Datenflut sinnvoll verarbeiten

Wearables: Sind Unternehmen bereit?

Längst ist es möglich, Nachrichten an Freunde der Armbanduhr zu diktieren. Eine Wegbeschreibung liefert mittlerweile die Brille. Und die Blutdruckwerte, die der Arzt beobachten will, sendet ein Sensor, den man mit sich trägt. Smartphones und Tablets verschwinden zwar nicht sofort, doch deren Absatz ist rückläufig.

Die Einsatzmöglichkeiten von Wearables in Unternehmen sind vielfältig, doch wie steht es um die Datenverarbeitung und Sicherheitsrisiken?

Wearables – Geräte wie Google Glass, Smartwatches, an der Kleidung befestigte Fitness-Tracker, Gesundheitssensoren, die am oder sogar im Körper getragen werden – sind im Trend. Mit ihren Sensoren erheben sie Daten, mithilfe von Programmierschnittstellen (APIs) verarbeiten und übertragen sie diese. Die Daten werden automatisch dorthin geleitet, wo sie benötigt werden. So wird das Internet der Dinge Realität und setzt sein rasantes Wachstum fort. Das Marktforschungs-institut IDC prognostizierte kürzlich, dass der Markt für das Internet der Dinge bis 2020 ein Volumen von 7,1 Billionen US-Dollar erreichen werde.

Laut ABI Research wurden 2014 90 Millionen am Körper tragbare Geräte ausgeliefert. Und Deloitte schreibt im Bericht Technology Trends für das Jahr 2014, dass sich im Bereich der Wearables bis jetzt erst die Spitze des Eisbergs abgezeichnet habe. Die meisten derzeit in der Entwicklung oder im Gebrauch befindlichen Geräte zielen auf den Endverbrauchermarkt ab. Die größten Chancen liegen nach Einschätzung von Deloitte aber im Unternehmen.

Doch wo kommen Wearables im Unternehmen zum Einsatz? Welche Vorteile bringen sie und wie regeln Nutzer Sicherheits- und Datenschutzrisiken?

Wearables für bessere Geschäftsabläufe

Wearables sorgen für den Zugang zu Informationen und schaffen neue Möglichkeiten der Kommunikation. Sie können das Geschäft beleben, Kundenbeziehungen verbessern und nicht zuletzt die Produktivität und Motivation von Mitarbeitern steigern. Vertriebsmitarbeiter könnten Kunden ein Produkt zeigen und dabei die Antworten auf deren Fragen nachschlagen. Mit einer Datenbrille haben sie die Hände frei und gleichzeitig ganze Handbücher vor Augen. Denkbar sind auch unternehmensweite Fitness-Wettbewerbe, bei denen Mitarbeiter Fitness-Tracker tragen, die ihre Bewegungen erfassen und ihren Fortschritt auf eine zentrale Anzeige übertragen. Solche Wettbewerbe lockern den Arbeitsalltag auf und fördern die Gesundheit der Mitarbeiter. Langfristig ließe sich so sogar der Arbeitgeberanteil an Krankenkassenbeiträgen verringern.

Die Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen sind vielfältig, insbesondere im Bereich von risikoreichen Arbeiten und Notfalldiensten. Datenbrillen mit Anleitungsvideos oder Handbüchern sind beispielsweise für Arbeiter hilfreich, die an Brücken oder auf Bohrinseln Reparaturen vornehmen, wie der Deloitte-Bericht anmerkt. Auch Fahrer von Krankenwagen oder Feuerwehrleute profitieren: Sie haben jederzeit ihre Hände frei, können aber gleichzeitig Informationen nachschlagen, sich mit Krankenhäusern oder anderen Einsatzteams vernetzen und ihre eigene Gesundheit und Sicherheit überwachen. Die Programmierschnittstellen, die hinter diesen Wearables stehen, ermöglichen z.B. die automatische Verknüpfung zwischen dem Standort einer Person und ihren medizinischen Daten, die für Krankenhäuser sehr hilfreich sein können.

Antworten auf Sicherheitsfragen

Die Informationen, die Wearables liefern, sind für Unternehmen zweifellos von großem Wert, stellen allerdings auch eine Datenflut dar, die beherrscht werden muss. Sie verursachen nicht nur ein riesiges Datenvolumen, sie liefern zudem komplexe, kontextbezogene Informationen. Da diese von tragbaren Geräten stammen, werden sie mitunter außerhalb der Firmen-Firewall generiert und übertragen.

Smartphones und Tablets haben mit „Bring your own Device“ Fragen zur Netzwerksicherheit aufgeworfen. Wear-ables stellen eine Herausforderung dar, die das API-Management, wie es beispielsweise Axway anbietet, zunehmend stärker ins Zentrum des Interesses rückt. In den tragbaren Geräten sorgen Programmierschnittstellen für die Erfassung, Speicherung, Ordnung und Verteilung persönlicher Daten. Dabei müssen Unternehmen kritische Datenschutzfragen beantworten: Wem gehören die Daten – dem Unternehmen, der Person, die das Gerät trägt, dem Hersteller oder dem Cloud-Anbieter, an den die Daten übermittelt werden? Können Mitarbeiter generierte Daten für sich beanspruchen, wenn sie das Unternehmen verlassen? Wie auch immer diese Eigentumsfragen geregelt werden, die Datensicherheit muss in jedem Fall auf API-Ebene gewährleistet sein.

Wearables erfordern aufgrund des Datenvolumens eine API-zentrische Datensicherheitslösung. Wenn jeder Mitarbeiter mit einem Fitness-Tracker, einer Smartwatch, einer Datenbrille und einem Gesundheitssensor ausgestattet ist, lässt sich die Zahl der vernetzten Geräte im Unternehmen nicht mehr mit herkömmlichen Sicherheitspatches bewältigen. Außerdem können Wear-
ables auch in Räumen, an Gegenständen oder an Fahrzeugen angebracht werden, die bisher nicht vernetzt waren, z.B. an Konferenzsälen, Versandcontainern oder Krankenwagen. Wenn die Geräte in ihrem jeweiligen API-Kern geschützt werden, Updates und Patches also direkt über ihr API beziehen können, ist das Netzwerk sicher. So können Unternehmen auch dann Datenschutzprobleme vermeiden und ihre digitalen Spuren kontrollieren, wenn Tausende von Geräten mit ihrem Datenbestand in Verbindung stehen.

Mit der richtigen Antwort auf Datenschutz- und Sicherheitsfragen können Unternehmen auf den „Bring your own Wearable Device“-Trend setzen. Das motiviert Mitarbeiter, zieht gut ausgebildete Bewerber an und sichert den Vorsprung des Unternehmens gegenüber der Konkurrenz.

 

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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