Auf Zwischenfälle vorbereitet

Im Keim ersticken

Kaum ein Bereich reagiert so sensibel auf Störungen wie die IT. Daher ist es wichtig, auf mögliche Zwischenfälle optimal vorbereitet zu sein. Was aber tun, wenn es einmal brennt? Welche Brandschutzlösung eignet sich besonders gut und was passiert, wenn sich durch neue Hardware oder Umbauten die Raumsituation ändert?

Flamme, Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

Ganz gleich ob Anwenderunternehmen oder IT-Dienstleister, der Erfolg eines Betriebs steht und fällt heute auch mit der Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit seiner IT. Wird diese gestört, können firmeninterne wie -externen Abläufe gleichermaßen betroffen sein. Umso wichtiger also, ein Rechenzentrum so zu gestalten, dass auch im Brandfall die Verfügbarkeit nicht unnötig, z.B. durch ein Stromlosschalten, gestört wird.

Um ein Rechenzentrum auf unterschiedlichste Störfälle vorzubereiten, investieren IT-Verantwortliche in der Regel viel. Zutrittskontrollsysteme, Antivirenschutz sowie eine doppelte Notstromversorgung werden eingerichtet. Der Brandschutz wird dabei jedoch allzu häufig vernachlässigt. Vorhandene Lösungen sind oft veraltet oder technisch nicht optimal gestaltet. Die Auswirkungen im Brandfall können verheerend sein, denn gerade im IT-Bereich ist durch die Vielzahl elek-trischer Anlagen das Brandrisiko besonders hoch. Laut einer VdS-Mängelstatistik entstehen rund 20 bis 25 Prozent aller Brände durch Mängel an Betriebsmitteln, Leiteranschlüssen und Verbindungen, Überlast- und Kurzschlussorganen und bei Kabelleitungen.

Zum Zeitpunkt ihrer Errichtung wurden viele Rechenzentren vollkommen normenkonform mit einer Gaslöschanlage ausgestattet und blieben dann über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg unverändert. Das Problem: Gerade Rechenzentren verändern sich im Lauf der Zeit besonders stark. Neue Racks, leistungsstärkere Server, bessere Klimatechnik, Kalt- und Warmgänge sowie zusätzliche Netzwerkverbindungen halten Einzug und verändern somit auch die Projektierungsbedingungen, wie sie bei der Auslegung der Gaslöschanlage vorhanden waren. Die Folge: Die Löschanlage passt nicht mehr zum Rechenzentrum, kann für die neuen vorherrschenden Bedingungen über- oder unterdimensioniert sein und im Brandfall unter Umständen keinen optimalen Lösch­erfolg mehr gewährleisten.

Ein Risiko bringen erweiterte Netzwerkverbindungen mit sich. Durch neue Installationskanäle oder nicht abgeschottete Durchlässe in Wänden oder im Doppelboden können Raumundichtigkeiten entstehen, die im Brandfall gravierende Auswirkungen haben können. So kann eine Undichtigkeit etwa dazu führen, dass die erforderliche Löschgaskonzentration nicht erreicht oder nicht lange genug gehalten werden kann. Dies wirkt sich wiederum negativ auf den Löscherfolg aus. Zudem besteht die Gefahr, dass Rauchgase durch die Öffnungen in den Wänden oder im Unterboden in angrenzende Räume gelangen und dort anwesende Personen im hohen Maße gefährden. Die Sachversicherer empfehlen zudem, bei einer Gaslöschung im Brandfall sämtliche IT-Anlagen und die gesamte Klimatechnik stromlos zu schalten, um dem Brand die Stützenergie zu entziehen. Dies soll den Löscherfolg sicherstellen und eine Rückzündung nach dem Löschen vermeiden. Würde nach dem Löschvorgang eine verbliebene Entzündungsquelle den Brand erneut entfachen, hätte eine Gaslöschanlage diesem nichts entgegenzuwirken, da das Löschmittel bereits verbraucht wäre.

Eine Alternative zu herkömmlichen Gaslöschanlagen ist die aktive Brandvermeidung durch Sauerstoff­reduktion, wie sie mit dem Brandvermeidungssystem Oxy Reduct von der Wagner Group angeboten wird. Die VdS-Brandschutzlösung eignet sich für die Anwendung in IT- und Rechenzentren. Durch die kontrollierte Absenkung des Sauerstoffniveaus unterhalb der Entzündungsgrenze typischer IT-Materialien kann sich ein Feuer nicht mehr entzünden oder ausbreiten. Zudem werden Hardwareschäden, die durch den Einsatz von Löschgas auftreten können, vollständig vermieden. Ein Vorteil im Hinblick auf Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit: Den für die Sauerstoffabsenkung benötigten Stickstoff gewinnt das System selbst vor Ort aus der Umgebungsluft. Das Schutzniveau kann dadurch kontinuierlich gehalten werden. Die Räume bleiben dabei weiterhin für das Personal begehbar. Somit können im Fall einer Entzündung die Ursachen schnell direkt behoben werden – ohne dass sich ein Feuer überhaupt erst ausbreitet. Ein Vorteil: Ein Stromlosschalten ist nicht notwendig. Die IT bleibt im Regelfall weiterhin verfügbar. Und sollte das Rechenzentrum wachsen oder sich die räumlichen Bedingungen verändern, kann das Brandvermeidungssystem ohne viel Aufwand an die neuen Begebenheiten angepasst werden.

Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

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