Telekom als Treuhänder

Microsoft bietet Office 365 in der deutschen Cloud an

Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online kommen zukünftig aus zwei deutschen Rechenzentren der Telekom-Tochter T-Systems.

„Die neuen Dienste treiben lokale Innovationen und Wachstum voran und bieten Kunden mehr Wahlmöglichkeiten“, so Microsoft-CEO Satya Nadella in Berlin.

Safety first, ist die Devise vieler deutscher Unternehmen beim Einsatz von IT-Lösungen. Das geht ein wenig zulasten von Cloud-Services, die sich in Deutschland nicht so schnell verbreiten wie in anderen Ländern. Hinzu kommt der strenge deutsche Datenschutz, der eine Auftragsdatenverarbeitung bei einem US-Unternehmen und in globalen Rechenzentren eigentlich verbietet.

Bis vor wenigen Wochen gab es allerdings die sogenannte Safe-Harbour-Regelung, nach der zwischen den USA und der EU die Geltung der europäischen Datenschutzregeln wie in Europa vereinbart waren. Der Europäische Gerichtshof hatte dieses Abkommen in einer wegweisenden Entscheidung de facto aufgehoben, so dass Cloud-Dienste von US-Unternehmen in eine rechtliche Grauzone gerutscht waren.

Microsoft hat diesen ungeklärten Rechtsstatus seiner wichtigsten Umsatzbringer jetzt beendet: Die Daten der deutschen Anwender liegen in Zukunft in Rechenzentren von T-Systems in Magdeburg und Frankfurt am Main. Um den Einsatz von Office 365 und den anderen Cloud-Services datenschutzrechtlich korrekt abzuwickeln, tritt die Telekom als Datentreuhänder auf. Sie überwacht und kontrolliert den Zugang zu den Kundendaten und sorgt auch dafür, dass beispielsweise Microsoft nicht mehr darauf zugreifen kann. In rechtlicher Hinsicht ist damit die Telekom der Auftragsdatenverarbeiter im Sinne der deutschen Datenschutzgesetze, nicht Microsoft Deutschland oder das Mutterunternehmen in Seattle.

Diese Hilfskonstruktion mit der Telekom-Partnerschaft erlaubt es Microsoft, Office 365 wie gewohnt zu vertreiben und den Anwendern die Datenspeicherung in datenschutzrechtlich unbedenklichen Rechenzentren in Deutschland zu ermöglichen. Allerdings ist zum Aufbau der Rechenzentren noch einige Zeit notwendig, der Service soll erst im zweiten Halbjahr 2016 in Betrieb gehen.

T-Systems als datenschutzrechtlicher Treuhänder

„Die neuen Dienste treiben lokale Innovationen und Wachstum voran und bieten Kunden mehr Wahlmöglichkeiten“, erklärte Microsoft-CEO Satya Nadella bei der Vorstellung der Partnerschaft. Das Angebot richte sich insbesondere an Organisationen und Unternehmen in datensensiblen Bereichen, etwa dem öffentlichen, dem Finanz- oder dem Gesundheitssektor.

Für die neuen deutschen Rechenzentren gelten dieselben Sicherheits-, Service- und Qualitätsstandards wie für alle Rechenzentren von Microsoft. Die neuen Dienste folgen in punkto Sicherheit, Compliance, Transparenz, Datenschutz und Kontrolle denselben Prinzipien wie alle weltweiten Cloud-Services von Microsoft.
Der Datenaustausch zwischen den beiden geographisch getrennten Rechenzentren findet über ein privates, vom Internet getrenntes Netzwerk statt. Dadurch ist der Verbleib der Daten in Deutschland gesichert. Zudem werden alle Daten kontinuierlicher zwischen den zwei Rechenzentren abgeglichen, damit auch schwere Probleme ohne Datenverlust behoben werden können.

„Mit dem neuen Angebot reagieren wir auf die steigende Nachfrage nach unseren Cloud-Diensten in Deutschland. Die Verknüpfung der Innovationskraft und Skalierbarkeit unserer Microsoft-Cloud-Plattform mit deutscher Infrastruktur und deutschem Datentreuhänder ist aus unserer Sicht am Markt einzigartig“, erklärte Alex Stüger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. Das Partnerschaftskonstrukt mit der Deutschen Telekom als Betreiber und Datentreuhänder bezeichnete Stüger als einzigartig in der Architektur und im Zugriff.

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok