Globale Effizienzsteigerung

Weltweites Workforce Management eingeführt

Um die zeitzonenübergreifende Einsatzplanung der rund 600 Service-Techniker zu erleichtern, greift die AVL List GmbH auf ein Mobile-Workforce-Management-System zurück. Patrick Liegl, Global Project Manager, berichtet von den Herausforderungen der Software-Einführung über mehrere Standorte hinweg und wie künftig die redundante Datenhaltung verhindert wird.

Patrick Liegl, AVL

„Dank der neuen Software genügt den Einsatzplanern heute ein Blick auf die Plantafel, um anhand von produktiver bzw. nicht produktiver An- oder Abwesenheit zu entscheiden, welcher Techniker verfügbar ist sowie die notwendigen Qualifikationen für einen bestimmten Auftrag besitzt", so Patrick Liegl.

Herr Liegl, wie ist es zu der Entscheidung gekommen, weltweit ein neues Mobile-Workforce-Management-System einzuführen?
Patrick Liegl:
In der Vergangenheit haben unsere zwölf Niederlassungen eigenständig auf Basis von Excel-Tabellen und Insellösungen gearbeitet. Dies hatte nicht nur zur Folge, dass internationale Planungen sowie eine Übersicht der jährlich rund 15.000 Service-Einsätze nicht möglich waren. Aufgrund der entstehenden Medienbrüche und einer redundanten Datenhaltung durch den Disponenten und den Außendienstmitarbeiter haben wir es im Laufe der Zeit mit einem erhöhten administrativen Aufwand zu tun gehabt, der mitunter auch zu Fehlern im Prozessablauf führte. Hinzu kam, dass aus der verzögerten Abgabe der Arbeitszeitblätter der Techniker ein Rückstand bei der Rechnungserstellung resultierte.

Daher haben wir bereits 2009 mit der Evaluation verschiedener Anbieter und Lösungen begonnen und uns für das Mobile Workforce Management von Mobile X entschieden. Nachdem wir 2010 mit dem Pilotprojekt in Deutschland produktiv gegangen sind, wurde beschlossen, die Lösung auch an allen anderen Standorten auszurollen.

Wie erfolgt die Koordination der rund 600 Techniker, die weltweit im Einsatz sind?
Liegl:
Dank der neuen Software genügt den Einsatzplanern heute ein Blick auf die Plantafel, um anhand von produktiver bzw. nicht produktiver An- oder Abwesenheit zu entscheiden, welcher Techniker verfügbar ist sowie die notwendigen Qualifikationen für einen bestimmten Auftrag besitzt. Kommt es beispielsweise in Frankreich zu einem Engpass, ist es nun leicht möglich, sich einen deutschen Techniker „auszuleihen“. Auf diese Weise lassen sich etwa Aufträge zu kurzfristigen Störungen oder Wartungen effizient planen und überblicken.

Welche Anforderung muss die Lösung – über die erleichterte Koordination der Techniker hinaus – noch erfüllen?
Liegl:
Ein wichtiger Punkt in dem schätzungsweise 100-seitigen Anforderungskatalog ist die Offline-Verfügbarkeit sämtlicher Daten gewesen. Denn häufig ist am Einsatzort der Techniker kein oder nur sehr schlechter Internetzugang vorhanden. Mit der mobilen Lösung „Mobile X-MIP for Field Service“ können die Mitarbeiter im Vorfeld alle auftragsrelevanten Daten sowie die Kundenhistorie auf ihr Gerät – meist windows-basierte Laptops – herunterladen. Vor Ort erstellte Service-Berichte unterschreiben die Kunden via Sign-Pad digital, im Anschluss synchronisieren sich die Daten – etwa über verbrauchte Materialien sowie die Zeiterfassung – automatisch und werden an das SAP-Backend-System übermittelt. Die papierlose Arbeitsweise mit dem mobile Client hat die Datenqualität sowie die Flexibilität gesteigert.

Vor welchen unvorhergesehen Herausforderungen standen Sie während der internationalen Implementierung?
Liegl:
Um zu verhindern, dass es während der Einführung zu Unerwartetem kommt, bespreche ich mit den Verantwortlichen sämtliche länderspezifischen Anforderungen und nehme diese auf. Während dieser Phase setzen wir fest, ob die Standardversion der Software ausreichend ist, oder ob Anpassungen notwendig sind. Die Erfahrung zeigt, dass sich diese meist schnell umsetzen lassen, nicht zuletzt, weil auch über die Implementierungsphase hinaus eine wöchentliche Abstimmung mit dem Projektleiter auf Seiten des Anbieters erfolgt.

Die Einführung eines neuen Systems erfordert immer auch die Schulung der Mitarbeiter. Wie erfolgt das auf internationaler Ebene in dem Projekt?
Liegl:
Die Schulung ist ein Prozess, den ich persönlich vor Ort nach jedem Roll-out mitgestalte. Bei größeren Standorten wie im letzten Jahr in China erhalte ich Unterstützung durch den Mobile-X-Projektleiter. An den Standorten sind die Key-User hauptverantwortlich dafür, dass das System so gut wie möglich genutzt wird und das Know-how im Umgang stetig wächst. An dieser Stelle ist es natürlich wichtig, die Mitarbeiter mit der Lösung nicht alleine zulassen, so haben wir uns darauf eingerichtet, wöchentlich aufkommende Fragen zu beantworten, um die Service-Qualität kontinuierlich zu steigern.


Die AVL List GmbH ...
...
ist spezialisiert auf die Entwicklung, Simulation und Prüftechnik von Antriebssystemen (Hybrid, Verbrennungs- und Elektromotoren, Getriebe, Batterien sowie Software) für Pkw, Lkw und Großmotoren. Im Bereich Motorenmesstechnik und Testsysteme werden alle Geräte und Anlagen, die für das Testen von Motoren und Fahrzeugen erforderlich sind, entwickelt und beim Kunden installiert. AVL beschäftigt weltweit an zwölf Standorten mehr als 6.500 Mitarbeiter, darunter mehr als 600 im Bereich Service.

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok