EU will mit neuem Supercomputer China und USA Paroli bieten

EU: Supercomputer, IoT und weniger Datenschutz

Europa soll möglichst schnell einen modernen Supercomputer bekommen. Außerdem träumt EU-Kommissars Andrus Ansip vom sicheren Internet der Dinge und weniger Datenschutz

Rechnerschränke des deutschen Großrechners «Hazel Hen» im Hochleistungs-Rechenzentrum Stuttgart. Foto: Marijan Murat

Rechnerschränke des deutschen Großrechners «Hazel Hen» im Hochleistungs-Rechenzentrum Stuttgart. Foto: Marijan Murat

Die EU-Kommission will bis Ende des Jahres einen Vorschlag vorlegen, wie der Aufbau einer sogenannten Höchstleistungs-Recheninfrastruktur in Auftrag gegeben werden könnte. Sie soll in der Lage sein, mindestens eine Trillion (10 hoch 18) Rechenoperationen pro Sekunde auszuführen.

Ein neuer Supercomputer soll es ermöglichen, die Strom- und Wasserversorgung effizienter zu machen oder die Vorhersage von Erbeben zu verbessern. Im Bereich der Medizin helfen Supercomputer bereits heute, schneller Diagnosen zu stellen und die Wirkung neuer Arzneimittel zu simulieren.

Abhängigkeit von USA und China?

Nach Einschätzung des zuständigen EU-Kommissars Andrus Ansip sind die EU-Staaten derzeit viel zu sehr auf die Rechenleistung von Supercomputern angewiesen, die zum Beispiel in China und den USA stehen. Ziel müsse es sein, diese Abhängigkeit so schnell wie möglich zu beenden, sagte er zur Vorstellung seiner Pläne. Spätestens 2023 soll einer der drei stärksten Supercomputer in Europa stehen.

Übrigens: Deutschland betreibt nach China und den USA die meisten der schnellsten Supercomputer der Welt.

In der aktuellen Liste der schnellsten Supercomputer («Top 500») liefern sich die USA und China ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Staaten platzierten jeweils 171 Systeme in der Liste. Den schnellsten Computer der Welt betreibt China.

Zusammen mit den Supercomputer-Plänen kündigte Ansip neue Initiativen in Bereichen wie Cybersicherheit und Datenwirtschaft an. So will die EU-Kommission zum Beispiel dafür sorgen, dass mit dem Internet verbundene technische Geräte künftig besser vor Hackerangriffen geschützt werden.

Internet der Dinge soll sicherer werden

Die Zahl der vernetzten Gegenstände könnte Schätzungen zufolge bereits 2020 die 50-Milliarden-Marke erreichen. Von der ferngesteuerten Heizung bis zum «intelligenten» Kühlschrank, der automatisch zur Neige gehende Lebensmittel online nachbestellt - die Entwicklung in diesem Bereich werde weiter rasant voranschreiten, heißt es in Brüssel. Deswegen müssten auch in diesem Bereich Mindeststandards für die Sicherheit entwickelt werden.

Und zu guter Letzt: Weniger Datenschutz

Zudem will die EU-Kommission die Weitergabe und die Nutzung von nicht personenbezogenen Daten erleichtern, die zum Beispiel von öffentlichen Transportunternehmen gesammelt werden. Dies könne die Entwicklung von neuen Geschäftsideen fördern, sagte Ansip. Konkrete Pläne sollten im Frühjahr 2018 präsentiert werden.

dpa/rs

Links:

 

 

EU-Kommission zur Halbzeitbewertung ihrer Strategie für einen digitalen Binnenmarkt

 

 

 

 

Website Top500

 

 

 

©2018Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok