Movianto optimiert eigene IT-Plattform

Transparenz entlang der Lieferkette

Die neuen Regelungen für den Transport und die Lagerung von Arzneimitteln nahm die Movianto Group zum Anlass, ihre eigene IT-Plattform zu optimieren.

Im Januar 2013 wurden mit der Novellierung der Good Distribution Practice (GDP) neue Regeln für den Transport und die Lagerung von Arzneimitteln wirksam. Die strengen Regelungen für die Logistik der Pharmabranche wurden damit nochmals deutlich verschärft. Transparenz entlang der gesamten Lieferkette ist dabei von hoher Bedeutung.

Als spezialisierter Outsourcing-Partner von international agierenden Pharma-, Biotech- und Medical-Device-Unternehmen nahm Movianto dies zum Anlass, die eigene europaweite IT-Plattform „Movianto Prince“ weiter zu optimieren. Eine stabile und zuverlässige IT-Anbindung zwischen Logistikdienstleister und Pharmahersteller ist die Grundvoraussetzung für eine reibungslose Kooperation. Neben diesen transparenten Prozessen – von der Auftragsannahme bis zur Rechnungsstellung – wird ein ständig verfügbarer und sicherer Single Point of Contact bei Fragen und Unterstützung geboten.

Reibungslose Integration

Prince funktioniert wie folgt: Nachdem der Pharmahersteller den Auftrag seiner Kunden entgegengenommen hat, übermittelt er diesen an Movianto zur Ausführung. Danach ist der Dienstleister für sämtliche Aufgaben entlang der Lieferkette zuständig: von der Lagerung über die Kommissionierung und Versandbereitstellung bis hin zum produktgerechten Transport. In Europa hat er 20 Logistikzentren, von denen die nationale Distribution gesteuert und umgesetzt wird: Pharmazeutische und medizinische Produkte der Hersteller – und seit neuestem auch medizinische Geräte – werden an Großhändler, Apotheken und Krankenhäuser ausgeliefert.

Das in Stuttgart ansässige Prince-Team hat die Plattform nach GAMP (Good Automated Manufacturing Practices) – dem Standardregelwerk für die Validierung computergestützter Systeme in der pharmazeutischen Industrie (Hersteller und Zulieferer) – konform ausgearbeitet und getestet. Dies soll die reibungslose Integration der Systeme sicherstellen: von der Definition und Einführung der Anforderungen über die Implementierung, Entwicklung und Integration der geeigneten Technologien und die Anwendung bis hin zum Support sowie zur Wartung der fertigen Lösung.

Detailliertes Reporting

Denn an der Lieferkette beteiligte Organisationen arbeiten mit unterschiedlichen IT-Systemen und Datenformaten. Bei den Pharmaunternehmen sind beispielsweise Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) von SAP, JD Edwards oder Oracle im Einsatz. Internationale Distributionsaufträge erfordern jedoch durchgängige Workflows bei den verschiedenen Infrastrukturen in den einzelnen Ländern. Die IT-Plattform kommt dort zum Einsatz, wo separate Schnittstellenanpassungen seitens der Auftraggeber vermieden werden und ein detailliertes Reporting benötigt wird.

Die Plattform nutzt moderne IT-Technologie und ist gestützt auf eine serviceorientierte Architektur, die mit IBM-Software und einem Datawarehouse basierend auf der Software von Business Objects implementiert wurde. Daneben erlaubt das IT-System Statusabfragen oder Reports ohne Vorlauf. Europaweit können Aufträge, Wareneingänge, Lagerbestände, Auslieferungen usw. in Echtzeit abgerufen werden, so dass die Auftraggeber jederzeit auch die Lagerbestände in den jeweiligen Lägern online prüfen können.

Integration verteilter Dienste

Auftraggeber genießen mit der Plattform Transparenz bezüglich aller Geschäftsvorfälle. SOA ist ein Ansatz der Informationstechnik, Dienste von Mitarbeitern und Organisationen zu strukturieren und zu nutzen. Er orientiert sich an den Geschäftsprozessen, bricht diese auf einzelne Teilschritte herunter und bearbeitet sie mit den vorhandenen IT-Komponenten wie Datenbanken, Servern und Websites. Entsprechend werden die Einzelprozesse anschließend zu übergeordneten Prozessen zusammengeführt.

Bei der Integration verteilter Dienste in der Anwendungslandschaft setzt der Logistikspezialist einen Enterprise Service Bus (ESB) ein, eine Software-Architektur, die für die Kommunikation zwischen den Geschäftsanwendungen der Auftraggeber und der Movianto-Tochtergesellschaften sorgt. Die auf SOA aufgebauten Dienste werden im Internet zur Verfügung gestellt. Die Schnittstellen der IT-Plattform basieren auf IBM Websphere Message Broker sowie Websphere MQ und verarbeiten Informationen mit Formaten wie CSV-Dateien, Edifact, Soap und XML. Die Informationen werden über das Internet mit verschiedenen Protokollen versandt und empfangen.

Jederzeitige Auskunft

Doch manchmal lassen Auftraggeber vom Dienstleister direkt Daten erfassen, z.B. Fakturen und Boni für Vertriebsreports oder Bestandsinformationen über etliche Staaten hinweg; auch hier kommt die IT-Plattform zum Einsatz. Die Reporting-Funktionen bauen auf Business Objects Web Intelligence und Crystal Reports auf. Das entsprechende Data-Warehouse-System basiert auf Oracle. Die Statistiken werden online für die Ansicht in einem Browser als PDF- oder Textdatei bereitgestellt. Die Berichte sind mehrsprachig und werden dynamisch oder statisch erstellt. Für das Generieren von Diagrammen stellt die Software verschiedene grafische Möglichkeiten zur Verfügung. Über Passwortschutz und Benutzerrechte lässt sich der Zugriff der Nutzer auf Berichte und Daten steuern.

Hersteller und Dienstleister des Pharma-, Biotech- und Medical-Device-Markts profitieren zudem von Angaben wie den Abfahrts- und Ankunftszeiten, dem aktuellem Aufenthaltsort, der laufenden Geschwindigkeit des Fahrzeugs und Daten zur Außen- und Innentemperatur. Je nach Bedarf kann über „Track & Trace“-Tools alles online überprüft werden. Lieferdokumente stehen zur Einsicht und zum Download bereit – unabhängig davon, mit welchem Kurier kooperiert wird. Dies ermöglicht den Auftraggebern eine jederzeitige Auskunft über den Standort und den Zustand ihrer Produkte.

Bildquelle: Movianto

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