Verschlüsselte Kommunikation

Sichere Messenger - auch für Unternehmen

Instant Messaging ist auch in Unternehmen beliebt. Die bekannten Mobil-Apps haben dort aber nichts verloren, denn es gibt sichere Alternativen.

Abhörsichere Kommunikation erfordert Verschlüsselung

"WhatsApp schneidet Telefongespräche mit!" Im Moment kursieren wieder Horrormeldungen über die beliebte Messenger-App. Die Warnung klingt nicht besonders plausibel, da sich WhatsApp selbst die Geschäftsgrundlage entzieht, wenn es zahlende Benutzer ausspioniert.

Doch eines ist klar: Eine geschützte Kommunikation erlauben die bekannten mobilen Messenger nicht. Auch für Unternehmen sind Alternativen jenseits der üblichen Verdächtigen interessant, denn Datensicherheit ist in erster Linie eine Frage des Vertrauens. So ist durch die Erkenntnisse aus den Snowden-Leaks nicht klar, ob die großen Hersteller tatsächlich so vertrauenswürdig sind, wie allgemein angenommen wird.

Doch inzwischen können Interessierte unter einigen Messengern mit Verschlüsselung auswählen. Die verstärkte Nachfrage nach verschlüsselter Kommunikation hat jedoch auch zu Schnellschüssen geführt. Bei einigen Produkten ist die Verschlüsselung zweifelhaft, andere scheinen nicht mehr weiter entwickelt zu werden. Die hier vorgestellten Lösungen

Threema ist eine Messenger-App für Android und iOS mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf beiden Endgeräten. Der Dienst aus der Schweiz garantiert, dass niemand außer dem vorgesehenen Empfänger eine Nachricht lesen kann. Der Funktionsumfang der App ist vollkommen ausreichend und bietet alle Grundfunktionen, die ein Messenger haben sollte: Es gibt Textnachrichten sowie den Austausch von Fotos, Videos und Standortinformationen. Bei Threema werden nicht nur die Chats, sondern auch die Dateien verschlüsselt übertragen. Weitere Funktionen sollen in späteren Versionen der App folgen.

MyEnigma bietet ähnliche Funktionen wie Threema und stammt ebenfalls von einem US Schweizer Unternehmen. Zusätzlich gibt es verschlüsselte Gruppenchats. Neben Apps für iOS und Android gibt es auch eine für den Blackberry.

Brosix existiert schon seit 2006 und war von Anfang an als verschlüsselte Skype-Alternative gedacht. Textnachrichten sind also eher eine Nebenfunktion, im Vordergrund stehen Sprach-und Videotelefonie sowie spezielle Businessfunktionen: Co-Browsing, Whiteboard und Desktop-Sharing. Darüber hinaus gibt es eine Enterprise-Version, mit der ein internes, verschlüsseltes Messaging-Netzwerk aufgebaut werden kann. Und im Unterschied zu Threema und MyEnigma gibt es neben Apps für Android und iOS auch Versionen für Windows, Macintosh und Linux.

Natürlich bleibt trotzdem die Frage, welche Unternehmen vertrauenswürdig sind. Eine Möglichkeit, dieses Problem ein wenig zu entschärfen, ist der Betrieb eines Messaging-Netzwerks in Eigenregie und mit Open Source Software. Ideal eignet sich dafür der offene XMPP-Standard (Extensible Messaging and Presence Protocol). Die XMPP Standards Foundation führt eine Liste von XMPP-Servern, die für den Aufbau eigener Netze geeignet sind.

Bildquelle: Bernd Kasper / pixelio.de

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