Deutsche Post setzt auf Punkt.de

Ein passendes Paket geschnürt

Für die Deutsche Post wurde ein zentrales Webportal entwickelt und umgesetzt, das rund 12.700 Terminals in fast 11.500 Partnerfilialen umfasst. Es dient den Kooperationspartnern als Unterstützung im stationären Kundenservice.

Die Zentrale der Deutschen Post in Bonn

Das alte Partnerportal war technisch an seine Grenzen gestoßen. „Wir benötigten ein neues Portal, um unseren Partnern hilfreiche Informationen und Tools bieten zu können“, erklärt Andrea Nagies, Projektleiterin Vertriebsmanagement Privatkunden/Filialen der Deutschen Post. Mit rund 13.000 Filialen und über 7.000 Verkaufspunkten für Brief- und Paketmarken hat die Deutsche Post eines der größten deutschen Verkaufsstellennetze. Die meist in Einzelhandelsgeschäfte integrierten Filialen betreiben ausschließlich Kooperationspartner. Um diese zu unterstützen, wollte man eine neue Plattform auf Basis des lizenzkostenfreien Content-Management-Systems (CMS) Typo3 einführen.

Es kamen vier Anbieter in die engere Wahl. „Wir haben uns im Herbst 2011 für Punkt.de entschieden, weil das Team und sein Prototyp überzeugten“, so Gregor Krampe, Teilprojektleiter Prozessmanagement Filialen der Deutschen Post. Als Typo3-Agentur realisiert die Punkt.de GmbH komplexe Enterprise-Web-Anwendungen. Die Anforderungen an das Portal waren hoch: Es sollte u.a. einen E-Learning-, Prüftest- und Informationsbereich umfassen. Zudem sollte es an SAP und das Filial-IT-System angebunden sein, ein Rechte-System unterstützen und eine Single-Sign-on-Funktion bieten. Das Corporate Design setzte der Dienstleister in Typo3 um, entwickelte alle Einzelanforderungen in PHP und band sie in das CMS ein.

Mit Teilerfolgen zum Ziel

Bei der Entwicklung setzte der Dienstleister auf agile Prozesse und realisierte in 14-Tages-Zyklen kleine Teilkomponenten, da sich viele Anforderungen erst während der Entwicklung oder im laufenden Betrieb ergaben. Darum haben Anbieter und Anwender immer nur einige Spezifikationen definiert. So konnte schnell ein Ergebnis abgeliefert und der Entwurf bei Bedarf optimiert werden. Die hohe Qualität ermöglicht laut Anbieter ein vollautomatischer Deployment-Prozess: Neuer Code werde automatisch getestet, sodass die Entwickler mögliche Fehler beheben können und erst dann neue Elemente freischalten. So kann der Dienstleister gezielt darauf achten, dass häufiger auftretende Fehler nicht mehr passieren.

Im Juli 2012 erhielten zehn Partnerfilialen Zugriff auf das Portal. Nach zehn Tagen konnten fast 11.500 Filialen mit bis zu 35.000 Nutzern auf die Plattform zugreifen. Der Informationsbereich bietet eine FAQ-Liste und eine Suche, über die man Texte, Pdf-Dokumente und Dateien finden kann. Über die eingebundene Dokumentenprüfung können sich Kunden bei bestimmten postalischen Dienstleistungen zwecks Identifizierung ausweisen. Und das Rechtesystem sorgt dafür, dass spezifische Nutzergruppen nur auf für sie freigegebene Informationen Zugriff erhalten.

Transparentes Arbeiten

Das Partnerportal ist über einen „berechtigten“ Internetanschluss oder über das Filial-IT-System zugänglich, das die Kundenbedienung unterstützt und als Buchungs- und Kassensystem dient. Dank Single-Sign-on-Funktion müssen sich Anwender nur einmal am Portal anmelden und können ohne weitere Authentifizierung zwischen den Systemen wechseln, etwa um Wechselgeld oder Briefmarken über ein externes Tool nachzubestellen. Da das Portal an Internet und Intranet samt Filial-IT-System, das keine direkte Internetverbindung haben darf, angebunden ist, trennt eine zwischengeschaltete demilitarisierte Zone (DMZ) Intranet und Internet per Firewall. So können Nutzer auf das Internet zugreifen, während Intranet und Filial-IT-System zugleich geschützt sind. Um zu verhindern, dass vertrauliche Informationen ins Internet gelangen, hat der Dienstleister Änderungen hinsichtlich Authentifizierung am CMS und am Framework Flow3 vorgenommen. Und für eine verringerte Rechenlast erhalten Anwender nur Zugriff auf jene Informationen, die sie für eine bestimmte Aufgabe benötigen.

„Mit unseren Partnerportal sind wir sehr zufrieden“, so Projektleiterin Nagies. „Es ist technisch auf dem neuesten Stand, optisch ansprechend und benutzerfreundlich.“ Über die Plattform kann die Deutsche Post Inhalte einstellen und freischalten. Inzwischen bindet der Dienstleister die Systeme weiterer Abteilungen kontinuierlich an. Teilprojektleiter Krampe zieht ein positives Fazit: „Wir arbeiten gut mit unserem Dienstleister zusammen und können uns aufeinander verlassen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Anbieter transparent arbeitet und uns über Fortschritte und Schwierigkeiten auf dem Laufenden hält.“

 

Die Deutsche Post

Die börsennotierte Deutsche Post DHL ist ein global agierender Logistikkonzern mit Sitz in Bonn und weltweit rund 475.000 Mitarbeitern. Unter der Marke Deutsche Post betreibt das Unternehmen eines der größten Verkaufsstellennetze in Deutschland. Dieses stationäre Vertriebsnetz besteht aus rund 13.000 Filialen und über 7.000 Verkaufspunkten für Brief- und Paketmarken. Das flächendeckende Netz nutzen werktäglich rund 1,9 Millionen Postkunden. Die überwiegend in Einzelhandelsgeschäfte integrierten Postfilialen betreiben inzwischen ausschließlich Kooperationspartner und deren Mitarbeiter – immerhin bis zu 35.000 Beschäftigte.

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