Glass Up bringt webfähige Brille auf den Markt

Totaler Durchblick

Nach Google kommt nun auch der italienische Anbieter glass up mit webfähigen Brillen auf den Markt. Die gute Nachricht vorweg: Gesichtserkennung hat sie nicht. Dafür hat man laut Francesco Giartosio, CEO von Glass Up, relevante Daten sofort im Blick.

  • Das italienische Unternehmen Glass Up bringt eine webfähige Brille auf den Markt.

  • Streckeninformationen und Richtungsangaben werden direkt im Sichtfeld eingeblendet: eine der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten, die jetzt schon mit Datenbrillen praktikabel ist.

Herr Giartosio, warum besitzt Ihre Brille keine Gesichtserkennung?
Giartosio:
Wir glauben, dass es nicht angemessen ist, Informationen über unbekannte Personen zu sammeln oder zu beschaffen, ohne dass diese Personen es mitbekommen oder etwas dagegen tun können.

Sie können entsprechende Sicherheitsbedenken nachvollziehen?
Giartosio:
Natürlich kann ich diese Bedenken nachvollziehen. Jeder hat ein Recht darauf, dass seine Daten geschützt sind.

Aus welchem Grund und für welche Einsatzzwecke bringen Sie Ihre Brille auf den Markt?
Giartosio:
Wir finden, dass eingehende Nachrichten sofort sichtbar sein sollten, ohne zuerst das Smartphone starten zu müssen. Die Nachrichten sollten Teil der Welt des Anwenders sein.

Ist es nicht geradezu absurd, eine laufende Konversation zu unterbrechen, das Mobiltelefon aus der Tasche zu kramen, es anzuschalten, zu schauen, welche Nachricht hereinkam und dann erst das Gespräch fortzusetzen? Genau dies passiert aber immerzu.

Wir glauben, dass sich die Menschen in der Zukunft telepathisch austauschen werden. Wir werden dann mithilfe unserer Geisteskraft kommunizieren. Unsere Brille sehen wir lediglich als einen Zwischenschritt auf dem Weg dorthin.

Das ist aber noch ferne Zukunftsmusik?
Giartosio:
Schon. Nichtsdestotrotz sehen wir derzeit konkrete Einsatzszenarien: Beispielsweise für den Motorradfahrer, der Richtungsangaben vor Augen hat, ohne anzuhalten. Oder für den operierenden Arzt, der die Körperfunktionen der Patienten im Blick hat, ohne zu einem Monitor aufzuschauen. Auch eine Joggerin kann Streckeninformationen bequem während des Laufs einsehen.

Der beste Anwendungsfall ist jedoch der, dass taube Menschen die Worte des Gesprächspartners in der Brille mitlesen können. Alleine dafür lohnte sich die Entwicklungsarbeit.


GlassUp Srl...

... wurde ein Jahr nach Beginn der ersten Entwicklungsarbeit im Oktober 2012 gegründet, um das erste Patent anzumelden. Neben den Patenten hat die GlassUp Srl im Oktober 2012 in Italien einen Antrag auf Eintragung ins Markenregister gestellt. Dies wird bisher noch vom Unternehmen Google Inc. angefochten, das bereits im Juni 2012 in vielen Ländern der Erde die Marke „Glass“ hat schützen lassen. Google ist der Ansicht, dass sich beide Marken zu sehr ähneln, GlassUp argumentiert hingegen, dass sich beide Produkte möglicherweise ähneln, allerdings handelt es sich nun einmal um Brillen, also auf Englisch "Glasses". Die Frage soll in einigen Monaten vom italienischen Marken- und Patentamt entschieden werden.

www.glassup.net


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