Das Microsoft-Notizbuch

OneNote wächst in die Cloud

Das bisherige Office-Zubehör OneNote ist jetzt kostenlos auf allen Plattformen verfügbar. Damit greift Microsoft Evernote an, den Platzhirsch im Markt für mobile Notizbuch-Apps.

Mit dem kostenlosen Notizblock-Programm OneNote und einem großen Angebot an dazu passenden Apps, will Microsoft vor allem Evernote Konkurrenz machen.

Die Cloud-orientierte Strategie von Microsoft zeigt sich auf einem Nebenschauplatz ganz deutlich: Bei OneNote, dem praktischen, aber bisher nicht besonders breit eingesetzten Notizblock-Programm. Bisher war es lediglich eine Beigabe zu Microsoft Office, die der Durchschnittsnutzer mit seinem starren Blick auf Word, Excel und Powerpoint höchstens aus dem Augenwinkel wahrnahm.

Innerhalb kurzer Zeit hat Microsoft jedoch aus der netten Zugabe ein eigenständiges Produkt gemacht, noch dazu kostenlos auf allen Plattformen. Dazu gehören iOS, Android, Windows Phone, Windows 10. Jeder, der sich für die Anwendung interessiert, kann die entsprechenden Apps im jeweiligen Appstores herunterladen oder auf der OneNote-Webseite die Desktop-Version. Ergänzt werden diese lokal installierbaren Anwendungen durch eine plattform-neutrale Webversion.

Im Unterschied zu der letzten Version OneNote 2010 fordern die neuen Apps den Einsatz eines SharePoint-Servers oder einen Zugang zu OneDrive, der Online-Festplatte von Microsoft. Bereits bei der Vorversion war der Zugriff auf die Cloud möglich, stand jedoch nicht im Vordergrund. In den neuen Versionen sind Notizbücher in der Cloud der Standard und die Speicherung auf lokalen Datenträgern zweitrangig (aber keine zwingende Voraussetzung).

Damit zielt Microsoft auf den einzigen nennenswerten Konkurrenten in Sachen Notizblock-Software: Evernote, der ebenso erfolgreiche wie umfassende Notizblockdienst in der Cloud. Der moderne, plattform-übergreifende Service ist bereits dabei, den Markt zu "monopolisieren". Stetige Verbesserungen, Apps für alle Betriebssysteme, Collaboration-Funktionen für Business-Anwender und ein großes Ökosystem aus Apps von Dritten: Dies sorgt dafür, dass Evernote mehr und mehr zum Synonym für digitale Notizblöcke wird.

Und in genau diese Richtung möchte Microsoft seinen Notizblock auch treiben. Auch zu OneNote gibt es ein neues App-Ökosystem, das den Notizblock mit allen möglichen Schnittstellen ergänzt. So gibt es zum Beispiel von verschiedenen Scanner-Herstellern eine Möglichkeit, jede gescannte Seite automatisch in OneNote online zu speichern.

Außerdem ist eine Schnittstelle zu OneNote in einige RSS-Reader integriert, unter anderem in Feedly. Sehr praktisch ist außerdem der OneNote-Kanal von IFTTT (If This Then That), dem Automatisierungsdienst für etwa achtzig weitere Cloudservices und -Produkte.

Microsoft startet damit eine Aufholjagd gegenüber Evernote und anderen Cloudservices. Als Freeware dürfte OneNote sicherlich viele neue Fans gewinnen, denn vor allen Dingen die Version für den Windows-Desktop ist ein ausgefeiltes Werkzeug für das Anlegen und Verwalten von Notizen aller Art. Doch bis Microsoft ein ähnlich ausgefeiltes App-Ökosystem wie Evernote besitzt, dürfte noch einige Zeit vergehen.

 

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Bildquelle: birgitH/ pixelio.de

 

 

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