „SUV“ zeigt auf, an welchem Punkt wir bei Rugged Smartphones angekommen sind. Die Vorgänger der heutigen SUVs haben ihre Geländetauglichkeit mit Abstrichen in Sachen Fahrkomfort in der Stadt oder auf Überlandstraßen erkaufen müssen. Wer durch das Gelände wollte, musste anschließend durch die Stadt hoppeln. Erst durch neue Technologien konnten die SUVs Geländegängigkeit mit Fahrkomfort kombinieren – und plötzlich boomte das Segment.

Unser Cat-S50-Smartphone ist einer der ersten „SUVs“ im Markt für Rugged Phones, wenn man so will – der Anwender muss keine Kompromisse in Sachen Ausstattung, Performance und intuitiver Bedienung eingehen. Er bekommt ein Smartphone, das sich in puncto Leistungsfähigkeit auf Augenhöhe mit „normalen“ Smartphones befindet, aber zusätzlich robust gestaltet ist. Diese neue Generation von Rugged Smartphones wird dafür sorgen, dass sich auch immer mehr outdoor-affine Konsumenten ein Outdoor-Modell für den täglichen Gebrauch zulegen werden.

Auch Hersteller wie beispielsweise Samsung und Sony, die sonst eher im Consumer-Markt unterwegs sind, haben Rugged-Modelle im Repertoire, etwa das Xcover 3 und Galaxy S4 Active sowie das Xperia Go etc. Inwieweit sind die Smartphone-Riesen eine ernstzunehmende Konkurrenz für Ruggedized-Hersteller?
Reintges:
Bei jenen Anbietern stellen die Rugged-Modelle nur einen kleinen Teil des Sortiments dar. Bei uns ist dies anders. Unser Kernbereich sind die robusten Mobiltelefone und hier haben wir in jahrelanger Forschung die Anforderungen an Rugged Phones konkretisiert und die technische Entwicklung vorangetrieben.

Immer mehr Mobility-Hersteller präsentieren plötzlich auch Wearables wie Fitnessbänder, Smartwatches und Co. Gibt es auch Pläne für Rugged Wearables?
Reintges:
Wir beobachten diesen Markt sehr genau – zum aktuellen Zeitpunkt treffen wir aber noch keine Aussagen zu unseren Plänen.

Beim Skifahren und Klettern haben Sportler keine Hand frei – und mittlerweile kommen immer mehr Action-Cams zum Einsatz, um das Geschehen in Bildern festzuhalten. Werden da robuste Smartphones, um z.B. ein paar Fotos zu schießen, zukünftig vielleicht überflüssig?
Reintges:
Nicht jeder Nutzer möchte sich für seinen Outdoor-Trip zusätzlich zum Smartphone noch eine Action-Cam zulegen. In unseren Mobilgeräten wird das Nützliche mit dem Vergnügen verbunden. Der Nutzer hat nicht nur die Kamera, sondern kann sich sicher sein, dass das Smartphone auch Stürze, Nässe und extreme Temperaturen übersteht. Neben Klettern oder Skifahren sind unsere Modelle auch für den Einsatz beim Sommersport geeignet, z.B. beim Segeln, Kiten oder Stand-Up-Paddling. Durch eine neue Halterung können die Geräte auch beim Mountainbiking eingesetzt werden.

Welche mobilen Endgeräte nutzen Sie privat und warum?
Reintges:
Ich selbst schwöre auf das Cat S50. Von Natur aus bin ich ein sehr aktiver Mensch, der gern sportlich draußen unterwegs ist und trotzdem alle Vorzüge eines modernen Smartphones nutzen möchte. Das S50 ist technisch auf dem neuesten Stand, hat ein 4,7-Zoll-Display und eine 8-Megapixel-Kamera, um eben auch den einen oder anderen Schnappschuss von unterwegs zu machen.


Axel Reintges …
… absolvierte sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Duisburg. Er begann seine Karriere vor 16 Jahren bei Mobilcom als Produktmanager und entwickelte Know-how im Bereich Consumer Electronics durch seine Tätigkeiten bei TDK Recording Media Europe, Sony Deutschland und 20:20 Mobile, wo er jeweils die Verantwortung für die globale Vermarktung der einzelnen Marken hatte. Seit Mitte 2013 ist er Sales and Marketing Manager für die DACH-Region bei der Bullitt Group, wo er für die Vermarktung
der Outdoor-Mobiltelefone der Marke Cat verantwortlich zeichnet.

Die Bullitt Group …
… ist ein internationaler Hersteller für Mobilfunk- und Verbraucherelektronik, der 2009 von Colin Batt, David Floyd und Richard Wharton gegründet wurde. Bullitt entwickelt, produziert, vermarktet und vertreibt Konsumelektronik­geräte in Zusammenarbeit mit globalen Marken. Die Gruppe ist der weltweite Lizenznehmer für eine Vielzahl an Marken, u.a. Caterpillar, die Rugged Phones, Smartphones sowie Accessoires für den aktiven Lifestyle entwickeln. Die Produkte werden in mehr als 60 Ländern verkauft, zudem unterhält das Unternehmen Niederlassungen in globalen Schlüsselmärkten einschließlich China, Großbritannien und den USA. 



Bildquelle: Bullitt Group

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok