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Kurzinterview

Digitale Potentiale ausschöpfen

Drei Fragen an eco Geschäftsführer Alexander Rabe

Alexander Rabe, eco

Alexander Rabe, eco

ITM: Herr Rabe, wo stehen hiesige KMU aktuell in puncto Digitalisierung?
Alexander Rabe:
Durch das Internet können kleine und mittelständische Unternehmen ihre Geschäftsmodelle grundlegend optimieren. Sie können Produkte oder Services schneller auf den Markt bringen, Kundenwünsche besser verstehen und berücksichtigen sowie zusätzliche Leistungen anbieten, die bisher nicht im Kernbereich ihres Geschäftsmodells angesiedelt waren.

Doch wir müssen erkennen, dass aktuell diese Potenziale noch nicht ausreichend ausgeschöpft werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Um die Digitalisierung im deutschen Mittelstand weiter voranzutreiben, ist auch die Politik in der Pflicht, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, aber auch etwaige Rechtsunsicherheiten zu minimieren. Diese Pflicht gilt sowohl für den Bund als auch für die Länder.

So besteht zunächst dringender Handlungsbedarf beim Thema Breitband: Wie der von eco initiierte digitale Länderkompass zeigt, stellt der Ausbau des schnellen Internets viele Regionen noch vor große Herausforderungen. Ebenso bestehen deutliche Defizite, was die individuelle Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen betrifft: Während insbesondere Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit speziell für KMU entwickelten Digitalisierungsstrategien punkten, müssen andere Länder hier noch nachbessern.

Weiter bedarf es eines strategischen Ausbaus von Rechenzentren sowie Cloud-Infrastrukturanbietern in Deutschland und Europa. Ansonsten könnten KMU vor allem in weniger digitalisierten Branchen bald den Anschluss verlieren. Um dem entgegenzuwirken, hat sich im vergangenen Jahr unter dem Dach von eco die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen” in Deutschland gegründet. Gemeinsam wollen wir die digitale Souveränität des Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europa ausgestalten und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands nachhaltig sichern. Aber auch im Bereich Datenschutz bedarf es einer bundesweit einheitlichen und verbindlichen Linie, an der sich KMU bei der Umsetzung der DSGVO orientieren können.

ITM: Was erwarten Sie von der TWENTY2X?
Rabe:
Die TWENTY2X bietet eine ideale Plattform für den gegenseitigen Austausch von Internetwirtschaft und Anwenderunternehmen. Optimale Voraussetzungen also, um gemeinsame Wettbewerbslösungen für die Zukunft zu finden. Gleichzeitig begrüßen wir die klare Ausrichtung der TWENTY2X auf den Mittelstand. Durch die Messe können KMU weitere Einblicke darüber erhalten, welche innovativen Möglichkeiten sich ihnen durch das Internet bieten. Denn vor allem bei kleineren Unternehmen schürt die fortschreitende Digitalisierung von Arbeitsprozessen teilweise eher Ängste.

Technologischer Fortschritt eröffnet jedoch nicht nur vereinfachte Produktionsprozesse, sondern bietet Firmen gleichzeitig neue Möglichkeiten, um den Büroalltag flexibler zu gestalten. Digitalisierung sollte daher weniger als Bedrohung, sondern vielmehr als Chance verstanden werden. Von der TWENTY2X erhoffen wir uns daher auch, dass sie KMU näherbringt, wo noch ungenutzte Potenziale liegen.

ITM: Welche thematischen Schwerpunkte der Messe halten Sie für besonders wichtig?
Rabe: Als Verband für Internetwirtschaft hat für uns jedes Thema Bedeutung, das sich mit der Digitalisierung von Produktions- und Arbeitsprozessen befasst. Thematisch ist die TWENTY2X sehr breit aufgestellt, was Besuchern einen umfassenden Überblick verschafft. Einen guten Eindruck über die Wirtschaft von morgen gibt sicherlich der Bereich BUSINESS MANAGEMENT. So sind Big Data, Künstliche Intelligenz (KI) sowie Cloud und Edge Computing keinesfalls Themen, die ausschließlich nur Global Player betreffen. Vor allem der Einsatz von KI kann kleine und mittelständische Unternehmen auf die Überholspur befördern: Durch Algorithmen, Neuronale Netze und Machine Learning ist es langfristig sogar möglich, die „Economies of Scale” der großen Unternehmen auszugleichen. 

Auch NEW WORK – das sowohl räumlich als auch zeitlich selbstbestimmte Arbeiten – wird künftig weiter an Bedeutung gewinnen. KMU, die jene neue Arbeitskultur mittragen, können sich bei der Rekrutierung von Personal einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Ebenso begrüßen wir es, dass SECURITY SOLUTIONS einen eigenen Themenbereich umfassen. Das Thema IT-Sicherheit beschäftigt uns als Verband ebenfalls sehr stark, da durch eine zunehmende Digitalisierung auch das Risiko für Cyberangriffe und Datendiebstahl wächst. Hier gilt es, KMU weiter dafür zu sensibilisieren, dass die Sicherheit von relevanten Unternehmens- oder Kundendaten oberste Priorität haben sollte. Auch hier kann die TWENTY2X einen Beitrag dazu leisten, mögliche Sicherheitslücken zu erkennen.

Bildquelle: eco

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