Sicherer Bezahlvorgang im Internet

Tipps für Zahlungsabwicklung im E-Commerce

Kunden erwarten in Onlineshops einen übersichtlichen Bestellprozess, schnelle Kaufabwicklung und einen reibungslosen Bezahlvorgang. Um dies zu gewährleisten nutzen viele Onlinehändler einen Payment Service Provider (PSP), der die Zahlungen für sie abwickelt.

Ein komfortabler und vor allem sicherer Bezahlprozess ist für Onlinehändler ein Muss.

Das größte Leistungsspektrum können Dienstleister anbieten, die durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als Zahlungsinstitute anerkannt sind. Diese Anerkennung geht mit strengen Auflagen für den Umgang mit Kundendaten, -geldern und den Geschäftsprozessen zur Abwicklung der Kundengelder einher. Dabei soll gewährleistet werden, dass die abgewickelten Umsätze genauso gesichert werden wie bei Banken und Kreditinstituten und anders als bei nicht anerkannten PSPs auch bei Insolvenz geschützt sind. Damit können Zahlungsinstitute erweiterte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Geldtransfergeschäften anbieten, die einem PSP untersagt sind. Dazu zählen die Führung von Treuhand- und Zahlungskonten, die Abwicklung von Finanztransfergeschäften, wie sie etwa bei Marktplätzen üblich sind und weitere Finanzdienstleistungen.

Egal, ob PSP oder Zahlungsinstitut, bei der Auswahl des Dienstleisters gilt es einiges zu beachten. Die folgenden 6 Tipps helfen dabei:

  1. Komfortables Angebot an Bezahlverfahren
    Viele Kunden bevorzugen eine bestimmte Zahlungsart. Ob sie diese in einem Onlineshop nutzen können, hat Einfluss darauf, ob sie den Bestellprozess als komfortabel empfinden und ob es zum Kaufabschluss kommt. Deshalb sollten mindestens die gängigen Verfahren wie Kreditkartenzahlung, Zahlung per Lastschrift, Debitkarte, Giropay, sofortüberweisung.de, PayPal usw. zur Verfügung stehen. Aber auch neuere Verfahren wie beispielsweise mobiles Payment sind wichtig. Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung des E-Commerce sollten auch länderspezifische Verfahren bereitgestellt werden, da sich die Präferenzen der Kunden je nach Land deutlich unterscheiden. Hervorzuheben sind hier unter anderem Kreditkarten wie CUP, JCB oder E-Payment-Verfahren wie Yandex und Prezlewy24. Besonders einfach ist die Anbindung dann, wenn nicht für jedes Verfahren ein separater Vertrag geschlossen werden muss, sondern ein einziger Rahmenvertrag ausreicht. Ein zugelassenes Zahlungsinstitut kann in diesem Zusammenhang weitere Banking Services aus einer Hand bieten.
  2. Mobile Payment
    E-Commerce ist schon lange nicht mehr auf stationäre PCs beschränkt, sondern erobert Smartphones und Tablets. Onlinehändler sind gut beraten, Kunden auch unterwegs den Check-out so einfach wie möglich zu machen. Deshalb sollte der Payment-Dienstleister in der Lage sein, die Darstellung der Check-out-Seiten durch responsives Design automatisch dem Ausgabemedium anzupassen. Damit erreichen Onlinehändler einen Wiedererkennungswert der Seite und können diese gleichzeitig für die Bedienung auf einem Mobilgerät optimieren. Doch das Schlagwort Mobile Payment umfasst mehr: Auch echtes mobiles Bezahlen sollte angeboten werden – also ein kontaktloses Verfahren, das über das Smartphone oder andere Devices initiiert wird. Möglich sind hier QR-Code-Payment oder Zahlungen über Mehrwertdienste des Mobilfunkbetreibers (zum Beispiel per SMS).
  3. Stammkundenfunktion und Abo-Commerce
    Abos sind insbesondere in den Bereichen Medien und Lebensmittel beliebt, weil sich Kunden damit Verbrauchsgüter bequem nach Hause liefern lassen können. Die Verwaltung von Abonnements stellt aber viele Onlinehändler vor Herausforderungen – angefangen bei den Zahlungsmitteln bis hin zur Steuerung der Abos. Ein Payment-Dienstleister sollte daher bei der Abwicklung von wiederkehrenden Zahlungen unterstützen und Lösungen für Recurring Payments anbieten. Außerdem sollte ein Update des Zahlungsstatus in Echtzeit möglich sein. Weiter ist es wünschenswert, dass die Abo-Funktion nicht nur für Kreditkarten zur Verfügung steht, sondern auch beliebte Zahlverfahren wie Lastschrift oder PayPal „abofähig“ sind. Zudem ist eine Stammkundenfunktion, die es ermöglicht, dass der Kunde seine Zahlungsinformationen nur einmalig eingeben muss, hilfreich.
  4. SEPA-Abwicklung
    Auf jeden Fall muss die Abwicklung von SEPA-Zahlungen ermöglicht werden. Dabei sollten alle bestehenden Formate (COR1, CORE und nationale Formate) unterstützt und einen Konvertierungsservice für Kontodaten angeboten werden, sodass Kunden in der Übergangsphase zwischen beiden Verfahren frei wählen können. Denn viele Kunden haben ihre IBAN noch nicht verinnerlicht und bevorzugen es daher, wenn sie die vertrauten Kontoinformationen eingeben können und diese automatisch konvertiert werden. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich der Gebührenstruktur des Payment-Dienstleisters mit den von Banken angebotenen Konditionen. In diesem Punkt besteht gegebenenfalls Sparpotential bei der Verarbeitung von Zahlungsdateien, sofern der gewählte Dienstleister als Zahlungsinstitut zugelassen ist und diesen Service anbietet.
  5. Omni-Channel-Payment
    Immer mehr Konsumenten möchten verschiedene Informations- und Vertriebskanäle simultan nutzen, ganz so, als seien diese gar nicht mehr voneinander getrennt. Um das zu leisten, müssen Händler den Wandel vom Multi- zum Omni-Channel vollziehen. Dem tragen einige Payment-Dienstleister und insbesondere Zahlungsinstitute bereits Rechnung, indem sie Zahlungsmittel wie Kredit- oder Debitkarte, Lastschrift, Vorkasse, Überweisung, Wallet Transfer und Payment-App miteinander verknüpfen. Ähnlich wie im Abo-Commerce und im internationalen Handel müssen sich die neuen Möglichkeiten zahlungstechnisch adäquat abbilden und abwickeln lassen, etwa indem Zahlungen am Point of Sale und im Onlineshop mithilfe derselben Payment-Software erfasst, durchgeführt und überwacht werden.
  6. Sicherheit für alle Beteiligten
    Bei einem bankenunabhängigen Dienstleister, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Zahlungsinstitut zertifiziert hat, haben Händler die Gewissheit, dass ihr Geld in guten Händen ist. Außerdem kann nur ein Zahlungsinstitut für den Zahlungsverkehr europaweit Treuhandkonten bei verschiedenen Banken einrichten und internationale Transaktionen abwickeln. Der Vorteil: auf Treuhandkonten ist das Geld auch beim Zahlungsausfall des Providers sicher – sowohl im Inland wie auch im Ausland. Zudem können nur als Zahlungsinstitut zugelassene Payment-Provider weitere banktypische Dienstleistungen wie Kontoführung inklusive Kontoauszug, das Führen von Zahlungskonten und die Abwicklung von Marktplätzen gemäß Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) anbieten. Unabhängig von der Zulassung muss die Technologie des Payment-Dienstleisters auf jeden Fall nach dem weltweiten Datensicherheitsstandard Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zertifiziert sein. Damit genügen die Payment-Transaktionen den Sicherheitsansprüchen von Visa und Mastercard und ein korrekter Umgang mit sensiblen Kundendaten ist garantiert. Eine eigene PCI-Zertifizierung ist in diesem Fall nicht notwendig.


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Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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