Beacons: Interview mit Stephanie Renda, Match2blue

Shopping-Schnäppchen über Beacons

Die individuelle Kundenansprache in stationären Geschäften und die direkte Interaktion mit dem Smartphone der Kunden wird durch Bluetooth-Low-Energy (BLE)-Technologie möglich. Im Interview berichtet Stephanie Renda, Geschäftsführerin der Mainzer Match2blue GmbH, über den Einsatz von BLE-Sendern im deutschen Handel.

Stephanie Renda, Geschäftsführerin der Mainzer Match2blue GmbH, berichtet über den Einsatz von BLE-Sendern im deutschen Handel.

Frau Renda, kürzlich hat Match2blue in Großbritannien und Frankreich Shoppingcenter mit den hauseigenen BLE-Sendern „Bluloc“ ausgestattet, welche Erfahrungen haben Sie mit diesen Großprojekten gemacht?
Stephanie Renda:
In Paris, als auch beim kürzlich neueröffneten Center in Marseille, haben wir auf drei Ebenen über 250 unserer Beacons installiert. Die damit verbundenen Dienste für den Nutzer sind Indoor-Lokalisierung und -Navigation sowie ortsbasierte Promotions. Zudem erhält der Center-Betreiber vielfältige Analysen, welche Läden und Bereiche im Center wie hoch frequentiert werden. Marseille ist die größte Installation ihrer Art in Europa. Unsere Technologie ist Vorreiter in einer 480 Hektar großen Shopping-Mall – diese Fläche entspricht 672 Fußballfeldern.

Welche Resonanz gibt es von Kunden und Konsumenten?
Renda:
Das Feedback ist euphorisch. Der Handel hat nun die Möglichkeit, neueste mobile Marketingkanäle zu nutzen und das Verhalten seiner Kunden mithilfe moderner Analysetools auszuwerten. Wir schaffen zum einen Mehrwert für den Kunden, der ihn wieder stärker zum Shoppen motiviert. Zum anderen hat das Einkaufszentrum oder der stationäre Einzelhändler die Möglichkeit, die Kunden besser kennenzulernen und deren Verhalten zu analysieren. Lokale Geschäfte können mit dem Onlinehandel wieder gleichziehen und neue Potentiale ausschöpfen.

Wann wird es Ihrer Einschätzung nach auch im deutschen Handel flächendeckende Indoor-Navigations-Angebote geben?
Renda:
Bei der Indoor-Navigation liegt der deutsche Handel noch im Dornröschenschlaf. Es herrschen eher abwartende Haltung und Skepsis. Das ändert sich nach und nach mit internationalen Erfolgsmeldungen. Hinzu kommen die Wünsche der Kunden nach mobilen Angeboten. Wenn Händler Kunden zielgruppengerecht und individuell ansprechen möchten, müssen sie sich mit diesen Themen auseinander setzen. Bis zur flächendeckenden Nutzung wird es allerdings noch dauern.

Vor allem Einkaufszentren bergen aufgrund der Dichte an Angeboten das Risiko, Käufer mit Push- und Spam-Nachrichten zu überhäufen. Wie lässt sich eine ausgewogene Informationsmenge schaffen?
Renda:
Die Push-Nachrichten-Technologie funktioniert nur in Zusammenhang mit einer mobilen Anwendung, die auf dem Smartphone installiert wird. Jeder Nutzer kann in seinen Profileinstellungen seine Favoriten markieren und filtert so ungewünschte Nachrichten. Benachrichtigungen lassen sich ausstellen und der Zeitraum, indem Angebote erhalten werden, lässt sich festlegen.

Abgesehen vom Einzelhandel, wo sind „Blulocs“ denkbar und erfolgversprechend?
Renda:
Mit unseren Beacons sind unzählige Anwendungen denkbar. Eine präzise Indoor-Navigation, die aber auch im Outdoor-Bereich funktioniert, unterstützt Nutzer mit mobilen Endgeräten, sich zu orientieren und zu jedem Zeitpunkt am richtigen Ort entsprechende Informationen zu erhalten.
Beispiel Krankenhaus: Am Eingang jeder Klinikstation können Beacons die Besucher durch Gänge und Zimmer navigieren, Indoor-Karten bereitstellen und über Besuchszeiten informieren. Gleiches gilt für Messen, Museen, Flughäfen oder Bahnhöfe. Bisher wurde der Fokus auf Shopping gelegt, soll aber auf praktische Aspekte für Reisen und Termine erweitert werden.

Sowohl die notwendige Hard- als auch die Softwarekomponenten werden inhouse produziert. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Welcher Vorteil ergibt sich dadurch gegenüber anderen Anbietern?
Renda:
Wir produzieren unsere Beacons selbst und stellen unseren Kunden die bestmögliche Hardware zur Verfügung. Auch die integrierte Software stammt von unseren eigenen Entwicklern – hier ist umfassende und langjährige Expertise eingeflossen. Beim Thema Qualität und Datenschutz können wir punkten, alle unsere Server stehen in Deutschland.

Unsere Beacons sind frei konfigurierbar und können perfekt an bestehende Infrastrukturen angepasst werden. Außerdem sind sie die kleinsten am Markt und haben dennoch die größte Reichweite. Neben den Bluloc Beacons statten wir Auftraggeber mit der dazugehörigen mobilen Applikation und einem CMS aus. Über ein sogenanntes Dashboard können alle Einstellungen über verkaufsfördernde Maßnahmen selbst getroffen werden.

Welche Pläne haben Sie für das laufende Jahr?
Renda:
Wir werden weitere Projekte in England, Südafrika und Frankreich umsetzen. Als Technologieführer strecken wir unsere Fühler zudem in den unterschiedlichsten Segmenten aus.
Um unsere Position im M- und E-Commerce zu stärken, haben wir Partnerschaften in den Bereichen App-Entwicklung, Bluetooth, E-Commerce und Hardware-Produktion gebildet.


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