Europäische Studie

Tablets und IT an deutschen Schulen

77 Prozent der deutschen Eltern sind der Ansicht, dass der Technologieeinsatz im Unterricht die berufliche Zukunft ihrer Kinder verbessern könnte, so eine Studie zu technologiespezifischen Lehrinhalten im Bildungswesen, die von GfK und BQ durchgeführt wurde.

Rund acht von zehn Eltern in Deutschland (77 Prozent) sind der Meinung, dass Technologie im Klassenraum einen positiven Effekt auf die Leistungen ihrer Kinder hat und ihre berufliche Zukunft verbessern könnte. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Umfrage, die die GfK im Auftrag von BQ, einem spanischen Hersteller von Smartphones, Tablets und 3D-Druck, im Frühjahr 2015 in neun europäischen Ländern durchgeführt hat. Eine weitere wichtige Erkenntnis der Erhebung: 78 Prozent der befragten Eltern glauben, dass ihre unter 17-jährigen Kinder in Sachen Technologie und IT gut oder sogar sehr gut auf ihre Rolle in der Gesellschaft der Zukunft vorbereitet sind – was die berufliche Zukunft betrifft, gibt es aber Nachholbedarf.

Eltern sprechen sich für erweiterten Technologieunterricht aus 


75 Prozent der befragten Deutschen sagen, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Landes stark mit den Fähigkeiten seiner Jugend zusammenhänge, neue Technologien zu entwickeln oder zu programmieren. Den Eltern ist es also nicht nur wichtig, dass ihre Kinder den Umgang mit neuen Geräten wie Smartphone, Tablet oder Whiteboard erlernen. Sie möchten auch, dass sie neue Entwicklungen maßgeblich mitgestalten.

72 Prozent der Befragten sprechen sich zudem dafür aus, dass Kinder und Jugendliche in der Schule und bereits in jungen Jahren besser über den guten und sinnvollen Umgang mit Technologie unterrichtet werden sollten. Dies sei sehr förderlich.

Doch welche Geräte sind diesbezüglich besonders nützlich? Mehr als die Hälfte der befragten Eltern plädieren für einen verstärkten Einsatz von Laptops, da diese die am besten geeignete Technologie für den Einsatz im Klassenzimmer sei. 


Die befragten Eltern sind der Meinung, dass lediglich 30 Prozent der Lehrer über ein ausreichendes Hintergrundwissen verfügen würden, um neue Technologien in ihren Unterrichtsstunden einzusetzen und ihre Schüler fundiert zu unterrichten. 73 Prozent der befragten Deutschen denken daher, dass Unternehmen und Technologieanbieter verstärkt in die Implementierung und den Einsatz technologischer Geräte und Lösungen an den Schulen miteinbezogen werden sollten.

Europäischer Vergleich

Die GfK-Erhebung ermöglicht des Weiteren einen Vergleich der Einstellung und Meinung europäischer Eltern. So sind es die italienischen (84 Prozent Zustimmung) und spanischen Eltern
 (83 Prozent), die glauben, dass ihre unter 17-jährigen Kinder in technologischer Hinsicht gut auf die Gesellschaft der Zukunft vorbereitet seien. Britische Eltern sind mit 70 Prozent deutlich kritischer. Zur Erinnerung: Unter den deutschen Eltern stimmten 78 Prozent zu.

Geht es um die Bedeutung von Technologie für die berufliche Karriere, räumen alle Eltern dieser einen großen Stellenwert ein. 90 Prozent der spanischen, 92 Prozent der britischen, 85 Prozent der portugiesischen und 88 Prozent der italienischen Befragten stimmen dem großen Einfluss zu. Die französischen Befragten sind mit 66 Prozent, die Österreicher mit 70 und die Schweizer ebenfalls mit 70 Prozent etwas skeptischer.

Im DACH-Vergleich sind die deutschen Befragten mit 77 Prozent am zuversichtlichsten, was die Bedeutung von Technologie für die Zukunft ihrer Kinder betrifft. Die südeuropäischen Befragten wiederum sind diejenigen, die am meisten daran glauben, dass Schulen in der Pflicht stehen, Kinder frühzeitig über den richtigen Umgang mit Technologien aufzuklären. Spanische, italienische und schwedische Eltern messen dem Einsatz von Technologien im Klassenzimmer den größten Nutzen bei. Spanische, portugiesische und italienische Eltern wünschen sich mehr interaktive Whiteboards für den Unterricht. Die Österreicher, Deutschen und Schweizer sprechen sich im Vergleich hierzu eher für Laptops und Tablets aus.

In einer Sache unterscheiden sich die europäischen Eltern aber wenig: Sie alle denken nicht, dass die Lehrer ihrer Kinder bislang über ausreichend technologische Expertise verfügen.

Bildquelle: Thinkstock

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