Enge Zusammenarbeit mit den Kunden

Smartphones für Online-Affine

Der Markt wird bereits von Herstellern mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets überschwemmt, und dennoch tauchen immer wieder neue Firmen auf. Worauf es für diese jungen Anbieter ankommt, berichtet Lars-Christian Weisswange, Chief Engagement Officer bei Honor, einer 2014 gegründeten Tochtermarke des chinesischen TK-Ausrüsters Huawei, im Interview.

  • „Am deutschen Markt können wir viele Endkunden erreichen, auch wenn man in Deutschland eher von einem Verdrängungsmarkt spricht", so Lars-Christian Weisswange.

  • Das Modell 6+ soll das erste Smartphone der Honor-Serie mit integrierter Parallel-Dual-Kamera sein.

Herr Weisswange, wie würden Sie den Tablet- im Vergleich zum Smartphone-Markt beschreiben? Lohnt es sich für Hersteller nach wie vor, neue Tablets
zu entwickeln?
Lars-Christian Weisswange:
Der Markt stagniert in diesem Bereich zurzeit. Tablets haben sich für den mobilen Einsatz gegenüber Smartphones, deren Displaygröße in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt hat, nicht durchgesetzt. Für Tablets hat sich der Markt dafür mehr im stationären Bereich geöffnet: Die meisten Geräte werden heute zum Surfen auf dem Sofa genutzt; zudem werden sie vermehrt als „Notebook-Ersatz“ gekauft.

Wie unterscheidet sich denn der deutsche vom chinesischen Mobility-Markt?
Weisswange:
Hier gibt es deutliche Unterschiede: Der chinesische Markt weist im Gegensatz zum deutschen viel höhere Wachstumsraten auf, da es sich um einen relativ neuen und jungen Markt handelt. Gerade auch der Online-Business-Bereich ist hier größer: Während der Onlinemarktanteil in China bei 46 Prozent liegt, sind es in Deutschland nur rund 25 Prozent.

Und inwieweit unterscheiden sich die Anforderungen der deutschen Nutzer mobiler Endgeräte von denen der chinesischen Anwender?
Weisswange:
Chinesische Kunden beziehen nicht nur ihre Hardware vom Hersteller. Auch digitale Inhalte von Apps bis hin zu Musik oder Filmen runden das Gesamtpaket des Herstellers ab. In China wird hierfür direkt vom Smartphone auf die Services des Herstellers zugegriffen. In Deutschland und Europa ist das anders: Hier werden Geräte und Services als getrennte Leistungen angesehen.

Vor welchem Hintergrund hat der chinesische Konzern Huawei im vergangenen Jahr die Tochtermarke Honor gegründet – zumal Huawei selbst nach wie vor auch Smartphones entwickelt und vertreibt?
Weisswange:
Wir möchten mit der neuen Marke vor allem die Möglichkeit ausweiten, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen, nämlich die Digital Natives. Honor soll in Europa eine der Hauptmarken für Smartphones werden und sich eigenständig etablieren, zugeschnitten auf die Bedürfnisse dieser jungen und online-affinen Zielgruppe. Sie zeichnet sich durch großes Interesse an und Verständnis von neuen Technologien aus. Die Digital Natives vertrauen außerdem auf die Meinungen anderer User, was auch der Grund dafür ist, warum sich für uns vieles in der Online- und Social-Media-Welt abspielt.

Inwiefern ist besonders der deutsche Markt interessant für Sie?
Weisswange:
Wir wollen eine Lead-Marke für Europa sein. Deutschland liegt da als bevölkerungsreichstes und wirtschaftsstärkstes Land definitiv im Fokus. Am deutschen Markt können wir viele Endkunden erreichen, auch wenn man in Deutschland eher von einem Verdrängungsmarkt spricht. Doch gerade mit unserer zielgruppenspezifischen Herangehensweise werden wir neue Marktansätze auftun und so auch im Verdrängungswettbewerb erfolgreich sein.

Vor welchem Hintergrund haben Sie einen Designwettbewerb für Ihre Smartphones gestartet?
Weisswange:
Der Wettbewerb wurde vor dem Hintergrund ins Leben gerufen, dass wir vor allem Geräte für den europäischen Markt produzieren möchten. Dazu haben wir viel mit Universitäten und anderen Hochschulen gearbeitet, um neue Trends aufzuspüren und Themen zu finden. An dem Wettbewerb kann jeder teilnehmen, es gibt keine speziellen Anforderungen oder Voraussetzungen – so möchten wir sämtliche potentiellen Nutzer zukünftiger Devices mit in den Entwicklungsprozess einbinden. Bei unserem ersten Wettbewerb geht es jedoch mehr um das Design eines Backcovers als darum, ein ganzes Geräte-Hardware-Design zu entwickeln. Die Hauptaufgaben des Designs bleiben beim Unternehmen.

Kommen wir von den äußeren zu den inneren Werten: Welche Vor- und Nachteile bieten Smartphones wie die Ihren, bei denen der Akku nicht austauschbar ist?
Weisswange:
Der Hauptvorteil liegt darin, dass die Akkulaufzeit durch größere festverbaute Akkus verlängert wird. Es wird weniger Platz verbraucht, wodurch die Geräte insgesamt kompakter gestaltet werden können. Herausnehmbare Akkus brauchen zu viele bewegliche Teile wie beispielsweise Akkudeckel, die das Smartphone unnötig destabilisieren und vergrößern. Muss der Akku dennoch einmal ausgetauscht werden, kann dies über unseren Service geschehen.

Welche Bedeutung schreiben Sie „Dual-Sim“ zu?
Weisswange:
Die Bedeutung der Dual-Sim-Funktion nimmt stetig zu. Die Nachfrage am Markt steigt weiter und mittlerweile sind fast alle unserer Geräte damit ausgestattet. Die Verknüpfung von beruflicher und privater Nutzung auf einem Gerät sorgt hier für den starken Zulauf.

Warum fokussieren Sie sich auf Android als Betriebssystem?
Weisswange:
Android bietet vor allem für die Hersteller viele Möglichkeiten, das Gerät individuell zu verbessern. Dies ist bei anderen Plattformen bzw. Betriebssystemen weniger gut möglich. Zudem verlangt der Markt nach Android-Geräten.

Gerade beim Smartphone-Modell 6+ legt Ihr Unternehmen Entwicklungsschwerpunkte auf die integrierte Kamera. Welchen Nutzen haben Geschäftsanwender davon?
Weisswange:
Die Kamera orientiert sich an der DSLR-Technik. Wir nutzen mit der Dual-Sensor-Technologie ein System, das gestalterische Möglichkeiten von Spiegelreflexkameras ermöglicht. Die Blendensteuerung von F0.95 bis F16 überlässt dem Fotografen das Spiel mit der Unschärfe und ermöglicht einen guten Einsatz bei Dunkelheit.

„Ohne Stores, ohne Gurus, ohne Verträge“ heißt es von Ihrer Seite: Aber ist es für die Anwender nicht besonders wichtig, ein mobiles Endgerät vor dem Kauf auch einmal in den Händen gehalten zu haben?
Weisswange:
Die Menschen gewöhnen sich an den Onlinevertrieb, der sich immer weiter ausdehnt. Insbesondere unsere primäre Zielgruppe, die Digital Natives, finden dies angenehmer und komfortabler: Sie schauen viel eher mal in einem Onlineportal vorbei als in einem Laden in der Fußgängerzone.

Welche generellen Entwicklungen wird es Ihrer Meinung nach bis Ende des Jahres im Mobility-Bereich geben?
Weisswange:
Es wird weiterhin eine stetige Verbesserung und Anpassung der Geräte an die Bedürfnisse der Zielgruppen stattfinden. Hardware, Software, Ergonomie: Alles wird für den Digital Native optimiert – er soll sich auf den Geräten zu Hause fühlen und alles auf ihnen machen können, was er wünscht. Dies betrifft vor allem das tägliche Internetdasein und die Interaktion mit der Onlinewelt.

 

Lars-Christian Weisswange ...
... ist als Chief Engagement Officer verantwortlich für den Auftritt der Marke Honor in Europa und kümmert sich um die Marketing- und Sales-Strategien in dieser Schlüsselregion. Bevor Weisswange Teil der Honor-Geschäftseinheit wurde, war er bereits seit 2011 in verschiedenen Managementpositionen für Huawei tätig. Ab 2012 bekleidete er die Position des Executive Vice President von Huawei Consumer Business Deutschland.

Die Marke Honor ...
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wurde kreiert, um den Bedürfnissen der immer erreichbaren Digital Natives zu entsprechen, einer Gruppe, die quasi im Internet lebt und ein Drittel ihrer Zeit online verbringt, um stets vernetzt zu sein. Die Tochtermarke des chinesischen Huawei-Konzerns mit Sitz in Düsseldorf möchte Dinge verändern ohne Stores, Gurus und Verträge, um die Mobilfunkbranche aufzurütteln.

www.hihonor.com

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